Säugling in Stall gefunden, Behörden ermitteln - eine satirische Weihnachtsgeschichte

Gemeinde Oberthal

Vor einigen Tagen bereits hat Dietmar Schröder, Küster der Oberthaler Kirche eine wunderschöne große Krippe aufgebaut, die aus vielen Naturmaterialien hergestellt

 

 

wurde. Mit viel Liebe zum Detail hat er Wege aus feinem Kies und Rindenmulch kreeirt, echtes Moos und Pflanzen mit Steinen benutzt und sogar die Figuren sind eingehüllt in feine Samt- und Leinestoffe. Dazu haben wir ein paar schöne Bilder gemacht.

 

Und natürlich gehört zu Weihnachten auch eine Weihnachtsgeschichte. Doch die kennen wir nun schon alle. Was wäre aber, wenn die Geschichte sich nicht vor über 2000 Jahren zugetragen hätte, sondern in der heutigen Zeit? Moralisch und rechtlich gesehen, wohl nicht vertretbar. Denn dann hätte man sicherlich den Schreiner aus Nazareth und seine unmündige Mutter festgenommen. Und das hätte sich so zugetragen:

 

In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden  von einem besorgten Bürger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust. Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war.

 

Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als Josef, ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die Sozialarbeiter abzuhalten. Josef, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert.

 

Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als angeblich ,,weise Männer" eines östlichen Landes bezeichneten. Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber in Besitz von Gold, sowie von einigen möglicherweise verbotenen Substanzen waren.

 

Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihnen angetragen, sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen Stellen zu vermeiden. Die mitgeführten Chemikalien wurden zur weiteren Untersuchung in das Kriminallabor geschickt.

 

 

Der Aufenthaltsort des Säuglings wird bis auf weiteres nicht bekannt gegeben. Eine schnelle Klärung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft. Auf Rückfragen teilte eine Mitarbeiterin des Sozialamts mit:  Der Vater ist mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nicht volljährig. ,,Wir prüfen gerade mit den Behörden in Nazareth, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen".

 

Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zur medizinischen und psychiatrischen Untersuchungen. Sie kann mit einer Anklage rechnen. Weil sie behauptet, sie wäre noch Jungfrau und der Säugling stamme von Gott, wird ihr geistiger Zustand näher unter die Lupe genommen. In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie steht: 

 

,,Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn dieser Glaube dazu führt, dass - wie in diesem Fall - ein Neugeborenes gefährdet wird, muss man diese Leute als gefährlich einstufen. Die Tatsache, dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden Ausländern verteilt wurden, vor Ort waren, trägt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken".

 

,,Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können". Zu guter Letzt erreicht uns noch diese Info:

 

Die anwesenden Hirten behaupteten übereinstimmend, dass ihnen ein großer Mann in einem weißen Nachthemd mit Flügeln (!) auf dem Rücken befohlen hätte, den Stall aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstag hoch leben zu lassen. Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung:  Das ist so ziemlich die dümmste Ausrede vollgekiffter Junkies, die ich je gehört habe.

 

Und in diesem Sinne, wünsche ich allen Lesern Frohe und besinnliche Weihnachten.

Bilder: I.Möller, D. Schröder

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Hilli (Montag, 24 Dezember 2018 11:42)

    Super geschrieben Liebe Isa, ich wünsche dir und deiner Familie gesegnete Weihnachten, und freue mich auf viele Berichte von dir im neuen Jahr.LG Hilli

  • #2

    Sozialamt Bethlehem (Montag, 24 Dezember 2018 12:20)

    Wie nun die Ermittlungsbehörden mitteilten, handelte es sich bei den drei beschriebenen „Ausländern“ um Paketboten von UPS, DHL und Hermes. Ein Beamter dazu: „Wir waren sehr überrascht als wir feststellten, dass es sich um Paketboten handelte. Bislang glaubten wir sie wären ein Mythos, wie der Yetti, schließlich wurden die auch noch nie wirklich gesichtet ...“