Groniger Legenden, Oberthaler Koryphäen und Güdesweiler Virtuosen im Gombachstadion

Gemeinde Oberthal

Eines gleich vornweg, ich kann nichts dafür, dass die Texte des schreibwütigen Sportreporters A.S derzeit immer länger werden, aber es lohnt sich bis zum Schluss zu lesen. Es ist halt eine kleine Geschichte. Eine sachliche 

Analyse von großen Geschehnissen in der Geschichte bedürfen immer auch einen Blick in die Solche. Begeben wir uns also auf den Pfad der tugendhaften Beurteilung des letzten Gefechts der DHI All Stars, die am vergangenen Freitag, im Rahmen des gleichnamigen Cups im Güdesweiler Gombachstadion, ihren ersten Punktverlust derer ruhmreichen Geschichte hinnehmen mussten, so fallen dem geübten Auge unter lauter Blinden sofort auf, dass hier Mächte am Werke waren, die selbst der Herrgott in seiner unendlichen Güte nie hätte vorausahnen konnte.

 

Große Reiche, ja ganze Systeme gehen nicht einfach so unter. Abstruse Fehlentscheidungen der jeweils Herrschenden gehören dazu. Hätte der Oströmische Kaiser Valens im Jahr 378 vor der Schlacht bei Adrianopel die Geduld besessen, auf das Heer des Weströmischen Kaisers Gratian zu warten, dann wären die Goten wohl besiegt worden. 30 Jahre später ließ der weströmische Kaiser Honorius seinen germanischen Feldherrn Stilicho ermorden, weil er auf dessen Erfolge eifersüchtig war. Seitdem war der Untergang des Weströmischen Reiches nicht mehr aufzuhalten.

 

Nun vom Kaiser Flavius Honorius ist leider nicht überliefert, ob er, wie sein Vorfahre Caligula, ein Pferd zum Konsul ernannte, allerdings bewies der DHI Feldherr Eckhardus Lermenius kein gutes Händchen, als er Alfredus Erfurtian auserkor seiner Elf die ausschließlich aus Centurien, Tribunen und Legaten der Primus Saarlandusligata vergangener Tage bestand, diverse Spieler zu vermitteln, weil einige der Seinen, das Wädlein zwickte oder wie Fall des quasi unersetzbarem Spielgestalters Oliver Hofmann, das Händchen vergipst werden musste.

 

Ein solcher Ausfall ist nur zu verkraften, wenn als Gegner die Beatkapelle aus dem Altersheim verpflichtet wurde. Und auch nur wenn dort die Oma dem Opa auf dem Weg zum Gipfeltreffen noch mitgibt, er möge doch bitte seine Dritten zu Hause lassen, da sie ihm beim Spiel doch nur rausfallen. Nur dann kann ein Match ohne den alten Jedi, Oli-Hof-Ke-Nobi, überhaupt gewonnen werden.

 

Alfredus Erfurtian war dies wohl nicht bewusst, sonst wäre er nie den Handel eingegangen, der ihm sein Schwager bot. Für alle die in der Ahnenforschung in und um den Hammelbacher Bann herum wenig bis gar nicht beflissen sind, sei dies kurz erklärt. Wenn sich bei den Brüder Grimm die Prinzessin beschwert, sie könne selbst auf acht Matratzen nicht ratzen, dann war Er die Erbse. Würde ein Rentner die Kontrolle über seinen Rollator verlieren und in eine Menschenmenge rasen, dann wäre Er der Rentner und wenn der aufgehäufte Sand, selbst beim einem Hurrikan in der Sahara kaum Bewegung zeigt, dann ist Er diese eine Düne.

 

Und eben jenen bat Alfredius, zudem noch Turnierdirektor beim DHI Cup, Er möge doch bitte noch den ein oder anderen an das ersatzgeschwächte All Star Team abgeben. Eine Steilvorlage! Hat Er doch in dieser Saison erst ein einziges Mal in einem Altligamatch überhaupt Siegen können, so roch Er den Braten, noch bevor das Sößchen überhaupt gekocht war. Und so wechselte Er die Seiten.

 

Dabei stand Er doch zu Beginn auf der anderen Seite. Sollte Er doch das Bauernopfer für die DHI-Schlachtbank formen. Und so besann Er sich ein Team zu formen. Im Nachhinein würde Er dem Team auch einen Namen geben. Da alle vom Land kommen, bekam es den Namen Sandman’s City Soccers.

 

Eins muss man ihm lassen. Mühe gab Er sich ein Team, die SCS, zu formieren und, wie sich später herausstellen sollte, war es ein fulminantes. Groniger Legenden, Oberthaler Koryphäen und zeitlose Virtuosen aus Güdesweiler fanden den Weg an die Gombach, jenem verheißungsvollem Ort, der nicht umsonst, als der schönste ländliche Fleck auf Mutters wunderbarster Erde gilt. Hier, wo der Vogel und die Mietze sich einst ein Heim teilten, wo sich die aktivsten aller Senioren in der Tulleria zum Tanztee trafen und wo ein Schreiner, der nicht mehr schreint, einfach nur noch malt.

 

Und so kamen sie zusammen um den Fußball zu zelebrieren. Und um der Länge nach jene zu feiern, die den Punkt errangen, müssen wir bei ihm anfangen. Viele Wochen war er verreist und als er wieder da war, waren die Waden immer noch so weiß, dass sie glatt für einen Werbespot einer bekannten Zahnpasta getaugt hätten, der Bart jedoch so lange, dass es selbst der Mach 3 von Gillette schon beim Ansatz vorgezogen hätte, die Klingen zu strecken und nur noch Uwe Seeler’s Hattrick vorm Spiegel den Gefrierbrand verhindert hätte können.

 

Vier Wochen ohne Fußball. Das kam seit seiner Kommunion nicht mehr vor. Als Aribert Laub dann den Platz betrat, saugte eine Mücke leicht an seinem Hals und er begann ein wenig zu stöhnen. Wahre Sehnsucht gibt es halt nur bei Männern auf dem Sportplatz oder im Baumarkt.

 

Dabei war er nicht der mit dem längsten Bart. Ungeschlagen in dieser Disziplin ist nur noch Maik Jung. Bereits Stunden zuvor beginnt für ihn die Vorbereitung. Dann striegelt er den Wildwuchs, wie einst Paul Schockemühle seinen Deister. Bindet, flechtet und zurrt jedes Härchen mit einem Kamm aus Ebenholz zu einem Zipferl welches so stramm steht, dass es gar einen Ball mit der Geschwindigkeit eines Kampfjets zu stoppen in der Lage wäre.

 

Apropos Lage. Wer im Glashaus lebt, der kann auch gerne mit dem Keller kicken. Wir reden vom kleinen Keller, dessen unbändige Kraft vom niedrigen Schwerpunkt seiner peripheren Strampler lebt. So tribbelt und trappelt der Christian stets durch die gegnerischen Reihen, wie einst Stan Libuda. Nur sollte man ihn nie mitnehmen ins Bällebad vom Ikea.

 

Wenn eine Rose stolz darauf ist, von einem Gärtner gepflückt zu werden, dann ist jener nicht der Bock sondern ein Mörsdorf. Frank ruft man ihn und Groniger ist er. Schon Jahre ward er nicht mehr gesehen in der AH der SG aus Obergronthalig. Seit geraumer Zeit aber radelt er stets zum Training und beweist noch immer große Klasse. Reaktiviert für dieses Match benahm er sich wie eine Hausfrau, die gerade ihren Putzfimmel entdeckt hat. Mann erkennt ihn nicht, denn sie hat ihn stets unter Kontrolle.

 

Einem Jetstream kann, auf seinen langen Wegen durch die Stratosphäre, schon mal die Luft ausgehen. Aber nie einem Heddebub! Im Besonderen nicht dem Jüngsten der Brüder Backes. Warum er immer wieder de Mini gerufen wurde, weiß bis heut keiner glaubhaft zu erklären. Er ist die Lunge in jedem Team. Wenn er einatmet, dann bleibt dem Gegner die Luft weg. Um ihn zu erklären braucht es schon ein Ökodrophologiestudium für Jogurts.

 

Auch hier gibt es keine Normalen. Sie drehen alle links rum und haben alle möglichen Buchstaben drin. Wenn andere sich die Haare dopen lassen, dann ist er das Doping für die Haare.

 

Ihm zur Seite standen im mittleren Feld der City Soccers, ein formidables Duo. Lange wühlte er sich durch das Güdesweiler Midfield und das waren noch Zeiten. Alles gelernt hat er beim Papa, dem Backes Bertin und sein Stefan hat alles aufgesogen und umgesetzt. Ähnlich bestückt wie der Keller nur etwas größer, schaffte er Räume, was schon ein wenig Ironie beinhaltet, ist es doch ansonsten die DHI die Räume schafft.

 

Sein kongenialer Partner war Jan Morsch. Ihn schätzen gelernt haben wir, als er - leider nur ein Jahr - Trainer der SFG war. Er behandelt das Bällchen mit der Präzision eines Glasbläsers von Notre Dame. Die Eskimos kennen mehrere Dutzend Schneesorten, die Beduinen kennen exakt so viel Arten von Sandstürmen. In Rumänien soll es sogar Leute geben, die die Originalfarbe eines umlackierten Porsche Cayenne nur anhand des Geruchs erkennen können. Er erkennt die Flugkurve eines Balls schon am Geräusch beim Abspiel.

 

Ein altes Sprichwort sagt: Trapp, trapp der Trapper. Tripp, tripp der Indianer! Und wer schon einmal in der kanadischen Wildnis gelebt hat, der weiß, dass es ein kalter Winter wird, wenn der Trapper viel Holz hackt. Wer den Trappen einst im SFG-Trikot gesehen hat, der weiß, das vor dem Tor nur die die Ruhe verlieren, die nicht wie Eskimos pinkeln können. Extra aus Worms angereist, wo Marko bei den Nibelungen-Festspielen den Siegfried mimt, aber nie vom Speer des Hagen von Tronje getroffen wird - was die Geschichte stets ad absurdum führt - wühlte er sich durch die Reihen des Gegners, das selbst auf künstlichem Rasen Staubwolken entstehen können.

 

Angstschweiß kennt er nicht und Schrammen machen ihn sexy. Es gibt Leute die tragen Supermannschlafanzüge, aber Supermann trägt seine. Will er ein Feuer entzünden, dann reibt er zwei Eiswürfel aneinander und selbst Bill Gates lebt in ständiger Angst, sein PC würde einmal abstürzen. Vom wem die Rede ist? Vom Sagge natürlich, zärtlich auch Sascha gennant. Mit dem Zusatz Tritz! Spötter behaupten sogar, er hätte schon früher im Kinderkarussell die anderen überholt.

 

Ein jeder von uns kommt aus einem Dorf und jeder im Dorf hat dort zumindest einen Cousin. Das man aber der Cousin eines ganzen Ortes werden kann, dafür bedarf es schon enormer Fähigkeiten. Ob es an den Fortpflanzungsfähigkeiten seiner Ahnen lag, lässt sich leider nicht mehr eroieren, was wir wissen ist, vergleichbar mit der Unendlichkeit des Universums, jedoch relativ wenig. Er, Klaus »Le Cousin« Scheid, tanzt. Nicht mit dem Wolf, auch nicht auf dem Vulkan oder auf Gräbern. Und so tanzte er bei diesem Match gleich auf zwei Hochzeiten. Mal den DHI Boogie, mal den City Woogie. Aber wenn er tanzte, ist er woanders.

 

Etwas später stand auch - urplötzlich - Peter Jakobs auf dem Platz. Wo er herkam? Vielleicht von Malle, dort soll ja in den kommenden Woche eine Szenenkneipe nach ihm benannt werden. An diesem Tresen kann aber nur der trinken, der freiwillig gewillt ist, sich mit dem Nagelhammer an die Bar zu tackern.

 

Und zu guter Letzt fehlt nur noch der Keeper. Poohl, Andy Paul, ein Zauberer unter den Künstlern. Wenn er, in sich ruhend und beherzt, um den Mummerisch wandert, dann entzieht er selbst dem dortigen Steingarten jedwede Energie und es soll sogar vorgekommen sein, dass einmal, als er an einem frühlingshaftem Hochsommertag in den Wälder unterwegs war, um dem Gesang der berühmten Schnapsdrossel zu lauschen, dem großen Merlin begegnete und dieser, von seiner Anmut verzaubert auf die Kniee ging, um seiner Großhaftigkeit Tribut zu zollen.

 

Wenn Dir also so viel Gutes widerfährt, dann ist das einen Asbach wert und eine Wanderdüne im Team würde dieses Gefüge doch im Keim ersticken. Aber eben jene Düne war es, der diese Ansammlung von Wagemut und Kühnheit, von Heldenmut und Verwegenheit, von Courage, Waghalsigkeit, Furchtlosigkeit und Draufgängertum, Heroismus, Tapferkeit und Abenteuerlust, zusammenstellte. Und das alles nur, weil er endlich einmal wieder gewinnen wollte.

 

Aber jener Alfredius konnte oder wollte das nicht erkennen und so berief er die Wanderdüne in des Ekki‘s Team. Verbunden mit der Absicht die City Soccers zu schwächen, um seinem bevorzugtem Verbund den Weg zum Sieg zu ebnen, hatte er die Rechnung jedoch ohne ein Wirtshaus gemacht.

 

Geschickt hatte die Düne sein Team eingestellt. So geschickt, dass der Lange eingreifen musste. Dabei war der Lange heut ohne seinem Bosch unterwegs. Normalerweise ein Unding, sind sie doch ansonsten ein unzertrennliches Duo.

 

Wie einst Sundance Kid und Butch Cassidy oder Thelma und Louise, Tango und Cash, Albano und Romina Power, Aronal und Elmex, Ernie und Bert, Bill Clinton und Monica, John und Joko, Joko und Klaas, Cindy und Bert, John Smith & Pocahontas, Sonny und Cher, Lolek und Bolek, Paola und Kurt Felix, Michael Jackson und Bubble, Marianne und Michael, Billy & the Kid, Pech und Schwefel, Salz und Pfeffer, Ozzy und Osborne oder wie Buffalo and Bill. Herrscht Trouble in Paradies? Sind sie etwa Fix und Foxie?

 

Mitnichten! Der arme Klaus hat sich im Spiel zuvor doch glatt den Onkel gestaucht. In seiner schriftlichen Entschuldigung - sogar von der Mama unterschrieben - wies er explizit daraufhin, dass es der große Onkel wäre, der einer gewissen Bewegungsbeschränkung unterläge. Wir haben das dann in der Kabine ausgiebig diskutiert, aber keine glaubhafte Erklärung gefunden, die eine Verstauchung des Onkels mit dem Fußball spielen in Verbindung bringt. Vielleicht haben wir uns aber auch verlesen und es stand nur beim Spielen drin.

 

So, jetzt war die Düne raus und Ari formte das Team. Sollen sich doch die Profis mit einem rumplagen, dessen Bewegungen an den Brunftschrei einer Gottesanbeterin erinnern. Nahezu katatonisch, wie Alice im Wunderland wenn sie dem weißen Hasen verfolgt, reagiert er beim Anspiel. Meter machen sind für ihn nur was für Zollstöcke. Dabei hätte er das DHI Team noch in Führung bringen können, was ihm der Feldherr, der das Geschehen stets verfolgte, wohl nie vergeben wird.

 

Nach dem Spiel kommentierte Ekki das Geschehen auf dem Platz wie folgt: »Es war schon komisch den Sandman in unserem Trikot zu sehen. Als würde man einen der Ludolfs dabei beobachten, wie er eine Arie aus »Figaros Hochzeit« singt. Und das auch noch fehlerfrei.«

Es war ein Abend der viele Fragen offen lies. Woher wissen eigentlich Männer mit einer Glatze, wie weit sie ihr Gesicht waschen müssen? Und warum hatte Tarzan im Fernsehen nie ein Bart? Diesen Fragen werden Historiker in naher Zukunft ganze Bücher widmen. Werden sie aber auch fragen, wie es in der langen Historie von DHI Matches überhaupt dazu kommen konnte, dass dieses Dream Team einmal ein Spiel nicht gewinnt?

 

Nun, die Antwort, deren Informationensgehalt mühevoll einen Glückskeks füllen würde, werden wir ein anderes mal diskutieren. Für den treusten Beobachter des Altliga-Alltags, den Nofts Kurdi, war diesen tugendhafte Spiel in etwa vergleichbar mit finnischen Polarmächte. Tiefe Dunkelheit und ganz wenig Licht.

 

Im Anschluss lud ein sichtlich zufriedener Gastgeber alle Beteiligten noch zu einem Braten am Spieß mit leckerem Salat aus Kartoffeln und einer großen, aber sauren Gurke, ein. Man trank noch das ein und das andere Bier zusammen um dann den Campino-Klassiker »An Tagen wie diesen« zu schmettern, bevor beim Hammelsrock bis in den frühen Morgen weiter gefeiert wurde.

 

Sandman’s City Soccers:
Andreas Paul | Maik Jung | Aribert Laub | Peter Jakobs | Frank Mörsdorf | Stefan Backes | Bernd Backes | Jan Morsch | Christian Keller | Marko Trappen | Sascha Tritz | Klaus Scheid

 

DHI All Stars: Sascha Bies | Pascal Petry | Michael Mähler | Christian Nikolay | Miguel Hofmann | Jochen Biegel | Daniel Thomas | Christoph Sprenglewski | Florian Stroppel | Christian Hellbrück | Alexander Scheid

 

 

Text: Alexander Scheid......wer sonst...

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    R.W. (Samstag, 13 Juli 2019 08:51)

    Jesus Sirach, 32, 1-13