In Vino Gaudium - Eine teuflische Weinprobe mit den Mombergteufeln

Gemeinde Oberthal

Die wundervollen Erinnerungen an die letzte Weinwanderung rund um den Momberg sind noch nicht ganz erloschen, da holen die Groniger schon zum nächsten Schlage aus. Diesmal waren es die gefürchteten Mombergteufel die zum Vino Diavolo

 

 

einluden. Mit lustigen Lach- und Sachgeschichten führten Günter Kasper und Jochen Müller zusammen mit der Maus und dem Elefanten durch das Programm. Und vergessen wollen wir auch nicht unseren Witzefritze Manuel Setz, der uns an diesem Abend zum Lachen brachte. Da wurde auch nicht lange gefackelt, bis der erste Wein auf dem Tische stand. ,,Ebbes von hei" , der am Gaumen mit seiner Frische und Leichtigkeit überzeugte und ein fruchtbetonter, harmonisch aber nicht langweiliger Grauburgunder aus dem Hause Schmitt-Weber sollte es sein.

 

Und damit auch jeder wusste wo dieser Wein genau herkam, wurde aufwendig ein Schweinskopp in den Saal geführt. Dieser sollte von der Seite hergesehen, das Saarland veranschaulichen. Und ganz vorne an der Schweinsnase befand sich das Weingut Schmitt-Weber in Perl, mitten im linken Schweinsnasenloch. 

Nach dieser ersten Verkostung verbunden mit feiner Antipasti saßen die Gäste noch ruhig und fest in ihren Stühlen, aber nichtsdestotrotz war schon ein leichtes Grinsen, ein erstes Anbandeln mit den attraktiven Mombergteufeln, die den Wein einschenkten, zu erkennen. 

Bereits nach der 3. Weinprobe mit dem Pinot Blanc und dem Auxerrois, mutierten die Gäste allesamt zu Fachmänner und Fachfrauen im Weinspektrum. War ihnen bisher das Gesöff im ,,Abgang zum Gaumen" fremd, entwickelten sie in kürzester Zeit im kurzen Auf und Abklingen im gurgelnden Schlund blumige und süffige mit eleganten Abgänge, die jeden echten Weinkenner samt italienischen Weinexperten Luca Maroni verblüffen sollte.

 

Gekonnt wurde mit zwei Finger breit das Weinglas sanft entgegen dem Uhrzeigersinn geschwenkt, damit sich der Wein ja richtig entfalten konnte. Dazu reichte ein kurzes Geschnüffel am Glase um den Charakter des Weines aufzuspüren um anschließend einen mittelgroßen kräftigen Schluck zu nehmen um ihn mit eingesaugtem Sauerstoff zu verwirbeln, sodass sich die Aromen am Gaumen richtig entfalten konnten. 

 

Auffallend war nun der aufkommende Charme der Männerwelt, die Annäherung an das andere Geschlecht, die irrationale Verstärkung des Selbstbewusstseins indem das eigene Spiegelbild mehr und mehr an George Clooney erinnerte und ein Dauergrinsen auf das Gesicht zauberte. 

 

 

 Beim tänzelnden rassigen einheimischen Schiefer Riesling von der Saar, der 5. Weinprobe, der sich in einem strahlenden Pfirsich Gelb mit grünlichen Reflexen sowie einer kräuterwürzigen Nuance zeigte, erinnerten die Gesichtszüge einiger Weinverkoster langsam aber sicher an Botox-Patienten, deren Zunge sich beim Sprechen nur noch ansatzweise bewegte und die Aussprache zunehmend abnahm. Doch niemand ließ es sich nehmen auch nur eine Weinprobe zu verschmähen. Und schon gar nicht beim ,,Einheimischen", dem Wein mit seiner verführerischen Frucht und einem geradezu nicht enden wollenden Trinkfluss.

 

Und an dieser Stelle waren wir richtig froh den Groniger Mombergteufel, den Günter Kasper zu haben. Denn ohne ihn, wüssten wir heute nicht mehr wo die Abruzzen liegen und wo der Senza Tempo Cerasuolo d' Abruzzo Rosato her käme. Er hat das sehr explizit am eigenen Bein dargestellt, so dass das jeder gut verstanden hat und im Kopfe sich auch manifestiert hat.

 

Wenn auch danach beim Anblick der sehr langen Beine, übrigens der Hingucker des abends mit oder ohne Haare, vermutlich bei jedem alle Sicherungen durchgebrannt sind. Dieser Abruzzen-Rose' riss uns geschmacklich mit seinem animierenden Duft von roten und gelben Früchten in einer würzigen harmonischen Säure  alle vom Hocker und begünstigte so einen geradlinigen Abgang. Hier zeigte sich spätestens, je stärker der Wein umso schwächer das Bein.

 

 Um noch eins drauf zu setzten, kamen zum Schluss noch 2 Rotweine, der Primitivo di Manduria und der Casa Carmela, der bei so manchem einen finalen Ausfall des Gleichgewichtssinns hervorrief und keine koordinierten Bewegungen mehr zuließ. Hier gab es 3 Möglichkeiten den Betroffenen zu helfen: Abtransport durch den Tischnachbarn, der Polizei oder dem Rettungswagen. Hier ging keiner mehr nüchtern nach Hause, gemäß dem Motto: ,,Was du heute kannst entkorken, das verschiebe nicht auf morgen".

 

100 Gäste bedanken sich ganz herzlich bei den Mombergteufel für diesen besonderen Abend mit 8 besonderen Weinen und hoffen nächstes Jahr auf einen vierten Teil. Und die Mombergteufel wiederum bedanken sich ganz herzlich bei 100 Gästen für ihr Kommen und dem Team vom Festbereiter, die eine einmalige Atmosphäre geschaffen haben, an den Vereinswirt Georg Andler und sein Team vom Gasthaus zum Krug im grünen Kranze, an den Vereins-DJ Andy Ost, und alle Helfer vor während und nach der Veranstaltung, sowie an all diejenigen, die jetzt noch vergessen wurden.  

Text, Bilder: Isabelle Möller

 

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