Im Groniger Bann wurden Blühwiesen angelegt

Gemeinde Oberthal

Dass Jäger und Jägerinnen sich nicht nur um die Wildbestände kümmern sondern auch darauf achten, dass zwischen Wald, Wild und einer intakten Natur Gleichgewicht herrscht, zeigt ein Naturschutzprojekt

 

 

der Vereinigung der Jäger im Saarland. Mitglied des Projektausschusses ist Wolfgang Schumann, Geschäftsführer der IBV Oberthal und Jagdpächter im Raum Gronig. Er erklärt wo die Ursachen liegen, beim Schwund von Insekten, vielen Vogelarten und auch dem Feldhasen.

 

,,Wir Jäger sind ständig in der Natur, wir beobachten und registrieren vieles, was dem Nichtjäger auf Anhieb gar nicht auffällt. Und so wissen wir auch schon wesentlich länger, als das Thema in der Presse ist, dass die Niederwildarten und auch die nicht jagdbaren Bewohner des Offenlandes in der heutigen Kulturlandschaft buchstäblich ums Überleben kämpfen", erklärt Schumann.

 

Damit eine neue Generation der Artenvielfalt an Tieren nachwachsen kann, muss eine Umgebung geschaffen werden, in der eine Chance gegeben ist, um Junge auf die Welt zu bringen und groß zu ziehen. Und das gilt von der Ameise bis zum Reh. Diese Chance ist aber gering,  wenn die entsprechenden Flächen im Frühjahr bereits umgepflügt, gemäht, mit Gülle übergossen oder mit Spritzmitteln übersprüht werden. (oder alles zusammen, nacheinander).

 

,,Den Landwirten hierfür die Schuld zu geben ist viel zu einfach", sagt Schumann. ,,Sie müssen Wirtschaftsbetriebe führen und sind gezwungen so zu arbeiten". Viele Flächen aus dem nicht gewerblichen Bereich sind auch nicht besser. Wegeböschungen in Gemeindebesitz werden kurz gemäht und gespritzt, Streuobstwiesen bereits im Mai gemäht, Vorgärten in Steingärten umgewandelt usw. Bereits im ersten Stadium der Entwicklung fallen dadurch große Teile der neuen Generation aus". 

 

 

Die wenigen, die diese Phase überleben, sehen sich bald neuen Gefahren ausgesetzt. Vielen Tierarten mangelt es an Insekten zur Ernährung, die im Frühsommer folgende zweite Mahd zerstört zum Großteil, das Wenige, das die Erste übriggelassen hat. Neben dem direkten Verlust durch Ausmähen der Gelege und Kleintiere sind die wenigen Blühpflanzen für Insekten, die es jetzt noch gibt, verschwunden.

 

Das geringe Nahrungsangebot wird für Jungtiere zur Überlebensfrage. ,,Die Lösung des Problems kann also nur darin liegen, geeignete Flächen zu schaffen, in den der Nachwuchs mit ausreichender Überlebensquote durchkommt und anschließend auch genügend Nahrung findet. Gleichzeitig müssen Fressfeinde durch gezielte Bejagung auf vernünftige Bestandszahlen reguliert werden", erläutert Wolfgang Schumann.

 

Ein Projekt aus Saarlouis hat die Jäger im Kreis St.Wendel inspiriert, ein vergleichbares Vorhaben auch bei uns umzusetzen.  Das Projekt zielt auf die Bekämpfung der oben dargestellten Ursachen für den Artenrückgang. Man hat hier Lösungen erarbeitet, bei denen in Partnerschaft mit der Landwirtschaft Flächen, die nicht als Ertragsflächen genutzt werden, in Lebensräume umzuwandeln.

 

 

 Nun waren die Jäger vor Ort aufgerufen, das Projekt in die Praxis umsetzen, dazu Gespräche mit Landwirten und Landbesitzern zu führen.  Zusätzlich zum Ackerland, sollten auch in Streuobstwiesen streifenförmige Blühstreifen, bei gleichzeitig späten Zeitpunkt der Mahd nach dem 15.August, angelegt werden.

 

Hierzu hat Wolfgang Schumann unter anderem auch mit dem angehenden Ortsvorsteher Björn Gebauer, der auch Mitglied im Obst- und Gartenbauverein Gronig ist, vereinbart, dass seine gepachteten Flächen in Blühwiesen umgewandelt werden.  Saatgut wurde den Revieren kostenlos zur Verfügung gestellt, die Bodenbearbeitung erfolgte in Eigenleistung. Dazu wurden schließlich 5500.- Euro zusammengebracht, alles Eigenmittel von Jägern, keinerlei öffentliche Gelder. 

 

Bereits im ersten Projektjahr haben sich 18 Reviere mit insgesamt knapp über 20 ha Flächen beteiligt. Das sind 200.000 m2, rund 400 Bauplätze, die als Lebensraumflächen bereits im ersten Projektjahr angelegt wurden. Die Flächen liegen meist im Privatbesitz der Jäger ,,Außerdem haben uns viele Landwirte und auch private Landbesitzer unterstützt", erzählt Schuman. Vielen Dank dafür.

 

Das Projekt soll weitergehen. Die Jäger sind weiterhin dabei, nach Flächen für die nächsten beiden Jahre zu suchen. ,,Uns liegen dazu schon erste Rückmeldungen dazu vor. Ziel ist es, bis 2021 50 ha, also 500.000 m2 zusammen zu bekommen und als Lebensraumflächen anzulegen".

 

,,Dazu werden wir in Zukunft aber auch Unterstützung von aussen brauchen, sei es, in dem man uns Flächen zur Verfügung stellt oder finanziell unterstützt. Wir sind optimistisch, das zu schaffen"so Schumann. ,,Das Projekt zeigt, ebenso wie unser Vorbild in Saarlouis, in beeindruckender Weise, wie engagiert die Jäger im Naturschutz sind".

Dies ist im wahrsten Sinne praktische Naturschutzarbeit vor Ort. 

 

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Kommentare: 11
  • #1

    Dart Hans (Donnerstag, 08 August 2019 10:17)

    Seit wann ist Björn Gebauer Ortsvorsteher? Die Wahlen finden doch erst auf der konstituierenden Sitzung des Ortsrats am 12.8. statt, demnach ist noch Anton Schäfer der amtierende Ortsvorsteher.

  • #2

    Dr. Alfred Tetzlaff Ökonom Nauwieshof (Donnerstag, 08 August 2019 17:36)

    Ja, das entscheidet doch wohl der Ortsrat, vielleicht wird ja Anton Schäfer doch noch gewählt, ist doch eine geheime Wahl.

  • #3

    Heinz Becker (Donnerstag, 08 August 2019)

    Na da scheinen ja einige Schwarze die Realität nicht verkraften zu können �

  • #4

    Heinz Becker sei Frau (Donnerstag, 08 August 2019 21:57)

    Die Realität bei der ein Roter einen Stimmzettel verfälscht hat?

  • #5

    Hannes (Donnerstag, 08 August 2019 23:08)

    Ich kann Dart Hans nur zu diesem Kommentar gratulieren

  • #6

    Summ Summ (Freitag, 09 August 2019 06:22)

    ...während der unnötigen Diskussion und sebstbeweihräucherung hier fällt grade in china ein Sack Reis um.

    Wer selbst noch was für Bienen und anderes Getier tun möchte statt ständig über alles nur zu meckern:

    https://www.landkreis-st-wendel.de/fileadmin/user_upload/4_Wirtschaft_Verkehr_Umwelt/Laendlicher_Raum/Saatgut_online2.pdf

  • #7

    h. g. setz (Freitag, 09 August 2019 09:47)

    Als ehemaliger ov von gronig will ich nur anmerken, dass toni sein Amt gerne ausgeführt hat. Er hat in seiner Amtszeit viel für seinen Ort erreicht. Danke toni . Ich gehöre seit Jahrzehnten der CDU an und wünsche dem neuen ov eine glückliche Hand. Ein ov muss für seine "Schäfchen" da sein.

  • #8

    Salomonischer Kosmopolit (Montag, 12 August 2019 11:45)

    CDU Gronig wieder an die Macht, Mut ihr Groniger, nach der Wahl ist bekanntlich vor der Wahl und dann wird sich das Blatt wieder wenden, vor allem wenn CDU und Grüne koalieren, dann gibt es wieder mehr Natur wie oben und schlechter wird es nicht mehr, obwohl es uns gar nicht schlecht geht, könnte nur gerechter sein mehr Geld für solche die Arbeiten, Gutscheine für Essen und Trinken ein Dach über dem Kopf sowie Klo und Dusche für solche die kein Bock auf Arbeit haben denen ist auch die Blumenwiese egal denn Honig, Äpfel, Obstschnaps und Zigaretten gibts ja im Geschäft. Oder????

  • #9

    Monika (Montag, 12 August 2019 14:35)

    Sorry, ich dachte es ginge hier um Naturschutz und das anlegen von Blühwiesen.Da muss ich wohl was falsch verstanden haben.

  • #10

    Salomonischer Kosmopolit (Mittwoch, 14 August 2019 14:59)

    Die Blumenwiese ist Nebensache, die blüht auch so.

  • #11

    Wolfgang (Freitag, 23 August 2019 17:47)

    Ich hätte eigentlich auch gedacht, dass der Inhalt zum Projekt die Hauptsache ist. Wie auch immer, das Projekt wird nächstes Jahr in diesem Bereich weitergehen, wie es im Moment aussieht ,kann die Gesamtfläche dort auf über 2ha vergrössert werden. Vielleicht sind ja auch Imker interessiert, ein Bienenvolk dort hinzubringen, wir würden uns über eine Zusammenarbeit freuen.