Der Krippenbauer von Güdesweiler

Gemeinde Oberthal

Ein ungewöhnliches Hobby hat Torsten Schwöppe aus Güdesweiler. Er ist Krippenbauer und werkelt mit viel Leidenschaft fast das ganze Jahr über in seiner Werkstatt. Ein Kunsthandwerk das nicht jeder beherrscht. Dabei ist es 

 

ihm enorm wichtig, keine billigen Krippen von der Stange zu bauen. Doch wie kam eigentlich Torsten zu diesem außergewöhnlichen Hobby? ,,Angefangen hat eigentlich alles damit, als beim Umzug die vom Großvater selbstgebaute Krippe zu Bruch ging", erzählt er. Das war vor 6 Jahren. Da war Torsten 28 Jahre alt. Er wollte unbedingt eine Neue, aber sie sollte nach seinen Vorstellungen sein und schon gar keine billige aus dem Baumarkt. ,,Ich wollte es so wie früher machen, als jeder noch seine eigene Krippe gebaut hatte". 

 

Und so hat er einfach angefangen, ohne zu wissen wie  genau so etwas gebaut wird und was am Ende dabei heraus kommt. Und schon die erste Krippe war so beeindruckend schön geworden, dass die Leute aus seinem Bekanntenkreis auch eine haben wollten. Und so fing das Ganze dann an. Wichtig beim Bau der Krippe war ihm von Anfang an, dass die Proportionen zu den Figuren passen.

 

Dazu gibt es einen sogenannten Krippenbaumeter, das heißt es gibt einen tatsächlichen Maßstab, so dass die Figuren auch proportionell zu den individuellen Größen der Krippen passen. Dazu überlegt Torsten erstmal am Anfang des Krippenbaus, welche Figuren er nehmen möchte, wie groß diese sind und baut dann die dazugehörige Krippe.

 

 

 

8 - 12 cm groß sind die Figuren meist. Für dieses Jahr hat er ca. 12 Krippen schon gebaut, wobei er Mitte Juli angefangen hat. Das heißt der klassische Krippenbauer fängt bereits im Hochsommer an zu bauen. Torsten dürfte mit seinen 34 Jahren somit auch einer der jüngsten Krippenbauer sein. Denn meistens sind es ältere Generationen die solche Kunstwerke erschaffen. 

 

Auf die Frage was ihn denn so am Krippenbau fasziniere, antwortet er: ,,Mich fasziniert daran zu sehen, was daraus alles entstehen kann, dabei bin ich selbst jedes Mal aufs Neue überrascht was dabei herauskommt". Es soll aber  authentisch sein und zum größtenteil aus Naturmaterialien bestehen. So spielt Holz und Material aus der freien Natur eine wichtige Rolle. Da werden Bäume kreirt aus Ästen und Sträuchern von draußen oder Dachschindeln aus Holz gezimmert, ebenso wird echtes Island-Moos verwendet. 

 

 

Das ist die erste Krippe von Torsten, die er gebaut hat.
Das ist die erste Krippe von Torsten, die er gebaut hat.

 

Weitere Materialien wie Styropor, Styrodur, Dekosteine, Gras aus dem Modeleisenbahn-Bereich und kleingeschnittenes Stroh, benutzt er. Dabei geht Torsten gerne auf Kundenwünsche ein. Sollen vielleicht lieber Palmen, Tannenbäume oder eben die klassische Fichte die Krippe zieren? Es darf auch im orientalischen Stil sein, oder doch lieber im alpenländlichen Stil? Für so eine Krippe braucht Torsten 40 - 50 Stunden. 

 

Sein neuestes Projekt ist die Krippe im orientalischen Stil. Die will er in ca. 2 Wochen fertig haben. Alle Krippen sind fertig dekoriert mit Figuren und Elektrik. Und auch das Zubehör kann man bei ihm bestellen. ,,Die Freude über jede Krippe, die ich anfertige sowie die Vorfreude auf eine besinnliche Weihnachtszeit, lassen mich in meiner Werkstatt immer wieder neue Unikate entstehen", erzählt er.

 

Seine erste Krippe hat Torsten oben im Wohnzimmer in einem Schaukasten stehen. Und darauf ist er stolz. ,,Ich lege viele Wert darauf, dass jede meiner Krippen ein Unikat ist und bleibt. Die Krippen sollen in den Familien weiter vererbt werden, wie das früher eben so war". 

 

In Facebook gibt es seine Seite unter : Krippenmanufaktur Güdesweiler. Wer Interesse an einer Krippe hat, darf sich melden unter:

Krippenmanufaktur@web.de

 

 

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