Freier Blick auf Güdesweiler wegen Borkenkäfer

Gemeinde Oberthal

In den letzten Tagen wurde verstärkt im Oberthaler Wald an verschiedenen Stellen, Bäume gefällt. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Fichten, ca. 1000 Festmeter, wie Förster Michel in einem Gespräch bestätigte. Bereits vor zwei Jahren

 

 

wurden an der gleichen Stelle, am steilen Hang von der Güdesweiler Kapelle her kommend, viele Fichten gefällt wegen des Borkenkäfers. Demnach war es nicht nur ein super Sommer fürs Freibad sondern auch ein super Sommer für Buchdrucker und andere Unterarten des gefürchteten Käfers.

 

,,Eine logische Konsequenz des trockenen Sommers", erklärt Michel. ,,Die Fichte kann sich nicht mehr wehren gegen den Borkenkäfer. Da kommen nicht nur eine Generation, sondern 2 oder 3 Generationen an Käfer zusammen, ein enormes Vermehrungspotenzial", fügt er hinzu. Die Käfer nagen Gänge unter der Rinde der Fichte und unterbrechen so die Wasserversorgung des Baumes. 

 

Und da die Fichte ein Flachwurzler ist, kommt sie auch nicht mehr an genug Feuchtigkeit ran. Auf die Frage hin, welche Bäume denn geeignet wären um den Prozess aufzuhalten, antwortete Michel, man habe vor zwei Jahren angefangen im Oberthaler Bruch, mit Eichensaat.

 

,,Wichtig ist, den Wald dringend zu erhalten", sagt er. ,,Denn ohne Wald würden die Temperaturen noch viel höher steigen". Das heißt, dass auch gleichzeitig der Meeresspiegel steigen würde. Ab einer Klimaerwärmung um zwei bis drei Grad gelten die Folgen als nicht mehr beherrschbar.

 

 

Zusätzlich hat man auch die Douglasie, ein in Nordamerika heimischer Nadelbaum als Fichtenersatz gepflanzt, da er resistenter gegen den Borkenkäfer sei. Aber auch eine Käferart, die in Nordamerika die Douglasie inzwischen befällt, hat man jüngst in einem Baumbestand der Douglasie in Berlin entdeckt, so Michel.

 

,,Bisher war diese Baumart, die auch tiefere Wurzeln hat als die Fichte, nicht vom Borkenkäfer befallen",  sagt Förster Michel. Die ersten Anzeichen für einen Befall sind größere Mengen grüne Nadeln auf dem Waldboden, braunes Bohrmehl auf der Rinde, Harzspuren am Stamm, rot-braun verfärbte Äste und schließlich abfallende Rindenstücke.

 

Zur Zeit wird in den meisten Wäldern auch in Rheinland-Pfalz überwiegend Käferholz geschnitten. Der Preis ist etwa um ein Drittel geringer als für gesundes Holz. Und wird das befallene Holz zu lange gelagert, besteht die Gefahr, dass sich zudem andere Schädlinge einnisten. Das drückt Qualität und Preis des Holzes weiter nach unten. 

 

Die geschlagenen Fichten aus unserem Oberthaler Wald gehen nun in Richtung Rammstein und Morbach in die großen Sägewerke und werden dort verarbeitet.

 

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