Wildschweinjagd im Dezember 2015

 

Gemeinde Oberthal

Im letzten Jahr im Dezember fand im Oberthaler Wald in der Nähe des Landschulheims eine Treibjagd, in der Jägersprache auch Drückjagd auf Wild-schweine statt. In dieser Zeit sollte man möglichst das Gelände im Wald meiden.

 

 Die letzte Jagd die von den Oberthaler Jäger durchgeführt wurde, fand auf Landsklopp statt, im Bereich ehemaliges Schwimmbad bis zur Trasse. Dort wurden zwei Wildschweine erlegt. 

 

Wenn jetzt jemand wissen möchte, ob wir zuviel Wildschweine im Wald haben, ist dies nur schwer zu beantworten, da sie zum Wechselwild gehören, das heißt sie ziehen auf Nahrungs-suche in einem Gebiet umher, dessen Umkreis selten größer als 15 km ist. Wenn heute eine Gruppe Wildschweine im Groniger Wald gesichtet wird, kann sie morgen schon irgendwo in einem ganz anderen Gebiet sein. 

 

Wildschweine sind Allesfresser und sehr anpassungsfähig. In Mitteleuropa nimmt die Population vor allen Dingen durch den vermehrten Anbau von Mais zu und wandert verstärkt in besiedelte Gebiete ein. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet dieser Art reicht von Westeuropa bis Südost-Asien und durch Einbürgerungen in Nord-und Südamerika, Australien sowie zahlreiche Inseln. Somit ist es fast weltweit zuhause.

 

Die Anpassungsfähigkeit der Wildschweine zeigt sich am deutlichsten in Großstädten wie Berlin. Der Bestand an Wildschweinen rund um Berlin wird mittlerweile auf 10 000 Tiere geschätzt. Im unmittelbarer Nähe des Stadtgebietes halten sich laut Forstverwaltung ca 4000 Tiere auf. Sie dringen in Gärten und Parks ein, durchstöbern die Mülltonnen nach Essensresten und richten große Schäden an. 2003 tauchten zwei Wildschweine auf dem Alexanderplatz auf und mussten erschossen werden. Das Problem dabei sind oft die Menschen selbst, die anfangen die Wildschweine zu füttern. Normalerweise ist das Wild scheu und sucht das Weite, sobald ein Mensch auftaucht. 

 

So eine Drückjagd ist eine Bewegungsjagd. Hierzu werden mit oder ohne Hunde und Treibern das Wild vorsichtig aus der Deckung gedrückt und so den abgestellten Jägern langsam nahe gebracht. Der Jäger kann dann gemäß den Vorgaben das Wild tierschutzgerecht erlegen. Nach dem Abschuss muss erst mal eine gewisse Zeit abgewartet werden, ob der Schuss auch tödlich war. Denn verletzte Wildschweine können sehr aggressiv werden und eventuell noch angreifen.

 

Wir haben im Bereich der Kapellenwiese im sogenannten ,,Stangenholz" und der ,,Äppelkammer", vermehrt Wildschweine, sowie im Oberthaler Bruch. Dort auf der anderen Seite der Wege braucht das Schwarzwild die Nähe des Wassers, im Bereich des Niedermoores, wo es sich im Schlamm suhlen kann und sich an den Bäumen putzt. Durch den Schlamm werden Parasiten eingekapselt. Ist der Schlamm getrocknet, scheuern sie sich an Bäumen mit grober Rinde und befreien sich so von Schadinsekten.

 

Gesehen wurden schon einzelne Keiler oder ganze Rotten von Wildschweinen, die aber sobald sie Menschen witterten, direkt flüchteten. Aufpassen sollte man natürlich wenn man auf eine Bache mit ihren Frischlingen trifft. Da die Bache sich um den Nachwuchs Sorgen macht, verteidigt sie ihre Frischlinge und kann sehr aggressiv werden. 

 

Da Wölfe zu den natürlichen Feinden von Wildschweinen gehören, sind sie auch nicht gut auf Hunde zu sprechen. Stöbert ein Hund ein Muttertier oder womöglich dessen Frischlinge auf, gerät das Schwein in Panik und kann auf Angriff schalten. Die Aggression kann sich dann auch gegen den Hundebesitzer richten. Das Wildschwein nimmt nämlich das Herrchen als Rudelführer wahr.

 

 

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