Wie Güdesweiler zu seinem Namen kam

Gemeinde Oberthal

Eine Legende besagt aus dem 6. Jahrhundert, wie es zu dem Namen des Ortes Güdesweiler kam.

Darin heißt es, das im Jahr 590 die irischen Missionare 

 

Columbian und Gallus in das Königreich Burgund einzogen. Sie entfalteten hier ihre Tätigkeit im Dienste Gottes und gründeten vor allen Dingen in den Vogesen einige Klöster. Doch bald wurden sie von dort mit ihren Gesinnungsgenossen vertrieben und zerstreuten sich so über die umliegenden Gegenden.

 

Unter den verfolgten Gottesdienern befanden sich auch die Eremiten Guido, Immo und Grimmo. Sie kamen bis zum Leistberghang, wo sie in den schützenden Wäldern einen guten Unterschlupf fanden. In der Nähe des heutigen ,,Guten Brunnen" wurde alsbald eine Klause mit Kapelle errichtet. Es wurden Gärten und Felder angelegt, um bei bescheidenen Ansprüchen ihr Leben zu fristen. 

 

Später trennten sich die Glaubensboten. Während Immo, an den heute noch der Ortsteil Immweiler in Oberthal erinnert,  ebenfalls eine Einsiedelei errichtete, zog Grimmo an den Quell des Wadrill. Und Guido, dessen Namen der Sage nach heute in dem Ortsnamen erhalten ist, blieb am Leistberg, half den Anwohnern bei der Arbeit und errichtete sogar eine Mühle, die mit Wasserkraft betrieben wurde. Im hohen Alter starb er im Benediktinerkloster zu Tholey.

 

Der Name Guido stammt aus dem Französischen und bedeutet soviel wie Wegweiser, Führer oder Begleiter. Das germanische Wort heißt Wido, der im Wald wohnende. Der Ortsname hat im Laufe des Jahrhunderts eine Vielzahl von Änderungen durchgemacht. So findet es sich in alten Akten und Dokumenten als folgende Namen:

 

Guido-Weyler, Gundesweiler, Gindesweiler, Guttesweiler, Gundes-Villre, Gütesweiler, Giedesweiler, Guidesweiler ( von 1887 - 1916 ). Am 14. Juli 1916 faßte der damalige Gemeinderat den Beschluß, den Ortsnamen Guidesweiler, dem etwas Französisches anhaftete in den bis heute bestehenden Namen Güdesweiler umzubenennen.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Schdani (Freitag, 24 August 2018 20:49)

    Das kann sich sehr wohl alles so ereignet haben. Es macht durchaus Sinn. Es könnte sein, daß diese 3 Eremiten die "Alte Trierer Straße" benutzt hatten und so ins obere Blies- und Gombachtal gekommen sind. Es war ja auch dieselbe Zeit, in der der hl. Wendalin seine Tätigkeit als christlicher Glaubensbote in unserer Heimat entfaltet hatte. Womöglich hatten sie sich gekannt. Ich halte es für denkbar, daß der Gute Brunnen schon den Soldaten und Reisenden der Römerzeit sein frisches und heilendes Wasser gespendet hat. Er befindet sich ja unweit des ehemaligen Römerweges.

    Andererseits ist es nicht ausgeschlossen, daß diese Geschichte im Nachhinein ein Stück weit erfunden wurde, um handfeste Herrschaftsansprüche des Klosters Tholey selber oder bspw. des Bistums Trier, weit in die Vergangenheit rückdatierend, zu markieren. Man konnte damit sagen und "beweisen": "ja, wir sind doch dort schon länger Besitzer/Eigentümer und zwar schon mindestens seit dem 7. Jahrhundert. Die feste Verbindung oder ein Lehensverhältnis zwischen Guido-(villa) und "uns" reicht doch schon so lange zurück..." Wer kann da noch etwas dagegen argumentieren? So etwas kam schon mal vor zur Klärung von Besitzverhältnissen. Diesbezüglich würde die Angabe über den zeitlichen Tod von Guido im Benediktinerkloster zu Tholey nicht dagegensprechen.

    Ein wenig auffallend ist die Tatsache, daß die 3 Eremiten zwar keltisch-irischer Abstammung sein sollen, aber dennoch fränkisch-germanische Namen tragen. Vielleicht waren sie von den irischen Wandermissionaren getauft worden.

  • #2

    Thekenhistoriker (Samstag, 25 August 2018 10:05)

    Aber das eigentlich erstaunliche daran ist, dass die drei Männer zuerst den wunderschönen Güdesweiler Bann entdeckten. Kein Wunder, wer einmal beim Flare zum Schnitzelessen war, der will hier nicht weg. Zudem stieg damals schon das touristische Angebot, bspw. mit der Herberge an der Jungfrauhöhle, auch infrastrukturelle Maßnahmen, wie der Ausbau der Alten Trierer Straße machte den Jungs das Leben einfacher.

    Aber eines Tages, an einem lauen Sommerabend, man spielte Skat auf der Deiwelskanzel, war Immo nicht mehr zu halten. Auch er wollte ein Dorf gründen, ein größeres noch dazu. Zusammen mit Grimmo machten sich sich auf und wanderten durch den Bruch um schließlich, in einer tiefen Wildnis angekommen, zu erkennen, dass es nie wieder schöner sein würde, als in jenen Tagen, wo sie das reine Leistberger Quellwasser mit Hopfen und Malz zu leben erweckten.

    Einzig allein ihre Dickköpfigkeit hinderte sie daran zu Guido zurückzukehren. So standen sie dann da, blickten ins Land und bereuten. Immo zog es zum PeMö, aber er vermisste die Schnitzel vom Flare. Als er dann noch beim kramen in den Taschen diversen Rötel fand wurde er krähmig. So blieb er an diesem Ort, jedoch Zeit seines Lebens blickte er voller Sehnsucht zurück zum Leistberg.

    Grimmo zog es gen Norden, aber nach wenigen Kilometern, es waren vielleicht ein der zwei, stand er am Fuße eines weiteren Berges. Ne, dachte er sich, hier werd ich nicht bleiben, hier werd ich nicht alt, die haben zwar ne Wiese an ihrer Kapelle, aber keinen Rasenplatz. Und so gründete er dort keinen Ort, auch wenn sein Name - Grimmo, manche nannten ihn auch Gronno oder Groni - daran erinnern mag

  • #3

    Schdani (Samstag, 25 August 2018 12:32)

    Ich möchte noch gerne hinzufügen: die Hauptaussage dieser Erzählung, ihr Kerninhalt, ist doch, daß Güdesweiler christliche! Wurzeln hat. Das ist das Wichtigste neben allem anderen, dem Wie und Woher usw., worüber man sich trefflich Gedanken machen kann.
    Die Legende betont, daß dieser Guido erstens nicht allein war, sondern noch 2 ebenso christliche Gefährten hatte, und daß er zweitens mit dem Benediktinerkloster in Tholey in enger Verbindung stand. Er war also kein Eigenbrötler oder "selfmademan", sondern einer, der in christlicher Gemeinschaft mit anderen und offenkundig in gehorsamer Verbindung mit dem Abt in Tholey stand- alles bestens.

    Das ist alles ja nicht mehr so selbstverständlich in einer Zeit, die das Wahre und Gute (die Offenbarung des Dreieinen Gottes zuerst und zuletzt) nicht als Bedingung wirklicher Freiheit und wirklichen Glücks verstehen will, sondern als Einengung und Fessel sieht, und sich selbst die Gesetze gibt wo das Schlechte und Böse als gut erklärt werden. Man flieht das Leben/Christus und wählt den geistigen Tod, indem man dem so unscheinbar daherkommenden Verführer/Teufel in all den Ideologien und besonders den Fleischeslüsten (die keine Liebe sondern Sünden sind) auf den Leim geht.