CDU und SPD schenken sich nichts in ihrer Haushaltsrede in Oberthal 2019

Gemeinde Oberthal

 

Die Kommunalwahlen stehen vor der Tür und beide Parteien CDU und SPD schenken sich nichts in ihrer Haushaltsrede, die diese Woche im Rathaus stattfand. Als neutrale Plattform werden natürlich 

 

beide Reden veröffentlicht: 

Dirk Schäfer, hat in seiner nachfolgend veröffentlichten Haushaltsrede 2019 die angestrebten Ziele sehr deutlich auf den Punkt gebracht! Wir packen es an! 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Rausch, 


werte Kolleginnen und Kollegen im Rat, sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die Jahre 2016 mit einem Überschuss von rund 410.000 € und 2017 mit einem Überschuss von rund 870.000 € und die Tendenz zumindest einer schwarzen Null in 2018 haben gezeigt, dass sich die Gemeinde Oberthal mit den beschlossenen und umgesetzten Maßnahmen auf einem guten Weg befindet. Einmalige Effekte, wie beispielsweise Auflösungen von Rückstellungen, mögen hierzu sicherlich auch beigetragen haben. 


Die Liquiditätskredite konnten in den Jahren 2016 und 2017 jeweils um rund 1 Mio. € reduziert werden. 
Der Verwaltung ist es erneut gelungen einen soliden Entwurf für den Haushalt des laufenden Jahres vorzulegen, der uns, wenn auch einen geringen, Gestaltungspielraum gibt. Im Mittelpunkt des 2019er Planes stehen Investitionen und investitionsähnliche Mittel zur Verfügung, welche die Gemeinde Oberthal weiter voranbringen werden.


In dieser Haushaltsposition sind rund 2,3 Mio. Euro geplant. Größter Brocken mit rund 1 Mio. € ist das Projekt „Revitalisierung Imweiler Wies“, welches in diesem Jahr den Abschluss finden wird. Mit diesem Projekt wurde nicht nur das langjährige Problem des Hochwasserschutzes gelöst, sondern auch positive Synergien im Bereich der Infrastruktur sowie Lebens- und Wohnqualität erreicht.


Die erforderliche Dachsanierung der gemeindeeigenen Kita/Turnhalle und Feuerwehr in Güdesweiler wird mit 278.000 € veranschlagt. Geplant sind weitere 194.000 € an Ersatzbeschaffungen für den reibungslosen Betrieb des Bauhofs. Zur Modernisierung der Kompostieranlage auf Grundlage neuer gesetzlicher Gegebenheiten sind im Haushalt 2019 rund 100.000 € bereitgestellt. 


Weiter werden wir die Urnengrabstätten auf den Friedhöfen erweitern. Hier wird auch seitens der CDU angeregt, sich in den Gremien der Ortsräte sowie dem Gemeinderat andere Bestattungsformen zu beschäftigen und deren Umsetzungsmöglichkeiten zu prüfen und ggf. zu realisieren. Ein erster Auftrag hierzu wurde an die Verwaltung gerichtet.


Im Bereich der Sanierungs- und Unterhaltungsmaßnahmen werden wir rund 360.000 € in die Hand nehmen. Hiervon profitieren alle Gemeindeteile.
Es gilt weiter im Bereich der kommunalen Zusammenarbeit Synergien zu finden und Einsparungen zu erreichen, allerdings ohne den Service für unsere Bürgerinnen und Bürger vor Ort merklich zu verschlechtern.


Auch hier befinden wir uns weiter auf einem guten Weg. Dies ist auch dem guten Miteinander der Bürgermeister und des Landrates, auch parteiübergreifend, zu verdanken. Es ist sicherlich nicht immer möglich Kooperationen für alle Kommunen gleichermaßen und gemeinsam zu finden, aber dennoch wird dies dann in kleineren Zusammenschlüssen umgesetzt und gelebt und auch fortgeführt.


Die Gemeinde Oberthal hat, im Vergleich der Kreisgemeinden, den mit Abstand niedrigsten Stand an Kassenkrediten und somit in dieser Sparte auch die niedrigste pro Kopfverschuldung in Höhe von 1.572 €. 


Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir bei den Investitionskrediten in diesem Ranking an Platz 1 liegen. Rechnet man allerdings die Beteiligung am Windpark mit rund 885.000 € heraus, so nähern wir uns dem Schnitt der anderen Kreiskommunen an. Zudem haben wir frühzeitig auf Ersatzneubauten statt ewiger nicht kalkulierbarer Reparaturen gesetzt. So z.B. beim Rathaus, der Grundschule und dem Bauhof.

 

Dafür haben wir heute einen soliden Gebäudebestand mit niedrigeren Unterhaltungskosten, was die Investitionen der Vergangenheit rechtfertigte und Investitionen in der Zukunft erheblich reduziert. Hier wurde also vorausschauend zum Wohl der Gemeinde gehandelt. 


Sicherlich bringt der Saarlandpakt eine Erleichterung für die Kommunen im Land. Final müssen allerdings die Fakten für die Gemeinde Oberthal abgewartet werden. 
Langfristig werden Zinsen auf Kredite gespart, allerdings darf man nicht aus den Augen verlieren, dass auch wir die verbleibenden Kassenkredite nach Vorgabe des Saarlandpaktes binnen 45 Jahre zurückzahlen müssen. Dies sind nach jetzigem Stand rund 100.000 € jährlich zusätzlich an Tilgungen welche aufgebracht werden müssen. Hier ist unser Gremium gefragt, entsprechende Beschlüsse zu fassen.


Für den Bereich Investitionen hält die CDU in Oberthal nach wie vor an ihrem Konzept fest, Schwerpunkte in allen Ortsteilen zu setzen und diese sukzessive abzuarbeiten. Bisher wurden Anliegen der Ortsvorsteher und der Ortsräte, sofern nicht bereits Mittel im Haushalt eingestellt waren, immer seitens des Bürgermeisters und der Verwaltung geprüft und nach Möglichkeit einvernehmlich mit den Gremien umgesetzt. Diese Vorgehensweise ist aus unserer Sicht nach wie vor die Richtige. 


Die Schwerpunktthemen der CDU werden in den kommenden Jahren im Bereich Baulanderschließung, Erhaltung der Infrastruktur, Ausbau und Förderung des Tourismus sowie der Umwelt und Natur in allen vier Ortsteilen liegen.
Dank gebührt an dieser Stelle allen Zuschussgebern aus Land und Bund, ohne deren Unterstützung einige Projekte nicht umsetzbar wären. Ein weiterer Dank geht an unseren Landtagsabgeordneten Herman Scharf und Bürgermeister Stephan Rausch für deren Einsatz und Fürsprache bei den Zuschussgebern. 


Wir sagen an dieser Stelle auch allen Dank, die sich ehrenamtlich in Vereinen und Verbänden engagieren und somit einen Beitrag leisten, dass die vier Ortsteile eine lebendige und lebenswerte Gemeinde bilden. Wir befinden uns auf einem guten, aber dennoch steinigen Weg mit Blick auf die Haushaltsprognosen der Folgejahre. Die CDU in der Gemeinde Oberthal hält daher am eingeschlagenen Kurs fest und wir stehen weiterhin für Kontinuität und Zukunftssicherheit in unserer Gemeinde mit ihren vier liebens- und lebenswerten Ortsteilen.

 

Grundlage der positiven Entwicklung bildeten die Grundsatzentscheidungen zur Gestaltung im Ortszentrum von Oberthal in den 1990 Jahren, welche durch die CDU- Mehrheit gegen die Stimmen der SPD durchsetzte.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Rausch, sehr geehrter Herr Klemm, wie immer bedanken wir uns auch bei Ihnen und ihrem Team der Verwaltung für die Vorbereitung des Haushaltes, dem die CDU-Fraktion in der vorliegenden Form zustimmen wird.

 

 

 

Haushaltsrede 2019 des Vorsitzenden der SPD-Gemeinderatsfraktion, Uwe Schäfer.

Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren,

ich konzentriere mich auch dieses Jahr wieder auf die politischen Implikationen des Haushaltsentwurfs und der Haushaltssatzung. Gleich vorneweg: Der Kämmerer hat seine Arbeit wieder einmal tadellos gemacht und das Allermeiste im Gemeinderat wurde einvernehmlich geregelt. Stellvertretend für vieles möchte ich das Großprojekt „Imweiler Wies“ nennen, das demnächst in den letzten Bauabschnitt geht. Die häufigen einstimmigen Entscheidungen hängen auch damit zusammen, dass die Gestaltungsspielräume verschwindend gering geworden sind.

 

Dass es im Gemeinderat viele gemeinsame Interessen gibt, ist unbestritten. Es gibt aber auch – Gott sei Dank - Punkte, die die Fraktionen unterscheidbar machen. Gestatten Sie mir zu Ende der Legislaturperiode, auch den ein oder anderen Aspekt herauszugreifen, der in den letzten fünf Jahren wichtig war. 

 

Dass wir es in Oberthal bzw. im gesamten Saarland ohne Hilfe von außen nicht schaffen werden, den Schuldenberg abzutragen, habe ich für die SPD-Fraktion schon des öfteren dargelegt.

 

Mit Hilfe von außen meine ich beispielsweise die – zumindest teilweise - Übernahme der Kosten des Pflegeheims, wenn alte Menschen ihren Platz nicht bezahlen können. Hilfe von außen kann auch anders aussehen und sie kommt in Gestalt des Saarlandpakts. Dieser Kompromiss zwischen Saarlandkasse der CDU und Kommunalpakt plus der SPD geht die wesentlichen Probleme im Zusammenhang mit den Kassenkrediten an:

die hohen Altschulden, die anhaltende Investitionsschwäche und das strukturelle Defizit. 50 Millionen Euro fließen ab 2020 zur Unterstützung der klammen Kommunen, davon werden 30 Millionen zur Tilgung von Altschulden eingesetzt, die restlichen 20 Millionen verbleiben für Investitionen. Das Land übernimmt also die Hälfte der Kassenkredite der Kommunen, zahlt diese über 45 Jahre ab und fordert gleichzeitig Sparanstrengungen der Kommunen.

Ein fairer Kompromiss, dessen sozialdemokratische Handschrift unverkennbar ist; ein Kompromiss, der uns in Oberthal zwar nicht auf Rosen bettet, aber doch mehr Luft zum Atmen gibt. Auch sehr positiv werte ich die Tatsache, dass das Land mittelfristig die Hälfte der Kitagebühren übernimmt.

Möglich wurde das durch das Gute-Kita-Gesetz, das ebenfalls die SPD sich auf die Fahnen schreiben kann. Das ist ein wichtiges Signal; es bewegt sich was bei den Kitas. Auch in Oberthal geht es hier voran, denn die CDU hat ihre frühere Blockadehaltung aufgegeben und sperrt sich nun nicht mehr gegen die Einrichtung einer auf Dauer angelegten Berufspraktikantenstelle in unserer kommunalen Kita. 

 

Das freut uns sehr. Auch eine späte Einsicht ist schließlich eine Einsicht. Es erinnert ein wenig an die Salamitaktik der CDU bei den Urnenwänden, die es ohne die SPD in der Gemeinde Oberthal heute nicht gäbe.

 

Die Große Koalition im Bund hat einen Koalitionsvertrag beschlossen, der für die Kommunen viel Positives enthält. Erwähnt seien hier die Fortsetzung der Städtebauförderung, die Sicherung der kommunalen Steuerquellen. Wir hätten uns als Kommunalpolitiker sicherlich an der ein oder anderen Stelle etwas mehr gewünscht, beispielsweise eine weitere Entlastung bei den Sozialausgaben.

 

Zur Mitte der Legislaturperiode ist eine Evaluation der gesteckten Ziele vorgesehen. Dieser Evaluation sehen wir mit Spannung entgegen, denn sie birgt viel Interessantes für die Kommunen. Betrachten wir das am Beispiel der Schaffung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter. Ohne Zweifel ist das im Prinzip zu begrüßen. Aber ich erinnere mich noch gut an die Einführung des Rechtsanspruchs im vorschulischen Bereich.

 

So etwas ist auf Bundesebene schnell beschlossen, und die Kommunen dürfen sehen, wie sie dann damit klar kommen. Beim Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter, der bis 2025 verwirklicht werden soll, heißt es im Koalitionsvertrag: „(...) Dabei wird der Bund sicherstellen, dass insbesondere der laufenden Kostenbelastung der Kommunen Rechnung getragen wird.“ Was dieses „Rechnung tragen“ - übrigens ein in diesem Zusammenhang hoffentlich nicht wörtlich zu verstehender Ausdruck - in konkreten Zahlen bedeutet, wird sich zeigen.

 

Im Bericht der Arbeitskammer an die Regierung des Saarlands heißt es in der Ausgabe von 2018, eine Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ solle Vorschläge zur Entlastung notleidender Kommunen mit Demographieproblemen erarbeiten. Man darf gespannt sein.

 

Hier sind jedenfalls die kommunalen Spitzenverbände aufgerufen, wachsam zu sein und die Interessen der Städte, Gemeinden und Gemeindeverbände energisch zu vertreten. Was die saarländischen kommunalen Spitzenverbände angeht: Ich würde es begrüßen, wenn SSGT und der Landkreistag mehr an einem Strang zögen und sich weniger Showkämpfe liefern würden. Dabei geht es augenscheinlich nicht immer um die beste Lösung vor Ort, sondern um die Sicherung der jeweils eigenen Pfründe.

 

Da stört es auch nicht, dass Schlagworte Argumente ersetzen. Ich erinnere nur an die Aussage des Landkreistages, man strebe auch die Übernahme der Trägerschaft der Grundschulen an, um „eine Bildungspolitik aus einem Guss“ umsetzen zu können. Seit wann betreiben die Gemeindeverbände denn Bildungspolitik? Es kann hier doch nur um kleinere Synergieeffekte bei der Schulbuchausleihe oder beim

 

Gebäudemanagement gehen. Dieser publikumswirksam aufgeblasene, emotionsgeladene Aufhänger des Positionspapiers des Landkreistages hat eine sachliche Auseinandersetzung mit den mitunter diskussionswürdigen Aspekten der Vorschläge erschwert. So wird beispielsweise eine kommunale Kita gGmbH analog zur katholischen Kita gGmbH gefordert, eine Position, die ich hier für die SPD-Fraktion schon oft erläutert und befürwortet habe. Die Zukunft wird zeigen, was inhaltlich bei den zu führenden Gesprächen der kommunalen Spitzenverbände mit dem

 

Innenministerium herauskommt. Generell befürworten wir als SPD-Fraktion dabei nach wie vor die interkommunale Zusammenarbeit, jedoch nicht als Allheilmittel und nicht mit der Brechstange, denn die IKZ führt nicht immer und nicht zwingend zu Einsparungen. Da aber, wo sie es tut, wo sie Verwaltungsabläufe vereinfacht und wo sie den Service für die Bürgerinnen und Bürger qualitätsmäßig verbessert, sollten wir sie nutzen. Selbstverständlich, ohne die eigene Identität aufzugeben. Nicht von ungefähr hieß unser Motto in einer Zeit, in der man fast täglich in der Zeitung von Zusammenlegungen von Kommunen lesen konnte: „Unabhängig. Eigenständig. Herzenssache.“ Dies gilt heute mehr denn je.

 

Mir persönlich geht es bei der Beschreibung der Handlungsfelder und der Umsetzung der interkommunalen Zusammenarbeit viel zu langsam. Schließlich beschäftigen wir uns schon viele Jahre mit dem Thema. Aber ich möchte meine Meinung nicht verabsolutieren. Ein Freund, der in der öffentlichen Verwaltung arbeitet, meinte dazu lakonisch, es gehe für Verwaltungsverhältnisse sogar relativ zügig. Vielleicht kommt es hier auf die Perspektive an.

 

Wir wissen aus der Organisationssoziologie, dass jedes System sich erst einmal selbst erhält. Daher gibt es große Beharrungskräfte in den Verwaltungseinheiten, die es zu überwinden gilt. Dass es möglich ist, zeigt ein simples Beispiel aus der Gemeinderatsarbeit. Bei der Verabschiedung der Hundesteuersatzung lagen die Vorstellungen von Verwaltung und Gemeinderatsfraktionen auseinander und schließlich setzte sich der politische Wille gegen die Beharrungskräfte durch.

 

Ein überraschender Nebeneffekt trat hierbei auch noch auf. Die von mir in meiner letztjährigen Haushaltsrede vermuteten, potentiellen Lernprozesse der Mehrheitsfraktion fanden auf administrativer Seite statt. Machen Sie ruhig weiter so, Herr Bürgermeister, und überraschen Sie uns von Zeit zu Zeit.

 

Sicher, es handelt sich bei dem Befreiungstatbestand, auf den ich gerade im Zusammenhang mit der Hundesteuersatzung angespielt habe, um einen kleinen Geldbetrag. Aber ich habe schon seinerzeit in den Ausschussberatungen erklärt, dass es für die SPD-Fraktion hier um ein Zeichen der Wertschätzung ging, in diesem Falle für die Jäger. Auch das kann und soll Aufgabe der Kommunalpolitik sein.

 

Und ja, es war Symbolpolitik, aber bewusst und im besten Sinne des Wortes. Um Wertschätzung ging es der SPD-Fraktion auch bei der Forderung nach einem Budget für die Ortsräte. Zuerst allseits begrüßt, dann aber häuften sich die Rückzieher. Schließlich kam der Vorschlag ja von der SPD und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, dauerte es auch hier ein paar Jahre, bis schließlich die Mittel für die Ortsräte erhöht wurden. Die einzelnen Haushaltspositionen sind dabei gegenseitig

 

deckungsfähig, nur investive Maßnahmen sind ausgeschlossen, ein Ortsratsbudget light also. Für die Ortsräte aber ist es wichtig und vor allem für die Bürgerinnen und Bürger, die sich entscheiden, für die Ortsräte zu kandidieren. Es festigt die Motivation, sich in der kommunalen Selbstverwaltung einzubringen.

 

Es wäre auch möglich gewesen, in anderem Zusammenhang ein Zeichen zu setzen. Bereits vor Jahren hat die SPD-Fraktion vorgeschlagen, den Topzuschlag für die Ortsvorsteher abzuschaffen. Wie will man denn der Bevölkerung erklären, dass es sich eine Gemeinde, die finanziell mit dem Rücken an der Wand steht, leisten kann, den Ortsvorstehern einen Topzuschlag von 25 Prozent zu zahlen? Ein Zuschlag, der meines Erachtens nicht zu rechtfertigen ist, denn wir reizen bei der

 

Aufwandsentschädigung für die Ortsvorsteher bereits den gesetzlich möglichen Höchstbetrag aus. Einverstanden. Warum aber dann noch einen Zuschlag von 25 Prozent? Über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg sind das 39000€. Dieses Geld könnte man an anderer Stelle sinnvoller verwenden, zum Beispiel bei der Ausstattung der Grundschule oder der Kita.

 

Was die Frage der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer angeht, so ist Folgendes festzustellen. Im Durchschnitt lag das Saarland 2017 bei den Grundsteuerhebesätzen auf Platz 5 der 13 Flächenländer, bei der Gewerbesteuer auf Platz zwei. In Oberthal lag die Grundsteuer B bei 390 – jetzt bei 400 - und die Gewerbesteuer bei 415 Prozentpunkten. Den Bürgerinnen und Bürgern und den Gewerbetreibenden ist in den letzten Jahren schon in die Tasche gegriffen worden.

 

 

Von Seiten der Verwaltung wird immer anhand eines sehr günstigen Beispiels vorgerechnet, es handele sich ja nur um kleine Beträge und in der Summe um minimale Erhöhungen. Bei solchen Rechnungen weiß derjenige, der sie vorträgt, dass es auch andere Beispiele und Parameter gibt und dass, wenn man die Erhöhungen über die Jahre verfolgt und nicht immer bloß auf das Vorjahr bezieht, eine stattliche Summe herauskommt, die der Steuerzahler weniger zur Verfügung hat.

 

 

Wir haben als SPD-Fraktion die Erhöhung der Realsteuerhebesätze im Ausschuss auch deshalb nicht mitgetragen, weil wir wissen, dass nach dem Bundesverfassungsgerichtsurteil eine gesetzliche Neuregelung bis Ende 2019 geschaffen werden muss, die die bestehende Ungerechtigkeit beendet. Durch eine Erhöhung der Grundsteuer noch vor der gesetzlichen Neuregelung verschärft man diese Ungerechtigkeit noch. Das wollten wir als SPD-Fraktion nicht mitmachen. Deshalb haben wir dagegen gestimmt. Deshalb werden wir auch den Haushalt ablehnen.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 19
  • #1

    Schdani (Donnerstag, 07 Februar 2019 11:31)

    An die geehrten Damen und Herren der SPD die Frage:

    1. Was ist ein "gute-Kita-Gesetz"?- Was soll dieser Euphemismus, diese Mogelpackung? Eltern sind Eltern und haben das Recht, ihre, nicht Eure Kinder, selber zu um- und versorgen. Und die Kinder haben das natürliche Recht auf ihre natürlichen Eltern.
    Sie kopieren mit dieser unmenschlichen und barbarischen Politikvorgabe auf Kosten der Kleinsten und ihrer Eltern den Nationalsozialismus wie auch den Honeckermarxismus.

    2. Frage: was unternehmen Sie für den Schutz der ungeborenen Kinder; was unternehmen Sie gegen die Abtreibung, den gemeinen und brutalen Mord an kleinsten, unschuldigsten Ebenbildern Gottes?

    3. Frage: was unternehmen Sie gegen die gotteswidrige und antichristliche "Ehe für alle"? Die Ehe ist Ehe zwischen einem Mann und einer Frau.

    Außerdem: "Urnenwände" sind kein Fortschritt, sondern Zeichen der Dekadenz und Gottlosigkeit.

  • #2

    Aktiver Wähler (Donnerstag, 07 Februar 2019 12:18)

    Schdanislaus schlägt wieder zu!!!! Jeder hat das Recht sich so Beerdigen zu lassen wie er das will. Staub zu Staub, Asche zu Asche Ich bin ein Gottesfürchtiger Mensch und will auch eine Urnenbestattung, meine Mutter wollte auch ein Urnengrab, ob ich jetzt vor einem Riesengrab stehe oder vor der Urnentafel macht für mich keinen Unterschied. Schdanislaus, das do war Kappes.

  • #3

    Schdani (Donnerstag, 07 Februar 2019 13:12)

    Aktiver Wähler schlägt wieder zu- oder wie war das?

  • #4

    Antwortgeber (Donnerstag, 07 Februar 2019 14:40)

    Lieber Schdani, sie haben selbst weder Frau noch Kinder. Sie sind nur für sich allein verantwortlich, das ist schon mit Schwierigkeiten verbunden - wie es scheint. Sie können was "Eltern" angeht überhaupt nicht mitreden, da Sie keine Ahnung von der Praxis haben. Sie sind ein Theoretiker, der in seiner eigenen Welt lebt und ständig nur das Alte und das Neue Testament zitiert.
    Schließen Sie sich Vereinen oder Institutionen an, gehen Sie unter Menschen. Besuchen Sie mal eine Faschingsveranstaltung, ziehen Sie sich ein Faschingshütchen an und lachen Sie mal herzhaft. Das würde Ihnen gut tun und uns Lesern von der Saarheimat auch.

  • #5

    Schwarzer Katholik (Donnerstag, 07 Februar 2019 17:34)

    Herr Schdanislaus wir wohl nicht über seinen sehr dunklen Schatten springen können!

  • #6

    Uwe Schäfer (Donnerstag, 07 Februar 2019 18:34)

    Lieber Schdani,
    als Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat antworte ich Ihnen auf Ihre Fragen wie folgt:
    1. Eltern haben natürlich das Recht, ihre Kinder nicht in die Krippe oder die Kita zu schicken. Auch unsere Kinder waren nicht in einer Krippe; wir wollten das nicht. In den Kindergarten sind sie gegangen, und es tut Kindern für die soziale, emotionale und kognitive Entwicklung gut, einen solchen zu besuchen. Das wusste bereits Herr Fröbel im 19. Jahrhundert. Über das Gute-Kita-Gesetz von Ministerin Giffey können Sie sich im Internet und in den Printmedien informieren. Aber nach wie vor gibt es die Wahlfreiheit für Eltern. Sie erwarten hoffentlich nicht von mir, dass ich Ihren Vorwurf, dieses Gesetz kopiere die Nationalsozialisten oder die Honeckermarxisten, ernsthaft kommentiere.
    2. Auch ich bin ein entschiedener Gegner der Abtreibung. Wir wählen aber die Ortsräte und den Gemeinderat. In deren Zuständigkeitsbereich fällt diese Thematik nicht. Wir kümmern uns auch nicht um Landesverteidigung (Sache des Bundes) oder die Reform der gymnasialen Oberstufe (Sache des Landes).
    3. Ebenfalls nicht Beratungsgegenstand der Ortsräte oder des Gemeinderates.
    Was die Frage der Urnenwände angeht, so empfehle ich Ihnen einen Blick ins katholische Italien mit seiner Vielfalt an Bestattungsformen. Die Urnenwände bilden dort die sog. Kolumbarien. Am 5. Juli 1963 erlaubte die kath. Kirche die Feuerbestattung. Kardinal Döpfner sagte in diesem Zusammenhang: "Aber die Kirche lebt in der Geschichte, sie muss sich mit den jeweils wandelnden Umweltverhältnissen auseinandersetzen und Antwort geben auf neue Fragen."

  • #7

    Alexander Scheid (Donnerstag, 07 Februar 2019 19:35)

    Werter Herr Schäfer,

    konkret, der Herr Schäfer von der SPD. »25% Topzuschlag! Mit dem Rücken an der Wand! Sinnvollere Verwendung!« Das nenne ich Sportsgeist. 25% klingt wie ein Managergehalt bei VW. Topzuschlag zahlte man früher auf dem Betze, wenn die Bayern kamen und mit dem Rücken an der Wand steht so ziemlich jede Kommune im Land.

    39.000 Euro sind ne Menge Geld und sicherlich könnte man dafür auch 130 PC’s beim Aldi kaufen - bei kalkulierten 299 Euro pro PC - und in die Schule stellen, es fragt sich nur, wer sich dann am Montagmorgen auf der Allerburg anstellt und sich von anderen Kunden verprügeln lässt. Das könnten dann eventuell ja die Ortsvorsteher übernehmen, immerhin könnten sie ja, so der gerne genutzte SPD-Narrativ von sozialer Gerechtigkeit, für ihr Luxusgehalt auch mal was sinnvolles machen. Die können ja gefällig mal was tun für ihr Geld!

    Bediene ich mich dem Milchmädchen so entsprechen 39.000 Euro in zehn Jahren rund 9.750 Euro pro OV oder 975 Euro pro OV und Jahr. Macht laut Ihrem aufgemachtem Fass rund 81,25 Euro pro Monat pro OV in unserer Gemeinde.

    Wenn ein OV mitten in der Nacht von einem besorgten Bürger angerufen wird, weil dessen besorgte Gattin festgestellt hat, dass der Friedhofs-Rasenmäher doch tatsächlich das ewige Lichtlein auf dem Grab der Oma mit Grasschnitt verschmutzt hat und gefällig ein Mitarbeiter diese wieder säubern möge und das am besten sofort, dann nenne ich diese exorbitanten Gehaltsexplosion schlicht und einfach nur noch Schmerzensgeld.

    Haben wir keine anderen Probleme? Haben wir nicht vier erstklassige Ortsvorsteher in unserer Gemeinde, die sich voll und ganz für ihre Bürgerinnen und Bürger einsetzen? Sollten wir nicht einfach mal den Mund abputzen und einfach nur Danke sagen. Auch Danke gegenüber ALLEN Orts- und Gemeinderäten für ihren Einsatz, ihre geopferte Freizeit und das überwiegend ehrenamtliche Engagement?

    Wir sind, so glaube ich - fast - alle gut bedient in unserer Gemeinde und wir sollten mal aufhören über alles zu jammern. Das gilt im übrigen auch für die Frauen und Männer in allen Vereinen, die unser gesellschaftliches Leben aufrechterhalten, stets präsent sind und sich immer wieder was Neues einfallen lassen müssen, die ständig wechselnden Gemüter auch milde zu stimmen. Unterhalte mich! Ja, das ist ein genauso einfacher wie gefahrloser Ansatz sich innerhalb unserer Gemeinschaft zu bewegen. Man nennt so etwas auch Gratismut und man macht garantiert nichts verkehrt, wenn man auch nix macht.

    Nicht vergessen möchte ich, dass im selbigen Posting auch gelobt wird. Zum Beispiel unsere Identität und das wir eigenständig bleiben. Schön zu hören und volle Zustimmung. Aber genau diese Identität ist in Gefahr, wenn solche Diskussionen über das Knie gebrochen werden. Unsere Dörfer brechen finanziell nicht zusammen, weil ein OV ein wenig mehr Geld bekommt. Sie würde aber zusammenbrechen, wenn sich keine engagierte Frauen und Männer mehr finden würden, weil sie sich ständig einer Neiddebatte ausgesetzt fühlen.

    Werter Herr Uwe Schäfer, Sie gehören zu eben jenen, die sich engagieren, warum um Deiwelskanzelsnamen eröffnen Sie so einer Diskussion Tor und Tür? Sie sitzen im selben bürgerlichen Boot und beginnen zu schaukeln. Glauben Sie ernsthaft, dass Sie das Kentern überleben, nur weil Sie als letzter aus dem Kahn fallen?

    Nehmt uns Bürger mit, Ihr alle, Ihr von der SPD, wie auch die Kollegen von der CDU und wäre die Tierschutzpartei vertreten, so würde ich auch an sie appellieren. O.k., vielleicht mit nem Leckerlie in der Hand.

    Unsere Gemeinde steht vor ungeheuren Herausforderungen, gerade vor der Tatsache, dass wir immer weniger werden. Weniger Kinder, weniger Junge, weniger Bauland, weniger Industrie und weniger Handwerk, weniger Ehrenamtliche und weniger Vereine, weniger Musikanten, noch weniger Sänger, weniger Fußballer, weniger, weniger, weniger … Und alles bündelt sich im immer weniger werdendem Engagement.

    Wir haben große Möglichkeiten, viele Optionen und mit ein wenig Glück, können wir alle gemeinsam viel bewegen. Wenn es aber immer nur darum geht, was der Andere falsch macht, dann werden wir so lange auf der Stelle treten, bis der Boden unter uns verschwunden sein wird.

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin Sportsgeist und dazu gehört ne Niederlage anzuerkennen, wenn man verdient verloren hat und sich auf das nächste Match vorzubereiten, damit das nicht mehr passiert.

  • #8

    Uwe Schäfer (Freitag, 08 Februar 2019 06:02)

    Lieber Herr Scheid,
    in Ihrem Beitrag lese ich vieles, was ich so auch von CDU-Seite gehört habe, auch in der Gemeinderatssitzung, bei der außer den Gemeinderatsmitgliedern und ein paar Vertretern der Verwaltung nur noch Frau Schneider von der SZ zugegen war. Ich bin schon zu lange im Geschäft, als dass ich hier an Zufälle glauben würde. Ich weiß auch, wie man Kampagnen orchestriert.
    Auch Sie benutzen hauptsächlich das vermeintliche moralische Argument, das bei näherer Betrachtung keines ist. Die Ortsvorsteher sollen nach unseren Vorstellungen weiterhin den Höchstbetrag erhalten, aber eben keinen Topzuschlag mehr, an den das KSVG übrigens Bedingungen knüpft. Sind diese eigentlich erfüllt? Ihre Beispiele der nächtlichen Ruhestörung von Ortsvorstehern sind rührend und plakativ, dürften aber nicht die Regel sein, sonst hätten alle tiefere Ringe unter den Augen. Sie malen ein schönes Sittengemälde, das nur Atmosphärisches beschreibt. Es handelt sich bei unserem Vorstoß nicht um eine Neidkampagne (ein Kampfbegriff, den Hermann Scharf im Gemeinderat gebraucht und den der Bürgermeister prompt übernommen hat), sondern vielmehr um eine Vernunftkampagne. Wäre man schon früher unserem Antrag gefolgt, wäre die Grundschule jetzt wohl nicht auf einen privaten Spender angewiesen, um ein weiteres digitales Smartboard zu bekommen. Und wenn Sie schon den CDU-Duktus übernehmen, nach dem laut Hermann Scharf wir alle "stolz" sein sollten auf die Ortsvorsteher - er meinte in seinen Äußerungen im Gemeinderat übrigens nur die CDU-Ortsvorsteher - so muss ich sagen: Es bleibt jedem unbenommen, das zu sein. Und die Ortsvorsteher machen auch eine gute Arbeit und sollen weiterhin den Höchstbetrag bekommen. Noch lieber aber wäre ich aber beispielsweise auf die Gemeinde als Schulträger stolz, wenn sie Geld in die Kinder investiert anstatt in eine Luxusregelung.

  • #9

    Schdani (Freitag, 08 Februar 2019 12:28)

    Sehr geehrter Herr Schäfer,
    vielen Dank für Ihre Antworten und Erläuterungen.

    Ob es eine wirkliche Wahlfreiheit für Eltern bzgl. der KIta gibt, wage ich zu bezweifeln. Es gab ja schon mal für Eltern einen gewissen Geldbetrag, wenn sie ihre Kleinstkinder lieber daheim, bei sich- wie es sein sollte wie ich finde, um-und versorgten, was auch für die frühkindliche Entwicklung unbedingt notwendig ist. Die finanzielle Unterstützung gerade auch "schwächerer" Eltern wurde bekanntlich aber verschrieen und zwar von SPD-Seite wie von der Linke und den Grünen, als "Herdprämie" diffamiert, und dann auch eingestellt.

    Ich brauchte in Güdesweiler nicht in den Kindergarten, weil es für mich zum Glück damals keinen gab (an der staatlichen Schulpflicht, die pauschal zu hinterfragen wäre, führte natürlich kein Weg vorbei; der Heimunterricht wurde 1938 von den Nationalsozialisten verboten und das wurde nie geändert- schade). Es gab damals überall Spielkameraden und man hatte gerne hier und da schon ein klein wenig bei der Arbeit mithelfen können. Das ist heute (und schon länger) gewiß nicht mehr immer so der Fall, und da ist der Kindergartenbesuch, ab 3 oder 4 Jahren womöglich sinnvoll- unter Berücksichtigung verschiedener Gesichtspunkte und Notwendigkeiten. Aber nicht alle Kinder wollen gerne zusammen"gepfercht" sein.

    Zur Urnenbestattung, und da möchte ich gerne aus dem Katechismus zitieren, wo es in Nummer 2301 heißt, daß "eine Einäscherung nur dann gestattet ist, wenn diese nicht den Glauben an die Auferstehung des Fleisches in Frage stellt". Letztlich dreht es sich doch auch darum und hinzu wird nach den Kosten gefragt im Vergleich zu einer Sargbestattung u.a.m.

  • #10

    Schdani (Freitag, 08 Februar 2019 12:59)

    @Antwortgeber: schreiben Sie Ihre Geschichten wie Sie wollen oder können! Wen interessiert das?
    Wenn Ihnen meine Ansichten und Standpunkte nicht passen und Sie nicht argumentieren, wer zwingt Sie, sie zu lesen?

  • #11

    Schwarzer Katholik (Freitag, 08 Februar 2019 13:27)

    Herr Schdanislaus, meine Augen z,B. zwingen mich das zu lesen und da der Mensch von Natur aus Vorwitzig ist liest er das auch obwohl es nervig ist und er will es doch gar nicht!!!
    Aber du schreibst das doch, damit man es liest, oder ???

  • #12

    Alexander Scheid (Freitag, 08 Februar 2019 14:44)

    Werter Herr Schäfer,

    vielen Dank für Ihre zügige Antwort. Ich schätze sehr den Dialog, vor allem dann, wenn er offen und fair geführt wird. Und dazu gehört auch die Kritik, soweit sie konstruktiv angebracht ist.

    Von Konstruktivität sprechen wir aber nicht mehr, wenn Kritik zu einen Vorwurf konstruiert wird und in diesem Fall lautet selbiger, dass ich wohl seitens der CDU eingespannt wurde, Ihnen scharfzüngig zu antworten. Ich kann Ihnen versichern, dass dem nicht so ist.

    Weder Ihr Kollege Hermann Scharf, noch seine Fraktion oder ein politischer Weggefährte mit dörflichem Amt und in Würden, benötigt Schützenhilfe meinerseits, noch benötige ich politische Ratschläge Ihrerseits.

    Ja, ich stehe in ständigen Kontakt mit dem Güdesweiler Ortsvorsteher und ja, die parteipolitische Färbung in weiten Teilen meiner Familie, als auch meinem Freunden und Bekannten hier in der Gemeinde ist rabenschwarz und ich schätze sie alle sehr. Aber keiner der genannten würde es derzeit schaffen mich für eine entsprechende Agenda zu begeistern.

    Das trifft im gleichen Sinne aber auch auf deren politischen Widersacher zu, soweit man bei der SPD noch von einem Widersacher sprechen kann. Zu sehr missfällt mir der Kurs unserer politischen Führung. Darauf komme ich gleich noch einmal zurück, wenn wir über Luxus reden.

    Auf Basis der Gemeinde sieht das ein wenig anders. Allerdings verknüpfe ich nicht die Farbe des Jackets mit den Leistungen einzelner Personen. Das beste Beispiel dafür steht an der Spitze unseres kleinsten Nachbarn, in Steinberg-Deckenhart.

    Entgegen der vielleicht angenommen Meinung ich würde abschätzig auf dieses kleine Dorf blicken, darf ich zu Protokoll geben, dass das kleine listige Bergvolk - ja ich mache ich gerne mal über sie lustig, werfe eine kleines Hölzchen und bediene mich des Sarkasmus, wenn ich mal über sie schreibe - uns anderen Dörfern in einigen Dingen weit überlegen ist.

    Der Zusammenhalt in diesem Ort scheint hervorragend zu sein. Sie wissen, wie man das Dorfleben praktiziert, denn dieser Ort hat sich in den letzten Jahren extrem rausgeputzt und wenn es darum geht ein Fest als Dorf zu feiern, dann stehen alle auf der Matte, packen an und sorgen dafür, dass alles reibungslos funktioniert.

    Nun steht an deren Spitze ein Mann, der ein ganz anderes Parteibuch sein Eigen nennt und würde ich in diesem Ort wohnen, so würde er bei der nächsten Wahl auch meine Stimme bekommen. Aber nicht weil er von der SPD ist, sondern weil er ein Typ ist, den es sich zu wählen lohnt.

    Mir ist auf kommunaler Eben vollkommen egal, zu welcher Partei er oder sie gehört, so lange sie oder er einen guten Job machen. Und gleiches kann ich auch nur über den derzeitigen Amtsinhaber in Güdesweiler sagen. Oberthal und Gronig kann ich nicht beurteilen, es tut auch nichts zur Sache.

    Ich fand es schon immer schade, dass wir, hier in dieser kleinen Gemeinde, dem Duktus der Parteizugehörigkeit folgen, wo im Endeffekt doch Köpfe, Typen, Charaktere gestalten, was im übrigen auf Bundesebene genauso ist. Dort lässt es sich wohl nicht ändern, aber hier bei uns sollte doch die Vernunft eine größere Rolle spielen.

    Ob die gesetzlichen Bedingungen für diesen Topzuschlag nun erfüllt sind oder nicht ist mir ehrlich gesagt vollkommen egal und eine moralische Rechtfertigung liegt mir fern, zu sehr gruselt es mir vor dem, heutzutage, inflationärem Gebrauch dieser Metapher für Beliebigkeit. Und ja mein Beispiel vom Ewigen Licht war plakativ, es war aber auch so gewollt. Nur, in einer kleinen Atmosphäre wie der unseren leben wir ja geradezu von der Beschreibung der Dinge. Wir tun nichts anderes wenn wir zusammenkommen.

    --- Ende Teil 1 ---

  • #13

    Alexander Scheid (Freitag, 08 Februar 2019 14:48)

    --- Fortsetzung ---

    Kommen wir zum Neid. Wir unterscheiden hier zwischen konstruktivem und destruktiver Neid. Ich unterstelle Ihnen mitnichten einen von beiden. Da wir aber von politischen Spektren reden, die Sie ins Spiel gebracht haben, kommen wir um diese Debatte nicht rum.

    Gerne möchte ich Sie daran erinnern, was Sie auf Facebook gepostet haben. Zum einen reden Sie von Steuererhöhungen und zum anderen von Luxusvergütungen und auf der anderen Seite reden Sie von Identität und Eigenständigkeit, sowie Investitionen in Schule und Kita. Von mir kam dazu noch der verbundenen Narrativ zur sozialen Gerechtigkeit.

    Wenn die SPD, diese einst stolze Volkspartei, neben der Selbstdemontage noch ein weiteres Hobby hat, dann sind das Steuererhöhungen, die als sozial gerecht verkauft werden. Ich gestehe, dass ich mich zum Thema der Gewerbesteuer innerhalb unserer Gemeinde nicht äussern kann, weil mir der Kontext fehlt, aber als eingefleischter SPD’ler gerade hier auf Punkte zu hoffe, klingt irgendwie albern.

    Wir bleiben eigenständig und das ist auch gut so. Basta!, die Formel der schröderchen Vernunft. Ich reize mal ein Thema an und ich bin mir ziemlich sicher, dass der Schaum vorm Mund vieler Leser, so sie noch ausgehalten haben, sprichwörtlich überquellen wird.

    Müssen wir noch eigenständig sein? Brauch es noch die Gemeinde Oberthal als Verwaltungsgebiet? Könnten wir nicht ebenso ein Stadtteil von St. Wendel sein? Wie groß wären die Ersparnisse? Sicherlich würde die Schule auf den Spender des Smartboards verzichten können, weil hier weitaus höhere Beträge eingespart werden könnten.

    Ich weiß, ne unschöne Debatte, mit der wir uns eigentlich gar nicht beschäftigen wollen. Warum auch? Es geht uns doch gut! Aber das ist Luxus. Purer Luxus. Und hier kommen wir wieder zur Bundesebene. Wir leisten uns 16 Bundesländer und Stadtstaaten, zahlreiche Regierungsbezirke (zugegeben nicht im Saarland), Landkreise, Kreisfreie Städte und mehr als 11.000 Gemeinden. Wir leisten uns allein einen aktiven Beamtenapparat von über 1.8 Millionen, die im Jahr 2016 allein 647 Milliarden Euro gekostet haben, inklusive aller Beamtenpensionen und deren Beihilfen für Behandlungen.

    Ich bin mir ziemlich sicher, wenn sich Ihre Partei, lieber Herr Schäfer einmal mit diesem Thema auseinandersetzen würde und es schaffen würde nur 10% einzusparen, dann wäre genügend Geld da, um Schulen und Kitas zu versorgen und wir könnten ebenso, wie in der grün-rot-dunkelroten Stadt Berlin auf deren Gebühren gänzlich verzichten.

    Da wären Sie allerdings auf die Hilfe deren angewiesen, der sich mich eingangs zugeordnet haben und ich weiß, dass man hier wie dort gar nicht gerne über dieses Thema redet. Aber dann appelliere ich nochmals an Sie, was dann zugegen einen moralischen Charakter besäße, hören Sie auf mit der unsäglichen Debatte über Luxusbezüge von Ortsvorstehern in unserer Gemeinde. Torpedieren Sie nicht die Kunst im Kleinen und werfen Sie einen Blick auf das Große und Ganze.

    Wir brauchen keine parteipolitischen Scharmützel in unserer Gemeinde, von keiner Seite. Wir brauchen engagierte Menschen, solche wie Sie und alle anderen. Arbeiten Sie zusammen als Bürger der Gemeinde und nicht als politische Widersacher, dann nehmen Sie die Menschen auch mit.

  • #14

    Uwe Schäfer (Freitag, 08 Februar 2019 17:26)

    Lieber Herr Scheid , mir gefällt auch nicht alles, was auf Landes-, Bundes- oder Europaebene so läuft. Es gefällt mir auch nicht alles, was in der SPD beschlossen wird. Das jüngste Beispiel ist das Paritätsgesetz in Brandenburg. Grauenhaft, dumm und meines Erachtens verfassungswidrig.
    Wie hoch Einspareffekte bei einer Kommunal- oder Föderalreform wären, kann ich nicht sagen. Auch nicht, ob es überhaupt welche gäbe. Eine Finanzierungsmöglichkeit für uns hier kann man vom Blick auf die größeren Zusammenhänge leider nicht ableiten. Wir müssen mit den Instrumenten arbeiten, die wir haben. Ansonsten machen wir eine Luftbuchung, die keinem hilft. Der Blick auf das Große und Ganze ist wichtig, überhebt uns aber nicht der Pflicht, im Kleinen zu handeln, freilich mit dem, was uns zu handeln gegeben ist. Und hier hält es die SPD-Fraktion für richtig, einen Topzuschlag abzuschaffen, der auf sachlicher Ebene nicht zu rechtfertigen ist. Alle Gegenargumente sind nicht von ungefähr auf der emotionalen Ebene anzusiedeln. Das passiert immer dann, wenn in der Sache kein Argument gefunden werden kann.
    Sie führen Berlin und die Gebührenfreiheit bei Kitas an. Meine persönliche Meinung - ich spreche jetzt nicht für die Fraktion - ist hier auch ganz klar. Wer gut und sehr gut verdient, sollte auch in der Lage sein, nach einem gestaffelten System einen Kita-Beitrag zu zahlen. Meinem Verständnis nach ist es sozialdemokratisch, wenn starke Schultern mehr tragen als schwache. Wenn die Kita für alle kostenfrei ist, kommt es dazu, dass, salopp gesagt, die Krankenschwester den Kitaplatz für das Kind des Chefarztes mitsubventioniert. Mein Landesverband und die Bundes-SPD denken hier in der Mehrheit zurzeit wohl anders. Muss ja nicht so bleiben. Sie sehen, ich bin kein Parteisoldat, ich denke für mich selbst. Ihrem abschließenden Urteil, man solle nicht als politische Widersacher auftreten, kann und will ich mich nicht anschließen. Ich finde, das soll man sehr wohl. Das darf nicht zu menschlicher Feindschaft führen, tut es aber in der Regel unter erwachsenen Menschen auch nicht. Am Ende der Ära Merkel sind es viele nicht mehr gewöhnt, politisch zu debattieren, andere Standpunkte zu überdenken, ihnen zuzustimmen oder sie abzulehnen oder manchmal auch auszuhalten. Sie sind hier ein Beispiel dafür, dass es auch anders geht. In jedem Falle danke ich Ihnen für Ihren Diskussionsbeitrag - wenn ich auch Ihre Meinung nicht in allen Punkten teile - und vor allem auch dafür, dass Sie ihn unter ihrem richtigen Namen eingebracht haben. Unter einem Pseudonym ist das für viele anscheinend leichter. Wie heißt es bei Schiller: Vom sichern Port lässt sich's gemütlich raten.

  • #15

    Uwe Schäfer (Freitag, 08 Februar 2019 17:40)

    Lieber Schdani,
    das von ihnen ins Feld geführte Betreuungsgeld, die "Herdprämie", haben nicht die SPD und die Grünen einkassiert, sondern das Bundesverfassungsgericht. Wahlfreiheit gibt es dennoch. Das hängt ja nicht allein vom Geld ab. Die staatliche Schulpflicht kann man hinterfragen, aber in diesem Punkt haben Sie in mir keinen Mitstreiter, in der SPD, in der CDU oder den anderen Parteien wohl auch nicht. Ihr Bild vom Kind, von der Familie und von der Gesellschaft will ich ihnen nicht nehmen. Ich halte es persönlich eben für wenig realistisch und auch für überkommen. Aber: chacun a son goût.

  • #16

    Schdani (Samstag, 09 Februar 2019 10:38)

    Sehr geehrter Herr Schäfer,

    bzgl. des "Betreuungsgeldes" gab es in der Tat eine regelrechte Kampgane dagegen und zwar von SPD, Linken und Grünen mithilfe so vieler Medien. Es gab dann Klagen dagegen, und das ungerechte, kinder-und elternfeindliche, Gericht hat dann alles gestrichen. Die sog. Kita ist jedenfalls nichts Gutes für Kinder, es sei denn in Fällen von Verwahrlosung. Es ist mir bewußt, daß man Eltern alleine läßt und alles tut auch in den Medien, offen oder subtil, daß sie ihre Kinder doch bitte abzugeben haben, um dann dem "Arbeitsmarkt" wieder ganz schnell zur Verfügung zu stehen. Und manche Eltern wollen das selber auch so, teils aus finanziellen Gründen, teils aus anderen, auch gesellschaftlichen Gründen. Aber diese Gesellschaft ist kaputt, hat sich weithin entfernt vom Guten, will aber nicht umkehren zum guten Leben, letztlich zu Christus- einfach gesagt.

    Es muß und sollte geteilt werden, so daß ein Arbeiter oder Angestellter usw. auch alleine fähig ist, eine Familie von 2 oder 3 Kindern zu ernähren. Ich bin für eine Gerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit (egal wie man das nennt) in dieser Angelegenheit und unter der Leitung der Kirche (nicht der Kirche von heute in D, die weithin die Gebote Gottes und wahren Lehren mißachtet und Irrlehren gutheißt) wäre das auch möglich nach dem Beispiel der Christen in der Jerusalemer Urgemeinde wo alle alles gemeinsam hatten.

    Ich habe kein "überkommenes" Familienbild usw., sondern ich vertrete das, was menschenfreundlich, christlich ist. Die sog. Ehe für alle von SPD, Grünen, Linken und mit Unterstützung der FDP durchgedrückt, ist etwas Perverses und ein Rückschritt hin zu Sodom und Gomorrha. Diese "Ehe für alle" ist antichristlich und antijüdisch.
    Der Mensch ist nicht Staatseigentum und auch nicht die Familie; und es gibt vorstaatliche Rechte wie zum Beispiel das Lebensrecht von der Zeugung bis zum natürlichen Tod. Das wurde und wird mit Füßen getreten, und das war bei der SPD (ich verfolge das seit Jahrzehnten) noch nie ein Thema, also in dem Sinne, daß das gestoppt werden müsse. Ihre Partei möchte sogar erzwingen und hat es grundsätzlich auch mit Grünen und Linken fast geschafft, daß für die Tötung von noch nicht geborenen Kindern geworben werden darf. Werbung für Mord!

    Ich danke Ihnen für Ihre Dialogbereitschaft und wünsche Ihnen herzlich alles Gute.

  • #17

    Uwe Schäfer (Samstag, 09 Februar 2019 17:35)

    Lieber Schdani,
    ich bedanke mich recht herzlich für Ihre guten Wünsche, die ich gerne erwidere. In einigen Punkten stimmen wir überein, in vielen anderen nicht. Wenn ich Ihren Standpunkt auch oft nicht teile, so haben Sie immerhin einen. Und vom Austausch der Meinungen lebt die Demokratie.

  • #18

    Hilli (Samstag, 09 Februar 2019 21:36)

    Bin ganz schwindlig vom Lesen, mir raucht der Kopf

  • #19

    Dirrersch Barbara (Samstag, 09 Februar 2019 22:36)

    Mer aaaach, Baldriantee! Gruß Bäbbche