Wem es die Kerb? - Seniorennachmittag auf dem Kirmesplatz

Gemeinde Oberthal

Zum zweiten Mal veranstaltete der Ortsrat aus Güdesweiler für seine Senioren am letzten Tag der Kirmes einen ganz besonderen Nachmittag. Am Dienstag war es wieder soweit. Ausgerechnet 

 

am wohl heißesten Tag des Jahres traf man sich im Festzelt auf dem Kirmesplatz für leckeren Kuchen und Kaffee. Man sollte meinen, dass der ein oder andere dem Treiben, aufgrund der Bullenhitze, fern geblieben wäre.

Aber so ticken die Gombacher nicht. Viele saarländische Sprüche zeigen an solchen Tagen immer wieder ihren Wahrheitsgehalt. »Om 12 werd gess« oder »Feschde gen gefeiert wie se falle«. Pünktlich um 15 Uhr begrüßte sodann unser Ortsvorsteher Timo Backes, gemeinsam mit seinen Mitgliedern im Ortsrat, die Gäste. Mehr als 80 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung.
Im Anschluss begrüßte auch unser Bürgermeister Stephan Rausch die Gäste und bedauerte zudem, dass er den traditionellen Frühschoppen am Tag zuvor leider verpasst hat. Die Pflicht des Amtes verhinderte seine Teilnahme, jedoch lobte er noch den Einsatz der Gemeindefeuerwehren vom Wochenende, die die Gidesweller Kerb vor einer wild gewordenen Thuyahecke rettete. 
Bild: Timo Backes
Bild: Timo Backes

 

Für Unterhaltung war gesorgt

Nachdem man sich gemeinschaftlich gestärkt hatte startete das Unterhaltungsprogramm mit den Kids von »Dani's Mini-Dancers«. Rund zehn Mädels und zwei Jungs führten vor, wie akrobatisch es mittlerweile auf dem Parkett zugeht. Angeführt von ihrer Trainerin Daniela Cancemi wurde glanzvoll aufgezeigt, dass das Tanzbein schwingen, heut allein nicht mehr genügt. So mancher Senior wird sich gedacht haben, wie gut dass wir früher noch Walzer tanzen durften, dennoch war die Begeisterung riesig. Schlussendlich waren auch einige Ortsratsmitglieder gefordert und mussten bei der Zugabe auf die Bühne.
Und wieder ging der Ortsvorsteher voran, glänzte mit rhythmischen Bewegungen und schwofte hingebungsvoll im Sound der Neuzeit. Dabei hatte er schon einige Tage Kerb in den Knochen. Aber so ist es nun mal, wenn man der erste Bürger seines Ortes ist. Allzeit bereit und immer voran. Und so blieb auch keine Zeit zum Ausruhen. Denn dann war Bingo! angesagt.
Für all diejenigen, die das Spiel noch nicht kennen sollten, es handelt sich dabei um eine Art Lotterie, die sich vor allem im Vereinigten Königreich enormer Beliebtheit erfreut. Man sagt sogar, dass die Queen höchstselbst, ihre Nachmittage damit verbringt. Ob die anderen dabei auch mal gewinnen dürfen ist leider nicht überliefert.
Alexander Scheid und Alexander Maurer wurden auserkoren, das Zahlenspiel zu starten. Die Aufgaben waren schnell verteilt. Der eine moderiert und der andere dreht am Rad. Wobei es auch schon mal vorkommen kann, dass der eine beides macht und Alexander Maurer nur das Rad dreht. Drei Preise in Form von Gutscheinen gab es zu gewinnen und am Ende war Günther Braun der Glückliche, der am lautesten Bingo! rufen durfte. Er war der erste, der alle 15 Zahlen auf seinem Gewinnschein stehen hatte.
Der Höhepunkt war jedoch der Auftritt des Projektchors des einstigen Männergesangsverein »Cäcilia« Güdesweiler. Warum Projektchor mag sich nun einer fragen? Offiziell gibt es den Männerchor ja leider nicht mehr, wie - fast - überall fehlt einfach der Nachwuchs. Trotzdem lässt eine unerschrockene Schar von Sängern die Tradition nicht einfach sterben. Kurzerhand wurden in den Wochen vor der Kerb noch zwei Proben angesetzt.

 

Der erste Auftritt war naturgemäß auf dem Frühschoppen am Tag zuvor (Saar-Heimat berichtete) quasi als Generalprobe für den Seniorentag. Wer beide Tage aufmerksam verfolgte, konnte jedoch eine gewisse Fluktuation nicht übersehen. Vor allem einige ehemalige und allesamt noch jüngere Sänger konnten am Frühschoppen noch teilnehmen, dabei auch einige Straußbuben, was jedoch - verständlicherweise - am nächsten Tag nicht mehr möglich war. Eins vorweg, der Stimmbruch war nicht schuld.

Bilder: Birgit Bauer

 

Beerdigung der Kerb
Damit aber nicht genug. Mag auch das Programm mit dem Schlussakkord des Gesangsverein offiziell beendet gewesen sein, so harrten die Gäste noch munter aus, um der Beerdigung des »Kerwehannes« beizuwohnen. Und wie es sich gehört für eine gute Beerdigung gibt's auf dem Ims noch Kranzkuchen. Zuvor jedoch bettet das verbliebene Heer der Hämmel noch diverse Litaneien, um ihrer Trauer über das Ende der Kerb Ausdruck zu verleihen.
Übrigens, dieses Jahr gab es eine Urnenbeisetzung des Hannes und die Asche wurde über den Kerweplatz verstreut. Verbrennen war nicht drin, wegen der akuten Brandgefahr, die Hüte der Hämmel hat man in einer Tonne verbrannt.

 

Als jedoch am Schluss der Hämmelprediger noch einmal in die Runde fragte, wem die Kerb denn nun wirklich gehöre, schallte es aus dem Festzelt heraus: »Natürlich Uss!!!, den Senioren von der Gombach!«
Text: Alex Scheid

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