Groniger Bürger äußert sich zu Bischof Ackermanns Worten

Gemeinde Oberthal

Jüngst hat sich der Trierer Bischof Stephan Ackermann wohl ziemlich viele Gedanken um Politiker gemacht, denn er ist der Meinung, dass es mehr Politiker braucht, die sich erkennbar 

für das Gemeinwohl einsetzen. ,,Mein Wunsch wäre, dass Menschen in der Politik sind, denen man anmerkt: Nicht ihr Ego steht im Vordergrund", sagte der Bischof der dpa. Ackermann glaubt nicht, dass ein allgemeiner Werteverfall die Welt ergriffen habe. Er sehe aber die Menschenrechte, wie sie vor 70 Jahren verabschiedet wurden in einer Krise.

 

Dazu möchte sich Siegfried KLemm aus Gronig, der Gründungsmitglied der Initiative ,,Kirchengemeinde vor Ort", ist äußern:

 

,,Bravo Herr Bischof, wir brauchen also Politiker ohne Ego. Unser sehr geehrter Herr Bischof mag da wohl nicht ganz unrecht haben, aber was wir noch viel mehr brauchen würden, wären Kirchenfürsten ohne Ego. Wenn wir die Entwicklung im Trierer Bistum betrachten, müssen wir bei der gesamten Bistumsleitung, Selbstherrlichkeit, Überheblichkeit und Egoismus in allerhöchster Reinkultur feststellen. 

 

Die Bistumsleitung hat schon jede Menge Veranstaltungen und Events veranstaltet mit dem angeblichen Ziel, die Gläubigen auf den Weg in die Zukunft mitzunehmen. Absolute Fehlanzeige, es ging immer nur darum den Entschluss (Zerschlagung der Pfarrgemeinden) den die Bistumsleitung einmal getroffen hat, etwas schmackhafter zu machen. 

 

In allen Veranstaltungen ist der heftige Widerstand gegen die Auflösung der Pfarrgemeinden von der überwiegenden Mehrheit der Anwesenden zum Ausdruck gebracht worden. Mehr als ein Drittel aller Pfarreien hat sich der Initiative ,,Kirchengemeinde vor Ort", angeschlossen. Trotz aller Proteste muss leider festgestellt werden, dass der Bischof und seine Mitarbeiter nicht wirklich zugehört haben. 

 

Im Nachhinein darzustellen, die Synode habe die Auflösung und Zerschlagung der Pfarrgemeinden beraten, und beschlossen, ist schon abenteuerlich. Meines Wissens nach würde über die Zerschlagung und Vereinnahmung des Pfarrvermögens, nie diskutiert. Warum die Synodalen sich vor diesen Karren spannen lassen, ist schwer verständlich. 

 

Der Bischof sollte seine Äußerungen auch in Bezug auf sein eigenes Handeln überprüfen. Ich und viele andere tun es, und dabei kommt der Bischof nicht gut weg. Er sollte sich an seinen Taten messen lassen und nicht nur am Reden". 

 

Siegfried Klemm

 

 

 

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Kommentare: 12
  • #1

    Hilli (Mittwoch, 09 Januar 2019 17:46)

    Sehe ich genauso, ist doch alles schön längst beschlossen.

  • #2

    Schdani (Donnerstag, 10 Januar 2019 09:18)

    Man kann sich fast nicht zu diesen Bischofsworten äußern.

    Aber ein wenig erstaunt kann man da sein, in Anbetracht der Tatsachen, daß er seinen eigentlichen Hirtenpflichten, Schutz der Herde vor den Wölfen allgemein gesagt, doch gar nicht wirklich nachkommt- und das ungeachtet der Thematik der Auflösung von Pfarreien.
    Ich könnte jetzt eine ganze Litanei heruntersagen und aufzählen wo es hakt in der Glaubensverkündigung, da die Lehren von ihm auch nicht so wirklich beachtet werden in seiner Verkündigung.
    Vielmehr hat er sich selber, fast untertrieben gesagt, ein gutes Stück weit verweltlicht, paßt sich den Zeitgeistern an wo es nur geht. Wo war sein Aufschrei als der Bundestag die gotteswidrige und menschenfeindliche "Ehe für alle" beschlossen hatte, im Sommer 2017? Nichts habe ich gehört. Und noch vieles andere könnte ich sagen.
    Das Austeilen kann er bleiben lassen.

  • #3

    DietmarG (Freitag, 11 Januar 2019 08:12)

    Ich unterstütze unseren Bischof Herrn Stephan Ackermann in seiner Aussage. Jeder Mensch sollte ein Ego haben, auch ein Bischof. Ohne Ego wäre man wie ein willenloses Schaf, das man überall hinführen könnte. Man sollte es nicht in den Vordergrund stellen, aber auch nicht nach hinten; denn es heißt: "Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst." Somit steht mein Ego auf gleichem Niveau, mit der Liebe zu meinem Nächsten.

    Zu der anstehenden Kirchenreform "Pfarrei der Zukunft":
    Gestern ging durch die Nachrichten, von der Umorganisation hin zu 35 Großpfarreien solle zuerst mit 13 Pfarreien begonnen werden, darunter fallen u. a. die neuen Pfarreien St. Wendel und Tholey, wozu auch unsere Pfarreiengemainschaft gehören wird. Ich erwarte mit Spannung diesen Termin.
    Ich sehe eine große Chance, dass neues Kirchenleben unter den Laien in den Orten entstehen kann. Aus dem derzeitigen Pfarrgemeinderat St. Stephanus sind Stimmen zu hören, dass diese nach deren notwendigen Auflösung weiterhin für die Pfarrei ehrenamtlich aktiv sein wollen. Dass sie das gut können, haben sie vielfältiger Weise schon bewiesen, insbesondere nach der Wiedereröffnung der Kirche St. Stephanus in Oberthal nach dem Brand.
    Vivat Jesus!

  • #4

    Schdani (Freitag, 11 Januar 2019 10:12)

    @DiemarG

    Hatte Christus ein EGO? Ist Gott aus EGO Mensch geworden, uns zu befreien von Sünde, Satan und Tod - oder aus Liebe? Hat Christus den bitteren Tod aus EGO erlitten oder aus Liebe? Vielen Christen ist das offenbar gar nicht mehr bewußt- aus freier, ungeschuldeter Liebe hat ER sich, durch Sein Geschöpf, sogar kreuzigen lassen, um uns zu erlösen- zu lösen von Schuld und Sünde, aber jeder Mensch muß dazu seinen eigenen Beitrag leisten, und ein Bischof hat den Glauben und Lehren ungekürzt zu verkünden und sich nicht dem Bösen anzupassen.

    An der beabsichtigten Auflösung so vieler Pfarrgemeinden geben sie sich selber das Zeugnis: "an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen".

  • #5

    Schdani (Freitag, 11 Januar 2019 10:13)

    @DietmarG, soll es heißen.

  • #6

    Max (Freitag, 11 Januar 2019 12:22)

    guten Tag, bei so vielen Kommentaren hab ich mal gegoogelt was die DPA schrieb:
    Trier (dpa) - Deutschland braucht nach Ansicht des Trierer Bischofs Stephan Ackermann mehr Politiker, die sich erkennbar für das Gemeinwohl einsetzen. «Mein Wunsch wäre, dass Menschen in der Politik sind, denen man anmerkt: Nicht ihr Ego steht im Vordergrund», sagte Bischof Ackermann in Trier der dpa. Ackermann glaubt nicht, dass «ein allgemeiner Werteverfall die Welt ergriffen» habe. Er sehe aber die Menschenrechte, wie sie vor 70 Jahren verabschiedet wurden, «in einer Krise».

    Sein Aufsetzpunkt ist nicht die eigene Person und der eigene Vorteil etc. sollten beim politischen Handelnden im Vordergrund stehen.... das ist seine Meinung dazu...


    dazu mag man geteilter Meinung sein.... und es gibt Politiker, die machen das so (siehe unsere Frau Merkel), andere eher nicht... Ich erübrige mir Beispiele. die findet man von Zeit zu Zeit in der Tagespresse oder später auf Vorstandsetagen.....

    Der Bogen zur Reform/Reorganisation der Pfarreien ist sehr weit gespannt...
    Also macht das Bistum diese, weil es das Ego eines Entscheiders so haben will? und er sich damit einen persönlichen Vorteil verspricht? Ohne die beteiligten/handelnden Personen persönlich zu kennen, scheint mir das sehr weit gegriffen ;-)

    in diesem Sinne ein besinnliches WE!





  • #7

    DietmarG (Freitag, 11 Januar 2019 13:46)

    @Schdani

    Die Vorderung unseres Gottes an seine Geschöpfe, uns Menschen lautet aber immer noch "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst". Logischerweise werde ich meinen Nächsten nach dieser Forderung mehr lieben könnnen, je größer meine Liebe ist zu mir selber, der Person, die der Herr beim Namen gerufen hat. In diesem Sinne wünsche ich mir ein "starkes Ego", um mich dann zu mühen, meinem Nächsten meine Liebe, meine Hingabe angedeihen zu lassen.
    https://www.bibleserver.com/search/EU/den%20n%C3%A4chsten%20lieben/1

    Hatte Jesus ein Ego? Seine Liebe zu uns Menschen entspringt seinem Ego. Wer glaubt, ohne Ego lieben zu können, der irrt. Ein Haustier, z. B. ein Hund, kann einem Menschen treu sein; lieben kann er ihn nicht, er hat ja kein Ego. Zum Lieben gehört eine freie Entscheidung, die ich jedem Geschöpf ohne Ego abstreite.

  • #8

    DietmarG (Freitag, 11 Januar 2019 14:17)

    @Schdani

    Noch ein Nachtrag, ob Christus ein Ego hatte. Philipper 2,8
    "er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz."

    Sich erniedrigen und gehorsam sein bedarf eines starken Ego, also eines starken Selbsbewusstsein.
    Wer sehr selbstverliebt ist, der hat auch ein starkes Ego. Somit ist ein Ego zu besitzen menes Erachtens zumindest eine Fähigkeit aber keine Wertung.

  • #9

    Schdani (Samstag, 12 Januar 2019 10:47)

    Bischof Ackermann versteht unter "Menschenrechte" nicht die Gebote Gottes und Lehren der Kirche in der Umsetzung auf das Leben der Christen. Ganz im Gegenteil: er macht ja alles, die Gebote und Lehren zu verwischen und sie zu verleugnen und das Böse und Verkehrte wie etwa den Ehebruch zu tolerieren und Ehebrechern verbotenerweise die hl. Eucharistie zu spenden und nun auch verbotenerweise Protestanten; von der Förderung und Tolerierung von Sodomie ganz zu schweigen, usw usw. - so wie der Großteil der deutschen Bischöfe mitsamt Papst Franziskus an der Spitze.

    Bischof Ackermann wäre sicher ein "guter", mainstreammäßiger Politiker geworden. Als Bischof ist er leider eine Fehlanzeige. Ein Hirte, ein Vater, der die ihm anvertraute Herde, die Familie Jesu, vor den Wölfen schützt, ist er bislang nicht gewesen. Man kann und sollte jeden Tag für ihn beten.

  • #10

    DietmarG (Samstag, 12 Januar 2019 15:21)

    Von dem zuletzt über unseren Herrn Bischof Stephan Ackermann Gesagtem distanziere ich mich auf Äußerste. Es liest sich für mich, so heute leider oftmals in den Medien üblich, wie eine Hassrede. Schade, lieber "Schdani", auf diesem Niveau werde ich mich nicht mehr mit Ihnen austasuchen wollen. Besinnen Sie sich und machen Sie es gut!

  • #11

    Schdani (Montag, 14 Januar 2019 09:13)

    Noch ein Weiteres:
    Herr Bischof Ackermann spricht regelmäßig nicht von der Heiligkeit des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, die seit langem schon mit Füßen getreten wird, leider. Wie kann man nicht einen "allgemeinen Werteverfall" erkennen? Wie nicht von einer "Kultur oder Unkultur des Lebens" sprechen?

    Der Mutterleib ist mit der gefährlichste Ort, und besonders die Frauen, aber auch Männer sind mit Leidtragende. Wo mahnt die Kirche die Politiker aller Parteien wie auch die verantwortliche Justiz und die Medien nicht zu vergessen, sich der Ungeborenen anzunehmen und sie wirkungsvoll zu schützen, indem das blutige Handwerk verunmöglicht wird? Wann setzt sich die Kirche, und ich füge hinzu die protestantischen Gemeinschaften etc., für ein Kindergeld ein, etwa wenigstens 500-700€/Monat und für einige Jahre, so daß junge Eltern sich auch für ein Kind bzw. Kinder leichter entscheiden könnten? Geld ist genügend vorhanden. Warum setzt sich die Kirche (Bischöfe und Priester, wie auch die Laien) nicht dafür ein, daß Mütter und Väter Mütter und Väter sein können, ihre eigenen Kinder also auch bei sich zu Hause haben können, wenn`s geht, wie es dem Kindeswohl entspricht, immer schon entsprochen hat und immer entsprechen wird, wenn schon die Parteien in der Regel damit nichts zu tun haben wollen?

    Und gegen Ende des Lebens der Menschen ist das Leben ebenfalls zunehmend gefährdet. Immer wieder liest man von Vorkommnissen in Pflegeheimen. Dort erfahren Hilfsbedürftige Wasser- und Nahrungsentzug und/oder werden mit Medikamenten traktiert, die dann wie gewünscht zum Tod führen. Auch hier haben die Kirche und alle anderen die Pflicht, solche Dinge anzusprechen und die Heiligkeit des menschlichen Lebens in Erinnerung oder ins Bewußtsein zu rufen. Da ist die Politik ebenfalls in der Pflicht.

  • #12

    Schdani (Donnerstag, 17 Januar 2019 11:01)

    Worum es hier eigentlich geht oder: die anvisierte Schließung der Pfarreien ein äußerliches Merkmal als Ergebnis einer "Theologie des Modernismus". Der niederländische Wissenschaftler Gerard Verschuuren hat in seinem neuen Buch- The Myth of an Anti-Science Church: Galileo, Darwin, Teilhard, Hawking, Dawkins – dazu Folgendes gesagt (ich habe versucht, dies verständlich und inhaltsgetreu zu übersetzen):

    "What Modernism basically does is to harness religious belief and practice to the cultural modes and whims of civilization in any given era by asserting that there is no permanent datum of faith, no dogma, and no fixed belief in Catholicism. This means that, due to new developments in society and science, the Church can deny in one age what she had affirmed in a previous age as essential dogma. Modernism is the preservation of the formulae of doctrine emptied of their meaning, in order to adapt the Faith of the Church to the alleged requirements of modern society.
    Not surprisingly, in the eyes of the Church, Modernism and Catholicism cannot possibly live in the same religious house. Catholicism acknowledges that what was true in Church doctrine yesterday cannot be false today, and what was immoral yesterday cannot be moral today. Modernists, in contrast, seem to have lost faith in their Faith and its orthodoxy; Charles Péguy called them people who no longer believe what they believe. Therefore, Modernism has been condemned by the Church on several occasions for trying to transform Catholicism from the inside".

    Der Modernismus spannt grundsätzlich den religiösen Glauben sowie die religiöse Praxis im Hinblick auf kulturelle Moden und Launen der Gesellschaft zu irgendeiner gegebenen Zeit für sich ein und behauptet, es gäbe keine permanente Glaubensgegenwart (datum of faith), kein Dogma und keinen feststehenden Glauben im Katholizismus. Das heißt, daß, in einer Angleichung zu neuen Entwicklungen in Wissenschaft und Gesellschaft, die Kirche in einer bestimmten Zeit bzw. Epoche dasjenige verneinen und bestreiten kann, was sie in einer früheren Zeit als wesentliche Lehre erklärt und vorgegeben hatte. Modernismus ist die (äußerliche) Bewahrung der Glaubenslehren bei gleichzeitiger Entleerung ihrer Inhalte, um den Glauben der Kirche anzupassen an die vermeintlichen Erfordernisse der modernen Gesellschaft.

    Es ist deswegen nicht überraschend, daß in kirchlicher Sichtweise Modernismus und Katholizismus 2 unterschiedliche Dinge sind, die nicht miteinander koexistieren können (live in the same house). Nach katholischem Standpunkt ist das, was gestern wahr gewesen ist, heute nicht falsch sein kann. Und das, was früher unmoralisch war, kann heute nicht als moralisch gelten. Im Gegensatz dazu scheinen die Modernisten ihren Glauben in den GLAUBEN und seine Heilsgewißheit (orthodoxy) verloren zu haben; Charles Péguy (ein frz. Schriftsteller) nannte sie Menschen, die nicht mehr glauben was sie glauben. Deswegen ist der Modernismus von der Kirche bereits mehrmals verurteilt worden, weil er versucht, den katholischen Glauben von innen her (unter äußerlicher Beibehaltung des Wortlautes der Lehren) umzuwandeln.