Brigitta Schneider leitet schon seit ewigen Zeiten den Edeka Markt in Oberthal

Gemeinde Oberthal

Da wo das neue Rathaus steht, stand damals das alte Kaufhaus Weirich, das 2009 abgerissen wurde. Laut der damaligen St.Wendeler Zeitung im Jahre 1930 war es sogar das größte Landkaufhaus im Saargebiet.

Und genau dort in diesen Kellerräumen hat Brigitta ihre Karriere als Marktleiterin bei der Firma Schopper gestartet. 

 

Nachdem die Firma Weirich festgestellt hatte, dass die Fläche mit den Lebensmittel zu klein wurde, wurden diese in Richtung Brühlstraße angebaut. Somit erweiterte sich die Verkaufsfläche von 200 m² in den Kellerräumen auf 600 m² eine Etage höher. Nachdem dann 1978 die Firma Weirich aufhörte, kam mit der Mode die Firma Reppert und später Hermann Schmidt mit seinen Waschmaschinen dazu. Zu diesem Zeitpunkt standen aber schon mehrere Räumlichkeiten leer. 

 

1978 übernahm dann Herr Schopper die Lebensmittel, der aus einer Kaufhausfamilie aus Nohfelden stammte und mehreren Märkte im Umkreis besaß. Durch eine Anzeige in der Zeitung bewarb sich Brigitta für einen Halbtagsjob und fing erstmal an der ,,Worschdthek" an, wie man hier bei uns so schön sagt. Nach der Trennung von ihrem Mann war sie gezwungen ganztags zu arbeiten und bediente auch die Käsetheke mit.

 

Nachdem der letzte Marktleiter sich entschied zu Rewe zu wechseln, fragte dieser: ,,Frau Schneider, möchten sie keine Marktleiterin werden"? Darauf antwortete Brigitta : ,,Wie Marktleiterin werden? Das kann ich doch gar nicht". Doch alsbald wurde sie zur Zentrale nach Nohfelden bestellt und die Firma Schopper bereitete ihr das Angebot Marktleiterin zu werden. Das war 1985. Brigitta sah es als Chance und nahm an.

 

Brigitta Schneider an ihrem Arbeitsplatz in frühen Jahren
Brigitta Schneider an ihrem Arbeitsplatz in frühen Jahren

 

Neben vielen Schulungen, wie Arzneimittelprüfung, Ausbildereignungsprüfung, Arbeitsrecht, Mitarbeiterführung und später interne Seminare aus dem Edeka Bereich, gab es viel zu lernen. 

Nach einigen Jahren als Marktleiterin wurde Brigitta erneut nach Nohfelden bestellt und gefragt ob sie den Oberthaler Markt kaufen möchte. Mittlerweile war sie alleinerziehende Mutter, ihr Sohn Andreas gerade mal 6 Jahre alt. 

 

Knapp 600 000 DM musste sie sich aufnehmen und übernahm den Markt. Das war im April 1990. Da war sie 37 Jahre alt. Doch dann ging das ,,Affentheater", wie es Brigitta nennt, erst richtig los. Der alte Bau war eigentlich ziemlich marode, viele leerstehende Räume, zum Teil nicht beheizt und viele bauliche Mängel machten ihr das Leben schwer. Ein Investor aus Frankfurt kaufte den Bau, hat aber nur notdürftig reparariert, aber nichts investiert.

 

Nachdem die Heddesheimer Edeka Großhandels Gruppe die Saar-Edeka geschluckt hatte, gab es einen neuen Ansprechpartner, zu dem es zu einigen Prozessen kam, wegen der baulichen Mängel. Es regnete in den Markt hinein, Platten brachen durch, es mussten sogar Regenschirme hinter der Theke aufgespannt werden. Schwarzschimmel im Lager breitete sich aus.

 

 

altes Kaufhaus Weirich in der Poststraße
altes Kaufhaus Weirich in der Poststraße

 

Da man hier nicht wirklich weiterkam, hatte die Edeka-Gruppe mit der Gemeinde über einen neuen Standort verhandelt. Damals war Sigrid Morsch noch Bürgermeisterin. Dazu kam Investor Hermann Link noch mit ins Spiel, der das Konzept vom Brühlzentrum verwirklichen wollte. So kam es das ein neuer Standort für den Edeka-Markt im Brühlzentrum gefunden wurde im Jahr 1996. 

 

Wiederum mussten neue Kredite für Einrichtung und Ware aufgenommen werden. Der neue Standort war für Brigitta ein ,,schwieriger Laden", wie sie es nennt. Die Parkmöglichkeiten waren nicht optimal, bei kleineren Aktionen gingen die Anwohner auf die Barrikaden wegen Lärmbelästigung und anderes. 

 

Ab 2014 wurde dann zum heutigen Standort umgezogen. Der alte Markt musste erst mal noch entkernt werden durch Edeka und wiederum mussten Gelder aufgenommen werden für die Erneuerungen. Sohn Andreas der von 1996 - 1999 bei Brigitta eine Lehre absolvierte, hat inzwischen seinen eigenen Markt in Namborn-Eisweiler.

 

Der heutige Edeka-Markt hat eine Verkaufsfläche von ca. 1100 m² und hat somit sein Sortiment auf 15.000 Artikel erweitert.  Mit den 32 Mitarbeitern bietet Edeka eine große Auswahl an Frische, Qualität und Service. Ob Bio,-Marken-, oder Eigenmarken, der Edeka-Markt in Oberthal ist für alle Kundenwünsche gerüstet. 

 

Im Jahr 2015 gab es noch ein großes Firmenjubiläum zu feiern. Nämlich 25 Jahre Edeka-Markt in Oberthal. Auf die Frage hin, ob Brigitta mit dem jetztigen Standort zufrieden sei, antwortete sie: ,,Ja ich bin zufrieden, hier ist es um einiges besser".

 

 

Carneval-Umzug mit den Mitarbeitern vom Edeka-Markt
Carneval-Umzug mit den Mitarbeitern vom Edeka-Markt

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Kommentare: 2
  • #1

    Sigrid Morsch (Montag, 26 Dezember 2016 22:34)

    War alles nicht einfach. Gerade zwischen 1992 und1994.. Aber w i r haben es geschafft. Kommt alles in der Berichterstattung ein wenig zu kurz.......

  • #2

    Hans-Günter Setz aus Gronig (Donnerstag, 01 März 2018 02:52)

    Hallo Brigitta, du kennst mich wahrscheinlich ja noch. Ich habe selbst 1969 mit meiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in dem Kaufhaus Weirich in Oberthal, Bereich Elektro, begonnen.
    Was dann später aus mir geworden ist, na ja, weißt ja auch du. Ich bereue aber keine Minute, was die zurückliegende Zeit anbetrifft, es war für mich eine sehr schöne Zeit.
    Noch heute denke ich an meine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen. Wir waren eine eingeschworene Gemeinschaft und haben uns gegenseitig ergänzt.
    Frau Sigrid Morsch, als ehemalige Bürgermeisterin der Gemeinde Oberthal, mit der ich als damaliger Ortsvorsteher von Gronig zusammenarbeiten durfte, hatte damals mit den Fraktionen des Gemeinderates Oberthal eine richtige Entscheidung getroffen, was die Geschäftswelt in Oberthal anbetraf.
    Eine Ansiedlung von Betrieben außerhalb der Ortslage von Oberthal, sprich Gewerbegebiet Wallfeld, zwischen Oberthal und unserem Nachbarort Bliesen, wurde nicht angegangen. Geschäfte wurden zentral im Ortskern des Hauptortes, also Oberthal, angesiedelt.
    Ich persönlich fand damals schon diese Entscheidung der Verantwortlichen im Gemeinderat als zukunftsweisend.
    Ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger sind heute glücklich, dass sie alle Geschäfte in unserer schönen Gemeinde ohne größere Anstrengungen erreichen können.
    Hier ist auch zu erwähnen, dass die Verantwortlichen mit Herrn Link, dem Investor des Brühlzentrums, eine sehr gute Wahl getroffen haben.
    Die Anstrengungen von Herrn Karl Hans Massar, damaliger Vorsitzender des Handwerkervereins, sind ebenfalls hervor zu heben. Er hatte immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Gemeinde.
    Die Gemeinde Oberthal kann auf ihr Brühlzentrum sehr stolz sein.
    Es wird auch in Zukunft mit Oberthal, Gronig, Güdesweiler und Steinberg-Deckenhardt aufwärts gehen.
    Oberthal ist meiner Meinung nach eine Kommune mit Aufwärtstrend.
    In dieserm Sinne alles Gute für die Zukunft wünscht
    HaGS aus Gronig.
    P.S.: Sollte ich jemand in meinem Kommentar nicht erwähnt haben, bitte sorry, verzeiht mir.