Mit Leidenschaft am Werkeln - Hannelores Puppenhaus in Gronig

Gemeinde Oberthal

Im verborgenen entstehen meistens die schönsten Dinge. So werkelt Hannelore Wagner aus Gronig bereits seit ein paar Jahren an ihrem Puppenhaus. 

Dabei hat ihr Mann Uwe sie 

 

 

tatkräftig dabei unterstützt. Denn das Haus musste erst einmal gebaut werden, laut Bauanleitung. Und so haben die beiden fleißig Bretter, Nägel, Farben, Kleister und vieles mehr gekauft. Und fast wie im echten Leben, musste Hannelore für alle Zimmer einzeln die Parkettböden und Fließen verlegen. Es musste tapeziert und gestrichen werden. 

 

Selbst die Möbel kamen per Post in einem Bausatz an, die in einem Maßstab 1:12 geliefert wurden, in Einzelteilen zerlegt, das Holz noch völlig unbehandelt. ,,Für so einen Schrank aufzubauen, braucht man mal locker fast einen ganzen Tag", erzählt Hannelore. Denn die Einzelteile aus Holz mussten erst einmal geschmirgelt und  zusammengesetzt werden, um zu prüfen, dass auch jedes Teil exakt aufeinander passt, um es dann wieder auseinander zunehmen und endlich leimen zu können.

 

Lieblingszimmer von Hannelore: Das Kaminzimmer
Lieblingszimmer von Hannelore: Das Kaminzimmer

 

Auch jede kleinste Schublade wollte geschmirgelt, zusammengesetzt und geleimt werden. War der Schrank dann getrocknet, ging Hannelore mit einem 600er Sandpapier nochmals darüber um alle überstehenden Teile abzutragen und den restlichen überstehenden Holzleim zu entfernen. ,,Vor der nächsten Oberflächenbehandlung musste ich erst mal prüfen, ob die Schubladen wirklich gut ,,laufen", lachte sie. 

 

Denn ein Schrank ohne sich öffnenden Türen und Schubladen, geht gar nicht. Beim nächsten Schritt wurde dann der Kirschbaum-Lasurlack aufgetragen, wobei es hier wieder einiges zu beachten gab. Zuvor noch Schnittkanten und Ecken mit Klarlack versiegeln, damit der nachfolgende Lasurlack nicht zu tief in die Holzfasern eindringt und sie zu dunkel färbt.

 

 

Erst dann konnte Hannelore mit einem Flachpinsel den Lasurlack auf die vom Schmirgelstaub völlig befreiten Holzflächen sparsam und gleichmäßig auftragen. Wer jetzt glaubt, das wars, der irrt sich. Nach der Trocknung musste das gute Möbelstück mit Klarlack versiegelt werden und an Schubladen und Türen die Griffe und Knöpfe angebracht werden. 

 

,,Da brauchst du viel Geduld und Fingerspitzengefühl", erzählt Hannelore. Denn nur mit einem kleinen Tropfen Kleber werden die Griffenden mit einer Pinzette in die vorgebohrten Löcher der Frontplatten gesteckt. Und als ob das nicht genug wäre, wurden die Schubladen mit Filz ausgelegt und Messer und Gabel hineingelegt. 

 

 

Jetzt kann man sich vorstellen, was für zusätzliche Arbeit es bedeutet, ein Sofa oder ein Polsterstuhl zu fertigen. Denn da muss noch der Stoff ausgemessen und zurecht geschnitten werden. Der muss dann eben mal gerade geklebt und über das Sitzpolster gespannt werden, die Ecken abgeschnitten und eingeschlagen werden. 

 

Wer dann immer noch nicht genug hat, kann dann aus den Stoffresten kleine Rollen und Kissen nähen. Oder bei den Betten die passenden Schlafdecken nähen. Natürlich wurden auch die Bilderrahmen nicht fix und fertig geliefert. Selbst die musste Hannelore ausschneiden und aufkleben und mit dem passenden Rahmen versehen. Puh, meint so manch einer. Das tu ich mir doch nicht an. Doch für Hannelore ist es das schönste Hobby auf der Welt. 

 

 

,,Ich freue mich jedesmal darauf ein nächstes Zimmer in Angriff zu nehmen. Unterm Dach ist noch ein Zimmer frei, da soll ein Künstleratelier mit Staffelei und einem freischaffenden Maler hin", sagt sie ganz euphorisch. Und außerdem macht es einen riesen Spaß zu überlegen, in welchem Jahrhundert erstelle ich ein Zimmer, welche Möbel in welchen Farben passen hin. Was für Böden verlege ich, welche Teppiche suche ich aus, wie gestalte ich die Wand und welche Figuren stelle ich rein. ,,Wenn nur nicht das nötige Kleingeld da wäre", klagt die Künstlerin.

 

Allein eine Porzellanpuppe, wie die Oma kostet schon fast 140 Euro. Das heißt im Klartext, da stecken mindestens schon über 2000 Euro drin. Und da geht noch mehr. Vor ca. 12 Jahren angefangen, mit kleinen Unterbrechungen zwischendurch, ist Hannelore noch lange nicht fertig. Und wenn sie in Heften und Zeitschriften in die Welt der Miniaturen eintaucht, packt sie wieder die Leidenschaft: ,,Ich würde dann am liebsten wieder anfangen zu bauen und gar nicht mehr aufhören". 

 

Übrigens von alleine leuchten die Lampen und Kronleuchter auch nicht. Da war nicht etwa Hermann Schmitt von ,,Mehr Licht", am Werk, nein das hat ihr Mann Uwe installiert und angeschlossen. Denn das gibt dem Puppenhaus die behagliche Wärme und sorgt für Besinnlichkeit und Ruhe. Mit einer Größe von fast 2 Meter, steht das stattliche Puppenhaus im Flur und ist ein echter Hingucker. 

 

Frank Dewes, Oberthal
Frank Dewes, Oberthal

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Kommentare: 2
  • #1

    Christa Haupenthal (Montag, 12 Februar 2018 14:05)

    Ja, das Puppenhaus ist wirklich wunderschön, und ich bewundere die Beiden, Hannelore und Uwe, um Ihre Geschicklichkeit und Geduld! Tolles Hobby �

  • #2

    elisabeth (Montag, 12 Februar 2018 20:26)

    wunderschön. hannelore