Groniger sollen Maut bei Überqueren der Imweiler Wies bezahlen

Am Bauzaun der Imweiler Wies befestigt.
Am Bauzaun der Imweiler Wies befestigt.

Gemeinde Oberthal

Jüngst erreichte uns, die Redaktion, eine Eilmeldung mit brisanten Inhalt. Das keltische Volk am Fuße des Mummerischs soll Wegegeld zahlen, wenn es die Imweiler Wies durchqueren möchte. Unser Reporter ohne Grenzen Alexander Scheid 

 

recherchierte in eigener Sache und stieß dabei auf das Gemeindelandradsamt für übergeordnete Zollfragen des Raubrittertums der Imweiler-Süd-Ost-Wies, welches für den neuen Gebührenplan zuständig ist und ihn am Bauzaun der Imweiler Wies befestigte.

 

»Was zu Zeiten der Römer in Galiläa funktionierte, kann nicht alles schlecht gewesen sein«, so der abgewrackte Oberzollamtsbeauftragte für nachhaltiges Reisen innerhalb der Gemeinde Oberthal, nachdem ans Licht gezerrt wurde, was jeder Oberthaler bereits wusste. Der und die Groniger werden zukünftig zur Kasse gebeten, wenn sie dem Traumpfad über die Imweiler Wies wählen, um in ihr geliebtes Dorf zu gelangen.

 

Schon zu Zeiten des Herrn gehörte der Job des Zöllner nicht unbedingt zu den beliebtesten Berufen im Land am Jordan. Auch Jesus sollte einst einen Obolus entrichten, als er - damals noch mit sieben Jüngern - unterwegs war zur Hochzeit nach Kana, wo akute Fisch- und Weinnot herrschte. 

 

Am See von Genezareth kam es dann fast zum Eklat, als ein Grieche namens Matthäus Wegezoll einforderte und ihn, nach Paragraph 4.36, Absatz 10.A-24Z der römischen Zollordnung, erlassen von Tacitus dem Gierigen, damals Stadthalter von Bliesmengen-Bolchen, den Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars vorlegte, verbunden mit der Aufforderung den Kröver Nacktarsch, gemäß den Vorschriften der Bernkasteler Weinbauinung, entsprechend dem Alkoholgehalt zu verzollen.

 

»Insofern sind unsere Forderungen gegenüber den Gronigerinnen und Groniger und selbst solchen, die noch nicht genau wissen, ob sie eine Gronogerin oder ein Groniger sind, absolut gerechtfertigt«, ließ uns die Ossenbacher Verwaltung nun wissen. Namentlich wissen wir natürlich nicht mit wem wir es zu tun haben, da die Gemeinde den Namen des Zöllnern nicht bekannt geben möchte. Schiedsrichter ist er jedenfalls nicht, denn bei denen wissen wir ja immer wo sein Auto steht.

 

Jetzt ist der Aufschrei natürlich groß. Am Dienstag rief die Gewerkschaft Energie-Steine-Momberg zu einer Kundgebung auf und zahlreiche Groniger sind dem Aufruf auch gefolgt. Der ein oder andere aber fand den Aufstieg zum höchsten Berg im Dorfe allerdings zu beschwerlich und verirrte sich stattdessen beim Flare-Herbert zum Schnitzelessen nach Güdesweiler. 

 

Clever glaubte die Bratmenger Hilli zu sein, so sie doch dachte, der Weg in den schönsten Ort der Welt wäre beitragsfrei. Dass der Herbert aber auf jedes Schnitzel den dreifachen Zehnten erhebt und brav an die neue und noch immer zu gründete Interessengemeinschaft zur Erhaltung des rein männlich besetzten Kerwefrühschoppens abgibt, scheint ihr dabei entgangen zu sein.

 

Steinberg-Deckenhardt kann sogar ein Lied davon singen, da Güdesweiler auch hier stetig zuschlägt wie der Lukas den Hammer schlägt. Da ihre Nationalhymne von einem Gombacher Barden komponiert wurde, gehen auch hier die Tantiemen in die bereits prall gefüllten Kassen der Hammelbacher. 

 

Da aber nun ein Bürger so schlau war der Geheimhaltung ein Ende zu setzen , wird die Gemeinderat nun gezwungen sein, den Posten des ersten modernen Raubritters der Gemeinde öffentlich auszuschreiben. Bewerbungen dürfen, inklusive einer Gehaltsvorstellung gerne an die Redaktion gesendet werden.  

 

Zum Amtssitz wird das Lindner Schloss wieder aufgebaut. Die Vertragsverhandlungen mit den Bauherren des Berliner Flughafens sind im vollem Gange. Gerechnet wird mit der Fertigstellung an Frohnleichnam. Nach einer festlichen Prozession, die an der Deiwelskanzel startet, über die Ecke und die Hohl führt, versammeln sich die Gemeinde schlussendlich an der Bliesbrücke am alten Schwimmbad, welches am gleichen Tag auch wieder eröffnet wird.

 

Denn da wo das Wir daheim ist, packen wir an für die Gemeinde, so lautet das Motto in Oberthal. Aber vielleicht wird ja auch einer der Groniger so clever sein wie damals Jesus, der die Zollabgaben ganz einfach ignorierte und über das Wasser ging, was beim derzeitigen Wasserstand der Blies durchaus möglich wäre. Ob er den Zöllner dann auch dazu überreden kann, sein achter Jünger zu werden, können wir an dieser Stelle auch nur spekulieren. Aber vielleicht kann uns Schdani dazu  mehr sagen ...

 

 

Herzlichst Euer Alexander Scheid

 

 

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Kommentare: 10
  • #1

    Darthans (Samstag, 04 Mai 2019 11:45)

    Toller Artikel, weiter so. Endlich mal was zum Schmunzeln.

  • #2

    Norbert Schu (Samstag, 04 Mai 2019 15:19)

    Die Saisonkarte müßte auf 50€ erhöht werden, für Steinberger mindestens 80€, die losse emmer Müll sereck!

  • #3

    Manuela Jaskolka (Samstag, 04 Mai 2019 16:05)

    Sehr schön geschrieben.

  • #4

    Hilli (Samstag, 04 Mai 2019 16:06)

    Träne gelacht,Alex du bischt klasse ,super geschrieben, bin oft de Heilisch Geischt gespannt, lass ihn schreiben.Awer im Ernscht wär kee schlecht Idee.

  • #5

    Strooße Johann (Samstag, 04 Mai 2019 16:18)

    ... on vom Borre Jääb soll eich ousrischde,
    daß der med dem dicke Inschrumend
    ous Grunisch erschd garned dorsch
    die Wies komme soll,
    et sei denn, er gääb gäre em
    Emweller Bach samt däm Inschrumend
    engesääft.

    ... on dann soll eich noch däne Scheid froe,
    wo en Owerdaal "über die Ecke" wär?
    Wardst däm beim schreiwe ned so äärisch?
    Große Schurnalischde wie där sollde doch
    vor ihrem Berischd e bißje gnauer ermiddele!
    Deshalb exdra for Deich, Scheid, der Bereich,
    bevor mer and friere Schwemmbad kemmt,
    heischd "de Egge" !
    Macht awwer nix, jerer kann mol e schlechter
    Daach verwitsche!

    Jo, dann wirrer bis e anner mol !

  • #6

    Norbert Schu (Sonntag, 05 Mai 2019 19:23)

    Danke Manuela!

  • #7

    Schdani (Dienstag, 07 Mai 2019 10:37)

    Ja, Alexander Scheid, ein schöner Artikel von Ihnen.

    Die Zolleinnehmer waren nicht beliebt, da sie die Leute meist über`s Ohr schlugen, also oftmals zu viel verlangten, die Waren mit den Waagen zu ihrem Vorteil abwogen usw.
    Aber einer der Zollbeamten hörte genau hin bei den Predigten des Herrn. Das war Levi oder Matthäus. Er hatte Jesus reden gehört und gemerkt, daß sein Leben falsch war- mit dem täglichen Lug und Betrug. Denn Jesus sprach mit Vollmacht und Klarheit vom Reiche Gottes und nicht wie die "Schriftgelehrten und Pharisäer", die nicht glaubten und lebten, was sie den Menschen sagten.
    Matthäus aber war betroffen von den Worten Jesu und wollte sein Leben radikal ändern. Jedoch er getraute sich nicht, Jesus anzusprechen. So wollte er ihn wenigstens sehen, wenn er wieder in Kapharnaum an ihm vorbeiging und kletterte auf einen Maulbeerfeigenbaum. Und der Herr sah ihn und sprach ihn an. Und Mattäus stieg schnell herab, lud Jesus mit seinen Jüngern in sein Haus ein und gab ein großes Gastmahl- sein letztes.

    Matthäus wurde von Jesus als Apostel angenommen, ist der Autor, inspiriert vom Hl. Geist, eines der 4 Evangelien und starb als Blutzeuge Christi in Äthiopien.

  • #8

    Alexander Scheid (Dienstag, 07 Mai 2019 13:14)

    Werte Kommentatoren,

    einen Autor erfreut es immer wieder auf‘s Neue, wenn unseren Lesern unsere Beiträge gefallen, Ihr Interesse geweckt wird, gar ein Lächeln auf ihre Gesichter zu zaubern und umso mehr, wenn vielleicht sogar der ein oder andere auch herzhaft darüber lachen kann. Schließlich kommentieren wir ja nicht das Wahlprogramm der Selbsthilfegruppe für veganfreies Schlachten mit moleküloptimiertem Wasser. Das wäre dann in etwa so, als würden wir das Ohr ganz nah an die Herdplatte halten, um unseren IQ zu riechen.

    Aber, lieber Johann von der Egge-Allee, ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht so tief verwurzelt bin im Gestrüpp der traditionellen innerörtlichen Machenschaften unsere Gemeinde. Selbstverständlich bin ich schon durch de Egge gefahren, meist aber mit Höchstgeschwindigkeit, da ich als Kind gelernt habe dunkle Ecken zu vermeiden. Dies bitte jetzt nicht verstehen, als eine versteckte Wahlwerbung für etwaige ähnlich kolorierte politische Verbindungen, die derzeit, mit oder ohne rote Socken, um euer aller Gunst werben.

    Sobald ich aber die Onlineausgabe »Wiki-Owerdahl« des Heimat- und Verkehrsvereins ausgiebig studiert habe, gelobe ich Besserung bei der Inanspruchnahme diverser Veddelsbezüge und ihrer originären Befindlichkeiten.

    Vielleicht sollten wir aber einmal ein imaginäres Treffen in Oberthal organisieren, wo alle Pseudonymen, deren Kommentare ich auf dieser Seite gerne und interessiert studiere, zusammenkommen und dann philosophieren wir alle im brääädem saarländischem Platt über die Vorzüge unserer Herkunft.

    Isabelle macht ihre schmackhaften Eiersalat-Sandwiches und ich besorg BeckersBier in der Dose. Am besten treffen wir uns dann auf der Imweiler Wies, dann können wir auch das Event mit den Gebühren der Groniger finanzieren.

  • #9

    Strooße Johann (Dienstag, 07 Mai 2019 18:13)

    Dei Beidräsch solle gefälle? - na ja !
    Unser Indresse soll geweggt wärre? - joo !
    Ein Lächele soll gezaubert gänn? - oh nää !
    Ein herzhafter Lacher von mär?- mol gar ned !

    Scheid, so ned !

    Eich wääß jo ned, wo dren Dou verworzeld bischd,
    awwer traditionelle Tatsache unsrer Owerdaaler
    ennerörtliche Name senn kään Gestrebb !

    Löblich es zwar, daß Dou Deich selwer als ääner
    von däne ennerörtliche Raser aude duschd ( der
    Wack Pit werd wohl demnächschd bei Der offtauche ),
    awwer wie wärs dann, wenn Dou ous em Egge drouß
    bleibschd on iwwer Grunisch fährschd ?!

    On dann noch ebbes zum "Pseudonymen-Treffen" :
    Meich kannschde gleich mol streiche - wer Bier ous
    Dose drenkt, on dann aach noch abgelaafenes Beckersch,
    der hatt nachds em bett bestemmd aach Stremp aan,
    vom dusche well eich erschd garned anfänge !

    On dann noch zu dem warme Beckersch dääne Isa-Eiersalad ?
    Do moschde dann aach noch e gurrer Dokder hann !

    Scheid - wie gesaad - so ned !

    Obwohl`s do die ään on anner gibt, die all Beidräsch von Der
    "ganz toll" on "ganz super" fenne - eich behalle Deich ab jedzd
    em Aau !

    Jo, dann wirrer bis e anner mol !


  • #10

    Dr. Alfred Tetzlaff Ökonom Nauwieshof (Dienstag, 07 Mai 2019 22:12)

    Der Dörfer zwischen der Imweiler Wies ein langes und noch ereignissreicheres Leben auch mit Zuspruch des seeligen Schdanis! Euer Alfred!!!