Ein Mahnkreuz für tragische Unfälle von zwei Oberthaler Bürger

Gemeinde Oberthal

Das ,,Gerje Kreuz" oder auch Weiherwaldkreuz steht am Römerweg bei Oberthal im Wareswald auf Flur 15.

Auf Initiative von Stefan Ost hat der Verein für Geschichte und Heimatkunde Oberthal 

 

1993 das Kreuz zum erstenmal erneuert. Die Kosten wurden damals auch von Ost übernommen. Mittlerweile war das Kreuz wieder in die Jahre gekommen und sollte, da es morsch und brüchig war, abermals erneuert werden. 

 

 Mit Unterstützung von Franz Josef Mörsdorf, Oberthal, Hans Schütz, Gonnesweiler, Fa. Horras, Bliesen und Kurt Wagner, Güdesweiler konnte der VfGH ein neues Kreuz errichten. 1993 weihte der Pastor Rober Bier das Kreuz ein, welches schon im Jahr zuvor durch Rodungsarbeiten zerstört wurde. Die damalige Bürgermeisterin von Oberthal, Sigrid Morsch dankte vor ca. 100 Besuchern, dem Verein für Heimatkunde für ihr großes Engagement zur Bewahrung der Kulturgeschichte.

 

 

 

Es soll an den tragischen Tod des Oberthaler Rötelkrämers Hecke Hannes erinnern und an Gerje-Mats dem Geigenspieler aus Oberthal. Letzeres soll sich im Jahre 1777 zugetragen haben. Eine Geschichte die sich schon über 5 Generationen erzählt wird. In diesem besagten Jahr, das sogenannte Unglücksjahr in Oberthal, gab es bereits zum Ende des Jahres unmengen an noch nie zuvor gekannten Schneemassen im Dorf Oberthal.

 

Die im Frühjahr danach plötzlich einsetzende Schneeschmelze, verbunden mit sintflutartigen Regenfällen, taten ihr übriges. Herabstürzende Wassermassen, die vom Leist- und Scheuerberg in Richtung Imweiler niedergingen, zerstörten die Holzbrücke über dem Leibertsbach vor dem jetztigen Hotel ,,Erwins Landhotel". Die Brücke wurde komplett weggespült.

 

So auch die Brücke über dem Brückbach und die Lindener Brücke am Ortsausgang in Richtung Bliesen. An einem kalten Winterabend zeichnete sich so ein tragisches Ende des Oberthaler Gerje-Mats ab, als dieser im Winter 1777 spätabends von Tholey kommend ausgangs des Wareswald vom Weg abkam und sich verirrte.

Peter Scherer, Franz-Josef Mörsdorf, Alois Biegel
Peter Scherer, Franz-Josef Mörsdorf, Alois Biegel

 

Gerje-Mats war ein beliebter Geigenspieler und gern gesehener Gast in den Stuben von Oberthal und der Umgebung bis nach Tholey. Wenn die Frauen am 

,,Lawerschkochen" waren, verzauberte er mit seinen musikalischen Fähigkeiten die Menschen in den klangvollen Stuben. Aber an diesem Abend sollte Gerje-Mats sein Heimatdorf Oberthal nie wieder sehen. Als er sich im sumpfigen Weiherwald verirrte, erfror er in der bitteren Kälte.

 

Die andere Erzählung handelt vom tragischen Ende des Rötelkrämers, dem 

,,Hecke Hannes" und dessen große Liebe der reichen Müllerstochter ,,Leh" von der Wackenmühle. Die Liebe wurde von dessen Vater nie geduldet. Rötelkrämer waren nicht sehr angesehen. Von einer Verkaufsfahrt von Frankreich zurückkommend, erfuhr er, dass seine Geliebte einen anderen hätte und so betrank er sich vor Liebeskummer und kam bei der Fahrt von der schmalen Straße ab und erfror im Schneetreiben. 

 

Die Erzählungen stammen von Rudolf Just, dem Heimatforscher, der auch Ehrenbürger von Güdesweiler wurde. Der Verein für Heimatkunde in Oberthal ist bestrebt die Geschichten aus der Gemeinde Oberthal an die Nachwelt zu überliefern und somit ein Gefühl für Traditionen des Dorfes zu wecken.

Danke an Werner Rauber und Ilona Jung für die Bilder und zahlreiches geschichtliches Material.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Schdani (Mittwoch, 24 Oktober 2018 11:04)

    Nun, was wüßte man von heimatlichen Vorkommnissen, von Sitten und Gebräuchen, der Denkweise und vom täglichen Leben der Menschen allgemein sowie den politischen Umständen etwa aus dem 18. Jahrhundert ohne die Erzählungen von Rudolf Just! Großer Dank sei ihm dafür.

    Da wird Geschichte und und werden Geschichten greifbar für uns Heutige; "Heimat", die Menschen in Freud und Leid, in ihren Fehlern und Erfolgen werden sehr anschaulich nacherlebbar dargestellt und wirken so ein Stück weit identitätsstiftend.

    Seine Erzählungen haben mich schon in Jugendtagen gepackt und auch heute noch, wenn ich an Wildfraus Häuschen denke. In dieser spannenden Geschichte geht es ja ebenfalls um 2 standesverschiedene Menschen (dem Güdesweiler Freibauer Konrad Recktenwald und der Zigeunerin, die sich als adeliges Freifräulein entpuppte, Mirza von Brenkenwarp), die sich gefunden hatten, aber mit einem guten Ausgang im Gegensatz zu der hier erwähnten des Oberthaler Rötelkrämers mit seiner Liebe, die wohl nicht erwidert wurde.