Gedanken zum internationalen Männertag 2018

 

Männertag, zum Glück ist er bald vorbei. Was hier unseren Autor geritten hat, wissen wir nicht. Wollen wir auch nicht wissen. Aber nur soviel:

Der Text ist für über 60-jährige nicht zu empfehlen, wohl aber ab 14 Jahre freigegeben, da die jungen ihrer Zeit 

vorauseilen:

 

Der November kann schon mal ein scheußlicher Monat werden. Draußen wird’s trüb, ein ständiges Grau in Grau wechselt sich ab mit einem ständigen Grau in Grau. Manchmal ist es so grau, dass Mann am liebsten nur noch zu Hause putzen möchte. Wobei wir schon beim ersten Ergebnis wären, welches neuste Studien zum Verhalten von Männern festgestellt haben. Männer, die zu Hause putzen, haben den besseren Sex! Passt und unterschreib ich sofort …

 

Heute ist Männertag (IMT), der internationale versteht sich. Es gibt noch einen weiteren, den Weltmännertag (WMT), der bereits am 3. November war. Da tun sich Fragen auf wie Abgründe im Grand Canyon. Wer zum Teufel noch mal hatte die grandiose Idee, diese Tage im November zu terminieren? Und warum benötigen wir gleich zwei?

 

Gehen wir dem Rätsel auf den Grund. Steigen wir beim Pferd von hinten auf. Während der WMT geschaffen wurde, um den gemeinen Mann - und den hundsgemeinen im Besonderen - auf die Risiken seiner Gesundheit hinzuweisen, geht es beim IMT darum, das Verhältnis zwischen den Geschlechtern zu verbessern.

 

Da möchte man doch glatt nackt durch den Ganges schwimmen, mit offenen Wunden am ganze Körper. Während der Weltfrauentag erfunden wurde, um die Gleichberechtigung der Frau voranzutreiben, also einen wahrhaften Sinn erfüllt, sollen wir gesünder Essen und auch noch den Müll rausbringen.

 

Dabei achten wir auf gesunde Ernährung. Säfte haben in der Regel nie mehr als 12 Vitamine, wohin ein Fernet Branca mindestens 27 Kräuter aus 5 Kontinenten enthält. Und unser Verhältnis zu Frauen, war noch nie so gut wie heute. Früher konnte ich keinen Grund benennen, warum ich mit einer Frau zweimal ausgehen sollte, seit es Brustimplantate gibt, hat sich auch hier meine Einstellung grundlegend geändert.

 

Ich bin aber überzeugt, dass man uns einfach nix mehr gönnen möchte. Deshalb finden die Weltmännertage auch in der kalten Jahreszeit statt. Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag. Alles im November. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

 

Jedenfalls sollte ich zu diesem Thema für die katholische Frauenzeitschrift »Der Beichtstuhl« ein Essay darüber schreiben und so gab mir die Chefredaktion einige »Ideen« mit auf den Weg, worum es im Allgemeinen gehen soll. Ich dachte so an Messwein und Spekulatius, um zumindest eine kleine Assoziation zum Medium herzustellen, aber dann wurde es echt gruselig.

 

Ich sollte so diversifizierte Regeln aufstellen, wie sich ein Mann im Bett zu verhalten habe. Sowas ähnliches wie: »Verabreden sie im Bett zu schweigen!« Wie soll das gehen? Habt ihr mal ne Frau kennengelernt, die schweigen kann? Im Bett? Das grenzt ja an Negrophilie! Andersrum, was soll ich da auch sagen? Ein paar sachdienliche Hinweise vielleicht? »Du Schatz, mein Bein schläft ein!«, oder so?

 

Auch meiner Ex-Freundin, der Gudrun, war Kommunikation unglaublich wichtig. Ständig lag sie mir in den Ohren: »Alex, wir müssen reden, damit unsere Beziehung reibungsfrei verläuft.« Als ob das was bringen würde! Physikalisch gesehen ist Reibungsfreiheit nämlich unmöglich. Gibt's praktisch nur im Weltall. Vermutlich wollte Gudrun mich deswegen auch ganz oft »auf den Mond schießen«.

 

Die Welt des Mannes ist nicht mehr was sie einmal war. Früher galt der Mann noch als etwas. Alte Märchen wurden erzählt und jeder von uns fand sich wieder, so wie es Charles Bukowski einmal in ganzer Schönheit formulierte:

 

»Es war einmal ein staatlicher Prinz, der die wunderschöne Prinzessin fragte, ob sie ihn denn nicht heiraten möchte. Aber sie schleuderte ihm ein cooles Nein entgegen.

Daraufhin lebte der Prinz viele Jahre glücklich und zufrieden und ging angeln und jagen und hing jeden Tag mit seinen Freunden rum, feierte und betrank sich so oft er wollte, spielte Dart, liess die Klobrille oben, den Rasen verwildern und hatte Sex mit Dirnen und der schönen Nachbarin, sang, furzte und rülpste nach Herzenslust und kratzte sich ausgiebig am Sack.«

 

Und wenn er nicht gestorben ist, dann kratzt er noch heute … Jedoch klingen die modernen Märchen heute ganz anders. So rezitierte Alice Schwarzer jüngst in einer Kolumne für den Playboy folgende Geschichte über die Frau von Heute:

 

»Es war einmal eine wunderschöne, unabhängige und selbstbewusste Prinzessin. Eines Tages beobachtete sie einen Frosch in einem Biotop auf der Streuobstwiese, unweit ihres eigenen Ökohauses, welches sie dank ihres Jobs als Hegefond-Managerin erworben hatte.

 

Da sprang der Frosch auf ihren Schoss und erzählte ihr, dass er einmal ein hübscher Prinz war, der von einer bösen Hexe verflucht wurde und wenn sie ihn küssen würde, dann würde er sich zurückverwandeln, sie heiraten und ihr seinen Haushalt im großen Schloss seiner Mutter vermachen, wo sie tagtäglich seine Mahlzeiten zubereiten dürfe, die Wäsche waschen und bügeln könne, seine Kinder gebären und großziehen dürfe und glücklich bis an ihr Lebensende wäre.

 

Aber an diesem Abend saß die Prinzessin mit einem Glas Grauburgunder leise lächelnd vor ihren lecker zubereiteten Froschschenkeln in einer leichten Zwiebel-Weißwein-Soße.«

 

Männer, wir haben echt verkackt! Wir sind gefühlt auf dem Weg nach unten. Klar kennen wir das, aber meist nur temporär, kurz bevor wir wieder zugedeckt werden. Es wird aber immer schlimmer. Vor allem, wenn man bereits im Geranienzeitalter angekommen ist, also von stehend zu hängend.

 

Das kann verwirren. Neulich erzählte mir ein Freund, dass er zu Hause auf der Couch saß, die Bundesliga verfolgte, und seine Frau fragte, wo sein Bier sei. Sie entgegnete ihm: »Hast du mal auf die Uhr geschaut?« »Klar!« sagte er, »aber da ist es auch nicht!«. O.k, das kann schon mal verwirren. Wahrscheinlich war er dehydriert oder unterhopft.

 

Aber seine Frau nutze das schamlos aus und fragte ihn im gleichen Atemzug: »Schatz, du hast schon lange nicht mehr das L-Wort zu mir gesagt.« Gut, nun sollte man in so einer Situation nicht unbedingt Langweilig sagen, aber er hatte es ja nur gut gemeint. Jedenfalls kaufte er ihr jetzt zu Weihnachten ne zweite Schippe, damit sie Paarschippen machen können.

 

Was aber passiert mit uns? Früher hieß es »Sex, Drugs und Rock’n’Roll« und heute? Heute haben wir Frauenquote, Rauchverbot und Laktoseintoleranz. Da gibts ne Band namens Revolverhelden und der Mini Checker am Frontmikro singt davon, dass er mit ihr Platten hören möchte, die er nicht mag, dass er für sie leise ist, wenn sie zu laut ist und dann geht er noch mit ihr in die schlimmsten Schnulzen. Sorry, Jungs benennt euch um. Pantoffelhelden wäre treffender.

 

Es ist aber auch ein Hauch von Hoffnung zu erkennen. Nun sollte man das Licht am Ende des Tunnels nicht überbewerten, es könnte sich ja auch zufällig um einen entgegenkommenden Zug handeln, aber auch die Steinzeit ist nicht aus Mangel an Steinen zu Ende gegangen. Wir müssen nicht zum alten Griechen werden und uns die Augen ausstechen.

 

Und so wird auch unsere Zeit nicht einfach zu Ende gehen. Wir Männer sollten uns einfach neu erfinden. Werden wir zu Metrosexuellen, lieben wir Frauen und ihre Pflegeprodukte. Gewöhnen wir uns beizeiten ab nach der Traumfrau zu suchen und wollen lieber eine, die keine Albtraum ist und wenn eine Frau mal nicht spricht, dann sollten wir sie auch nicht unterbrechen.

 

Heute ist der internationale Männertag! Also lasst ihn uns feiern. Und Männer, es gibt für alles einen Trick. Der Trick keinen Kater zu bekommen ist einfach nicht aufhören zu trinken. Und Fett verbrennen wir in dem wir den Grill anschmeißen. Es gibt auch keine schlechten Ideen, nur einen schlechten Willen sie in die Tat umzusetzen. Gefahrlos lässt sich Gefahr niemals überwinden und käme es auf den Bart an, so könnte jede Ziege predigen.

 

Habt ihr schon mal eine Betriebsanleitung für den Gebrauch eines Dudelsack gelesen? Das klingt wie eine Episode aus »50 Shades of Grey«. Bevor ich Euch also in den Feierabend verlasse, möchte ich Euch nicht vorenthalten, wie man selbst bei den einfachsten Dingen jede Menge Spass habe kann.

 

Kauft euch einen Dudelsack als Do-It-Yourself-Set. Selbst wenn ihr keine guten Bläser seid, so werdet ihr zumindest hier jede Menge Spaß haben, schließlich liegt das Schrauben ja in unseren Genen.

 

»Zuerst müssen Sie die Pfeife am Sack befestigen. Achten Sie darauf, dass der Schaft fest umschlossen wird und rütteln Sie einmal fest. Bevor sie mit dem Anblasen beginnen, müssen Sie den Sack mit einer Hand fest umschließen und kräftig pressen. Dann blasen Sie mit geschlossenem Mund stetig in die Pfeife, bis der Sack prall gefüllt ist. Dann nehmen Sie beide Hände und umschlingen gefühlvoll die Pfeife, während Sie mit den Fingern immer wieder leicht öffnen und schließen.

 

Bei fachgerechter Anwendung sollten nun die ersten Tönen erklingen. Diese mögen zu Beginn noch etwas schräg klingen, aber mit etwas Übung wird sich Ihr Ansatz stetig verbessern und Sie entwickeln ein Gefühl für den richtigen Ton. Nach etwa drei Monaten stetiger Übung, sollten Sie dem Gerät eine frohlockende Melodie entlocken können. Eventuell sind Sie dann auch schon soweit öffentlich auftreten zu können. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Sack viel Freude und Spaß beim blasen.«

Und wie schon der alte Cicero zu sagen pflegte:

»Meum est propositum in taberna mori.«
(Mögen wir alle der Vorstellung verfallen, 
einmal in einer Kneipe zu sterben.)

 

Euer Sandman

 

 

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