Zu Besuch im ,,Rawersch Haus" bei Vroni und Philipp in Gronig

Gemeinde Oberthal

Schön erhaltene oder restaurierte Bauernhäuser sind selten geworden, auch in unserer Gemeinde. 

Zusammen mit dem 1. Vorsitzenden vom Obst- und Gartenbauverein, Hans-Josef Recktenwald haben wir

 

 

spontan die Vroni und den Philipp in der Mombergstraße in Gronig besucht. Gegenüber der Donatus-Kapelle steht das schöne kernsanierte Bauernhaus aus dem Jahre 1748. Der Name stammt von dem Erbauer des Hauses, Matthias Rauber (Raver, Rawer). Das Haus wurde im südwestdeutschen Stil erbaut, welches typisch für unsere Region ist, und steht unter Denkmalschutz.

 

Stall und Scheune sind rechts ans Wohnhaus angebaut. Links vom Wohnhaus liegt das Backofenhäuschen, welches Vroni wieder in Betrieb nehmen möchte. 

Die Beiden hatten 2013 das Haus erworben. Und wie auf den Namen schon schließen lässt, ist Vroni eine waschechte Bayerin.

 

Es wäre wohl zu ,,kompliziert", genau zu erzählen wie sich die Beiden kennengelernt haben, aber eines ist sicher, Philipp stammt aus Alsweiler, Vroni aus der Nähe von Rosenheim und getroffen haben sie sich auf der Schwäbischen Alb. Wie das denn, hab ich mich gefragt. Ganz einfach:

 

 

Philipp ist Zimmerer und war zum damaligen Zeitpunkt auf der Walz (Gesellenwanderung). Und Vroni hat eine Ausbildung zur Ergotherapeutin in Günzburg gemacht. Und dann trifft man sich eben auf der schwäbischen Alb.

 

Im Jahre 2009 kam dann die Bayerin ins schöne Saarland und bekam gleich eine Stelle auf der Bosenbergklinik. Und das Vroni aus Bayern ist, das hört man immer noch, wenn sie ihr urbayerisch raushaut: ,,Mama, kannst mal die Mathilda holen, die wird wepsert". Heißt soviel, das Mathilda unruhig wird.

 

Vroni hatte sich schon immer ein Bauernhaus gewünscht, dass dieser Traum so schnell wahr geworden ist, kann sie heut manchmal noch nicht glauben. Und aus diesem Haus, sagt sie, will sie nie wieder weg. 

 

 

Als sie dann 2013 das Traumhaus erworben hatten, war es zwar einigermaßen renoviert außen wie innen, aber hinterm Haus komplett zugewuchert. Das Grundstück war kaum betretbar, Fenster waren zugewachsen, Gestrüpp und Dornen rankten mannshoch im ganzen Garten. 

 

Dafür musste im Innenbereich nur noch ein neues Bad her und gestrichen werden. Nun müssen das Backhäuschen und ein Scheunentor  noch renoviert werden. Neben dem Haus befindet sich ein wunderschöner Bauerngarten mit blauem Rittersporn, gelben Sonnenblumen, Kapuzinerkresse und Tomaten, Zwiebeln, Gurken, Fenchel und vielem mehr.

 

 

Auf den ersten Blick scheint ein Bauerngarten etwas durcheinander zu wirken, aber Vroni hat eine Erklärung dafür, denn sie hat sich intensiv damit beschäftigt: ,,Ein Wegkreuz gehört immer zu einem Bauerngarten dazu. Denn diese Unordnung an Gemüse und Stauden wird durch die Ordnung des Wegkreuzes wieder sortiert".

 

Das hat Vroni so fasziniert. Sie hat das auch gar nicht so geplant, sondern einfach im ,,Tun"  so entstehen lassen. Jeden Tag hat sie 2 Meter gebuddelt und dazu ein alkoholfreies Weizen getrunken, verriet sie. Deswegen war sie auch schon nach einem Jahr fertig. Denn ursprünglich war er auf 3 Jahren ausgelegt.

Übrigens den Zaun hat sie auch selbst her gerichtet aus dem Weidenbaum, welcher im Garten steht. 

 

Im Innenbereich gibt es noch schöne alte originale Dinge zu bestaunen. Von der Küche führt eine alte schmale Holztreppe ins Obergeschoss.  Früher war die Küche der einzigste Ort der geheizt wurde. Und sogar die Schweine sollen über den Flur durch die Küche zum Schweinestall gelaufen sein. 

 

Die Umringsmauern haben eine Stärke von einem Meter und bestehen aus Hartsteinen in blaugrauer und rotgelber Farbe. Sie stammen aus den Steinbrüchen von ,,der Kipp" und vom Momberg. 

 

Die Wände im Obergeschoss sind in Fachwerkbauweise errichtet.

 

Das Rawersch-Haus wurde von Matthias Rauber, der aus dem Steffes-Haus in Linden stammte, erbaut. Er hatte 1729 in zweiter Ehe Katharina Schneider aus der ,,Alt Geetz" in Gronig geheiratet. Den Namen, den das Haus vom Erbauer erhalten hat, hat es bis heute erhalten, obwohl schon ab der nächsten Generation nur noch Familien, die den Namen Wagner trugen, bis zum zweiten Weltkrieg das Haus bewohnten. 

 

Philipp, Hans-Josef und Vroni mit Klein-Mathilda auf dem Arm
Philipp, Hans-Josef und Vroni mit Klein-Mathilda auf dem Arm

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Kommentare: 4
  • #1

    Herbert (Samstag, 24 Juni 2017 23:09)

    Wo soll denn diese schwäbische Alp sein :-)

  • #2

    Isabelle (Samstag, 24 Juni 2017 23:55)

    Die schwäbisch Alb ist in Baden-Württemberg. (grins)

  • #3

    Bernhard@Rawer.de (Mittwoch, 07 Februar 2018 17:29)

    Hallo,
    da findet man ganz zufällig einen Namensvetter!
    Schaut doch mal. ob ihr irgendwas mit meinem Stammbaum: http://www.bernhard-rawer.de/ahnen/stammbaum-rawer.htm (Rawer-Sippe aus Neunkirchen) anfangen könnt. Würde mich freuen.
    Immerhin: Entgegen aller Erklärungsversuche meiner Vewandtschaft bin ich der Überzeugung, dass der Name von "Rauber" abstammt, zumal mein Urgroßvater und dessen Vorfahren Bergleute waren.
    Über eine Antwort würde ich mich freuen.
    Liebe Grüße aus dem Schwarzwald
    Bernhard

  • #4

    Isabelle (Montag, 12 Februar 2018 17:56)

    Hallo Bernhard, komme mit der Mail nicht durch. Deshalb schreibe ich hier. Der Vorsitzende des Geschichts- und Heimatverein Werner Rauber hat folgendes geschickt:
    Der Name Rauber kommt aus dem Bergbau und hat mit dem Rauben des Ausbaues zu tun. Lt meines Großvaters kommen die Rauber aus Südtirol - Salzbergbau-.Ein Namensvetter, Rudolf Rauber hat Unterlagen gefunden , in denen dokumentiert ist, dass es in Kärnten in Graz eine Raubergasse gibt. Die Schreibweise Rauber, Rawer, Raber, Rauwer ist erklärlich, in unserem Stammbuch habe ich auch aus lauter Nervosität Rauber ohne "u" unterschrieben. Früher wurde oft schon kräftig über den Durst getrunken bevor man zum Standesamt oder zum Pfarrer ging, um die Nachkommenschaft eintragen zulassen. Und bei den Kirchenbüchern weiß man auch nicht wie da genuschelt wurde. Hätte noch 3 Anhänge zum Schicken über den Namen. Komme aber nicht durch. Gruß Isabelle