Pilgerbericht von einem Owwerdähler Mäde Teil 2

Gemeinde Oberthal

Wieso habe ich mich für die Via de la Plata entschieden?

 

 

Wie schon erwähnt, suchte ich nach einer Möglichkeit mal auszusteigen, um zu neuen Kräften zu kommen. Genau zu diesem Zeitpunkt traten Menschen in mein Leben,  die mich in vielen  

dass das Verweilen und Wandern in der Natur meine liebste Freizeitbeschäftigung ist. Oft war ich bis dahin auf den Premiumwanderwegen im Saarland, welche leicht mit dem Navigationsgerät im Auto zu finden und dazu noch sehr gut ausgeschildert sind,  unterwegs gewesen. Aber was sollte ich damit anfangen? So gingen die Überlegungen weiter.

 

 

 

Bei der Frage, was ich tun würde, wenn ich im Lotto gewinne - diese Frage hat sich wahrscheinlich jeder schon einmal gestellt - hatte ich eine sehr klare Vorstellung!  Ich wollte die Welt per pedes mit einem Rucksack erkunden. Die Vielfalt der Kulturen, die Denk- und Lebensweise der Menschen hautnah erleben. Einfach in Kontakt kommen.

 

Die goldene Kreditkarte in der Hosentasche sollte mir, ab und an, eine luxuriöse Zeit in einem  5-Sterne-Hotel ermöglichen. Ja, das hatte mir so vorgeschwebt, aber sollte ich damit wirklich warten, bis ich im Lotto gewinne, wo doch die Gewinnchance bei  1 zu zig-Millionen liegt. Wäre hier vielleicht eine berufliche Auszeit von einem Jahr, um zumindest eine kleine Wandertour jetzt schon umzusetzen, eine machbare Variante?

 

Nein, dazu bin ich doch zu bodenständig. Nach einem Jahr käme ich dann zurück, kein Haus, kein Geld und wahrscheinlich keinen Job mehr. So mutig war ich dann doch nicht. Doch die Überlegungen in diese Richtung wuchsen weiter, allerdings schrumpfte die Zeit von einem Jahr auf drei Monate. 3 Monate klangen gut, überschaubar, finanzierbar, machbar! Aber wie sollte ich meinen Arbeitgeber für meine Idee begeistern? Wer soll sich in dieser Zeit um meine beiden Katzen, das Haus und den Garten kümmern? Und wo, bitte schön, sollte ich wandern?

 

 

Eine geführte Wanderung kam nicht in Frage, da ich spürte, dass ich alleine unterwegs sein wollte. Wegen der mangelnden Kenntnisse im Umgang mit Karten und Kompass schied auch eine freigeplante Wanderung in Nord- und Südamerika sowie Asien aus. Da fielen mir die Pilgerwege ein, die haben den Vorteil, dass sie durchgehend mit gelben Pfeilen markiert sind und ein Verlaufen, fast, unmöglich machen.

 

Was liegt jetzt auf der Hand? Jawohl! Der Camino Frances, der Weg, den Hape Kerkeling  in seinem Buch so wunderbar beschrieben hatte. Allerdings schreckte mich die Anzahl der Pilger, die mit 190.000 jährlich angegeben wurde, doch ab. Bei weiteren Recherchen entdeckte ich plötzlich die Via de la Plata, die mit lediglich 9.000 Pilgern in der gleichen Zeitspanne verlockend klang. Nach Angaben im Internet  benötigt man  circa 5-6 Wochen, um die knapp 1.000 km zu wandern, ich hatte 10 Wochen zur Verfügung. Als dann auch noch die Temperaturen für den geplanten Zeitraum von April bis Juni passten, war die Entscheidung gefallen!

 

Es ist schon erstaunlich, welche Unterstützung ich von allen Seiten erhielt, nachdem ich mich entschieden hatte dem Ruf meines Weges zu folgen. So kam es, dass mir mein Arbeitgeber entgegenkam und die Auszeit genehmigte, meine Schwester sich liebevoll um meine Katzen kümmerte, Bruderherz den Garten versorgte  und die Nachbarn das Haus im Auge behielten.

 

Nochmal zum Nachlesen hier Teil 1: https://www.saar-heimat.de/2019/09/02/jakobsweg-pilgerbericht-von-einem-owwerd%C3%A4hler-m%C3%A4de/

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Peter (Sonntag, 08 September 2019 17:10)

    Hi meine Liebe,
    super Sache, dass du deine Gedanken u. Erfahrungen auf diese Weise weitergibst!
    Somit kann ich es auch nun lesen, was du mir beim letzten Treffen alles erzählt hattest. �
    In freudiger Erwartungen des nächsten Teiles + liebe Grüße
    P.

  • #2

    Anne (Sonntag, 15 September 2019 14:00)

    Hallo Peter,
    ich danke dir, nachdem ich erfahren haben, dass dies dein erster öffentlicher Kommentar ist ;-)