Initiative "Kirchengemeinde vor Ort" fordert:Bistum Trier muss die Strukturreform aussetzen

Gemeinde Oberthal/Trier

 

Siegfried Klemm aus Gronig ist im Verein als Vorstandsmitglied der Initiative "Kirchengemeinde vor Ort" tätig. Er und die Initiative kämpfen dafür, dass die Gemeindepfarreien weiterhin selbständig bleiben und lehnen die Zusammenlegung der 887 Pfarrstellen, davon 863 Pfarreien ab. 

Nachdem das Bistum Trier

 

es von Anfang abgelehnt hatte, alle Christen des Bistums über die bevorstehende Strukturreform eingehend zu informieren und auch dem Vorschlag der Initiative „Kirchengemeinde vor Ort“, im Rahmen des Anhörungsverfahrens zum Errichtungsgesetz alle Christen des Bistums anzuhören, nicht nachkam und schließlich den Antrag der Initiative, die Ergebnisse der Anhörungsauswertung der Firma PRAGMA durch einen neutralen Experten überprüfen zu lassen, durch den Generalvikar abgelehnt hat, hat sich die Initiative zum Handeln entschlossen, nachdem Ende August klar war, dass auch die negativen Rückmeldungen i. R. der Anhörung keine grundlegenden Änderungen bewirkt haben.

 

Nach den bei ihr eingegangenen Rückmeldungen war nämlich von einer bedeutend größeren Ablehnung der Strukturreform auszugehen als von der Fa. PRAGMA ausgewiesen. Die Initiative hat deshalb das Marktforschungsinstitut abh Market Research GmbH, Köln mit der Durchführung einer repräsentativen Umfrage zum Stimmungsbild zur Strukturreform unter allen Erwachsenen der 1,3 Mio. Christen im Bistum Trier beauftragt. Diese Umfrage wurde Anfang September durchgeführt. 

 

Das Ergebnis ist eindeutig: Die katholische Bevölkerung im Bistum Trier lehnt die Zusammenlegung der 887 Pfarrstellen, davon 863 Pfarreien, zu 35 Großpfarreien und damit die geplante Strukturreform mit zwei Drittel ab. 

Die größten Bedenken werden bezüglich der Reduzierung der Pfarreien und  Pfarrer auf 35 und der dann fehlenden Nähe und Gemeinschaft sowie dem Verlust der Gremien und des Vermögens der Kirchengemeinden geäußert. 60.000 ehrenamtlich tätige Katholiken beabsichtigen ihr Amt niederlegen.

 

Nur 13% sind der Meinung, dass die Reform mit dem Hirtenamt von Bischof Ackermann vereinbar ist. Fast die Hälfte ist der Auffassung, dass er mit dieser Reform seinem Amt nicht gerecht wird und eine Mehrheit befürchtet, dass sich die regionale Kirche damit abschafft.

 

Fast jeder dritte im Bistum Trier lebende Katholik trägt sich wegen der aktuellen Entwicklung/ Strukturreform mit dem Gedanken, aus der Kirche auszutreten. Eine solche Austrittsquote entspricht mehr als 400.000 Katholiken.

 

Als Kompromiss befürworten 61% der Katholiken im Bistum homogen über beide Bundesländer eine Aufrechterhaltung der aktuell erst mit der alten sogenannten „Strukturreform 2020“ gebildeten 172 Pfarreiengemeinschaften. 

 

 

Siegfried Klemm, KGV Oberthal-Namborn, VR Gronig
Siegfried Klemm, KGV Oberthal-Namborn, VR Gronig

Schon nach der Bistumsauswertung der Anhörung durch die Fa. PRAGMA sind 37 % gegen und lediglich 32 % - also weniger als ein Drittel - der Gremien für die Strukturreform. 31 % der Räte äußerten sich angeblich „neutral“, was darauf schließen lässt, dass diese 31% auch allenfalls nur teilweise mit der Strukturreform einverstanden sind.

 

Die Bistumsleitung hat folglich die PRAGMA-Ergebnisse zu den Rückmeldungen der Gremien erwartungsgemäß schon zu ihren eigenen Gunsten interpretiert. Die aktuelle Antwort aller Gläubigen in der Umfrage ist eindeutig. ,,Deshalb fordern wir von der Initiative das Bistum auf, die für den 15.10.2019 vorgesehene Verkündung des Errichtungsgesetzes der Strukturreform unverzüglich auszusetzen", so Siegried Klemm.

 

,,Die Umsetzung für die Mehrzahl der Großpfarreien ist ohnehin erst zum 01.01.2022 vorgesehen, so muss die Zeit genutzt werden, um den klaren Aussagen der Christen im Bistum Trier Rechnung zu tragen und eine Lösung unter Aufrechterhaltung der 172 Pfarreiengemeinschaften im echten Dialog gemeinsam zu finden", meint Klemm und die Intiviative Kirchengemeinde vor Ort.

 www.kirchengemeinde-vor-ort.de

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Schdani (Montag, 07 Oktober 2019 11:44)

    Herr Bischof Ackermann und die Verantwortlichen lenken mit der beabsichtigten und den brutal herbei geführten "Strukturreformen" von eigenen großen Unzulänglichkeiten ab.

    Es geht ursächlich bzgl. der zahlreichen Probleme eben NICHT um sog. Strukturelles, sondern um das eigene, bereits jahrzehntelange, Versagen, die Lehren Christi und seiner wahren Kirche zu bezeugen und zu predigen. Es geht auch aktuell konkret um die Weigerung einer Neuevangelisierung von Getauften und anderen (Moslems bspw.).

    Die Kirchensteuern fließen sehr üppig (und damit wird auch gehörig Druck auf andere ausgeübt) in Deutschland, über 6 Milliarden € vergangenes Jahr, aber glaubensmäßig verhält es sich umgekehrt. Fast ein völliger Zusammenbruch wie jeder feststellen kann, aber DAS interessiert so viele Bischöfe, Priester und Theologen (Theolügner wie manche sagen) offenkundig nicht so sehr, zumal da man auch ganz gut finanziell gepolstert ist und beinahe auf Teufel komm raus "staatstreu" ist- aber halt nicht oder weit weniger Christustreu und lehramtstreu. In diesem Zusammenhang muß man beinahe plädieren für eine Abschaffung der Zwangskirchensteuer durch die Finanzämter, und das Ganze auf eine Freiwilligenbasis stellen.

    Aber wie gesagt: die Krise ist eine Glaubenkrise und da muß angesetzt werden. Klar: wer nicht wirklich überzeugter Christ ist, kann auch nicht missionieren, evangelisieren. Das ist das Problem von Bischof Ackermann wie vieler anderer Bischöfe in D.

  • #2

    Dietmar G. (Dienstag, 08 Oktober 2019 14:30)

    Reaktion des Generalvikars auf die Umfrage der Initiative Kirchengemeinde vor Ort:

    https://www.youtube.com/watch?v=0iWNc4V2zqs

  • #3

    Schdani (Dienstag, 08 Oktober 2019 20:38)

    Im Trierer Generalvikariat herrscht die rotgrüne marxistische Ideologie und es wundert nicht, daß man dort auf die Gläubigen wie auf die gewachsenen Pfarrein wenig bzw. keine Rücksicht nimmt. Da wird alles platt gewalzt.
    Bischof Ackermann stellt das aber wie man weiß ganz anders dar: er spricht von Neuaufbruch wo es doch um Abbruch geht- und leider übernehmen auch oft die jeweils Verantwortlichen vor Ort, alle möglichen und unmöglichen Gremien, Räte etc. diesen Sprachgebrauch von ihm: "Das neue Leitungsteam ab dem 01.01.2020 in der Pfarrei der Zukunft St. Wendel" heißt eine Überschrift der Webseite der Pfarrgemeinschaft Oberthal-Namborn. Wer heult hier mit den Wölfen? - Ist schon seltsam wie die Gläubigen vor Ort von den gewählten Vertretern (Pfarrgemeinderäten u.a.m.) irregeführt und für dumm gehalten werden! Dabei ist es ja so, daß man die Häresien und Glaubensverwässerungen durch Bischöfe in D (auch in Trier) und seit mehr als 6 Jahren durch "Papst" Franziskus freiwillig und gerne mitmacht und gläubige Christen wegmobbt und weggemobbt hat! Der jetzige Aufschrei so mancher (ich spreche allgemein und nicht von Gronig und Oberthal) ist zwar verständlich, aber wer mit dem Wolf tanzt muß sich nicht wundern wenn`s mal anders kommt als gedacht.

    Bischof Ackermann hat vor einigen Wochen in einer Abendmesse in Trier unmißverständlich mit aller Entschiedenheit klargemacht, daß er Kurs hält und er sich von niemandem aufhalten lassen werde. Er hatte sich dabei so indirekt mit Josua (dem Vertrauten von Mose) verglichen, der die Israeliten ins Gelobte Land führte.

    Bischof Ackermann ist m.Er., Pardon, kein wirklicher Hirte, sondern offensichtlich lediglich ein Nachplapperer des linksgrünen politischen "mainstreams". Christus Jesus und Seine Kirche, Seine ewigen Lehren und Gebote spielen bei ihm und den anderen offenkundig keine große Rolle, sondern man gefällt sich wohl darin, Kirche des öffentlichen Rechts zu sein mit den dicken Einnahmen aus der Kirchensteuer.

  • #4

    Schdani (Donnerstag, 10 Oktober 2019 21:01)

    Eine Frage an Herrn Klemm: wie sieht das Meinungsbild in der Pfarrei Oberthal-Namborn unter den Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte sowie des Pfarreinrats, der Kirchengemeinderäte und der Verwaltungsräte hinsichtlich der sog. Strukturreformen, speziell einer Zusammenlegung mit der Pfarrei St. Wendalin aus?
    Können Sie dazu etwas Näheres den Lesern und Interessierten sagen,
    und wie beurteilen Sie diese Überschrift auf der Webseite der Pfarreiengemeinhschaft Oberthal-Namborn: "Das neue Leitungsteam ab dem 01.01.2020 in der Pfarrei der Zukunft St. Wendel" ?