Einzigartig - Heißausbildung im Brandcontainer der Feuerwehr in Oberthal

 

Gemeinde Oberthal

 

Schreie, Hilferufe, beißender Qualm und Feuer, das alles erwartet einen Feuerwehr-mann, wenn er zu einem Einsatz gerufen wird.

Und dass das nicht ,,ohne" ist, konnte man am Freitagnachmittag bei der Heißaus-bildung in Oberthal auf dem Schulhof neben

 

dem Feuerwehrgerätehaus beobachten. Nervenstark, gesund, körperlich fit und Teamfähigkeit muss man besitzen, um so einen Job verrichten zu können.

 

Von Freitag bis Sonntag stand ein Brandcontainer aus Sachsen-Anhalt auf dem Schulhofgelände zu Übungszwecken der Einsatzkräfte. Unter realen Bedingungen konnten unsere Feuerwehreinsatzkräfte aus der Gemeinde einen Brandeinsatz üben. Dazu gehörten das Öffnen einer Brandraumtür, der Brandphasenverlauf, die richtige Löschtechnik und die Entrauchung. Und daneben wurden die Teilnehmer auf ihre psychischen und physischen Belastungen getestet.

 

 

vor dem Einsatz, Markus Backes und Julian Burkholz aus Güdesweiler
vor dem Einsatz, Markus Backes und Julian Burkholz aus Güdesweiler

 

 

,,Brandrauch, Feuer und Hitze sind die Gegner der Einsatzkräfte", so Günther Burkholz, Hauptbrandmeister und stellvertretender Gemeindewehrführer. ,, Bis zu 1000 ° Celcius, können dabei die Flammen heiß werden." 

 

Besonders dramatisch wird es wenn das Feuer in einem Raum eingesperrt ist und die Rauchgase sich an der Decke sammeln. Wird es zu heiß, zünden sie explosionsartig durch. Der gesamte Raum wird von einer Flammenwalze überrollt - ,,Flashover" sagen die Feuerwehrleute dazu.

 

Achtzig Feuerwehrleute immer im Zweiertrupp gingen in den Container, um den Ernstfall zu proben. Nach dem Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung folgte die erste Gewöhnung an die Wärme mit ,,gemäßigten" Temperaturen und das Beobachten der Rauchschichten. Plötzlich breiteten sich mehrere Durchzündungen nur wenige Zentimeter über den Köpfen der Feuerwehrmänner aus.

 

 

 

Das ganze  Szenario strahlte etwas Respekteinflößendes aus. Mensch und Material werden hier langsam aber bestimmt an die Schwelle des Machbaren geführt. Die Devise lautet: Immer schön geduckt bleiben, denn unten auf dem Boden ist’s am kühlsten. Ab einer Höhe von etwa 1,50m beginnt die Rauchschicht, darüber ist es kaum mehr auszuhalten. Der Schweiß fließt übrigens bereits in Strömen. Wichtig war hierbei die richtige Strahltechnik anzuwenden und von welcher Seite man das Strahlrohr auf das Feuer hielt. 

 

Das Training hinterließ nicht nur bei Neulingen einen Aha-Effekt, der sich gewaschen hat. Die Erfahrungen die hier jeder sammeln durfte sind im Ernstfall von unschätzbarem Wert.

Es kristallisiert sich sehr schnell heraus, wie viel Belastung man Mensch und Material zumuten kann. Jeder der Teilnehmer weiß, sich und das Feuer besser einzuschätzen.

 

Dazu kommt das schier unbegrenzte Fachwissen der Ausbilder, die einem in jeder Situation weiter helfen und Tipps dazu geben. Nach ca 20 Minuten war die Übung zu Ende und man sah den Jungs an, dass sie bis an ihre Grenzen gegangen waren. 

In Schweiß gebadet aber stolz konnten alle an diesem Tag auf ihre tolle Leistungen blicken.

 

nach der Aktion, Julian und Markus
nach der Aktion, Julian und Markus
Der Brandcontainer
Der Brandcontainer

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