Wenn in Gronich die Lichter ausgehen.....

Gemeinde Oberthal

Wenn in Gronich die Lichter ausgehen, hat das nichts mit der CDU im selbigen Ort zu tun, und auch nicht mit dem abgespeckten Oberthaler Nachrichtenblatt im Groniger Teil. 

 

Aber wenn vom Tale her nur noch in weißen  Lettern der Ortsname unspektakulär am Mummerisch zu erkennen ist, dann wird es Zeit bei tropischen gefühlten Temperaturen um die 40 grad, eine ungewöhnliche Nachtwanderung mit ein paar Oberthaler Hunden zu machen. Kurzfristig eingeplant werden musste noch die Riesendogge Perseus, benannt nach der griechisch göttlichen Abstammung des Zeus, da das Schullandheimer Herrchen nach einer Reise bitter erkrankte.

 

So bitter, das etwas in ihm rebellierte. Und wenn ein Pups zum Abenteuer wird, mit 65 % Stickstoff, 20 % Wasserstoff, 10 % Kohlendioxid, und 3 % Methan gepaart mit Schwefelwasserstoff, Mercaptane und Idole als gasförmige Ausdünstungen in Bio Qualität rausschießt, bleibt man besser zu Hause. Gesagt getan, wir, das heißt Hundeführerin Tanja, die andauernd beteuert, dass die Hunde immer gut hören, nur manchmal nicht, nahmen uns des Hundes an, der nur widerspenstig sich mit uns auf den Weg machte wollte.

 

 

Mit anbrechender Dunkelheit funkelten nicht nur die Sterne hell am Firmament, sondern auch die Halsbänder der Hunde, die eher an die letzte Runde des Discofiebers mit John Travolta aus den 70 er erinnerten und auch sonst nicht hielten, was sie versprachen.

 

Aber Dogdancing soll ja auch Spass machen. Und wenn Menschen des nachts durch den Wald tanzen, springen wie leichtfüßige Gazellen gleich welchen Alters, und schreiend sich um die eigene Achse auf ihrem Standbein drehen, nennt man das Pirouette , um sich dann von schnakenden Blutsaugern pieksen und regelrecht aussaugen zu lassen. Das sind dann meistens Frauen. 

 

Trotz Blutgruppe A negativ waren blutdurstige Tiger,-Wald,- und Wiesenmücken zeitweise hinter uns her wie die Mombergteufel hinter der armen Seele.  Mag wohl an der Kopflampe gelegen haben, die so hell macht wie 6,3 x 10²² Lumen. Quiekend und lauter als zur Brunftzeit im Herbst, welchen jeden Hirschexperten vor ein Rätsel stellen würde, ging es weiter durch den Oberthaler Wald bis zum Endziel, hoch über dem Feldspatwerk über Güdesweiler.

 

Dort wollten wir wohlverdient eine Pause einlegen und die grandiose Aussicht genießen. Aber wir waren nicht alleine. Stimmen, Rock,- und Popmusik, Dosenwürstchen und der unverkennbare Bierduft aus der Dose zu Karlsberg lockte uns auf den Berg der Begierde und bot uns ein geselliges Beisammensein mit Gleichgesinnten an. 

 

Denn friedlich dort oben, in schwindelerregender Höhe, 200 Meter über dem Tal, saßen in gemütlichen Feldsesseln lümmelnd der Steinberger Sebastian und der Güdesweiler Hammel Ulli aus der zweiten Mannschaft der SFG-Formation.

 

Doch mit der beschaulichen Ruhe wars nun vorbei. Jetzt ging das Chaos los. Mehrere bellende Hunde stürmten den Berg hinauf, fraßen in windeseilen die Würstchen aus der Dose auf, als hätten sie den ganzen Tag noch kein Futter bekommen und die unverschämten zwei dahergelaufene Frauen tranken das warme Dosenbier leer. Beer peace! Dafür war die Aussicht  hervorragend. 

 

Geschnatter und Gelächter drangen ins Tal nach Güdesweiler bis weit nach Mitternacht, ehe sich die Weiblichkeit kichernd und leicht torkelnd auf den Heimweg machte. Danke an Uli und Sebastian fürs Bier. Alsbald wurde es auch Zeit, dass die Hunde ihr Wasser bekamen. Und es sollte nicht irgendein Wässerchen sein.

 

Es musste das klare Wasser vom ,,guten Brunnen" sein, nicht zu verwechseln mit der Pilsstube am Brunnen im Dorf. Dort daraus 3 mal getrunken, soll das reine Leistberger Quellwasser alle Augenkrankheiten heilen, aber nur wenn man dann sich die schwere eiserne Krone aus dem Kirchlein nebenan aufsetzt und dem dort lebenden Einsiedler Guido von Guidesweiler ein Geschenk gibt.

 

Guido war aber gar nicht da. Die Vermutung lag nahe, dass er ins Tal runter zum Schnitzelessen beim Flare gegangen war und sich des Hopfens und Malz erfreute. Und so wurden wir auch unsere Augenkrankheit, das ,,Stereoskopisches Sehen", bedingt durch Dosenbier nicht los und waren heilfroh keine optische Neuropathie erlitten zu haben. So zogen wir enttäuscht von dannen, um endlich nach ein paar Stunden am Schullandheim die schnaufende Dogge seinem rechtmäßigen Besitzer wieder  übergeben zu können. 

Isabelle Möller

 

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Kommentare: 1
  • #1

    WM (Freitag, 26 Juli 2019 14:35)

    Hallo Isabella, würdest du dem Hund das Lachen beibringen wäre es da Fotos des Tages. Gruß dein Cousin Werner.