Erneutes Unwetter über Bliesen, St.Wendel und Orte im Landkreis

St.Wendel

Eine Unwetterzelle zog am heutigen Freitag, 09.08.2019, gegen 18:30 Uhr durch den Landkreis St. Wendel.

Bereits im Laufe des Tages hatten die Wetterdienste vor Gewittern mit Starkregen und Sturmböen im Saarland gewarnt. Um 17:15 Uhr wurde dann eine 

 

Unwetterwarnung für den Landkreis St. Wendel ausgegeben.

Umgehend wurde das Kreislagezentrum im Landratsamt in Dienst gesetzt sowie die Wehrführungen im Landkreis informiert.

Gegen 18:00 Uhr traf dann die Unwetterfront im Landkreis aus Richtung Westen ein. Nach vorläufigen Modellrechnungen der Wetterdienste im Vorfeld sollte die Zugrichtung die Gemeinden Tholey, Nonnweiler und in Teilen die Gemeinde Freisen treffen.

Jedoch änderte die Zellen die Zugrichtung kurzfristig und zog über die Gemeinden Tholey, Marpingen, Namborn, Freisen sowie das Stadtgebiet hinweg. 


Besonders betroffen waren Alsweiler, Winterbach, Bliesen, Baltersweiler sowie Oberkirchen. In weiteren Orts-/Stadtteilen kam es zu vereinzelten Unwettereinsätzen.

Das Einsatzspektrum erstreckte sich auf umgestürzte Bäum, vollgelaufene Keller, überflutete und verschmutzte Straßen sowie umherfliegenden Gegenständen.

 

Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. In Teilen mussten Haupt- und Nebenstraßen zeitweise voll gesperrt werden.

 

 

Besonders zu erwähnen sind zwei Meldungen, welche die Feuerwehr mit Priorität abarbeiten mussten.

Im Namborner Ortsteil Baltersweiler wurde der Leitstelle auf dem Saarbrücker Winterberg ein Hangrutsch in der Strasse „Auf der Rötz“ mit Gefährdung eines Wohnhauses. Beim Eintreffen der Feuerwehr konnte glücklicherweise Entwarnung gegeben werden. Es handelte sich nicht um einen Hangrutsch, sondern um eine Schlamm und Gerölllawine, welche sich über mehrere hunderte Meter ihren Weg über die Roschberger Straße bis hin zur St. Wendeler Straße bahnte. Hierbei wurden, neben der erheblichen Verschmutzung der Fahrbahn, einige Keller geflutet.

 

Wenige Minuten später ging ein Notruf über wohl drei unter umgestürzten Bäumen vermuteten Kindern in der Verlängerung der Alsbachstraße in Marpingen ein. Umgehend wurden alle verfügbaren Einsatzkräfte zur Rettung losgeschickt.Beim Eintreffen der ersten Kräfte vor Ort wurden in unmittelbarer Nähe zu den umgestürzten Bäume drei Kinderfahrräder aufgefunden. Jedoch war in erster Erkundung nichts von den Kindern zu sehen. Wenige Minuten später tauchten diese dann glücklicherweise selbständig und unverletzt bei den Feuerwehrangehörigen auf.

 

Insgesamt mussten rund 50 registrierte Einsatzstellen abgearbeitet werden. Allerdings wird diese Zahl noch höher liegen, da teilweise auf „kurzem Dienstweg“ geholfen wurde und diese Einsätze zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erfasst sind.

Teilweise sind Nebenstraßen aktuell noch wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Diese werden im Laufe des morgigen Samstag sowie Montag durch Baubetriebshöfe oder Fachfirmen beseitigt. Ebenso waren verschiedene Feuerwehrgerätehäuser durch Wassereinbrüche selbst betroffen.

 

Neben dem Kreislagezentrum wurden mit der ersten Alarmierung auch die Gemeindelagezentren bzw. Einsatzleitfahzeuge der betroffenen Kommunen besetzt und hierüber die Koordination der Einsätze gesteuert. Für die Kommunikation und Steuerung gibt es in solchen Lagen ein festgelegtes Konzept für den Landkreis St. Wendel. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Unterstützt wurden die Feuerwehrkräfte durch die einzelnen Baubetriebshöfe der Kommunen. Die letzten Einsatzkräfte konnten gegen 22:00 Uhr einrücken. Insgesamt waren rund 250 Feuerwehrangehörige im Einsatz.

Text: Dirk Schäfer, Bilder: Dirk Schäfer, Werner Möller

 

 

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