Wir sollten die Kirche im Dorf lassen - Ärger mit Bischof Ackermann auch in Oberthal

Gemeinde Oberthal

Das Bistum Trier beharrt auf Großpfarreien, trotz starken Protests. Die historischen Pfarreien werden im Jahr 2020 aufgelöst, wenn es nach dem Willen des Bistums Trier geht. Stattdessen

 

 

 

werden 35  komplett neue Großpfarreien  – davon zehn im Saarland – geschaffen. Diese Situation ist völlig anders, als wenn Kirchengemeinden zu einem Verbund zusammengefasst werden – die Pfarreien bleiben dann bestehen, sie arbeiten nur enger zusammen und teilen sich Pfarrer oder Räte. Nun geht es aber um die Auflösung aller 887 Pfarreien, die derzeit in 172 Pfarrgemeinschaften organisiert sind. 

 

Dazu Siegfried Klemm aus Oberthal, Gründungsmitglied der Initiative ,,Kirchengemeinde vor Ort": ,,Bischof Dr. Ackermanns Reform bringt das Gegenteil. Die Menschen brauchen eine Kirche vor Ort, einen Pfarrer, der sichtbar bleibt. Großpfarreien kann sich jede Kirchengemeinde vorstellen, jedoch ihre Zerschlagung vor Ort nicht".

 

Klemm weist darauf hin, wenn die Verwaltungsräte vor Ort keine Verantwortung mehr haben, lässt sich somit auch schnell eine Kirche schließen. Verabschiedet sich hier die Kirchenführung von den Gläubigern? ,,Vielleicht sollten wir Christen uns vom Bistum Trier verabschieden und unsere Kirche vor Ort selber führen und unsere Kirchensteuer können wir gut selbst einsetzen", so Klemm.

 

Viele Briefe gingen an das Bistum, viele Gespräche wurden in Trier geführt, jedoch ohne positive Resonanz für einen Verbleib der Kirche vor Ort. Und genau, dies hat der Bischof vor sagt der Verwaltungsrat St.Donatus Gronig: Enteignung der Kirchengemeinde vor Ort, Gesamte Vermögen geht an die Großpfarrei, die Gestaltung vor Ort geht verloren, Abschaffung der Verwaltungsräte vor Ort sowie  Abschaffung der Pfarreienräte.  

 

Dazu wird es eine Kundgebung in Trier geben, indem alle Oberthaler Bürger dazu eingeladen sind mit nach Trier an den Dom zu fahren. Am Samstag, den 20.Oktober 2018 um 11:55 Uhr am Dom. Abfahrt 9:30 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus in Gronig. Die Kosten übernimmt die Kirchengemeinde. Anmeldung bei Siegfried Klemm: 06854 - 1721.      

Dauer der  Protestkundgebung: ca. 2 Stunden, Rückfahrt 14:30 Uhr geplant

 

 

Dazu gibt es einen Brief von Landrat Udo Recktenwald an Bischof Ackermann, den ich freundlicherweise veröffentlichen darf. 

 

Quidquid agis prudenter agas et respice finem. Was immer du tust, tue es klug und beachte das Ende.

 

Dieser Satz ziert den historischen Sitzungssaal im Landratsamt St. Wendel und er ist für mich eine wichtige Richtschnur des Handelns geworden. Ebenso wie in der Politik gilt aus meiner Sicht auch in anderen Bereichen des Lebens, bei allen Entscheidungen und Reformen deren Auswirkungen auf die Gesellschaft in Gänze zu bedenken und zu bewerten.

 

 

Die geplante Strukturreform des Bistums Trier gibt mir Anlass zur Sorge. Die Tatsache, dass Sie selbst ebenso wie Ministerpräsident Tobias Hans diese Sorge im Rahmen des Pontifikalamtes zur Wiedereröffnung der Pfarrkirche St. Stephanus Oberthal unmittelbar angesprochen haben, hat mich ermutigt, Ihnen diesen Brief zu schreiben. In den zurückliegenden Monaten seit Beginn der Diskussion und der damit einhergehenden Synode habe ich bewusst darauf verzichtet, mich als kommunaler, und damit ziviler Verantwortungsträger in kirchliche Belange einzumischen. 

 

Viele haben durchblicken lassen, dass sie mit dieser Reform ihren Einsatz vor Ort nicht gewürdigt sehen und nicht mehr bereit sind, in einer zentralen Struktur weiter mitzuarbeiten.

 

Auch im politischen Alltag wird regelmäßig über Struktur- und Gebietsreformen diskutiert. Gewachsene Strukturen haben allerdings einen Wert an sich, weil sie mehr sind als am grünen Tisch gezogene Grenzlinien, sondern gelebtes Miteinander. Alle politischen Bestrebungen, mit der Veränderung von Gebietszuschnitten und der Veränderung von Zuständigkeiten effektiver und effizienter zu werden, haben bisher nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt.

 

Ganz im Gegenteil: Bürgernähe und Verantwortung vor Ort gingen verloren, Zugehörigkeit und Engagement haben gelitten. Neue Schnittstellen sind entstanden, der Abstimmungsbedarf wurde größer, teilweise sind neue bürokratische Strukturen entstanden, die mehr kosten als zuvor.

Subsidiarität ist das Gebot der Stunde.

 

Jede Ebene sollte das tun können und dürfen, was sie leisten kann. Ein zutiefst auch christlicher Wert. Kleinheit ist nicht gleichbedeutend mit Ineffizienz und hohen Kosten. Quantität ist keine Voraussetzung für Qualität. Vielmehr sorgt Kleinheit für bürgernahe, flexible und effiziente Entscheidungen, bei denen die Menschen eingebunden und mitgenommen werden können. Natürlich lassen sich Back Office- Tätigkeiten, die den Bürger nicht unmittelbar betreffen, gemeinsam und dadurch effizienter erledigen.

 

Dies darf aber nicht dazu führen, Zuständigkeit und Verantwortung zu zentralisieren. Vor Ort sollte entschieden werden, was vor Ort entschieden werden kann. Was für die Politik gilt, das gilt auch für die Kirche. Finanzielle und personelle Nöte lassen sich nicht durch Zentralisierung lösen, weil sie die Menschen noch mehr von der Kirche entfernen. Kirche kann ihre unbestreitbaren Probleme nicht dadurch lösen, dass sie dort die Schere ansetzt, wo noch funktionierende Strukturen bestehen.

 

Sie macht ihre Probleme damit aus meiner Sicht nur noch größer. Deshalb unterstreiche ich das, was Sie in Oberthal in Ihrer Predigt gesagt haben: Wir sollten die Kirche im Dorf lassen.

Wenn aus bisherigen 887 Pfarreien nur noch 35 Großpfarreien werden, bleibt die Kirche nicht im Dorf. Es leiden darunter die Bürgernähe und die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement vor Ort. Von vielen ehrenamtlich Tätigen in den Pfarreien habe ich gehört, dass sie ihr Engagement einstellen, wenn Zuständigkeit, eigenständiges und selbstbestimmtes Gestalten sowie inhaltliche und finanzielle Verantwortung aus ihrem Dorf oder ihrer Gemeinde abwandern.

 

Wenn die Kirchengemeinden vor Ort aufgelöst und enteignet werden, wenn lokale Gremien nicht mehr bestehen, dann geht die Bürgernähe vor Ort ver- loren und schwindet die lokale Bereitschaft, sich weiterhin einzubringen. Das Zentrale-Orte- Konzept verkennt, dass Menschen sich speziell in und für ihren Ort, aber nicht darüber hin- aus einbringen wollen. Zentrale Strukturen führen zu weniger demokratischer Teilhabe und Mitsprache.

 

Dabei geht es nicht nur um den Gottesdienst, da ja gerne damit argumentiert wird, dass der angeblich zurückgehende Kirchenbesuch eine Zentralisierung notwendig mache. Es geht um das Gemeinwesen und das soziale Miteinander generell im Ort, das von den Pfarrgemeinden aktiv mitgestaltet wird. Viele kirchliche und zivile Veranstaltungen wären ohne Mitwirken ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer aus den pfarrlichen Gremien gar nicht denkbar.

 

Unser Glaube und unsere christlichen Werte werden eben nicht nur im Gottesdienst, 3 beim Pfarrfest und weiteren Pfarrveranstaltungen gelebt und vermittelt, sondern überall dort, wo sich Kirche vor Ort einbringt. Was wird aus kirchlichen Einrichtungen vor Ort? Verkümmert dadurch nicht die gelebte Weitergabe christlicher Werte in unserer Gesellschaft über den Gottesdienst hinaus? Was wird aus Kapellen und Kirchen? Was wird aus dem zweckgebundenen Vermögen, den Rücklagen? Es wird die Identifikation in starkem Maße leiden.

 

Wenn aber die Ehrenamtlichen aufhören, weil ihnen der Eindruck bleibt, dass sie vor Ort nichts mehr zu entscheiden und zu gestalten haben, dann bricht dieses soziale Engagement zusammen und konzentriert sich dort, wo noch eine Pfarrei besteht. Da klingt es wie Hohn, wenn das Ehrenamt weiterhin gewünscht wird, aber subsidiäre Strukturen verschwinden. Es wäre naiv zu glauben, dass sich dies nicht negativ auf das Ehrenamt auswirkt.

 

Gern wird seitens des Bistums auf die Beschlüsse der Synode verwiesen, bei der die Mitwirkung der Verwaltungsräte trotz ihrer administrativen und finanziellen Zuständigkeit nicht im notwendigen Maß erwünscht war. Der Entzug von Verantwortung und Zuständigkeit der Verwaltungsräte und Pfarrgemeinderäte vor Ort ist nicht Beschlusslage der Synode. Die Beteiligungsveranstaltungen wirken eher wie ein Alibi angeblicher Mitwirkung und Mitentscheidung. Tatsächliche Mitbestimmung der Basis findet aber nicht statt.

 

Liebe Bürger und Bürgerinnen, wie denkt ihr darüber? ,,Stirbt das Ehrenamt vor Ort, ist die Kirche bald fort,, Über zahlreiche Kommentare würde ich mich freuen.

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Brust Elke (Samstag, 06 Oktober 2018 19:52)

    Ich kann mich da nur anschließen.

  • #2

    Möller Werner Bliesen (Sonntag, 07 Oktober 2018 14:07)

    Wenn unsere kath. Kirche so weiter macht, schafft sie sich irgendwann selbst ab.
    Als Katholik und auch ehrenamtl. Tätiger im Förderverein Bliestaldom sage ich, auch unserem Bischof: Zuerst denken, dann handeln !!!

  • #3

    Schdani (Montag, 08 Oktober 2018 10:13)

    Wir leben in einer verkehrten Welt, und dieser "Bischof" Ackermann (nach meiner Meinung ein eiskalter Karrierist und Egomane) wie seine Gefolgschaft in den feinen Gemächern, in denen sie wohnen/residieren, ist ein Zerstörer, ist Hohn und Betrug. Er will tatsächlich, unglaublich!, die Kirche zerstören. Das sind heute die Bischöfe in Deutschland. Die Zerstörung geschieht im Innern, Verbreitung aller möglichen Irrlehren, und nun auch ganz äußerlich in der Abschaffung der Pfarreien und Schließung der Kirchen vor Ort- trotz guter Finanzlage.

    Sehr erfreulich, daß sich der Landrat, Herr Udo Recktenwald, so beherzt für den Erhalt der Pfarreien und Kirchen einsetzt. Die Politik sollte noch mehr Druck machen und den verantwortungslosen Herren in Trier die Kirchensteuer streichen, sollten diese bösen Pläne nicht gestoppt werden. Das sollte und müßte ihnen angedroht werden, leider.

    Außerdem plädiere ich dafür, daß das Saarland sich kirchlich von Trier trennt und ein eigenes SAARBISTUM errichtet wird.
    Das wäre sicherlich Sache von Kirche wie auch insbesondere der Politik, aber machbar, wenn man an die Größe bspw. der Bistümer Görlitz, Dresden usw. oder, ganz nahebei, nach Luxemburg schaut. In jedem dieser Bistümer leben weit weniger Katholiken als im Saarland.


  • #4

    Schdani (Dienstag, 09 Oktober 2018 09:29)

    Zur Ergänzung:
    der Angriff von Bischof Ackermann und der meisten Bischöfe in D auf das 6. Gebot wird von ihnen gerechtfertigt mit dem Hinweis auf entsprechende Passagen in dem nachsynodalen Schreiben "Amoris Laetitia" von PF, Papst Franziskus. Darin und in seinen Anweisungen an Bischöfe weltweit vor Ort heißt es, daß Ehebruch nicht nur erlaubt sein kann, sondern daß er notwendig und gut wäre für die "Zweit- oder Drittehe". Papst F widerspricht damit diametral Jesus Christus und den Lehren der Kirche von Anfang an. Todsünde wird von Bergoglio und seinen henchmen/Kumpanen als gut und tolerabel angesehen. Zu diesen Handlangern gehören auch Bischof Ackermann und die Weihbischöfe in Trier. Wer`s nicht glaubt, kann sie ja anfragen.

    In den Kontext den Irrlehren gehört auch die Propagierung, daß Protestanten die hl. Kommunion empfangen dürften- entgegen der Lehre der Kirche, die solches eng begrenzt erlaubt im drohenden Fall des Ablebens. Auch Katholiken dürfen die hl. Kommunion im Falle schwerer Sünden nicht empfangen, was die Priester aber kaum thematisieren und auch örtlich oft keine Beichte anbieten zum großen Schaden der Gläubigen. Denn wer unwürdig den Leib des Herrn empfängt, ißt sich den Tod wie der hl. Apostel Paulus ermahnt und wie es Lehre der Kirche immer war und ist.

    Für Bischof Ackermann ist darüberhinaus praktizierte Homosexualität ebenfalls keine Sünde wie auch nicht vor- und außerehelicher Geschlechtsverkehr u.a.m.
    Man könnte noch weit mehr aufzählen. Das Erste hängt direkt zusammen mit der Schändung von Kindern beiderlei Geschlechts wie auch von Seminaristen. 80-90% aller Mißbrauchstäter sind Homosexuelle (die niemals hätten zum Priester geweiht werden dürfen), was Ackermann aber nicht hören will wie auch nicht PF, der wissentlich solche Bischöfe und Kardinäle fördert und befördert und ihre bösen Taten verdeckt und verschleiert- bis aktuell heute.

    Es wäre manchmal wünschenswert, daß die Pfarrgemeinderäte, Diakone und Referenten usw. sich über die Lehren der Kirche selber unterrichteten und sie auch unter die Mneschen bringen, wenn schon die Bischöfe (und teilweise Priester) bis zu Papst F darin versagen und schwere und schwerste Sünden sogar als gut und richtig verkünden- offen und subtil.
    Das zu tun und nicht zu unterlassen wäre m.Er. absolut wichtig, denn ansonsten ist auch aller Protest gegen Pfarrschließungen kaum wirklich glaubhaft- und wird nichts bewirken können.

  • #5

    Schdani (Mittwoch, 17 Oktober 2018 09:17)

    Kurienkardinal Sarah bei der Bischofssynode in Rom: "Jesus hat die Anforderungen seines Rufes nicht abgesenkt und die Kirche sollte es auch nicht tun, auch nicht im Bereich der Sexualität. Die Kirche und ihre Hirten sollen mutig das der katholischen Morallehre entsprechende christliche Ideal vorschlagen, anstatt es zu verwässern und die Wahrheit zu verstecken, um junge Menschen in den Schoß der Kirche zu locken. Es ist ein schwerer Fehler und ein Zeichen mangelnden Respekts, den gesunden Idealismus der Jugend zu unterschätzen. Dies verhindert auch den echten Prozess des Wachstums, der Reifung und der Heiligkeit."

    Undf was ist von "Bischof" Ackermann darüber zu hören?- Nichts als Lug und Betrug und Irreführung in den Abgrund und letztlich in die Hölle hinein.
    Dazu paßt auch die Zerstörung der Pfarreien.