Zu Besuch beim Mastbullenbetrieb Wagner und Baumschule Mörsdorf in Gronig

 

Gemeinde Oberthal

Knapp 500 Rinder stehen auf dem Simonshof bei Franz-Josef Wagner in Gronig. Und der freute sich riesig über den Besuch am Tag der Landwirtschaft, der vom Obst- und Gartenbauverein Gronig organisiert

 

wurde. Im Jahre 1996 wurde der Stall erbaut und nach seinem Sohn Simon benannt, der auch mit im Betrieb arbeitet. Seine Frau Marion Wagner ist Inhaberin der Fleischerei Follmann mit Partyservice in Orschholz. Dort gibt es auch die Endprodukte vom Simonshof zu kaufen. 

 

Hier in unserer Region gibt es nicht viele Mastbullenbetriebe, erzählt Franz-Josef. Ein Grund dafür nennt uns der Landwirt, dass es hier mehr Grünland als Ackerbau gibt. Und Grünland ist nicht optimal für die Ernährung der Bullen, weil dem Gras die Energie für die gewünschte Leistung des Bullen fehlt. 

 

Der Landwirt hat sich spezialisiert. Das heißt Franz-Josef kauft die Tiere in der Regel dazu. So ein Bulle kostet ca. 900 Euro, ein Holstein-Rind 400 Euro. In einem Alter von 7 - 8 Monaten halten sie Einzug auf den Simonshof, bleiben ein Jahr und werden dann zum Schlachter nach Saarburg gefahren. In der Zeit auf dem Hof werden sie gut gemästet und sollen ein Gewicht von 500 Kilogramm und mehr am Ende haben. 

 

Das Leben eines Bullen ist nur ganz kurz
Das Leben eines Bullen ist nur ganz kurz

 

,,Der Verbraucher will ein junges, mageres und zartes Rindfleisch haben, dazu muss es leicht marmoriert sein", erzählt Wagner. Darauf stellen die Landwirte sich ein. Ein Jungbulle frisst ca. 20 kg am Tag. Damit die Bullen ihr Wachstumspotential ausschöpfen und gleichzeitig gesund bleiben, berechnet der Landwirt anhand von Bedarfswerten die genaue Nährstoffmenge und den Energiegehalt für jede Altersgruppe. 

 

Gefüttert wird Mais, Schrot, Gras, Getreide, Soya und Mineralfutter. Vor vier Jahren hat Franz-Josef ein Futter-Roboter gekauft. Damit ist es möglich, den Stall automatisch auf und ab zu fahren und die Tiere ganz mit der optimalen Menge und Mischung an Futter zu versorgen. So wächst die Körpermasse von Bullen bis zu 1,5 kg pro Tag.

 

 

Verschiedene Rassen, wie Schwarzbund oder die weißen Charolais sowie andere Rassen befinden sich hier im Stall. Und dort bleiben sie auch. Denn wegen erhöhter Ausbruchgefahr ist es zu gefährlich sie auf die Weide zu lassen.

,,Die gehen durch den Zaun", sagt Wagner. Vor Jahren mussten sie immer mal wieder welche einfangen. Außerdem wachsen sie langsamer, weil sie nicht das optimale Futter bekommen.

 

Eine Weidemast  in Deutschland ist eher selten. Es gibt sie aber und ist artgerechter. Setzt aber jede Menge Arbeit voraus. Die Bullen müssen aktiv an die Menschen gewöhnt werden, dabei ist ein entspanntes Zusammenleben zwischen Mensch (Landwirt und Tier ) ohne Stress und Angst ganz wichtig und nicht zuletzt ist ein guter Weidezaun von Nöten, um vor Ausbrüchen vorzusorgen.  

 

 

Der Landwirt zeigte auch die Unterschiede auf, die bei den einzelnen Rinderrassen besteht und ging darauf ein wie sich die Bullenzucht und Rinderhaltung durch den technischen Fortschritt und Verbraucherverhalten verändert haben.

 

Mit so viel geballten neuen Wissen ging es dann zur letzten Station der Baumschule Mörsdorf. 1962 wurde der Betrieb gegründet und 1998 mit der Gartenbaugestaltung erweitert. Frank, Anne und Thea Mörsdorf präsentierten aktuelle Trends der Gartengestaltung und gaben Infos über die Pflanzenzucht. Dabei wurden viele Fragen der Teilnehmer beantwortet. Mit einem Rundgang über das Gelände und zum Abschluss mit Getränken und Brezeln, ging es dann hinunter

 

 

 

 

zum Gasthaus Andler bei Kaffee und Kuchen. Bei allen Stationen gab es viele interessierte Nachfragen und entstand eine lebhafte Diskussion, die sich auch nach den Referaten von Experten der Landwirtschaftskammer Saarland zu den Themen „Glyphosat“ und „Nitrat/Nitrit“ entwickelte. 

 

Mit den Schlussworten des Obst- und Gartenbauvereins ging ein informativer und abwechslungsreicher Tag der Umwelt und Landwirtschaft in Gronig zu Ende. Eine wirklich tolle Veranstaltung.

 

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