Croniacum, Cronius oder Gruno - Das Dorf am Momberg

Gemeinde Oberthal

Am Fuße des Momberges eingebettet zwischen grünen Wiesen und Feldern liegt das wohl berühmteste Dorf in der Gemeinde Oberthal: Gruno, Croniacum oder Crogny wie man es nennt. Manche sagen auch Gronig oder Gronich dazu. Berühmt sind

 

auch seine Einwohner die mit gronichem Fleiß an eine Sache herangehen, sich festbeißen und nicht mehr loslassen, bis sie ihre Tat vollendet haben. Eine wohl groniche Krankheit der hiesigen Einwohner. Doch sie machen ihre Sache gut, diese Gronicher, haben sie doch in jüngster Zeit sogar den wilden Mumerisch oder Momrisch  gezähmt und auf dem nun zahmen Riesen einen Heilplatz mit Runen erschaffen, der so berühmt ist wie der Ortsvorsteher von Gronich selbst.

 

Dieser mystische Platz mit besonderen Schwingungen, der sogar die Zugvögel außer Kontrolle geraten lässt, hat einen Bekanntheitsgrad erreicht bis weit über den Bodensee hinaus. Leider haben sich die Vibrationen sang- und klanglos bis zum See in negative  Wellen verwandelt, was die Gronicher aber noch lange nicht davon abhält an das zu glauben und zu kämpfen für das sie stehen und erschaffen haben.

 

Aber lassen wir das alles hinter uns, denn eigentlich wollten wir der Frage nachgehen woher die Gronicher ihren Ortsnamen haben. Und das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Denn einerseits taucht die Frage auf, geht der Ortsname auf eine keltische oder eine galloromanische Form zurück? Viele Autoren sprachgeschichtlicher oder heimatkundlicher Schriften führen den Ortsnamen auf die Kelten zurück. 

 

Schließlich ist der Ort bekannt für seinen Keltenring. Man sagt auch dass die Kelten eine ausgeprägte Kultur besaßen mit einer hoch entwickelten sozialen Struktur. Hier kann man auch sehr gut die Parallelen zum heutigen Groniger Volk erkennen. Und außerdem war das keltische irgendwie mytischer, steckte doch der Ort voller Geheimnisse wie das sagenumwobene Volk von Croniacus selbst mit seinem wilden und jetzt zahmen freigeschnittenen Mumerisch und seinen geheimnisvollen Schwingungen. 

 

Bild: Mia Haupenthal, auch aus Gronich. Wilder ungezähmter Berg, der Mommrich
Bild: Mia Haupenthal, auch aus Gronich. Wilder ungezähmter Berg, der Mommrich

 

Aber es gibt auch die These, dass Gronig damals Kereness hieß. Das könnte dann auch ein germanischer, d.h. fränkischen Ursprungs sein. Gronig als ,,-iacum" Ableitung zum germanischen Personennamen Gruno. Die Groniger ein germanisches Volk? Die Germanen waren wiederum sehr kriegerisch und tranken nicht zu wenig. ( Täglicher Besuch im Gasthaus Andler und Mombergstub ).

 

Und im 4. Jahrhundert n. Chr. schuf ein Bischof ein germanisches Alphabet, um die Bibel ins gotische zu übersetzen. Später nannte man die Zeichen Runen. Das wiederum könnte Aufschluss darauf geben, dass die Groniger von den Germanen abstammen. Außerdem hatten die germanischen Völker alle einen Stammeshäuptling, in der heutigen Zeit nennt man diese Ortsvorsteher. War dieser sehr erfolgreich, so konnte er sicher sein, ein großes Gefolge um sich zu haben, um immer wieder neue Projekte zu starten. Auch dass passt wie die Faust aufs Auge. 

 

Also sprechen wir hier gar von einer galloromanischen Enklave am Südrand des Momberges? Fakt ist im Jahre 1335 gab es einen urkundlichen Eintrag von Grunich. Imweiler hieß Ymwilre, Osenbach nannte man Ossenbach, die Steffesheck war St. Stephani Heck und Gronig eben Grunich. Aber um nochmal auf den Namen ,,Kereness" zurück zukommen. Nach viel geschichtlichem Material wissen wir immer noch nicht so genau wo der Ortsname Gronig herkommt.

 

Aber vielleicht gibt uns der Name ,,Kereness" Aufschluss darauf, denn der hat durchaus seine Berechtigung. Ältere Gronicher Bürger berichten, dass man früher Gronig auch oft ,,Kehrenich" genannt hat. Auf dem steinernen Wegkreuz in der Theleyer Straße ist aber der Ortsname 1823 ,,Grunich" eingemeißelt, genau wie 1335 schon urkundlich erwähnt.

 

,,Man kann also vermuten", wie der Gronicher Uwe Schäfer in seiner Festschrift von 2013 schreibt, ,,dass im 19. Jahrhundert die Form ,,Kehrenich" parallel zur Form ,,Grunich" bestanden hat. Über die Herkunft von ,,Kereness", wissen wir nichts, nur dass eine Ähnlichkeit zu ,,Kehrenich" besteht. 

 

Damit will man sagen, dass es möglich wäre, dass für den ein und denselben Ort zwei Namen existierten, wobei Kehrenich ausgestorben ist. Oder benutzt den noch einer? Aber bewiesen ist das alles nicht. Ob der Ort Gronig nun von Groni, Grunich, Croniacus, Crogny, Cronacum, Cronius, Croniacum, Gruini, Greuni, Cronanus, Cronacus oder Kereness abstammt, das wissen wir immer noch nicht.

 

Und genauso wenig wissen wir, ob die Groniger nun von den Kelten oder den Germanen abstammen. Oder beides. Aber es heißt auch, das Gebiet um den Berg ,,Mumerisch", gehört zu den ältesten keltischen Siedlungsgebieten im Saarland. Außerdem gab es auf dem Momberg eine große Fliehburg, wo sich die keltischen Bauern bei Angriffen verschanzten und sich hinter dem keltischen Ringwall, dem Murus Gallicius versteckten. 

 

Und zum Schluss können wir sagen, dass wir jetzt genauso schlau sind wie vorher.

 

 

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Kommentare: 16
  • #1

    Schdani (Freitag, 16 November 2018 10:30)

    Die Grunijer wélle jo nore aangenn meddem Keldische.
    Also:
    Kehrenich und Grunich sind da 2 Varianten desselben Namens und bedeutet doch so viel wie Kerch-Dorf, Kirchdorf, Kirchsiedlung.
    ...(w)ig,..ich: von wik, vicus. Der v- oder w-Laut ist irgendwann abgeschliffen worden.
    Kehrenich wird wohl auch wie Kär(e)nich, Kärnig ausgesprochen worden sein- wie in Güdesweiler der Kärbärch (Kehrberg), der Kirchberg.

    Also liebe Grunijer, auf eurem Bann siedelten gewiß mal Kelten, wohl Treverer, aber ihr seid genauso fränkisch wie alle anderen hier, und die Gründung eures Dorfes mit Namen Kirchplatz, Kirchdorf, fällt also in die Zeit, da die Franken schon christlich geworden waren.

  • #2

    Foozer (Freitag, 16 November 2018 10:48)

    Welcher Hansel hat mir jetzt mit diesem unnötigen Pamphlet
    eine geraume Zeit meines Lebens geraubt ?
    Stattdessen hätte doch der letzte Satz vollkommen ausgereicht !

    Dennoch eine wissenschaftlich abgesicherte Darlegung zu den
    Namen "Grunich" und "Kehrenich" - diese beiden Ortsnamen
    wurden tatsächlich gleichzeitig benutzt, und zwar "Grunich"
    von Montag bis Donnerstag, am Wochenende allerdings die andere
    Bezeichnung, die heute noch bei vielen Gronigern in Gebrauch
    ist beim sturen Beharren "Eich kehre nicht" , auch der Ortsobere
    konnte dies bis heute nicht abstellen, da wäre noch einiges zu machen !

  • #3

    Uwe Schäfer (Freitag, 16 November 2018 11:39)

    Lieber Schdani, das stimmt nicht. Die Endung -ig/-ich lässt sich lautgeschichtlich schlüssig nur aus dem galloromanischen Kollektivsuffix *acum/iacum erklären. Zur Belegführung verweise ich auf die Dissertation von Monika Buchmüller-Pfaff und verschiedene Publikationen meines akademischen Lehrers Prof. Dr. Max Pfister. Alle Publikationen sind in meinem Artikel in der Festzeitschrift zum 750-jährigen Ortsjubiläum angegeben. Ich hoffe, Ihre theologischen Kenntnisse, die Sie gerne ins Feld führen, sind ein wenig fundierter als Ihre Spekulationen im Bereich der historischen Sprachwissenschaft.

  • #4

    Schdani (Freitag, 16 November 2018 13:02)

    Danke Herr Schäfer für Ihre Erläuterungen.
    Was bedeutet denn acum/iacum? Ich habe jetzt nur mal ein wenig herumgegoogelt und da ist von Besitzverhältnissen, von Einflußbereich, von einem abgegrenzten Siedlungsbereich die Rede.
    Und was bedeutet hier KEHREN-ich, KEREN-ess? Ist es völlig ausgeschlossen, daß dieser Begriff etwas mit Kär, Kärch, Kirch zu tun hat? Das hätte doch etwas für sich.
    Bewiesen, soz. wissenschaftlich bewiesen, ist doch nichts.

  • #5

    Hilli (Freitag, 16 November 2018 14:13)

    Nur gudd, dad meer am Owerdahl die do Probleme nett hann

  • #6

    Dirrersch Barbara (Freitag, 16 November 2018 19:08)

    Eich san emmer Gronich, der Schdani ess närrisch. Gruß Bäbbche.

  • #7

    Uwe Schäfer (Samstag, 17 November 2018 08:13)

    Lieber Schdani, da haben Sie richtig nachgeforscht. Genau das bedeutet es, vergleichbar im Deutschen mit -weiler oder -ingen am Ende des Ortsnamens. Im Französischen, genauer gesagt im Nordfranzösischen enden die entsprechenden Ortsnamen auf -y, wie z.B. Orly, Noissy etc. Anhand von Orts- und Gewässernamen lassen sich so siedlungsgeschichliche Rückschlüsse ziehen. Über "Kereness"/"Kehrenich" wissen wir wenig bis nichts. Ausschließen kann man hier also - wie Sie sagen - nichts. Ich lasse Ihnen gerne ein Exemplar der Festzeitschrft zukommen. Sie ist aber auch in der Bibliothek zu finden.

  • #8

    Schdani (Samstag, 17 November 2018 11:14)

    Das Problem ist doch, daß Gronig ein Ortsname ist, man aber bis heute nicht weiß und auch nicht wissen kann, welche Ursprungsbedeutung dahinter steckt. In diesem Artikel werden dem Leser ein Dutzend möglicher Ursprungsnamen angeboten, also viel Raum für Spekulationen. Und wie @Hilli hier schreibt, gibt es solche Schwierigkeiten mit Oberthal/Imweiler, usw., und Guidesweiler füge ich hinzu, dergestalt nicht. Das sind Siedlungsnamen in Bezug auf historisch nur rudimentär faßbare Gestalten/Personen, die aber mit ihrem Eigennamen nichtsdestotrotz überliefert sind und somit ein Gesicht bekommen und für die Menschen greifbar und ein wenig dann identitätsstiftend sind bzw. sein können.

    Im Falle Gronigs ist es nicht so. Da hat mich jedoch der Verweis auf die Bezeichnung "Kehrenich" zu diesen Überlegungen hingeführt. Das ist sicherlich ein verhochtdeutscher Schriftname und in der Mundart wird er so kaum ausgesprochen worden sein. In der alten Mundart ist das e ja so ein Zwischenlaut zwischen e und ä und mehr zum ä hin tendierend (wir leben nicht, mir läwe usw.).
    Das brachte mich auf den Gedanken mit "Kär, Kärch" = Kirche. Der Kärbärch (wird schnell gesprochen), Kehrberg (langsame Sprechweise) in Güdesweiler: dort steht die Kirche. Jedoch muß das eine mit dem anderen nicht in jedem Falle etwas zu tun haben, weil ich auch nicht weiß seit wann diese Bezeichnung benutzt worden war. Aber auch die alte Bezeichnung für Friedhof, wie ich sie kenne, lautet Kä(j)op/Kirchhof.

    Bei den Personennamen werden ja oftmals Buchtstaben innerhalb einer Silbe vertauscht. So könnte auch ein ursprüngliches Kereness oder Kärness in K(G)r...nig, nich soz. umgewandelt worden sein. Und wenn dem so ist, dann hätte das Wort Gronig jedenfalls eine Bedeutung und zwar übersetzt Kirchort, Siedlung mit Kirche(n)., wobei was wie ein Plural aussieht dennoch ein Singular ist. Neunkirchen- neue Kirche.
    Nichts für ungut.


  • #9

    Schdani (Montag, 19 November 2018 09:22)

    KARANISSO (Heureka, oder?; smile).

    Die Sache mit dem Namen/Begriff Kereness/Kehrenich hatte mich einigermaßen beschäftigt wie unschwer zu erkennen ist. Das Zeugnis von älteren Gronigern scheint in der Tat bzgl. des Ursprungsnamens zielführend zu sein. Und da möchte ich mich gerne berichtigen, was ich dazu hier geschrieben habe.

    Kurz und gut und wie es der Zufall will: vergangenen Samstag ist mir die XII. Ausgabe 1967/1968 des "Heimatbuchs des Landkreises St.Wendel" soz. in die Hände gefallen. Darin findet sich ein interessanter und langer Artikel über "Archeologische Funde und Fundstücke im Landkreis St. Wendel". In einem Unterkapitel "Römische bezw. gallorömische Gruppensiedlungen" nennt der Autor, ein Dr. A. Kolling, einige Ortschaften:
    Der Ort Freisen etwa, führt er aus, ist im Jahre 1235 als "Fresenacum" namenkundlich bezeugt. Tholey im Jahre 634 als Toleio und Teulegio Domo.
    Und nun: Gronig ist als "Karanisso", wie er schreibt, namenkundlich bezeugt. Eine Jahreszahl nennt er leider nicht und schreibt auch nichts zur Bedeutung des Namens. Das bleibt noch ein Rätsel. Aber immerhin: Gronig leitet sich offenkundig von diesem Begriff, Wort, Namen Karanisso her.
    Wo der Autor diese Angabe gefunden hat, schreibt er nicht, aber er wird das wohl gut recherchiert haben.
    Vielleicht hilft das weiter Herr Schäfer und alle Interessierten?

  • #10

    Uwe Schäfer (Montag, 19 November 2018 11:07)

    Das hilft leider nicht, denn eine auf *caran basierende Form wurde immer wieder mal ins Spiel gebracht, aber nie belegt. Es passt in die Keltomanie der Kriegs- und Nachkriegszeit. Lautgeschichtlich schlüssig lässt sich Gronig nur aus *Cronacum bzw. *Croniacum herleiten. Siehe dazu auch die Kartierung der galloromanischen Enklave im Bereich des Hochwalds und Hochwaldvorlands zur Zeit der Romania Submersa. Die Orts- und Gewässernamenforschung ist inzwischen schon viel weiter als man sich das in den Sechzigern träumen ließ. Im Bereich der Ortsnamenkunde wurde viel herumdilettiert.

  • #11

    Schdani (Montag, 19 November 2018 14:23)

    Karanisso, Cronacum, Croniacum, Gronig, Grunich, Kereness: ist es nicht eine Sache um Buchstaben, ein akademischer Streit darum? Und auch: beweisen muß doch niemand etwas. Wird man in 50 Jahren nicht noch viel mehr wissen, Herr Schäfer?
    Mit welchem Recht spricht man von "Gronig"? Ist das kein "Dilettantismus" muß man fragen?
    Man besitzt keine eindeutige schriftliche Quelle oder am besten: Quellen (Mehrzahl). Insofern scheint mir der Name, das Wort Karanisso genauso wertig zu sein wie die Namen Cronacum und andere.
    Es dreht sich bei diesen Namen oder Begriffen offenkundig um primär mündliche Überlieferungen, die in späterer Zeit von einem Gelehrten oder Schreibkundigen mit guten Lateinkenntnissen so oder anders notiert, schriftlich fixiert worden sind. Das ist ja auch im Deutschen der Fall, wo derselbe Begriff im Mittelalter oftmals mehrere Schreibvarianten, auch innerhalb einer Region, aufweist.

    Ein Problem sehe ich teilweise in die Art und Weise wie "wir" heute denken. Mit dem Begriff Wissen meint man ja auf jeden Fall und immer, die Wahrheit vollumfänglich gepachtet zu haben. Wie aber und in welcher Weise und aufgrund welcher Prämissen wird "Wissenschaft" betrieben UND der Allgemeinheit nahegebracht?
    Eine voraussetzungsfreie "Wissenschaft" aber gibt es nicht. In unseren Breiten hat sich ja seit Beginn der sog. Neuzeit ein Wissenschaftsbegriff im bewußten Gegensatz zum Glauben, der Theologie, die Glaube und Vernunft ist, etabliert. Diese Wissenschaft kann man auch als Anti-Theologie begreifen- und das ist ja auch so, denn viele "Wissenschaftler", viele große Geister aber dennoch nicht (Goethe, Einstein, Planck... ) ,verstehen das auch so und sagen es selbst. Es geht dabei nicht um die Freiheit des akademischen Forschens, sondern um eine Denkweise, die den Dreifaltigen Gott und Seine Offenbarung grundsätzlich ausschließt bzw. ausschließen will. Aber gerade Wissenschaft braucht den guten, wahren Glauben, zuerst und zuletzt.

    Dies klargestellt kann man dem Namensproblem m.Er. etwas besser auf die Pelle rücken: es geht insbesondere auch, nicht nur, um eine Art von Glauben, nicht Theologie freilich: ob Karanisso oder Cronacum ist in der Tat ganz offenkundig eine "Glaubenssache", zumal beide soz. Überlieferungsstränge auch von den "Gronigern", den Einheimischen selbst bezeugt sind.

  • #12

    Uwe Schäfer (Montag, 19 November 2018 16:41)

    Lieber Schdani, mit Ihnen hätten wir seinerzeit im toponomastischen Kolloquium unsere Freude gehabt. Auch wenn Sie erkennbar nicht vom Fach sind. Ich will Ihnen aber Ihre Überzeugung gerne lassen.

  • #13

    Schdani (Dienstag, 20 November 2018 10:52)

    Vielen Dank für Ihre warmen Worte Herr Schäfer.
    Nun ja.
    Wenn ich den Artikel lese und Ihre Einlassungen, dann gehts doch wohl letztlich nicht nur um eine ungefähre Zeitbestimmung, wo man sich aber nicht festbeißen sollte m.Er., sondern insbesondere um die Klärung des Wortes Gron, Grun.
    Nach all dem, worüber der Artikel Auskunft gibt und all den Überlegungen und Nachforschungen, scheint eine Klärung des Namens (oder Begriffs) Gronig immer noch auszustehen. Warum eigentlich? Warum denn in die Ferne schweifen wo das Gute ist so nah! Es stellt sich doch die Frage, ob das Wort Gron letztlich auf einen Personennamen verweist oder etwas Dingliches bezeichnet.
    Gron kann sehr wohl mit rinnen, ronnen, ge-rinnen etwas zu tun haben. Das Wort ist in verschiedenen Variationen indogermanischen Ursprungs. Die Übersetzung von Gronig wird mit hoher Sicherheit etwa so lauten: Ort am fließenden Gewässer; Ort am Fluß/Bach; Ort am fließenden (Wasser). Das wäre jedenfalls am stichhaltigsten. Jetzt fehlt nur noch die Zeitbestimmung.

    Beispiel Berlin. Der Name hat bekanntlich nichts mit Bär zu tun, sondern ist slawischen Ursprungs und bedeutet: am Sumpf, am sumpfigen Ufer. Es gab da eine deutsche Siedlung mit Namen Neu-Cölln, und auch dieses slawische Dorf an der Spree mit Namen Po-ralina. Ähnlich Po-mare (Pommern)- am Meer.

  • #14

    Schdani (Mittwoch, 21 November 2018 09:30)

    Hl. Donatus bitte hilf!

    Zum "Abschluß" der ganzen Debatte möchte ich sagen: es wäre doch schön, wenn sich, sage ich mal, das Gronigfindungskomitee endlich einig wird und bald und nicht erst am St. Nimmerleinstag eine Entscheidung zum Namen fällen möge.
    Ich habe 2 Vorschläge gemacht, die auch Sinn machen und jedenfalls nicht schlechter sind als das, was im Artikel darüber so alles räsoniert wird. Das "toponomastische Kolloqium" möge sich also bitte zusammensetzen und dann eine Entscheidung treffen, einstimmig oder mit Mehrheit. Denn was nützt es, dem geneigten Leser den Mund wässrig zu machen und außer Spesen war nichts gewesen?

    Und das Beispiel Berlin zeigt wie es geht. Es muß nichts alles bis aufs i-Tüpfelchen bewiesen und erklärt werden. Oder aber: Gronig legt sich einen anderen Namen zu. Warum nicht sich umbenennen?
    Heiliger Donatus bitte hilf!

  • #15

    Uwe Schäfer (Mittwoch, 21 November 2018 18:16)

    Der Hl. Donatus wird in diesem Fall wohl nicht helfen können, und Spesen sind nicht wirklich entstanden. Die galloromanische Version ist die stichhaltigste und auch nicht eben neu, bereits vor der Keltomanie gelangte die romanistische Forschung schon zu ähnlicher Erkenntnis. Das Herumjonglieren und letztlich auch Spekulieren mit Morphemen ist nicht zielführend. Wir wissen nicht, woher Gron- genau kommt. Die lautgeschichtliche Herleitung aus *Cronacum/*Croniacum ist stichhaltig, sagt aber nichts über Gron/*Cron. Das toponomastische Kolloquium besteht in seiner damaligen Zusammensetzung nicht mehr, aber die Teilnehmer würden mir recht geben. Umbenennen kommt gar nicht in Frage. Gronig bleibt Gronig. Nix für ungut.

  • #16

    Schdani (Donnerstag, 22 November 2018 09:51)

    Guten Morgen Herr Schäfer (und Interessierte),
    ich bedanke mich sehr für Ihre Antwort und Antworten. Aber Sie können und wer kann es, das Rätsel um den Namen oder Begriff Gronig nicht einwandfrei klären. Wer könnte es je? Da ist ja tätsächlich der Spekulation Tür und Tor geöffnet. Und deswegen folgender Vorschlag.

    Erklärung:
    In Anbetracht des Offensichtlichen, der Tatsache nämlich, daß die inhaltliche Bedeutung des Namens oder Begriffes "Gronig" nicht feststellbar ist- "negativ" gesagt-, und als Ausdruck ihrer (doch) christlichen Gesinnung- positiv gesagt-, mögen der Ortsvorstand und die Einwohner der Momberggemeinde Gronig beschließen, daß selbiger Ort von nun an und fürderhin nach dem hl. Donatus benannt werden möge: St. Donatus oder abgekürzt St. Donat.
    Die amtliche Beurkundung der Neubenennung möge in der heimatlichen Mundart, in hochdeutscher sowie auch in französischer Sprache erfolgen.


    PS
    Mein (schon lange das zeitlich Gesegnete) Großvater aus "Grunich" würde, denke ich, dem zustimmen.