Traditionen haben immer noch Bestand - die Rötelkrämerkirmes in Oberthal

Gemeinde Oberthal

 

In diesen Tagen feierte Oberthal seine traditionelle Rötelkrämerkirmes vom 09- 12. September und das auch zünftig. Denn am Samstagabend fand im vollbesetzten Zelt das zweite Oberthaler Oktoberfest statt. Die DJK als Zeltbetreiber hat sich zusammen 

 

mit Festbereiter Event-Fullservice einiges einfallen lassen, um unseren Kirmesgästen gute Unterhaltung zu bieten. Mit einem zünftigen Fassanstich, den Güdesweiler Böllerschützen und der Trachtenkapelle Gronig war abends im Zelt richtig was los. Eingetaucht in lila-pinkfarbenem Ambiente heizte DJ Musikplanet ab 22:00 den Gästen mächtig ein. Im bayerischen Dirndl und Lederhosen feierten die Besucher bis in die frühen Morgenstunden.

 

Sogar das Kirmesspiel am Samstag im Bliesstadion gewann die SG Gronig/Oberthal gegen Eiweiler mit 3:0 vor ca. 230 Zuschauer mit Toren von Gisch, Gerhard und Scheid. Aber auch am Sonntag wurde im Zelt weiter gefeiert mit dem Oberthaler Musikverein und anschließender 

,,Kerwered" der Straußbuben aus dem Jahrgang 1996/97, die die Gestaltung der Kirmes übernommen haben und somit die Tradtition weiterleben lassen.

 

Bild v. d. Trachtenkapelle Gronig/M.Kutscher
Bild v. d. Trachtenkapelle Gronig/M.Kutscher

 

Das die Jahrgänge als Rötelkrämer auf unserer ,,Kerb" umherziehen, hat einen ganz bestimmten Grund:

 

Nach dem Rötelstein wurden die Händler hierzulande Rötelkrämer genannt und ist nach altem Brauch ein Heimkehrerfest für die Rötelkrämer, die mit ihren Eselskarren in den Sommermonaten durch die Lande zogen und ihre Waren verkauften. Im Herbst, wenn sie dann zurückkamen wurde dies ausgiebig gefeiert.

 

Seit vielen Jahren nennen die Oberthaler diesen Namen mit Stolz und bekennen sich zu diesem Teil ihrer Identität. So hat auch die Straußjugend seither eine feste Tracht, die der traditionellen Kleidung der Rötelkrämer nachempfunden ist. Sie besteht aus einem blauen Kittelhemd, rotem Halstuch und schwarzem Schlapphut und schwarzen Hosen.

 

Seit alters her wird die Oberthaler Kirmes auch die Eselskirmes genannt. Und viele stimmen damit überein, wenn sie in Gedenken an die Leistung von Mensch und dem Tier, das den Karren durch die Lande zog, die Kirmes als Rötelkrämer- und Eselskirmes bezeichnen.

 

Straußjahrgang 1996/97
Straußjahrgang 1996/97

 

Hier die ,,Kerwered 2016 " der Straußbuben:

 

Prost ihr lieben Gäste, hier auf unserem Kirmesfeste. Wenn im September weht der Wind und dank unserm Wetterhochs, die Sonn lacht wie e Kind, packt sich Vater, Frau das Kind, sagt mach los Beeilung Leut, in Owwerdahl iss Kirmes heut.

 

Es ward gefeiert muss ich sage, die Kirmes hier vier tolle Tage. Und aach die Nächte ware lang, so manch ähnem wirds jetzt bang wenn in sei Geldsack er jetzt schaut weil auf die Pauk er hat gehaut.

 

Freitagnachmittag fing für uns die Kirmes an, das Aufstellen der Kirmesbäume war dran. Am Fischweiher wurden wir sofort mit dem nötigen Sprit versorgt. Unser Anglerkamerad Zimmer Rudi, das ist so eine Masche, bezahlte uns ne Kiste aus eigener Tasche. Zum Dank gabs ein Bild mit unseren Mädel, immer roter wurde Rudis Schädel.

 

Auch beim Bürgermeister steht ein Baum und auch dort gabs ne Kiste - was ein Traum. Wir hoffen dass der eh bissje länger steht, den letzten im Mai hats nach nem Tag schon uff die Strooß geweht. Aufm Kirmesplatz han ma dann mit Wohlgemüt mit dem Jahrgang 97/98 eh bissje vorgeglüht. Naja eh bissje is gudd gesaad, weil so mancher hat leicht über die Stränge geschlaad.

 

Samstag gingen wir es dann eh bissje langsamer an, aufm Sportplatz wir unsern Leon angefeuert han. 3:0 ging das Spiel gegen Eiweiler aus, Alda han mir die gemaust. Da fiel uns doch aufeinmal auf, unser Hannes, der war noch garnicht getauft. Also ab in die Messe alle Mann, dass unser Hannes sei Name grien kann. Von de Kirchenbesucher wurde ma gelobt, obwohl unser Edeka-Wänche vorm Beichtstuhl komische Blicke auf sich zog.

 

Von dort aus dann ab in die Bliestalhall, der Jan-Luca spielte ja noch Handball. Ein Jahrgang der sich unterstützt, tja, hat nur leider nix genützt. Weil unser Jan-Luca vermehrt den Schiri über die Regeln des Spiels aufgeklärt. Worauf dieser furztrocken die Hand hob, und den roten Karton aus der Arschtasche zog. In die Kabine ging er voller Wut, doch nach ein, zwei Bier gings ihm wieder gut.

 

Auch gestern Nacht gings am Bierstand wieder lang, auch wenn mancher sich heute schon nicht mehr dran erinnern kann. Was soll man sagen, da stehen wir heute und sehen hier vor uns e Haufe gut gelaunter Leute. Ein Dank an alle, die uns im letzten Jahr geholfen haben, trotz wenig Schlaf und mancher Narben. Wir sind auf einem guten Weg - da setz ich drauf mit der Owwerdahler Kirmes geht es wieder steil bergauf.

 

So ihr liewe Leut, das wars von uus, an Euch alle von uns nochmal eh scheener Gruß. Ich saan nur Prost - genießen die Tage, hoffentlich seid ihr noch dazu in der Lage. Mir werre jetzt an de Bierstand gehn, weil mir uus mit dem Jahrgang unner uns nämlich richtig gut verstehen.

 

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