Landwirt Müller aus Gronig besitzt auf seinem Pfarrkirchhof 60 Milchkühe

Gemeinde Oberthal

Landwirt Markus Müller, der seinen Hof außerhalb von Gronig in Richtung Theley bewirtschaftet, hat 60 Milchkühe in seinem Stall stehen. Dabei handelt es sich meist um die Rinderrasse ,, Holstein", eine 

 

bedeutende Milchviehrasse. Früher als die Eltern den Hof noch mitten im Ort bewirtschafteten, gab es daneben noch Schweine. Seit 2003 hält Markus nur noch Kühe. Und so eine Kuh wiegt zwischen 600 und 750 kg. Es sind Hochleistungskühe, wie sollte es auch anders sein, denn die Landwirte müssen davon leben können.

 

Letztes Jahr, erzählte Markus, lag der Milchpreis bei gerade mal um die 20 Cent pro Liter. Das riss große Löcher rein. Dieses Jahr sind es um die 30 Cent. ,,Da kommt man gerade so über die Runden, nicht mehr und nicht weniger", gibt der Landwirt zu. Alle zwei Tage kommt der Milchwagen um die Milch abzuholen.

 

Dieser bringt die Milch nach Thalfang oder Kaiserslautern zur Molkerei.

Und wenn man mal hört, was da alles dahinter steht, was wir als Konsumenten gar nicht bedenken, fragt man sich sowieso, wie kann man davon leben?

 

 

Denn so eine Kuh gibt nicht nur Milch, sie verursacht am Anfang erhebliche Kosten. Das fängt bei der Aufzucht an.  Da können pro Kuh 1700 Euro anfallen. Diese müssen mit der ersten Milch zurückverdient werden. Erst dann kann man mit der Kuh einen Gewinn erwirtschaften. Und das die Kuh auch genug Milch gibt, genügt es nicht sie auf die Weide zu stellen, sie braucht noch Kraftfutter dazu.

 

Um das zu zeigen, was so eine Kuh frisst, sie braucht nämlich ca. 50 kg am Tag, hat Markus jedes einzelne Futtermittel nebeneinander gestellt, und aufgezeigt was eine Kuh braucht. Man nennt es TMR ( Totale Mischration ) und besteht aus Grasilage, Maisilage, Rübenschnitzel, Grummet (Grasschnitt), Rapsschrot sowie Getreideshrot. ,,Kühe sind Wühler und Aussortierer", erzählt Markus. ,,Zuerst holen sie sich das feine Futter, wie Getreide, Mais und Raps, danach kommt der Rest".

 

Dazu trinkt die Kuh doppelt soviel Wasser, nämlich um die 100 Liter, im Sommer sogar 180 Liter. Das braucht sie um die Temperatur zu senken. Und das Wasser muss Trinkwasserqualität haben, Leitungswasser welches in die großen Tränken fließt. Ein weiterer Kostenpunkt.

 

Aber warum stellt man die Kühe nicht immer auf die Weide? Dass hat damit zu tun, dass bei der derzeit geforderten Milchleistung der Energiebedarf der Hochleistungskühe zu immens ist, 

um allein über natürliche Nahrung wie Gras, Heu und Stroh gedeckt werden

 

zu können. Aber für die Kühe von Markus geht es aber trotzdem in ein paar Wochen auf die Weide. Im Stall werden die Kühe auch nicht mehr angebunden, sondern können sich frei bewegen in sogenannten Laufställen und zum Liegen gibt es extra weiche Liegeboxen. 

 

,,Die Kühe sind eh lieber im Stall", sagt Markus. ,,Denn im Sommer bei 25°, wird es ihnen zu heiß und sie geraten in Stress". Hier im Stall sind Ventilatoren und Duschen für die Kühe. ,,Wichtig ist, dass die Kühe fit und gesund bleiben, sonst sinkt die Milchleistung", fügt Markus hinzu. Ab und zu gibt es auch mal Streit zwischen den Kühen, da geht es um die Rangordnung.

 

,,Die alten großen Kühe haben mehr Macht, wie die, die neu dazu gekommen sind", sagt Markus. Eine Kuh kann 15 Jahre alt werden, wenn ihr nicht vorher den Garaus gemacht wird. Denn dann muss die Milchkuh zum Schlachter und wird zu Rindfleisch verarbeitet und eine neue Kuh kommt hinzu.

 

Hier durfte jeder mal frische Kuhmilch trinken
Hier durfte jeder mal frische Kuhmilch trinken

Es gab noch viel interessantes und informatives über die Milchviehhaltung zu hören, ehe die Wanderung, die von dem Obst-und Gartenbauverein Hans-Josef Recktenwald und Björn Gebauer geführt wurde, weiter auf die Höhe zum Atzelsberg ging. Von dort hatte man einen wunderschönen Blick auf Oberthal und Gronig.

 

Bei einer kleinen Imbiss-Pause mit gegrillten Würstchen die von Marko und Alex vom Juz/Gronig ausgegeben wurden, ging es dann zum nächsten Betrieb, dem Mastbullenbetrieb von Franz-Josef Wagner. Bericht folgt.

 

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