Im Marienkrankenhaus in St.Wendel werden Neugeborene in Bonding Säckchen gehüllt

Foto: aoe. Pflegerin D. Ahr mit den Eltern Pamela und Christian und Lilya.
Foto: aoe. Pflegerin D. Ahr mit den Eltern Pamela und Christian und Lilya.

St.Wendel

Kuschelig weich hat es Baby Lilya Marie in ihrem weißen Fleece-Deckchen. Am 10. Januar kam sie im St. Wendeler Marienkrankenhaus zur Welt. Mama Pamela und Papa Christian Alles aus Freisen berichten von der ersten Zeit mit ihrer kleinen Tochter. Die hat ihre ersten 24 Stunden ihres Lebens in einem Bondingsäckchen verbracht. Seit vorigem Jahr werden solche

 

Säckchen im Marienkrankenhaus eingesetzt, erklärt Désirée Ahr, ausgebildete Stillberaterin.

Das Bonding-Säckchen sieht aus wie eine kleine Decke mit zwei Armen. Die Arme werden um den Körper des Kindes gewickelt und der untere Teil der Decke wird nach oben geklappt, sodass das Baby wie in einer Art Kokon liegt.

Da die Enden der Decke nur um den Oberkörper gelegt werden, kann das Baby im Säckchen die Beine frei bewegen. Nach der Geburt werden die Babys im Kreißsaal darin eingewickelt. Das Bonding-Säckchen macht Kleidung überflüssig. Eine Windel genügt. Somit sparen sich die Eltern das An- und Ausziehen ihrer Babys, wodurch die zum Beispiel schneller gewickelt und an die Brust gelegt werden können.

Christian Alles sieht das Säckchen als große Bereicherung: „Unser Kind hatte kontinuierlich Körperkontakt.“ Darum geht es auch beim Bonding, was übersetzt so viel wie Bindung heißt. Laut Kinderkrankenpflegerin Désirée Ahr soll dabei das „unsichtbare Band zwischen Eltern und Kind geknüpft werden“.

Dabei sei der Haut-zu-Haut- Kontakt besonders wichtig. Darüber hinaus fördere Bonding das Stillen. Die Eltern-Plattform familie.de bezeichnet Bonding auch als „emotionalen Sekundenkleber“. „Die Babys erhalten viel Wärme und auch die Blutzuckerwerte sind stabiler“, erklärt die Stillberaterin. Sie ist sich sicher: „Die Kinder kommen besser bei uns auf der Welt an.“ Sie hat festgestellt, dass die Säuglinge ruhiger und entspannter sind.

Bei Kaiserschnittgeburten kommt das Bonding-Säckchen ebenfalls zum Einsatz. Gerade bei dieser Geburtsform sei es besonders wichtig, da Kinder mehr Stress und Anpassungsprobleme als bei normalen Geburten haben, berichtet die Baby-Expertin.

 

Das Thema Bonding begegnet Pamela und Christian Alles im St. Wendeler Marienkrankenhaus nicht zum ersten Mal. Bereits bei der Kreißsaalführung und im Geburtsvorbereitungskurs haben sie sich damit vertraut gemacht. Auch in Zukunft wollen Pamela und Christian Alles ihr Baby ganz nah bei sich haben: Später soll Lilya Marie im Wickeltuch am Körper der Eltern getragen werden. (Text SZ, Tamara Weiler)

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