Ein echter Geheimtipp, die Blasmusik am Fuße des Momberges

Gemeinde Oberthal

Die Blastruppe der Groniger Trachtenkapelle hatte mal wieder ihren großen Auftritt über Pfingsten  im zweitschönsten Dorf der Gemeinde Oberthal. Gartenlaubenfest nennen sie das, seit über 30 Jahren am DGH, inzwischen zu einem echten 

Geheimtipp in Gronisch geworden. Mittlerweile in der Kleinkunstszene um den ,,Mummerisch", seit Jahren bekannt, ist und bleibt sie neben dem Momberg mit seinen Energiepunkten, der Dorfkapelle, den Friedhofsstelen, dem Bücherbaum, dem FC Gronig mit Rasenplatz auf Grün, den gefürchteten Mombergteufeln, dem Andler, der Mombergstube, der blumigen Fronleichnam-Prozession, den Neujahrsempfängen in schwarz und rot, den Fischern vom Orletal, Garys Pizza, dem Groniger Kneippverein, dem Spiele- und Sprochnachmittag, dem neuen biologischen Obst-Und Gartenbauverein,  und einmal tief Luft holen, zu guter letzt den Drückjagden an der Kapellenwiese mit Ritterspiele, das Aushängeschild von Gronig.

 

Seit vielen Jahren gehen sie ihren eigenen musikalischen Weg innerhalb der Gemeinde und spannen dabei einen weiten Bogen von der Blasmusik zur Blasmusik.  Dabei schrecken sie auch nicht vor wissenschaftlichen Ausflügen in das Weltall zurück, indem der Captain der Raumpatrouille Gernot Wirbel das Kommando hat. 

 

Im Bann der Gestirne, Planeten und Urknalltönen, zieht es sie dann aber auch schnell wieder runter auf den Boden der Tatsachen und mit ihrem tierischen Kuck-Kucks Lied versuchen sie musikalische Grenzen aufzureißen, wo keine sind. So ziehen sie von einer Stadt zur nächsten und präsentieren ihr weltberühmtes Lied ,,in Gronisch ists schön". Der brachiale volkstümliche Sound kommt bei Jung und Alt an und sorgt für absolutes Gänsehaut-Feeling und das alles genial verpackt in ausgetüftelte Arrangements. 

 

 

Dabei kennt ihre Phantasie keine Grenzen mehr. In welchem Zustand sich die Groniger Trachtenkapelle auch befinden mag, ob fest, flüssig oder gasförmig, auf jedem Fest ist genug für alle da. Neben ihren musikalischen Qualitäten dem altbewährten Mix aus heimelig gemütlicher Volksmusik, lassen es die Musiker neben der Bühne auch mal krachen. Dabei sitzt ihnen der Schalk recht tief im Nacken. 

 

Nun ist Gronig ein tief katholisch geprägtes Dorf, neuerdings in seiner Mentalität halb schwarz, halb rot, mit festen Zeiten. Wenn es sonntags 12 Uhr schlägt, ja dann spielt nicht nur die Blasmusik, dann gibts auch Essen am Fuße des Mummerischs. Das weiß auch jeder Groniger und stürzt sich an solchen Tagen auf Würstchen, Flatschnikel und Schwenker. Dabei ist Schwenker das Stichwort überhaupt. Jedem dürfte wohl aufgefallen sein, dass die Trachtenkapelle Gronig allsamt in bunten Farben auflief, wie im Samba Rausch beim Karneval in Rio.

 

 

Das war ziemlich verwirrend. Dies stelle, so ein Erklärer der bunten Mannschaft, eine Art Rangordnung dar, die keine ist. Und so handelt es sich bei dem dunkelblauen T-Shirt um ein spezielles Schwenker Shirt, extra dunkelblau, das die dicken Fettspritzer kaum erkennen lässt. Diese Personen sind an diesem Tag nur fürs Schwenken eingeteilt. So kann man die einzelnen Funktionen und Aufgaben der Mitglieder besser erkennen und auseinander halten.

 

Die mittelblauen Shirts wurden zu heiß ,,gewäscht", hörte man einen weiteren  Erklärbär sagen, sie dienen als Übergangsphase zu den Türkisfarbenen, die aktiv Musik machen. Die hellgrünen und weißen gehören nur dem Präsidenten, dem ranghöchsten. Und dann gibt es noch alte ,,Zwischenshirts", mit Namen drauf.

 

Die sind aus Datenschutzgründen nicht mehr erlaubt. So ein T-Shirt trägt Jürgen Heinrich, wobei der zweite Name gekonnt unter den ersten genäht wurde. Dabei gibt es doch ganz klar zum zweiten Namen Gemeinsamkeiten mit Heinrich dem VIII. Er wird oft in beeindruckender Erobererpose dargestellt sowie mit beeindruckendem Bauchumfang. Durch dick und dünn ist er all die Jahre mit

 

 

seinem alten phosphatierten Shirt gegangen, welches jedes Jahr fleißig mit wuchs und eines der ersten überhaupt in der Blaskapelle war. Wer dieses Shirt trug, war nur zum Trinken da. Das stramm sitzende blaue T-Shirt, fest am  Rentenkörper gepresst, hebt sich bei genauerem Hinschauen vorne leicht ab. Der Betroffene selbst, behauptet, er benutze hier eine bestimmte Atemtechnik, die es ihm erlaube, die überschüssige Masse auf dem Rücken gleichmäßig zu verteilen, um so eine elegantere Form seines Astralkörpers zu präsentieren. 

 

Präsentieren tut sich auch gerne der nächste Herr, wenn es heißt ,,Mehr Licht". Das ist auch das Motto der Zukunft, wie Hermann Schmidt nach ein paar Bier, der Redaktion ins Ohr raunte. Auf den Spruch von Goethe bezogen, als dieser verschied, waren angeblich seine letzten Worte: ,,Mehr Licht", und dann verschied er. German Herman lebt .......noch....und wandte sich wieder seinem Bier zu.

 

 

Und während die einen feierten und tranken und der neue rote Ortsvorsteher mit seiner schwarzen Gattin zu Tische saß, bei Kaffee und Kuchen, das pure Leben in der neuen Position genoss, mühte sich unterdessen die rote ,,Socken-Fraktion" aus der ersten Reihe mit den Getränken ab, um ihrer neuen Frühlingssrolle im Ort gerecht zu werden. Immer noch ganz platt von dem Ergebnis, muss sie  sich noch von ihrem Schreck erholen das ,,Gronischer Gewinnspiel" für sich entschieden zu haben. Sie muss nun getreu ihrem Motto ,,Wo das Wir dehemm iss", versuchen das Zepter in Gronig zielführend zu schwingen und die tief gespaltene Groniger Gesellschaft wieder zusammenführen.

 

Und irgendwann gegen Abend ging auch der erste Tag der Trachtenkapelle Gronig zu Ende, wie auch der nächste Tag. Ein gelungenes Gartenlaubenfest mit Erbsensuppe, Hoorische, Geschmacksverstärker, Sauerkraut, Konservierungsstoffe, Schwenker, Würstchen, Kuchen, Phosphate und Kartoffelsalat. Mit dabei an diesen Tagen der Musikverein Theley, die Alphornfreunde Schaumberg, der Musikverein Steinberg-Deckenhardt, die Nahtalmusikanten, Orchesterverein Wadgassen und ah ja die berühmten Silberlocken der Trachtenkapelle Gronig. 

 

Den Silberlocken gebührt noch ein eigener Satz. Hochachtung vor denen, in dem Alter noch so sicher das Instrument zu halten und zu bedienen, die schwarzen Noten auf weißem Hintergrund zu erkennen, zu lesen und gleichzeitig noch kräftig in die Tuba zu blasen. Wer so lange Jahre auf hohem Niveau ,,Dicke Backen Musik" spielt, profitiert auch im Alter davon.  Danke ihr Silberlocken für ein gelungenes Fest für Jung und Alt.

 

An diesem Tag habt ihr die Saar-Heimat ganz schön zum ,,Affen" gemacht, und jetzt habt ihr den Salat.....Eure Isabelle

 

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Norbert Schu (Mittwoch, 12 Juni 2019 14:01)

    Das Fest wat toll, das Bier war kalt, aber diese Blasmusik.
    Onn die Scheidt Roswitha trenkt e mo gudd sei Bier. Prost.

  • #2

    Norbert Schu (Mittwoch, 12 Juni 2019 14:03)

    Natürlich: Das Fest war toll. Zu schnell geschrieben. Awer die Rowitha war gudd debei.

  • #3

    CDUler (Sonntag, 16 Juni 2019 17:00)

    Hey Isabelle, ganz schöner Verriß, wer hat dich denn zum Affe gemacht?
    In Gronig ist's schön schön schön ....

  • #4

    Hilli (Montag, 17 Juni 2019 15:49)

    Gutt geschrieb