Ein Treffen der Giganten - SF Güdesweiler vs SG Gronig/Oberthal 0:3

Gemeinde Oberthal

Wohlgemerkt, es handelt sich bei diesem Treffen nur um die Alten Herren, dieser eigenwilligen Kategorie, die aber trotzdem nur aus Giganten besteht. Und gerade deshalb hat unser Kommentator Alexander Sandmann, der selbst

 

als lebende Wanderdüne mitten im Spiel unterwegs war, die alten Herren unter die Lupe genommen. Und natürlich ging es nicht nur um die ,,Owwerdähler, Gronischer und Gilleswilla, von außerhalb der Grenzen kommend, durfte auch Neunkirchen/Nahe/Selbach mitspielen: Das ganze stand im Rahmen der 90-jährigen Feier der SFG:

 

Es war ein Treffen der Giganten und kaum ein Hollywood Regisseur hätte den Abend besser inszenieren können. Es war ein Abend der selbst einen toten Winkel zum Leben erweckt hätte, so als kaufe man eine Tüte Semmelbrösel um das Puzzle darin zu lösen oder man (Frau diesmal nicht) aus dem Wasserhahn auf Ex trinken würde. Wenn einem also so viel Gutes widerfährt, dann sind die Asbach-Uralten auch mal Gold wert. Am Freitagabend, beim SFG-AH-CUP war es wieder soweit.

 

»Wir werden unsere Gegner nicht unterschätzen, auch wenn sie besser sind als wir jetzt noch denken«, so unserer Schwanentrainer Christian Swanny bei seiner Kabinenansprache, als bekannt wurde, dass wir diverse Spieler an unseren Gegner abgeben mussten. Gleich vier Titanen erklärten sich bereit das Trikot der SG Neunkirchen/Nahe-Selbach überzustreifen. Später dann noch verließ uns ein weiterer, um noch einmal mit den alten Kameraden zu kicken.

 

Der ganze Kader, Bild: Isabelle Möller, bearbeitet: Alexander Scheid
Der ganze Kader, Bild: Isabelle Möller, bearbeitet: Alexander Scheid

 

Aus taktischen Gründen mussten wir sie aus der Kabine komplimentieren, da wir mit völlig neuartigen, gar vorrevolutionären Taktiken, die Einen regelrecht überrollen und die Anderen regelgerecht einmauern wollten. Heute waren alle gefragt und jeder gab so seine Antwort darauf. Wenn wir hinten flach spielen, könnten wir vorne hoch gewinnen, es sei denn, die sind mit allen Abwassern gewaschen. Wir wollen aber alle keine Denkmäler sein, denn darauf scheissen nur die Tauben.

Noch einmal ergriff unser Schwanentrainer das Wort! Griff tief in die Trickkiste, um uns zu schütteln wie einen Wodka-Martini: »Also auf zu grimmigen Taten, zu Feuer und Schlachten! Speer wird zerschellen, Schild zersplittern. Ein Schwert-Tag, ein Blut-Tag, noch ehe die Sonne steigt! Passt! Passt quer, passt lang, passt korrekt! Passt zur Vernichtung und zum Ende der Welt! Tor! Tor! Um Tor!« Leider hielt sein Aufruf nur ein Spiel an, dann hatte irgendjemand die glorreiche Idee den ersten Kasten Hopfenkaltgetränke zu bestellen und weg war die Herrlichkeit.

 

Wir hatten immer schon gute und immer wieder mal schlechte Spiele, waren aber immer konstant in unseren Leistungen. Das galt im besonderen für jene Akteure, die wir an NK ausleihen mussten. Nennen wir sie einfach alle man Janus, wie jenen römischen Kriegsgott mit den zwei Gesichtern und der Tigerente. Denn exakt so trumpften sie auf. Welch eine Leistungsexplosion! Welche eine Grazie. Vielleicht sollten wir sie an andere Clubs verkaufen um sie dann wieder temporär auszuleihen.

 

 

Da unsere Redaktion stets bemüht und wenig kompetent genug ist, kurz und unsachlich, präzise und desinformativ, stets unter der Augenhöhle des Geschehens und selbstverständlich nie oberhalb der Gürtellinie zu berichten vermag, unfähig war das gesamte Geschehen an diesem glorreichen Abend in weniger als 9.000 Worte zu fassen, führten wir diverse Interviews mit den Helden des Abends.

 

Die Brasilianer könnten nicht besser spielen: Sambatanz der Giganten

 

Hier eine kleine Zusammenfassung:

Hanfred Kaiser
... war wie die Katze auf dem heißen Blechdach:
»Es ist egal, ob man bei der SFG spielt oder sonst wo im Ausland, ich persönlich habe zwei Jahrzehnte in Namborn, sechs Jahre in Güdesweiler und jetzt 70 Minuten für Neunkirchen gespielt, meist ohne Tal und Fehdel, aber man bot mir ein Drittel mehr Geld, was mir aber zu wenig war, ich wollte ein Viertel, aber man muss jetzt nicht immer das Salz in der Suppe suchen.«

Tobias Federkeil
... lief wie Forrest Gump:
»Meine Achillesferse war heut meine rechte Schulter, aber ich bin ja Optimist, sogar mein Blutgruppe ist positiv, aber gegen Güdesweiler gab es heute nur eine Möglichkeit. Sieg, Niederlage oder Unentschieden!«

Wer so lacht beim spielen, der hat noch Lust auf Mehr: Aribert Laub

 

Aribert Laub
... mimte den großen Blonden mit den schwarzen Schuhen:
»Ich habe in diesem Jahr 15 Monate durchgespielt und ich spiele stets am besten, wenn der Gegner nicht da ist, aber heut hab ich zu den Jungs gesagt, wenn wir schon nicht gewinnen, dann treten wir ihnen aber wenigstens den Rasen kaputt, aber auch da sind wir an ein Limit gekommen, wo im Moment nix drüber geht.«

Klaus Bouillon
... was sometimes the Fast and then the Furious:
»I am the Oberthaler record-player and my trainer ist a assvioline, but this game was not a wish concert, we stand like the Berliner Wall before our door and we had today a little bit more lucky.«

 

Elmar Kelkel
... wurde zum ultimative Nachfolger von Präsident's Evil:
»Man muss nicht immer die absolute Mehrheit hinter sich haben, manchmal genügen schon 51 Prozent, aber in der Schlussphase war der Pfosten der Einzige auf den wir uns zu hundert Prozent verlassen konnten.«

 

Kelkes Elmar: Bereits vom ersten Spiel gezeichnet, hängend neben der Mülltonne......

 

Peter Jakobs
... fühlte sich wie Alice im Wunderland:
»Ich habe heute fair gefoult und nicht getreten und vor dem Spiel habe ich zu David gesagt, wir werden nur Foul spielen, wenn es wirklich unnötig ist, aber ich muss weiter an meinem rechten Fuß feilen. Im Übrigen habe ich den Bosch ja nur leicht retuschiert.«

 

Christian »The Swanny« Schwan
... war der, der mit dem Wolf tanzt:
»Die Oberthaler sind ja alle technisch sehr serviert und die Neunkirchener sind keine Brasilianer, das hat man ja gesehen, aber wir werden immer mit Risiko spielen, schließlich haben alle was davon, wir, die Zuschauer und der Gegner.«

 

Owwerdähler Dachdecker Peter Jakobs. Er selbst sagt, Dackdecker krien kä Krampe.

 

Andreas Klein
... spielte wie das Ding aus einer andren Welt:
»Ich hoffe, dass dieses Spiel nicht mein einziges Debüt bleibt, aber das war nicht der Grund der Ursache, sondern der Auslöser. Wir haben heut sehr viel Arbeit in diese Niederlage gesteckt und würden wir jede Woche so spielen, wären unsere Leistungen nicht so schwankend, aber bei so einem Spiel muss man die Hosen runterlassen und sein wahres Gesicht zeigen.«

Domi und Manu Werle
... triumphierten als der Harte und der Zarte:
»Mein Bruder und ich sind ja ein gutes Trio, ähm, ich meine Quartett, Manu tanzt immer, ich grätsche, das ist der Unterschied zwischen der Schönen und dem Biest.«

Oliver Hofmann
... bleibt auf ewig der letzte Jedi in Saar Wars:
»Als ich den ersten öffnenden Pass gespielt haben, hätten wir 58 cm Raumgewinn und wenn das keine Chance war, dann war das zumindest eine Möglichkeit. Aber die Realität ist in Wirklichkeit nur ein Illusion.«

 

Bernd Okko Rausch
... glaubte ihn knutscht ein Elch:
»Ich halte nichts von Sex vor dem Spiel, vor allem wenn ich mir mit Arie das Zimmer teilen muss. Heute habe ich mal nicht auf der falschen Seite gelocht, denn heute hat die Potenz gestimmt.«

 

 

Christian Keller
... war der Neue von Uhlenbusch:
»Der Trainer hatte nach den ganzen Ausfällen im Angriff nur noch die Wahl zwischen mir und dem Busfahrer. Da der Busfahrer seine Schuhe nicht dabei hatte, habe ich gespielt, aber sowas kann man nicht trainieren, nur üben.«

Michael von Ehr
... brillierte am Tag der toten Ente:
»Erst mal grüße ich meinen Vater und meine Mutter und ganz besonders meine Eltern. Heute hat eigentlich alles gestimmt: Das Wetter war gut, die Stimmung war gut, der Platz war gut - nur wir waren schlecht.«

Christian Jansen
... über seine unglaubliche Leichtigkeit des Seins:
»Wir hatten zuletzt drei Heimspiele zu Hause verloren und bis auf die 12 Karten war das fast ein Freundschaftsspiel. Wir sind heute hierher gefahren und haben gesagt: Okay, wenn wir verlieren, fahren wir wieder nach Hause.«

 

Hugo, Florian & Tobias Frei
... für sie war Freiday und sie waren in Love:
»Ich habe zu meinen Jungs gesagt, jetzt müssen wir die Köpfe hochkrempeln, die Ärmel natürlich auch, aber viele sehen es halt immer negativ, wenn wir gut gespielt haben, dabei haben wir nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt.«

 

 

Klaus »Le Cousin« Scheid
... fühlte sich wie Unter Geiern: 
»Das ist eine Deprimierung. Das Chancenplus war ausgeglichen. Für mich war es noch nie ein Problem, aus zwanzig Metern über die Latte zu schießen, dann kam aber das Elfmeterschießen! Wir hatten alle die Hosen ziemlich voll, aber bei mir lief's recht flüssig.«

 

Alexander Scheid
... war stets down auf dem Wüstenplanet:
»In der Regel kann ich sehr wohl 50-Meter-Pässe spielen, meist aber nur 5 Meter weit, dafür aber 44 Meter hoch, wenn man aber ein 0:2 kassiert ist ein 1:1 nicht mehr möglich, das habe ich auch so kompliziert. Selbstverständlich war ich schon nach dem Anpfiff platt, aber die Sanitären haben mir sofort eine Invasion gelegt.«

 

Wanderdüne und genialer Schreiberling: Alexander Scheid alias Sandmann

 

Lars Behlau

... liebäugelt mit Titel, Thesen, Temperamente:
»Die schönsten Tore sind diejenigen, bei denen der Ball schön flach oben rein geht, aber jetzt mache ich erstmal Urlaub im Süden, Kanada wäre schön. Wahrscheinlich werde ich dann wechseln, der FC Tirol hat schon eine Obduktion auf mich.«

Kurt Nofts
... machte es wie der 100-jährige der aus dem Fenster stieg:
über seinen 13 Sekundeneinsatz an der Theke:
»Für mich war es wichtig zu sehen, dass ich konditionell mithalten kann. Aktuell bin körperlich und physisch topfit, denn zuletzt hatte ich eine Oberschenkelzerrung im linken Fuß.«

 

Zwei Urgesteine und Kenner der Oberthal-Gronig und Güdesweiler Fußballszene:  Kurt Nofts und Rudi Will. 

 

Thomas Dammberger
... hörte auf seine Frau, ihre Schwiegermutter und sich:
War zwar nicht dabei, wollte aber auch mal erwähnt werden. »Ich hatte noch nie Streit mit meiner Frau. Bis auf das eine Mal, als sie mit auf´s Hochzeitsfoto wollte, deshalb fahren wir jetzt nach Mailand oder Madrid, das ist mir aber egal. Hauptsache Italien!«

Die kompletten Kader und Teams:
SFG: Christoph Jung | Tobias Frei | Florian Frei | Hugo Frei | David Getrey | Peter Jakobs | Manuel Werle | Dominik Werle | Elmar Kelkel | Alexander Scheid | Klaus Scheid | Oliver Hofmann | Meike Jung | Bastian Schumann

SG NK: Hanfred Kaiser | Michael von Ehr | Christoph Ternig | Andreas Klein | Benjamin König | Marian Rech | Frank Hannebauer | Jörg Weigler | Jörg Becker | Carsten Zöhler | Torsten Ludwig | Markus Schaadt | Mario Haupenthal

 

SG OG: Andreas Paul | Aribert Laub | Tobias Federkeil | Dietmar Korn | Lars Behlau | Klaus Bouillon | Christian Keller | Bernd Rausch | Daniel Busch | Uwe Kuckel | Christian Jansen

 

 

 

SFG : SG Neunkirchen/Nahe-Selbach 3:2
1:0 Tobias Frei | 1:1 & 2:2 Benjamin König
2:1 Elmar Kelkel | 3:2 Alexander Scheid

SG Gronig/Oberthal : SG Neunkirchen/Nahe-Selbach 3:2
1:0 & 2:0 Christian Keller | 2:1 Benjamin König
3:1 Lars Behlau | 3:2 Marvin Rech

SG Gronig/Oberthal : SFG 3:0
1:0 Uwe Kuckel | 2:0 Klaus Bouillon | 3:0 Christian Keller

Bilder: Isabelle Möller, Text: Alex Scheid


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