Mord, Liebe und Intrigen - Britta Dräger aus Gronig präsentiert ihr erstes Buch

Gemeinde Oberthal

,,Die Auflösung aller Grenzen" - So heißt der Thriller von Britta Dräger (geb. Therre) der kürzlich erschienen ist. Dies ist ihr erstes Buch und dafür hat sie sich auch genug Zeit gelassen. 

So ist in fast eineinhalb Jahren ein 413 Seiten starkes spannendes Buch entstanden. Die 34-jährige Gronigerin,

 

die inzwischen in St.Wendel lebt, hat Erziehungswissenschaft mit Studienschwerpunkt Sozialpädagogik studiert und einige Jahre in der Psychiatrie gearbeitet. Zuletzt war sie in der Erwachsenenbildung tätig. Bücher und alles, was damit zu tun hat sind seit je her ihre große Leidenschaft. Das Schreiben begleitet sie bereits seit Jahren. "Die Auflösung aller Grenzen" ist ihr Debüt und Auftakt der Reihe um die Strafverteidigerin Christina Kallenborn. Die Autorin liebt spannende Geschichten, gewürzt mit einem kleinen aber feinen love interest. 

 

Hier könnt ihr in einem Interview mehr über das Buch und die Autorin erfahren:

 

Wie kam es zu der Idee ein Buch zu schreiben?

Ich habe schon immer sehr viel und gerne gelesen. Die Liebe zu Büchern und guten Geschichten habe ich von meinem Vater und meinem Bruder Marc. Mein Bruder hat mir vorgelesen, als ich mit den Buchstaben noch nicht so viel anfangen konnte.

 

Das erste Buch, das ich im Alter von sechs Jahren selbst und ganz gelesen habe, war ein Märchenbuch, dicht gefolgt von den Lausbubengeschichten von Michel aus Lönneberga. Später haben mein Bruder und ich uns gegenseitig laut vorgelesen, immer ein Kapitel abwechselnd. So haben wir uns zum Beispiel durch Michael Endes „Unendliche Geschichte“ gearbeitet. Mein Bruder schnell und flüssig, ich noch nach den Worten suchend.

 

Naja, wenn man viel liest, bekommt man zwangsläufig auch Bücher in die Hand, die einen jetzt nicht so vom Hocker reißen. Und eines Tages, ich glaube es war Ende 2016, hatte ich was in der Hand, bei dem ich nach den ersten zehn Seiten dachte: „Mein Gott, das kannst du bestimmt besser.“ Dann hat es aber trotzdem noch bis Januar 2017 gedauert, bis ich mich getraut habe, herauszufinden, ob ich es tatsächlich kann. 

 

Von was handelt das Buch?

Es geht um die frischgebackene Strafverteidigerin Christina Kallenborn, deren Freude über die Gründung ihrer eigenen Kanzlei schnell getrübt wird, als ihr erster Mandant vor der Tür steht. Ein undurchsichtiger Typ namens Christo de Luca, der sagt, jemand wolle ihm einen Mord in die Schuhe schieben. Kurz zuvor ist in der Nordstadt von Rubeck die bestialisch zugerichtete Leiche des Immobilienmagnaten Michail Iwanow in einem ausgebrannten Autowrack gefunden worden. De Luca hat allen Grund, sich Iwanows Tod zu wünschen, und noch dazu kein Alibi.

 

Christina beginnt Nachforschungen anzustellen und gerät schnell in die Schusslinie. Jemand bricht in die Kanzlei ein, bedroht sie und ihr Team und schließlich wird ihr Mandant verschleppt und fast zu Tode geprügelt. Ihre weiteren Ermittlungen führen sie immer tiefer in ein korruptes Justiz- und Rechtssystem, bis sich schließlich alles in einem spektakulären Prozess aufzulösen scheint. Allerdings hat niemand damit gerechnet, wie tief der Richter in die Sache involviert ist und wozu er fähig ist...

 

 

Hattest du früher schon geschrieben und dein Talent dafür erkannt?

In der fünften Klasse habe ich eine Kurzgeschichte geschrieben. Obwohl es eine Kurzgeschichte war, hat es ziemlich lange gedauert, weil ich so oft wieder die Handlung und Personen verändert habe. Ich glaube mich zu erinnern, dass es um einen Jungen ging, der entführt worden war.

 

Es kamen noch ein paar weitere Kurzgeschichten hinzu, aber ich bin irgendwie nie zum Ende gekommen. Später in der Schul-, Studien- und Berufszeit hat dann einfach die Zeit gefehlt, auch wenn das Lesen mich in jeder Lebensphase begleitet hat. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal ins Bett gegangen bin, ohne vorher nicht mindestens noch ein paar Seiten gelesen zu haben. 

 

 Wie lange hast du für das Buch gebraucht? 

Insgesamt von Januar 2017 bis etwa April 2018, also fast eineinhalb Jahre. Wobei ich dazu sagen muss, dass da auch Zeiträume dazwischen waren, in denen nichts passiert ist. Zumindest nicht aktiv. Ich habe in der Zeit gelernt, dass die erste Version einer Geschichte mindestens ein paar Wochen lang in der Schreibtischschublade liegen sollte, bis man sich an die Überarbeitung macht.

 

Und, dass es in der Regel nicht nur eine Überarbeitung braucht. Um die reine Geschichte niederzuschreiben, also die erste Rohfassung, habe ich schätzungsweise zwei bis drei Monate gebraucht. Ich arbeite ja auch noch in einem „richtigen“ Job.  Deshalb dauert alles ein bisschen länger.

 

 

 

Wie kam es zu den Protagonisten? Sind das Phantasiefiguren? Wie kamst du auf die Schauplätze, die Orte die du gewählt hast. 

 

Figuren, Handlung und die meisten Orte sind allesamt fiktiv. Tatsächlich war es so, dass ich zuerst die Figuren im Kopf hatte und sich dann erst die Handlung nach und nach entwickelt hat. An das Schreiben an sich bin ich mit der etwas naiven und vielleicht auch zu selbstsicheren Vorstellung herangegangen, ich könnte es handhaben wie Stephen King, der mit einer groben, bloßen Idee im Kopf einfach drauf los schreibt und sich die Geschichte und Figuren quasi beim Schreiben entwickeln lässt.

 

Nach den ersten dreißig Seiten habe ich gemerkt, dass ich mich verzettelt habe. Ich hatte keine Ahnung, wie die Geschichte weitergehen und wo sie überhaupt hinführen sollte. Dann habe ich erst mal einen Plot entworfen, eine grobe Skizze für die einzelnen Szenen und (ganz wichtig) jeweils eine Biografie für die Figuren. Und dann habe ich eben nochmal von vorne angefangen.

 

Spielt in deinem Buch eine gewisse Realität mit? Auch in Bezug auf Personen?

 

Die ganze Geschichte sowie die Personen sind fiktiv. Zuletzt habe ich mich auch für einen fiktiven Schauplatz entschieden. Im Fall von „Die Auflösung aller Grenzen“ hatte ich von Anfang an eine Großstadt vor Augen. Ich bin der Meinung, dass man gut mit den Dingen vertraut sein sollte, über die man schreibt, und als Saarländerin ist die Schauplatzauswahl somit überschaubar.

 

Ich wollte mich nicht auf Saarbrücken festlegen, da es mir zu eng war, mich an die geographischen und baulichen Gegebenheiten halten zu müssen. Mit anderen Großstädten bin ich nicht so vertraut, dass ich behaupten könnte, sie wie meine Westentasche zu kennen und meine Figuren darin selbstverständlich und authentisch agieren lassen zu können.

 

Und so ist dann Rubeck entstanden, das in der ersten Version des Buches noch einen anderen Namen hatte. Wahrscheinlich lassen sich in Rubeck Plätze finden, die  an real existierende Orte erinnern. Aber in der Gesamtheit ist Rubeck fiktiv. Die Stadt ist laut, heiß, schmutzig und schön.

 

Auf der Website ( www.Britta-Draeger.de ) lassen sich noch mehr Informationen über die Stadt finden. In Kürze werde ich auch die Skizze meines Stadtplanes dort veröffentlichen.

 

Ich denke, das gleiche gilt für die Figuren. Sie sind zwar allesamt fiktiv, aber natürlich spielen eigene Erlebnisse, Erfahrungen, Bekanntschaften… ach, alles Mögliche mit rein. Unmöglich zu sagen, wo die Ideen herkommen. Manchmal machen die Figuren sich einfach selbstständig und machen etwas ganz anderes, als das, was in ihrem Plan steht.

 

Hast du das Manuskript an Buchverlage eingeschickt? 

 

Ich habe mich entschieden, „Die Auflösung aller Grenzen“ als Selfpublisher über Amazons Kindle direct publishing zu veröffentlichen. Man bewirbt sich heute in der Regel nicht mehr direkt bei einem Verlag, sondern wird meistens über eine Literaturagentur vermittelt. Nun ist die Suche nach einem guten Agenten bzw. einer seriösen Agentur genauso schwer, wie früher die nach einem Verlag.

 

Die Regel bei den meisten ist, wenn man nach acht bis zwölf Wochen keine Antwort hat, haben sie kein Interesse. Da ich nun aber ein eher ungeduldiger Mensch bin, wollte ich nicht auf die Verlagswelt warten und habe auf das endlose Bewerberverfahren verzichtet (obwohl es ja heißt, Harry Potter habe zwanzig Ablehnungen bekommen, bevor sich jemand des Manuskripts angenommen hat).

 

Ohne Verlag muss man sich um Marketing und Verkauf selbst kümmern und ist auf gute Rezensionen angewiesen. Also an alle die meinen Erstling lesen: Schreibt unbedingt eine Rückmeldung bei Amazon und sagt es weiter, wenn euch die Geschichte gefallen hat.

 

Natürlich wäre es toll, wenn es das Buch auch im Buchhandel geben würde. Darum werde ich mich voraussichtlich im Herbst kümmern, wenn der Amazon Storyteller Award vorbei ist, an dem „Die Auflösung aller Grenzen“ teilnehmen wird.

 

Wird es vielleicht eine Fortsetzung geben?

 

Band zwei ist in der ersten Version bereits fertig und geht jetzt in den Sommerferien ins Lektorat. Mehr wird noch nicht verraten…

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Christa Haupenthal (Samstag, 21 Juli 2018 21:02)

    Herzlichen Glückwunsch, viel Erfolg und vor allem weiterhin große Freude beim Schreiben �