Obergronthalig empfängt zum Kirmesspiel Stainbersch, Gillesweller on Bliese....

Gemeinde Oberthal

 

Das kann ja heiter werden, denkt sich unser quirliger Sportreporter Alexander Scheid und lässt auf seiner alten Schreibmaschine die Finger rund gehen....

 

Das Große Dilemma der menschlichen Existenz ist ja, dass unser Gehirn in der Lage ist, sich Fragen zu stellen, die es von vorneherein nicht beantworten kann:

Was macht die Zeit, wenn sie vergangen ist? Hat das Universum einen Sinn? Und wieso sind die Gebrauchsanleitungen von elektrischen Saftpressen so dick wie ein russisches Revolutionsepos?

Nun möchten wir nicht so weit gehen und über menschliche Existenz zu streiten, denn viele unserer Hirne befinden sich aktuell in einem ganz anderen Dilemma, denn der ein oder andere von uns muss in dieser Woche der Gattin, nein keine Fragen stellen, aber gewiss viele beantworten.

Denn wenn die holde Liebschaft hört, was wir alten Säcke für Pläne für‘s Wochenende geschmiedet haben, macht die Gebrauchsanleitungen der elektrischen Saftpressen durchaus Sinn. Denn der eine mehr, der andere härter, wird sie hart zu spüren bekommen, wenn ihr offenbart wird, was die Herrschaften an diesem Samstag so alles vorhaben.

+++ Das ultimative Giganten der Altliga Meeting

Was steht einer Fußballgröße vergangener Tage wohl besser zu Gesicht, als das Superlativ. Grammatikalisch gesehen handelt es sich dabei um die Steigerung der Steigerung. Während man sich zu Beginn der Karriere festlegt, dass man ein Großer werden will, dann redet man vom Positiv. In der nächsten Phase geht es um das Vergleichen auf dem Feld mit dem Gegner. Mit den Kameraden vergleicht man derweil anderes, was aber definitiv zu weit geht, aber wir sprechen dann vom Komparativ.

Die höchste Stufe, also die Superlative, die wir allerdings erreichen können beginnt erst mit der Zeit danach. Dann, wenn das ein oder andere Pölsterchen dazu dient, dass sich das Weibchen nicht mehr an harten Sehnen und Muskeln festhalten muss, wenn das Runde langsam aber sicher zum ständigen Begleiter wird, der aber am Morgen vor dem Spiegel in der Profilansicht urplötzlich verschwunden ist. Er kommt allerdings schnell wieder, meist dann wenn der Kopf immer farbiger wird und wir endlich wieder ausatmen.

+++ Die Copa de las Opas

An diesem Samstag kommt es zu jenem superlativem Ereignis, welchem diese Gemeinde schon Jahrzehnte entgegenfiebert. Ein Event wurde gefunden und wird an diesem Wochenende zum ersten Mal in unseren Kreisen ausgespielt. Die Copa de las Opas. Erfunden wurde das Spektakel in der Süd-Antarktis, dem Teil der zu Argentinien gehört, womit auch der spanische Name erklärt wäre. Nachdem sich nun aber keine Teams mehr fanden, die sich würdig erwiesen, den nächsten Sieger auszuspielen, fand die UEFA, die Union Erfahrungsbewusster Fußball Allergiker, das Turnier muss zukünftig auf europäischem Boden ausgespielt werden.

Der Platte Sepp, langjähriger Korruptionsbeauftragter und UEFA-Romantiker der ersten Stunde, kontaktierte daraufhin Kurt Nofts, der über Jahre hinweg sein größter Kritiker war und deren Wege irgendwann getrennt gingen. Auf dem Momberg kam es dann vor knapp vier Wochen zu einem Shower-Down. Während der Regen unaufhörlich hernieder prasselte, malträtierte Kurt den Sepp so lange bis er platt war mit knallharten Pässen in die Tiefe. Kurt konnte den Braten quasi riechen, eine Besonderheit auf die wir noch näher eingehen werden, sollten Sie, liebe Leser, noch etwas durchhalten. Schlussendlich willigte er ein und übertrug dem Kurdi seinen Heiligenschein mitsamt der Bürde für den nächsten Sieger zu sorgen.

Voller Energie stieg Kurdi vom Berge, in der Hand zwei Steintafeln, um schließlich beim Andler ein goldenes Kalbsschnitzel zu bestellen. Dann rief er seine Jünger zu sich und verkündete die frohe Botschaft. Irgendwie erging es ihm an diesem Abend wie dem Jesus, bis auf die Tatsache, dass er den Wein nur in Wasser verwandeln kann.

Es wurde Abend, es wurde Nacht und Oberthal wurde zum gelobten Land, dieses erste Ereignis auszutragen. Zudem feiert Oberthal auch noch die Kirmes, ob nun mit oder ohne Schausteller stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, aber das Highlight ist und bleibt nun mal das Kirmesspiel.

Leider machten die Rivalen aus Alsweiler der SG einen dicken Strich durch die Rechnung und vermiesten der ersten Mannschaft die Kerb, weil sie partout am Sonntag spielen wollen. Wohlmöglich sehen sie ein Chancenplus. Mit Inbrunst sei aber an dieser Stelle erwähnt, dass wir der SG wünschen, sie mögen die Alsweiler Spielverderber mal so richtig abschießen. Punkt! Zurück zum Thema.

Wer aber die neue Garde des SV Blau-Weiß Oberthal kennt, der weiß dass sich der Aribert Laub, der Klaus Bouillon, der Christoph Maldener und der Christian Jansen sich nicht ohne weiteres die Butter vom Brot nehmen lassen. »Das Bliesstadion muss brennen, wie die Waden vom Nofts Kurt, nachdem der einen seiner täglichen Steigerungsläufe zum Momberg unternommen hat!« so der lange Laub in einem vertraulichen Gespräch mit seinem Sidekick Klaus Bouillon.

Wuff! Schatzmeister Maldi zückte sogleich den Griffel und begann große Zahlen auf die Tafel zu zeichnen, während seine Pupillen zu €-Zeichen mutierten. Vier Altligateams auf einem Haufen? An einem Abend? An einer Theke? Dirk Knapp‘s Getränkebox ist dafür ne Nummer zu klein, da kann nur die Brauerei helfen. Und so steht am Samstag gleich ein ganzer Container zur Druckbetankung parat. Der Bosch, der wohl temperierte Celsiusbauftragte, der beim bloßen Anblick einer Hopfenkaltschale deren Temperatur erkennen kann, was ansonsten nur Klima-Gretchen gelingt, die bekanntlich das CO2 riechen kann, wird höchstselbst in unmittelbarer Nähe und bis zum Anstich, beim 5.000 Liter Fass nächtigen, um für eine Konstante zu sorgen. Hier wird nichts dem Zufall überlassen.

Zum Glück weilt Greta in den USA und geht dem Trump mächtig auf das Toupet, denn wenn die eines Tages rausfindet, dass im Bier CO2 ist, wird sie uns allen den Spaß verderben. Dann werden wir künftig die Tofu-Wurst mit nem Bachblüttentee runterwürgen müssen.

Aribert hat sich derweil auf dem Steinmar eingeigelt und bastelt an der Taktik. Dort wird zudem das Team auf das bevorstehende Match mittels Höhentrainingslager akribisch vorbereitet. Zwar stehen sie unter permanenter Beobachtung des Gegners, denn wer unsere Freunde vom Deckenhardt kennt, der weiß, das dort nichts unbeobachtet unternommen werden kann. Insider jedoch rechnen mit dem ultimativen Matchplan, denn der Kurdi wurde in dieser Woche dabei erwischt, wie er zu tiefdunkler Mitternachtszeit am Kopfballpendel übte. Mit dem Medizinball.

Der Jansen hingegen tanzt derweil mit dem Grashalm. Bis zum Matchday möchte er in zweiundvierzig Schnitten das Grün in Osenbach auf Wimbledongröße bringen. Dafür hat er beim Rossmann im Ausverkauf auch gleich alle Nagelscheren ergattert und übte ne lang Woche am - hoffentlich eigenen - Barthaar.

17:00 Uhr | Atlético Obergronthalig : Steinwalborn United

Somit blicken wir dem ersten Match mit staunendem Verlangen entgegen, denn auch Steinberg wird antreten mit allem was Rang und Namen hat. Selbst der Koch Fredi steht parat und scharrte schon bei der, leider verpatzten, Generalprobe gegen Primstal am letzten Freitag mit den Hufen. Da er der einzige Teilzeitreferee ist, der das Abseits bereits riechen kann, noch bevor der Spielball die nötige Atüzahl erreicht hat, was uns unweigerlich zu der Annahme verleitet, dass in dieser Gemeinde viele mit der Begabung einer Greta Thunfisch mithalten können, was das erschnüffeln von Unerschnüffelbarem angeht, gehen wir davon aus, dass er stets im gegnerischen Strafraum zu finden sein wird, ohne je gesehen worden zu sein.

18:15 Uhr | Hammelbach City : Benfica Bliestal

Dann gibt’s ja noch ein zweites Match mit dem Potenzial zur Einzigartigkeit. Auch die Hammelbacher und die Steßer von der Blies schicken je ein Giganten-Team ins Rennen. Die Gombacher treffen auf die Vorstädter. Eine Blieser Torwartlegende hört seit Bekanntwerden nur noch ein Lied um sich zu pushen: »Theo wir fahrn nach Lodz!« Obgleich die Reise nur nach Oberthal geht, schmettern ihm die Genossen aber den, zugegeben etwas abgeänderten Refrain nach: »Steh auf du faules Torwarttier, bevor wieder Tore grien!«

Nun lassen die letzten Ergebnisse nicht unbedingt auch nur sowas wie Hoffnung für die Gombacher erkennen, wurden sie doch in den letzten drei Begegnungen regelrecht verhauen, aber wer weiß, was für ne Wundertüte die Güdesweiler Wanderdüne (Ifa Alexander Sandman) für Samstag gepackt hat. Aus gut unterrichteten Kreisen haben wir erfahren, dass das ein oder andere wohlschmeckende Karamelgutzje neben hochwertigen Pralinscha in den Reihen der Hammelaner zu finden sein werden.

Eventuell wird es am Samstag zu einer ähnlichen Situation kommen, wie kürzlich im Kreissaal vom Marienkrankenhaus St. Wendel, als ein Mann - tränenaufgelöst - zu seiner Gattin sagte, als sie Zwillinge im Arm hielt: »Schatz, das habe ich nicht gewollt!«. Worauf sie ihm - beruhigend - entgegnete: »Schatz, das hast du auch nicht getan!«.

Aber reden wir nicht weiter um den heißen Brei herum. Am Samstag gilt es! Am Samstag brennt die Luft! Am Samstag steht die ultimative Knubbautobahn auf dem heiligen Rasen in Oberthal und das Dorf wird genüsslich festgestellt haben, dass Schausteller vollkommen überbewertet sind, wenn die Giganten des Altligafußballs antreten um Geschichte zu schreiben.

Dann wird ein jeder, der Tage zuvor mit der Gebrauchsanleitung von der Gattin verfolgt wurde, den Schmerz vergessen haben und die Grammatik wird um eine weitere Steigerung, das Exzessiv, erweitert werden müssen.

Blieben Sie am Ball, denn wir werden exklusiv und explosiv, gar vollends entzückt über die Entrückung der Tatsachen berichten, wenn sich die Nase in der Phase der Extase vollends verwandelt, in eine Oase der Glückseligkeit für jeden Liebhaber des ordinären Fußball. Auch wir können das erriechen ...

Text: Alexander Scheid

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