Biogasanlage in Gronig von Hermann und Peter Gebel

 

Außerhalb von Gronig im Orletal gelegen betreibt die Familie Gebel seit 2006 im Dezember eine Biogasanlage. 

Landrat Udo Recktenwald sprach im Zusammenhang mit  der damals neuen Trockenkammer von einem saarländischen Vorzeigeprojekt. Pro Stunde wird ca. 500 kw Strom produziert,

welches ins öffentliche Netz eingespeist wird und somit fast ganz Gronig mit Strom versorgt. Doch wie funktioniert so eine Anlage? Wie wird aus Gülle und Mist Wärme und Strom erzeugt?

Dieser Frage bin ich nachgegangen und habe Hermann und seinen Sohn Peter auf dem Betriebsgelände besucht.

 

Die Familie besitzt ca. 100 Hektar Ackerfläche rund um den Betrieb, der mit Getreide, Mais und Gras angebaut wird um den Bioreaktor damit zu füttern. Zusätzlich wird noch Masse dazu gekauft, denn die Anlage läuft rund um die Uhr. Auch Produkte, die nicht mehr marktfähig sind, wie von Pilzen befallenes Getreide kommt in die Anlage. 

 

Morgens wird die Anlage, die aus zwei grünen Kuppeln besteht, mit der Biomasse gefüttert. Das reicht dann für den ganzen Tag und für die Nacht. Sollte irgendeine Störung auftreten, bekommt Peter direkt eine Meldung auf sein Handy, sodass er sofort reagieren kann. In der Kuppel wird die Masse aufgeheizt auf 42 Grad, dann verflüssigt damit  ein zäher Brei entsteht, und dann wird das Ganze durchgemischt. Viele verschiedene Arten von Mikroorganismen sind an der Gärung beteiligt, bis das Biogas entsteht. 

Das Biogas wird  im nahe gelegen modernisierten  Blockheizkraftwerk verbrannt um Strom und Wärme zu produzieren. Der so gewonnene Strom wird über ein Wasserkraftwerk ins öffentliche Netz eingespeist. 

 

Die daraus gewonnene Abwärme nutzt die Familie zur sinnvollen Trocknung von Hackschnitzel und Brennholz die in Absetzcontainer gelagert werden und über eine Trocknungsanlage mittels Luft getrocknet werden.

Sägewerke lassen ihr Holz so trocknen. Braucht geschlagenes Holz beispielsweise 2-3 Jahre zur Trocknung, benötigt das Holz in dieser Anlage nur ca. 10 Tage. Hackschnitzel braucht 4 Tage.

 

Peter Gebel
Peter Gebel

Vorher führte die Familie einen ganz normalen Bauernhof mit Vieh und Landwirtschaft. Als die Milchpreise fielen und es immer schwieriger wurde von dem landwirtschaftlichen Betrieb zu leben, kam Hermann mit anderen Kollegen die Idee mit der Biogasanlage. Als die anderen alle absprangen zog er den Aufbau mit viel Eigenleistung und Zuschüsse vom Land alleine durch. Heute haben sie noch einen Mitarbeiter beschäftigt und sind froh diesen mutigen Schritt gemacht zu haben.

 

Beim Auffüllen der Biogasanlage mit Getreide
Beim Auffüllen der Biogasanlage mit Getreide
Das Blockheizkraftwerk in dem Strom erzeugt wird
Das Blockheizkraftwerk in dem Strom erzeugt wird

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