Zirkus Florida zu Gast in Oberthal - Nur wenige Besucher wollten die Artisten sehen

Gemeinde Oberthal

Drei Tage war der Zirkus Florida der Familie Lauenburger zu Gast in Oberthal.

Eine eigene kleine Welt entstand dort mit einer blau-gelben Zeltstadt. Bereits in 6. Generation besteht das kleine Zirkusunternehmen. Hinter 

 

der Zirkusmanege stehen jede Menge Tiere: Kamele, Miniponys, Lamas, Hasen und Schlangen. Das bunte Programm bot alles was der Zuschauer sich von einem Zirkus wünscht. Für Nervenkitzel sorgten die Jüngsten am Trapez sowie der Feuerspucker. Spannende Tierdressuren wechselten sich mit ab mit Humor und Poesie. 

 

Tiere gehören zum Zirkus Florida zur Familie. Von Ort zu Ort ziehen. Aufbauen. Täglich trainieren. Am Wochenende dann Auftritte. Montags abbauen, dann weiterziehen, in die nächste Stadt, das nächste Dorf. Mike Lauenburger kennt diesen Rhythmus von klein auf, er ist Zirkusmensch durch und durch. Der heute 44-Jährige wurde in eine klassische Zirkusfamilie geboren, mittlerweile hat er sein eigenes kleines Unternehmen.

 

 

Zirkusse mit Tierdressuren, und ein solcher ist ,,Zirkus Florida", haben mit einem extrem schlechten Image zu kämpfen. Immer wieder kritisieren Tierschützer die Haltungsbedingungen von Zirkustieren, Protestaktionen trafen auch schon den Zirkurs selbst.

 

Die Hauptkritik vieler Tierschützer: Zirkustiere haben kaum eine Möglichkeit, sich in ihrem kleinen Gehege oder Käfig frei zu bewegen.Lauenburger verteidigt sich:,,"Bei uns gibt es große Auslaufboxen, alles wird immer wieder kontrolliert. Die Kamele sind zum Beispiel schon 22 Jahre bei uns." 

 

Dem Zirkuschef ist der Hinweis wichtig, dass es seinen Tieren gut gehe. "Einmal die Woche prüfen uns die Veterinäre, dabei haben wir bisher immer gute Noten erhalten." Die meisten Tiere seien ohnehin in Gefangenschaft geboren und überhaupt nicht in der Lage, allein zu überleben".

 

Auch wenn er davon überzeugt ist, dass sich seine Tiere wohlfühlen -  Die Tierschutzorganisationen sehen das anders.

 

Im Februar 2017 hat der Saarbrücker Stadtrat beschlossen, künftig keine kommunalen Flächen mehr an Zirkusunternehmen die Wildtiere mitführen,  zu vermieten.

 

Die Tierschutzorganisation PETA begrüßte den Entschluss und rief saarländische Städte und Gemeinden zur Nachahmung auf. Saarbrücken ist bereits das 84. Stadtparlament in Deutschland, das die Platzvergabe für Zirkusbetriebe, die Wildtiere mitführen, beschränkt oder verbietet. 

 

PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.

 

Laut einer Forsa-Umfrage vom Mai 2014, vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können. 19 europäische Länder, darunter beispielsweise Belgien, Österreich, die Niederlande und Griechenland, haben bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten. Vielleicht war das der Grund, dass der Zirkus in Oberthal so schlecht besucht war. Zumindest mal am Samstag.

 

Christoph Ternig, Oberthal
Christoph Ternig, Oberthal

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Kommentare: 1
  • #1

    Lara (Freitag, 08 Februar 2019 11:29)

    Ich mag den Zirkus so wie er ist, meistens helfe ich den Tieren zu füttern oder die Pferde zu Striegel. Und spiele mit den Kindern. ♥