Auf der Güdesweiler Kerb wird es ne Knubbautobahn geben

Gemeinde Oberthal

Ich bin erleichtert! Die Güdesweiler Kerb ist gerettet. Was wäre das Leben ohne Knubbautobahn. So eben gab der oberste Hämmel via viralem Geständnis bekannt, dass die Kerb an der Gombach gerettet sei. So 

doch der Betreiber der letzen Jahren keinen Schrauber mehr fand, einen entsprechenden Parcours zu kreieren, geschweige Ersatzteile 

 für seine gebeutelten Limousinen, die zwar nie rosten, aber ab und an Teile verlieren, fand Don Timo Backes, frisch wiedergewählter erster Bürger von Hammelbach City, einen neuen Schausteller, mit brandneuen Vehikeln und frisch geteerter Fahrbahn. 

Da kommen Gefühle auf. Erfreuen wir uns an der Freude und halten kurz inne, da wir alle ohne die Kerb doch quasi ein Nichts wären und eine Kerb ohne eine Knubbautobahn ein gar nichts. 

 

Hier durfte darf man das erste Mal ran, also ans Steuer und alles, was im täglichen Leben eines Automobillenkers schon lange in der Mottenkiste des Straßenverkehrsordnung verschwunden und sanktioniert ist. Ach, diese gute Nachricht lässt mich schwelgen in Erinnerungen von früher, als wir es kaum erwarten konnten, endlich das Steuer zu übernehmen. Ob‘s noch heut so is? 

 

Jede Fahrt wurde moderiert und musikalisch umrahmt von Hits, die in der Regel zehn Jahre zuvor ein One-Hit-Wonder waren. Selbst im desorientierten Zustand, der lediglich noch zuließ weiterhin gekonnt deliriumverheissende Destillate zu verklappen, durfte man in den Wagen steigen, ob mit oder ohne Fahrerlaubnis, was für manch einen, der im realen Leben selbigen, wegen eben dieser Überschreitung für Monate abgeben musste, möglich war.

 

 

Sogar das Bier durfte mit ans Steuer, rechts überholen, mitten auf der Fahrbahn wenden oder einfach mal rückwärts in die Sackgasse steuern, was aber die Einparkmitarbeiter doch ab und an sichtlich verärgerte, Ihnen jedoch stets ein Lächeln auf‘s Gesicht zauberte, wenn es Frauen waren, die den Lenker ständig im 360 Grad Zyklus, mal mit oder auch gegen den Uhrzeigersinn, zirkulieren ließen, so dass selbst der Bordcomputer nicht mehr in der Lage war die Himmelsrichtung zu erkennen. 

 

Manchmal taten es die Frauen auch extra, wurde ihre vorgetäuschte Tollpatschigkeit doch immer mit einem zahnlosen Lächeln goutiert. Ganz zu schweigen vom Moschusduft der Arbeitskleidung, die selbstverständlich über das ganze Kirmeswochende zum tragen kam. Da mochte man doch glatt hinterherrufen, dass es für einen Deoroller auch keinen Führerschein braucht.

 

Es waren immer die cleversten Boys in Town, die sich dem Fahrgeschäftbetreiber für einige Tage anschlossen, vorab beim Bau der Autobahn behilflich waren, um dann über die glorreichen Tage jenen sehnsuchtsvoll verheißenden Schlüssel - selbstverständlich verziert mit dem legendären Fuchsschwanz, wie in alten Manta-Zeiten - zu erhalten, der dazu berechtigte rund um die Uhr den Wagen zu lenken, ins Fahrgeschehen einzugreifen, um wenigstens einmal die Hosen anzuhaben. 

 

Apropos Wagen. Fuhr im Wagen vor Dir ein junges Mädchen, so war das Kopfkino stets am rattern. Jedes Dorfkind kennt den grenzdebilen Klassiker von Henry Valentino, einem rüstigen Rentner, kurz vor der Selbstabgabe des Lappens, der ihr hinterherfuhr, ohne das Ziel zu kennen. Aber kennt noch wer das Mädchen im Wagen vor ihm? Genau, Uschi! Und jetzt alle »Ratta rata Rattattattada ... « Das lüsterne Grinsen nicht vergessen. 

 

Unterwegs dann, immer das Gaspedal am Limit, durfte man auch wildfremde Frauen am Straßenrand aufgabeln, sie ein Stück mitnehmen, ihnen sogar das Steuer überlassen, um geschickterweise und nur der Sicherheit geschuldet, den Arm um sie zu legen. Schließlich sollte sie beim unbeabsichtigtem Anbumsen mit der potentiellen Konkurrentin nicht auf‘s Lenkrad knallen. Und wenn die Fahrt vorüber war, war man auch nicht gezwungen sie noch mit nach Hause zu nehmen. 

 

Und das alles ohne Gurt und ohne das lästige piepen unserer heutigen SUV‘s, die es Dir noch nicht mal mehr erlauben beim Umparken selbigen nicht anzulegen. Und das alles ohne lästigen Dach und immer den Fahrtwind in den Haaren. 

Könnt ihr Euch noch erinnern an früher? Als es das alles noch nicht gab?

 

Mit der ganzen Family in Urlaub nach Spanien. Der Opel Kadett C vollgepackt bis unters Dach. Mutti mit der Kühlbox zwischen den Beinen. Zu Hause aufgefüllt mit dickbelegten Broten, meist Salami, die länger hält, aber dann mit nem gekochten Ei verziert, weil Papa die so gerne mag, aber weniger lange die Frische garantierte. Eintausenddreihundetundvierundsechzig Kilometer bei brühender Hitze auf französischen Autobahnen oder was die ganz Cleveren noch lieber taten, jenseits der Highways, die Landschaft genießend mit 80 über Stock und Stein trödeln, weil die Maut ja so unverschämt teuer war. 

 

Im Wagen, bei gefühlten 35 Grad, sorgte Mutti auch immer dafür, dass Papa was zu qualmen hatte, während Brüderchen und Schwesterchen auf der Rückbank schon die Klagen vorbereiteten, die sie irgendwann vor Gericht einreichen, weil man mit 12 schon Nikotinabhängig war. Öffnete man das Fenster um zumindest eine zeitweise Zirkulation zuzulassen, kam von vorn das Kommando: »Mach zu, es zieht und du wirst krank!«

 

Spätestens in Dijon, wo Vater einfiel, dass der Senf fehlte, begannen die Eier ihre volle Wirkung zu erzielen. Ok, Mutti kennt den Geruch, aber nicht alles was Mutti von Papi kannte, sollten auch die Kinder kennen lernen. Kopfkino? 

 

Das alles blieb uns während der Kerb erspart. Mittlerweile hätte man auch schon mächtig an der Schießbude abgeräumt, wo die immer gut gelaunte Oma Braun, den Vorderlader lud. Auch sie hatte einen Schäferhund, ob er Heidi hieß, weiß ich aber auch nicht mehr. Stets ermahnte sie dich die Röhrchen restlos abzuschießen, was bei der Einstellung von Kimme und Korn, schon eine Herausforderung war. Bei 3 Grad links vorhalten, das mittlere Ziel anvisiert, war es dann durchaus möglich das rechte zu treffen.

 

Schwubdibub und um 50 Mark erleichtert, hatte man einen Strauß herrlich blühender Plastikrosen und Narzissen zur Hand, die dann dazu dienten, die Mädels zu beglücken. Mit wie wenig wir uns doch einst zufrieden gaben?

Aber die ganz coolen Boys standen meist am Rande und beobachteten das Geschehen. Immer ne Kippe im Mundwinkel und mächtig abgebrüht danieder schauend, konnten sie sich nicht überwinden ins Geschehen einzugreifen. Bei einer Dose 3-Wetter-Taft war das Risiko zu groß, die Tolle würde vom Fahrtwind aus den Fugen geraten, so man doch mehrere Stunden vor dem Spiegel verbrachte, sie erst in Schuss zu bringen. 

 

Dabei gab es doch kein besseres Revier um zum Angriff überzugehen. Manchmal aber auch haben die Mädels das Kommando übernommen und dem DJ und Men of the Chips nen Zettel zugeschoben, den er dann, einem lauten Heulen vorausgehend, laut rezitierte: »Zweimal blondes Gift im Wagen 12, grüßen den einsamen Playboy in Wagen 7.«

 

Und was ging alles hinter dem schwarzem Vorhang, auf der Nordseite des Scouters, die gen Wald gerichtet war, so alles ab. Zwei Schußbier und man war mutig genug zum knutschen überzugehen. Jedoch sollte man nicht entdeckt werden, schon gar nicht vom großen Bruder der Braut. Denn ohne Zähne lies sich das Magenbrot noch schlechter kauen, als ohnehin schon. 

 

Der Höhepunkt war jedoch eindeutig der Dienstagabend. Wenn der Hannes noch so vor sich hin brannte, die Hämmel vor lauter weinen so dehydriert waren, dass noch ein finaler Platz für die letzte Kiste geschaffen werden konnte, war das Motto des Abends: »Und jetzt wieder eine Freifahrt«. Wahnsinn, für 30 Sekunden Fahrspass wurden noch einmal die letzten Groschen mobilisiert. Die Knubbautobahn war das Highlight unserer Jugend, ja bis wir den Zauber des Frühschoppens kennen lernten, aber darüber berichten wir ein anderes Mal.

 

Aber das alles und noch viel mehr, würd ich wieder machen, wenn ich noch einmal 16 wär ...

 

Von Alexander Scheid

 

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Kommentare: 13
  • #1

    Norbert Schu (Donnerstag, 11 Juli 2019 13:15)

    Leute, lasst aber die Steinberger nicht fahren, die schmeißen die glimmenden Kippen sogar aus dem Knuppauto und dann hat die Feuerwehr wieder keine ruhige Kirmes! Die wollen auch mal in Ruhe einen Trinken!

  • #2

    Eckelhaft (Donnerstag, 11 Juli 2019 17:27)

    Und dann stinkt es überall...

  • #3

    Heike Erfurt (Donnerstag, 11 Juli 2019 20:54)

    Die Steinberger sind uns immer herzlich willkommen.

  • #4

    Gerhard Schill (Samstag, 13 Juli 2019 20:48)

    Aber ohne Zigaretten. Kippenkontrolle vor Güdesweiler an der Ecke zum Friedhof.
    Der Willi aus Gronig von der Polizeidirektion Türkesmühle übernimmt das.

  • #5

    Prophet (Montag, 15 Juli 2019 00:08)

    Lossen die luthascha uff ihrem Bersch...

  • #6

    Birgit Bauer (Dienstag, 16 Juli 2019 21:39)

    Was sollen diese Kommentare die steinberger machen immer tolle Musik am Frühschoppen und wir freuen uns darauf

  • #7

    Johann Braun (Mittwoch, 17 Juli 2019 21:22)

    Tolle Musik vieleicht, aber Brandgefahr herrscht dann immer, der Schlagzeuger raucht bei der Musik und schon fliegt die Glühkippe ins Gebüsch, Sirenen gehen, Feuerwehr muß ausrücken, Bierkonsum fällt, Profit weg. Jaaa Birgit.

  • #8

    JuStDe (Donnerstag, 18 Juli 2019 14:14)

    Wo war das mit der Thujahecke und dem Gasbrenner, letztes Jahr ?
    .

  • #9

    Johann Braun (Donnerstag, 18 Juli 2019 21:13)

    In Steinberg- Deckenhard, wo sonst.

  • #10

    JuStDe (Donnerstag, 18 Juli 2019 23:15)

    Klar und Güdesweiler ist ein Ortsteil von Steinberg Deckenhardt .
    Erdkunde ....gepennt !!!
    Deutsch.......gepennt !!!
    ......
    Eh, do fallt mir nix mee in !!!

  • #11

    Prophet (Freitag, 19 Juli 2019 07:23)

    Es war vielleicht in Güdesweiler passiert, verursacht von einem Steinberger...

  • #12

    Johann Braun (Freitag, 19 Juli 2019 19:59)

    Ach ja, das hatte ich vergessen , wußte nur noch etwas von Steinberg. Ein Steinberger hatte damals in Güdesweiler die Hecke entflammt, logisch.

  • #13

    Erwin Schmidt (Mittwoch, 31 Juli 2019 10:54)

    He ihr Kommenatschreiber. Ich hoffe, dass ihr durch eure Kommentare euch im strafrechtlichen Bereich bewegt.
    Wenn ich komplette Namen hätte würde ich euch wegen Beleidigung, üble Nachrede und falscher Verdächtigung anzeigen, so dass sich euch das dumme und blöde Kommenmtartschreiben ein für alle mal vergeht.
    Das ganze ist mittlerweile nicht mehr lustig sondern eine ernste Angelegenheit.

    Anmerkung an die Redaktion von "Saar Heimat"
    Ich glaube es ist an der Zeit dass diese üblen Kommentare gelöscht werden.