Handwerker- und Gewerbeverein Oberthal begrüßte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger im Hotel Rauber

Gemeinde Oberthal

Am Dienstag fand im Hotel Rauber die Diskussionsrunde ,,Perspektive Handwerk" mit dem Handwerker- und Gewerbeverein, dem 1. Vorsitzenden Axel Haab und der Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger statt. Dabei ging es um die Rahmenbedingungen der kleinen und mittleren Betriebe, dem demografischen Wandel, dem zukünftigen Bedarf an Fachkräften, sowie

 

 

 Risiken und Chancen mit der fortschreitenden digitalen Wirtschaft. Was den demografischen Wandel betrifft, wissen wir dass wir jetzt schon zu wenige Fachkräfte haben. 

,,Und wir wissen, wenn wir daran nichts ändern, dass es in Zukunft noch viel schlechter wird", so die Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. Das Saarland sei hiervon besonders stark betroffen. 

 

,,Wir sind das Bundesland im Westen, das am frühesten und stärksten vom demografischen Wandel betroffen sein wird", so die Ministerin. Das hänge zum Beispiel mit der Studierneigung die in den letzten Jahren zugenommen hat, zusammen, der hohen Abwanderungsrate von Arbeitskräften sowie einer geringen Geburtenrate und nicht zuletzt einer immer älter werdenden Bevölkerung.

 

Hier müsse man ansetzen, dass man zum Beispiel die vielen Studienabrecher für das Handwerk begeistert. Was aber auch schwer sein wird, so die Wirtschaftsministerin, da das Handwerk auch ein schlechtes Image habe, aufgrund schlechtere Gehälter im Verhältnis zu Akademiker oder der Industrie. Hier gilt es die jungen Menschen für das Handwerk zu be-geistern.

 

 

Darauf müsse unbedingt eingegangen werden. Wichtig sei es schon in der Schule anzufangen in Form von Praktika, auch in den Gymnasien. In der Schulzeit brauchen die jungen Menschen mehr Orientierung, denn viele glauben das die duale Ausbildung die schlechtere Alternative zu den akademischen Berufen ist.

 

,,So lange wir dieses Bild nicht beseitigen können, werden wir es auch schwer haben, die große Anzahl an jungen Menschen zu begeistern, die Fachkräfte von Morgen zu werden". Auch im Hinblick auf den Meisterbonus hier im Saarland reiche es nicht aus eine Gleichwertigkeit  her zu stellen. Hier will das saarländische Ministerium sich stärker an den Kosten beteiligen, um einen finanziellen Anreiz zur beruflichen Weiterbildung zu schaffen. 

 

Auch die Integration von Flüchtlingen war ein Thema. Hier muss die Vermittlung besser laufen. Probleme gibt es in der Sprachqualifikation, viele sind noch nicht durch die Sprachkurse durch, wie kann man diese Menschen für die einzelnen Berufsfelder begeistern, was wollen sie. Aus Erfahrung kann man sagen, dass es ca. 5 - 6 Jahre dauern wird, bis diese Menschen auf einem Niveau von Facharbeiter sind. ,, Wir brauchen sie als gute Fachkräfte, nicht als ungelernte Billigkräfte, davon haben wir schon genug in Deutschland", so Anke Rehlinger.

 

 

Mit der Selbständigkeit sieht es im Saarland traditionell eher schlecht aus. Gründe dafür sind große Industriebetriebe, die Prägung des Bergbaues und anderes. Hier gilt es Unternehmen die es schon gibt zu halten. Denn viele Firmeninhaber sind schon über 65 Jahre alt. In den nächsten 5 Jahren wird es 2000 Betriebe geben, deren Firmeninhaber schon 60 sind. Da hängen 120 000 Arbeitsplätze dran.

 

Hier gilt es geeignete Nachfolger zu finden. Die Hälfte der Betriebe haben eine gute Bonität. Es gibt viele Beratungsmöglichkeiten durch die SOG ( Saarland Offensive für Gründer ) oder das Beratungsprogramm des Saarlandes. Viele kleine und mittelständische Betriebe wissen gar nicht welche Fördertöpfe für sie bereit stehen. Im Bereich der Weiterbildung von Mitarbeitern werden die Kosten zum Beispiel mit 50 % von der KdW gedeckt.

 

Weitere Punkte an diesem Abend betraf auch unsere Infrastruktur: ,,Ich glaube hier in Oberthal sind wir ganz gut aufgestellt", meinte Anke Rehlinger und wies darauf hin, dass genug Raum zur Verfügung stehe in Form von Gewerbeflächen für Neuansiedlung und Umsiedlung für Firmen. Wichtig sei es auch, dem ländlichen Raum im Zuge der Digitalisierung überregional zu vernetzen. Hier will das Saarland möglichst eine zügige flächendeckende 50-Mbit/s Versorgung mit Breitbandanschlüssen im ländlichen Raum sicherstellen.

 

1. Vorsitzender Handwerkerverein Axel Haab mit Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger
1. Vorsitzender Handwerkerverein Axel Haab mit Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger

 

Zum Abschluss ihres Vortrages ließ die Wirtschaftsministerin uns noch wissen was den demografischen Wandel, Digitalisierung und Fachkräften betrifft : ,,Insgesamt wissen wir, dass das Thema Mittelstand und Handwerk angesichts der Herausforderung in der Zukunft nicht so einfach werden wird. Wenn wir die jungen Menschen für das Handwerk begeistern wollen, dann sollten wir ihnen das sagen, um sie zu begeistern. Aber ich bin trotzdem optimistisch das es funktionieren kann".

 

Angesichts der jüngsten aktuellen Zahlen der Handwerkskammer sieht es gar nicht so schlecht aus. Nach dem Vortrag konnten die Unternehmen noch Fragen rund um das Thema Handwerk stellen. Mit feiner Kürbiskerncremesuppe, Kartoffelsalat und Hackbällchen von Erwin, ging so manch einem der nicht erschienen ist, ein gelungenes Menü durch die Lappen. Ein gelungener Abend mit viel wissenswertes über die ,,Perspektive Handwerk".

 

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