Gedenkfeier in Steinberg-Deckenhardt - nur noch wenige Bürger kommen

Gemeinde Oberthal

Auch in Steinberg-Deckenhardt fand gestern die Gedenkstunde zum Volkstrauertag am Denkmal statt. Ortsvorsteher Peter Wack zeigte sich etwas entäuscht darüber, dass immer weniger Bürger den Weg an diesem Tag zum Denkmal finden. Umso erfreulicher ist es, das der Musikverein Steinberg-Deckenhardt, die Feuerwehr und die 

 

Singgemeinschaft Steinberg-Deckenhardt/Gonnesweiler sich wieder dazu bereit erklärt hatten, diese kleine Gedenkfeier zu umrahmen. Hierbei hat die Feuerwehr die Ehrenwache gestellt und das Feuer entzündet, der Musikverein hat die Gedenkfeier je mit einem Lied eröffnet  und beendet und die Singgemeinschaft hat das Lied ,,Das Wort heißt Frieden"  und das Lied ,,Frieden ist ein Menschheitstraum", vorgetragen.

 

Volkstrauertag 2017 von Peter Wack:

 

Schön, dass wenigstens noch ein paar Menschen aus unserem Dorf den Weg zu diesem Erinnern und Gedenken an die Kriege und die damit verbundenen Opfer finden! Aber auch bei uns sind es immer dieselben und es werden von Jahr zu Jahr immer weniger, die sich die Zeit für diese paar Minuten machen.

 

Auch oder gerade deshalb möchte ich mich bei gleich zu Beginn bei unserem Musikverein, der Singgemeinschaft Steinberg-Deckenhardt-Gonnesweiler und der Feuerwehr für die schon zur Tradition gewordene Umrahmung dieser kleinen Gedenkfeier bedanken. Herzlichen Dank, dass Ihr Euch diese Zeit immer macht!

 

Über 70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges wollen sich immer weniger mit dem Thema Krieg auseinandersetzen. Von Generation zu Generation verschwindet immer mehr die Erinnerung an die zig Millionen Opfer, die der1. Und der. 2. Weltkrieg auch bei uns gekostet haben.

 

Und das in einer  Zeit, in der auf der ganzen Welt immer mehr Bürgerkriege, die leider nicht immer an den Landesgrenzen halt machen, und blutige Protestbewegungen aufflammen oder schon seit Jahren im Gange sind.

 

In einer Zeit, in der der Terror nicht mehr nur in anderen Ländern stattfindet, sondern auch bei uns in Europa allgegenwärtig ist. Die Angst vor Anschlägen und dem Verlust von Menschen ist auch bei uns schon längst wieder angekommen.

 

Despoten, Diktatore und Militärspitzen werden heute wieder zu Staatspräsidenten und Staatsführern gewählt. Und das nicht nur in kommunistischen Ländern sondern in der Zwischenzeit auch in Ländern, die sich gerne als demokratisches Staatswesen bezeichnen wollen.

 

Kritiker werden verhaftet und mundtot gemacht. Die Freiheit der Menschen und das Recht auf freie Meinungsäußerung zählt auch bei uns in Europa schon längst nicht mehr überall. Und damit meine ich nicht nur die beschämenden und nicht zu rechtfertigenden Vorgänge in der Türkei.

 

Da wird selbst in Amerika ein Mann zum Präsidenten gewählt, der in einem Wahlkampf ganz aggressiv vorgegangen ist und viele Menschen verachtende Parolen in die Welt gesetzt hat und diese nicht nur nach Amerika sondern auch in die Welt gerufen hat. Selbst mit Drohungen gegenüber anderen Ländern auf der ganzen Welt wurde da nicht halt gemacht. 

 

Aber auch bei uns werden die Hassprediger, die die anderen drohen, die die Werte unserer Demokratie verachten, immer mehr. Parteien aus dem rechten Feld der Demokratie finden bei uns immer mehr Zulauf und Beachtung und vor allem Wähler. Was damit in Zukunft alles angerichtet werden wird, macht mir persönlich Angst.

 

Auch bei uns in Deutschland wird wieder immer mehr auf Menschen und Parteien gehört, die durch Lügen und das In die Welt setzen von Gerüchten andere aufhetzen und zu verbrecherischen Handlungen aufrufen. Auch bei uns hat die Volksverhetzung wieder Einzug gehalten.

 

Wahrscheinlich muss auch in Deutschland eine dieser Parteien nur noch verkünden, dass das Recht für jedermann eingeführt wird, eine Waffe zu tragen und es gibt noch zusätzliche Wählerstimmen. Auch die ewig Gestrigen sterben bei uns leider nicht aus.

 

 

Umso wichtiger ist es, dass viele Menschen in Deutschland heute an diesem Volkstrauertag wieder an die Opfer der Kriege gedenken und allgegenwärtig machen, dass man für einen bleibenden Frieden auch selbst mitwirken und sich einsetzen muss.

 

Wenn wir nicht alle das Wort gegen die rechten Parolen von Dumpfbacken und Volksverhetzern erheben, kommen auch wir in Gefahr, dass solche  Menschenverachter wieder mehr zu sagen haben.

 

 

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