Gesundheitszentrum und Eigentumswohnungen - Spatenstich in Oberthal

Gemeinde Oberthal

Matt lasiert und mausgrau, aber funkelnagelneu changierten die beiden Grabungswerkzeuge, mit welchen, gestern um 16:48 Uhr unser Bürgermeister Stephan Rausch, Oberthal’s Ortsvorsteher Reiner Burkholz und Sven Heinrich Kehrein-Seckler, Geschäftsführer des Investors freiRAUM3, die Bauphase des 

 

»Gesundes Wohnen im Ortskern von Oberthal« mit dem obligatorischen ersten Spatenstich gestartet haben.

 

Bereits 2011 begann die Gemeinde mit den ersten Planungen aus dem ehemaligen Areal Weber einen lebendigen Dorfkern zu gestalten. Darüber haben wir hier vor nicht allzu langer Zeit bereits ausführlich berichtet (https://www.saar-heimat.de/2017/11/26/bauvorhaben-imweiler-wies-großes-interesse-der-bürger-am-informationsabend/).

 

Heute jedoch ging es um den wohl letzten Baustein, der dem Areal jedoch eine zusätzliche urbane Attraktivität bescheren soll. Unmittelbar nach der Einfahrt seitens der Poststrasse, rechter Hand, wird ein architektonisch moderner Komplex entstehen: Drei Gebäude mit 18 Eigentumswohnungen und ein Gesundheitszentrum für diverse Mediziner und eine Apotheke.

 

Unsere Kommunen stehen aber vor immer größeren Herausforderung. Als wäre unsere Region nicht schon genug gebeutelt, fordert die, globalisiert orientierte Politik, immer wieder auf‘s Neue von ihren Kommunen Lösungen für Probleme zu finden, die sie in der Regel selbst verursacht haben. 

 

 

Aktuell geistern - mal wieder - utopische Vorstellungen in vielen Köpfen staatstragender Gesundheitspolitiker, die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen soll doch bitte schön von den betroffenen Gemeinden in Eigenregie gelöst werden. Dafür wurde mit dem Versorgungsstärkungsgesetz die Möglichkeit eröffnet, Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) zu gründen.

 

 

Hört sich gut an. Neben der Verwaltung möchte doch jetzt bitte schön auch noch die Gemeinde als Unternehmer, nebst Risikoübernahme, im Bereich der Medizin tätig werden. So eine Art Anschubfinanzierung könnte sich der Bund schon vorstellen. Vielleicht gibt’s etwas Kohle zum Anfang oder ein E-Auto. In Oberthal mit nem direkten Ladekabel hin zum Windpark.

 

Allerdings scheint das Gesetz bislang nur das Papier zu interessieren, auf welchem es in veganen Farben und genderneutral fabuliert wurde. Überspitz betrachtet müsste der liebe Onkel Doktor beim Bürgermeister vorstellig werden, um für nen extrafreien Tag vorzusprechen. Bleibt nur noch zu klären, wer dann den Lolli bekommt. 

 

Welche Kommunen ist in der Lage dieses Risiko einzugehen? Beginnend mit der Errichtung des dafür notwendigen Gebäudes, seiner Einrichtung mit medizinischem Gerät, der Einstellung von Ärzten und entsprechendem Personal, sowie allen verbundenen unternehmerischen Aktivitäten, die der Betrieb erfordert. Dann sollte der Bürger aber auch zukünftig den Arzt bei der Kommunalwahlen voten dürfen. 

 

Das kann, das darf nicht die Aufgabe einer Kommune sein. Traditionell zeichneten sich die Organisation des Gesundheitswesen stets durch ein gesundes Maß an Selbstverwaltung aus. Entscheidungen wurden zwar im Rahmen der Gesetze und unter staatlicher Aufsicht, aber ohne direkte Beteiligung des Staates von den Verbänden getroffen. Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz aus dem Jahr 2015, wurden die gesetzlichen Vorgaben jedoch verbindlicher gefasst und somit der Handlungsspielraum der Selbstverwaltungspartner, insbesondere der Kassenärztlichen Vereinigungen, eingeschränkt.

 

 

 

Jedoch hat es unsere Gemeinde geschafft, heute den Grundstein für ein eigenes MVZ zu legen. Verdammt dicke Bretter mussten gebohrt werden, aber nach Ostern wird uns der Bürgermeister die bald kommenden Ärzte offiziell vorstellen. Und dies war nur möglich, weil ein Investor gefunden wurde, dem der Standort Oberthal attraktiv genug war, entsprechend zu investieren.

 

Insgesamt reden wir von knapp 4,5 Millionen Euro, die nötig sind, diesen Komplex zu errichten. Die Gebäude erinnern in ihrer Struktur sehr dem modernen urbanen Bauhausstil. Cubistisch, reduziert auf das Wesentliche, klare geometrische Strukturen, viel Glas und Beton. Einen lebendigen Charakter lässt das Gebäude, so wie wir es derzeit nur als Animation kennen, noch vermissen. Zu klar scheint die Funktionalität die Handschrift zu dominieren. 

 

Wohlmöglich aber mag das nur im Auge des singulären Betrachters zu liegen und wenn im kommenden Jahr, so das zaghafte Versprechen der Verantwortlichen, der Bau an die künftigen Eigner übergeben werden soll und die Außenanlagen begrünt sind, mag es sich wirklich spektakulär einfügen in die Imweiler Wies.

 

Die Redaktion konnte sich noch versichern, dass keine Ingenieure vom Berliner Flughafen am Projekt beteiligt sind, was uns sehr optimistisch stimmt, die Fertigstellung noch zu erleben. Eins wissen wir jedoch mit ziemlicher Sicherheit. Dr. Schiwago gehört nicht zum direkten Favoritenkreis. Wohlmöglich aber könnte auch er noch überzeugt werden, denn immerhin konnte Stephan Rausch noch zwei nigelnagelneue - zwar etwas verschmutze - Spaten drauflegen. Vielmehr hat Prof. Brinkmann im Schwarzwald auch nicht zu bieten. 

 

Text: Alexander Scheid

 

Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, ggf. Eigentum erwerben möchte, besucht doch einfach die folgende Seite: 

 

 

http://freiraumdrei.de/?portfolio=lebens-und-gesundheitszentrum-in-oberthal

 

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