Wanderung durch den Güdesweiler Bann, vorbei an Valentinskapelle und Wildfrauhöhle

Gemeinde Oberthal

Am gestrigen Sonntag empfingen die Sportfreunde Güdesweiler die Mitarbeiter/innen unseres hiesigen Energieversorgers VSE zu ihrer jährliche Familienwanderung. Diese traditionsreiche Veranstaltung führt die VSE diesmal auf den Güdesweiler Bann. Nun 

 

war uns das Wetter nicht unbedingt hold in der vergangenen Woche, was die ursprüngliche Teilnehmerzahl fast halbierte. Aber immerhin fanden noch rund 140 Teilnehmer den Weg ins wunderschöne Gombachtal.

Die Wanderung startete um 10:00 Uhr am Sportheim in Güdesweiler. Die ersten Meter gingen mitten durchs Dorf und direkt zur herrlichen Weiheranlage des Angelsportverein und von dort frei ab in den Wald.

Bis kurz vor die Valentinskapelle am Fuße des Leistberges, der mit 512 Meter, die höchste Umgebung im Oberthaler Wald darstellt führte der Weg, bevor es zur ersten Abzweigung kam. Jetzt war der wohl schwerste Anstieg zu bewältigen. Der Boden war doch leicht lädiert von den Regenfällen der letzten Tage, aber immerhin kam just in dem Moment die Sonne hervor, als der Anstieg zu bewältigen war.

 

An der Wildfrauhöhle, einem mystischen Ort soll einst eine Seherin dem Eremit Johann Nonninger, der sich auf dem Weg nach Rom befand, geraten haben eine Kapelle zu errichten. Und da sich ihr natürlicher Unterschlupf direkt unterhalb der Teufelskanzel befand und schon zu jenen Zeiten dem Weib nicht widersprochen wurde, errichtete Johann am Gutenborn, der nahegelegenen Bergquelle, eben jene Valentinskapelle.

 

Beide Ort liegen in der Nähe der Teufelskanzel, (in unserer Aussprache eher Deiwelskanzl) soll einst der römische Widergänger Rixius Varus, legendärer Stadthalter von Kaiser Diocletian, in mondhellen Nächten sein Unwesen getrieben haben.

Rudolf Just, 1891 in Oberthal geboren, schrieb sogar ein Buch (Wildfrau's Häuschen) über die alten Geschichten aus dem Dorf. Um unsere Wanderer, die aus dem ganzen Saarland angereist waren nicht weiter zu verunsichern, erzählte ihnen unser örtlicher Jäger und Naturschutzbeauftragte Matthias Maurer - zudem auch Schatzmeister der SFG) lieber die Kurzfassung, die weniger mystisch, dafür umso spannender war.

Diese Route gehört im übrigen auch zum Saarland-Rundwanderweg und explizit zum Rötelsteinpfad. Schön zu sehen, dass unsere Gäste, dank solcher Aktivitäten unseres Versorgers, die saarländische Heimat kennenlernen.

 

Etwas oberhalb der Wildfrauhöhle teilten sich dann die Wandergruppen auf. Eine kleinere Gruppe wählte die Kurzstrecke mit knapp 5 km und bog rechts ab, um auf direktem Wege zum Amesborn zu gelangen, während weite Teile der Wanderer unbedingt auf der Langstrecke, die sich über 10 km erstreckte, bleiben wollten.

 

Vielleicht war es aber die berufliche Neugier, die viele Mitarbeiter bewog die Langstrecke zu wandern, denn immerhin passierten sie so den Windpark unserer Gemeinde. Nun, die Luft am Leistberg war schon immer bekannt dafür, jedem Wanderfreund gut zu bekommen, dass sie aber auch äußerst rentabel ist, war vielen bislang weniger bekannt. Die vier Windkraftanlagen am Leistberg zählen zu den aktivsten und profitabelsten im ganzen Saarland.

Am Amesborn, einem Quell inmitten des Waldes und auf halber Strecke zum Bostalsee, der einst der Gründungsort des Männergesangsverein Cäcilia Güdesweiler war, wurde dann eine Rast eingeplant. Eine Gruppe von ehemaligen VSE-Mitarbeitern sorgt bei jeder VSE-Wanderung dafür, dass die Kollegen/innen auf halber Strecke wieder gestärkt werden. Energie wird gebraucht, sei es nun auf Schusters Rappen oder auch um unsere Region mit selbiger zu versorgen.

Nach gutem Stück Lyoner, dem saarländischen Energieriegel schlechthin, der in - dosierter Verbindung - mit einem kühlen Karlsberg Ur-Pils wahre Wunder bewirkt, ging es nun wieder Richtung Sportheim der SFG.

 

Schnell noch am Freizeitzentrum Hirschhausen vorbei, wanderten nun beide Gruppen wiedervereint bis zum Wanderplatz, am Friedhof in Güdesweiler. Hier trennten sich die Gruppen wieder. Die eifrig-hungrigen schlugen den Weg zur Kapelle ein, um dann den Abstieg in Richtung Fischweiher zu wagen, um schnell zum Ausgangspunkt zu gelangen, während die geduldigen den Weg gen Christ-König-Kirche wählten. Nun ging es noch einmal mitten durch den Ort bis hin zur Alten Trierer Strasse. An der Baumschule Siegel vorbei, zog sich die Strecke noch ein paar hundert Meter, bis zum Beginn der Skulpturen.

 

Am alten Kirschbaum auf Atlant, wo viele Liebenden in romantischer Atmosphäre den ewigen Weg der Liebe wählten, blieb wenig Zeit zu verweilen, denn so langsam meldete sich auch der Magen zur Wort. Und wie wir schon weiter oben erwähnt haben, sollte man auch ihm, wie dem Weibe, nicht widersprechen.

Am Sportheim angekommen erwartete die Wanderer eine herzhafte und hausgemachte Erbsensuppe, die sich auch jeder Wanderer redlich verdient hatte. Mit einem herrlichen Kuchenangebot wartete die SFG zudem auf. Hier sollten wir auch einmal Danke sagen, denn die über 40 Backwerke, feinste Torten mit allerhand Obst, wie Himbeeren, Heidelbeeren, Äpfel, Mandarinen mit Quark, Sahne oder Schmand, nach Linzer, Tiroler oder Bündner Art, garniert und verziert mit leckerer Schokolade, Streuseln, Nüssen wurden alle von unseren Güdesweiler Bürgern gebacken.

Wir hoffen, dass diese Wanderung noch vielen in Erinnerung bleiben wird, denn wie singt schon ein berühmter Barde aus der Bliesener Straße immer so schön: »Diesen Weg auf den Höhn bin ich oft gegangen, Vöglein sangen ,bin ich weit in der Welt, hab auch ich Verlangen, Güdesweiler Wald nur nach dir.«

Text, Bilder: Alexander Scheid

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Kommentare: 1
  • #1

    Aktiver Wanderer (Mittwoch, 02 Oktober 2019 07:36)

    Schön, dass es sowas noch gibt. Habe zufällig bei meinem eigenen Rundgang alte Bekannte getroffen, die ansonsten wohl kaum in unsere Gegend zum Wandern gekommen wären. Das Schöne liegt so nah, also warum in die Ferne reisen und das ein Arbeitgeber dies in unserer hektischen, medialen Zeit noch fördert, erstaunt mich und erfreut mich sehr. Nun müssen wir nur noch unsere Jugend von der Herrlichkeit der Natur überzeugen.