Adventskonzert in Güdesweiler der Jungen Union zu Gunsten des Kinderhospiz- und Palliativteam Saar

Gemeinde Oberthal

Urplötzlich ging es rasant zu. Innerhalb von wenigen Minuten füllte sich das Kirchenschiff in Christkönig zu Güdesweiler. Das Licht war sanft gedimmt, der Altarraum von Sandra Klotz und Küsterin Alexa Wilhelm schön geschmückt und eine gewisse Erwartungshaltung seitens der

 

Zuschauer war deutlich zu spüren, bevor das zweite Adventskonzert der Jungen Union Güdesweiler an diesem trockenkalten und noch frühen Samstagabend unter der Moderation von Alexander Scheid begann.

Und schon mit dem ersten Lied war eine ähnliche Atmosphäre zu spüren, wie wir sie kennen, wenn am Heiligen Abend die Christmette beginnt. Franz Xaver Gruber hat hier glänzende Arbeit geleistet, als er vor über 200 Jahren das wohl schönste und eindringlichste Lied zur Christi Geburt komponierte. „Stille Nacht, Heilige Nacht“ wurde perfekt vorgetragen von Kiara Schneider aus dem Güdesweiler Ritt.

 

Später im Programm trat sie noch ein zweites Mal auf. Diesmal aber mit einer schmissigen Coverversion (All I warnt for Christmas) von Mariah Carry, die sich in ihrem Welthit nichts sehnlichster zur Weihnachtszeit wünscht, als dass der Liebste bei ihr sein möge.

Bild von Nicole Veit
Bild von Nicole Veit

Lampenfieber war ihr nicht anzumerken, wie auch keiner anderen Künstlerin und natürlich auch den beiden einzigen männlichen Vertretern an diesem Abend. Als wäre es Routine traten sie alle auf. So als wäre dies vollkommen normal. Welche Gelassenheit beim Anblick einer stattlichen Kulisse unsere Mädels und Jungs hier ausstrahlten, war allein schon beeindruckend. Manche Eltern hingegen rutschten schon etwas nervös die Sitzbank auf und ab und so war auch ab und an ein leichter Seufzer der Erleichterung zu hören, wenn der Sprössling performte.

Welch hervorragende Arbeit unsere Freunde vom Steinberger Musikverein das ganze Jahr über leisten, durfte auch an diesem Abend wiederum bewundert werden. Gleich drei junge Musikerinnen und ein junger Musiker präsentierten ihre Fähigkeiten auf eindrucksvolle Weise. Laura Veit und Hannah Kelkel suchten sich mit „Tochter Zion“ einen wahren Klassiker der Adventszeit aus und gaben dieses Werk mit zwei Trompeten zum Besten. Dem in Nichts nachstehen wollte natürlich die große Schwester Anna Veit an der Querflöte. Auch sie brauchte dafür einen Sideman und fand mit Justin Seibert einen kongenialen Partner. Sie befassten sich mit dem „Kleinen Trommler“, einem amerikanischen Song, der aber auch hierzulande aus der Weihnachtszeit nicht mehr wegzudenken ist.

Ab und an ist es aber auch mal an der Zeit ein wenig der Stille zu gedenken. Und so wählte Nicole Backes eine Geschichte zur Weihnacht von einem kleinen Stern, der der Stille der Nacht von Christi Geburt mit seinem hellen Schein eine besondere Note verleihen möchte.

 

Dann war es an der Zeit für die Kirchenorgel und Sarah Müller, immer mal wieder in unserer Kirche zu hören. Sie begann mit einem meditativen Werk des Briten Malcom Archer, der diese „Cantilene“ schon Queen Elisabeth in St. Pauls Cathedral zu London vorführte, ehe uns ein echter Profi beehrte – Manuel Horras.

Diesen kennen wir alle noch aus Zeiten, als er unsere Gottesdienste begleitete. Aber mittlerweile gehört er zum Ensemble des Saarländischen Staatstheaters in Saarbrücken und ist dort in den großen Opern auch als Solist zu hören. Mit dem „Ave Maria“ von Bach-Gounod, der wohl eindringlichsten musikalischen Verehrung der Mutter Gottes, rührte der Tenor aus Bliesen den ein oder anderen Besucher zu Tränen. Begleitet wurde er von Matthias Demuth, der als Organist von St. Donatus in Gronig regelmäßig zu hören ist. Beide traten etwas später ein zweites Mal auf. Diesmal mit der Arie „Sei Stille dem Herrn“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Auch unser Bürgermeister Stephan Rausch samt Gattin und unser Ortsvorsteher mitsamt der Familie und seiner kleinen Greta waren hellauf begeistert und unterstützten den Abend, dessen Einnahmen komplett zu Gunsten des Kinderhospiz- und Palliativteam Saar e.V. gegangen sind. Britta Krämer, Mitarbeiterin der Organisation bedankte sich sichtlich gerührt für die großzügigen Spenden aller Besucher und erläuterte noch wofür das Geld dringend gebraucht wird. Zusammen mit den erhaltenen Spenden bei ihrer Nikolausaktion konnte die Junge Union einen Betrag von 2000€ überreichen.

„Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen, aber auch den rund 200 Besuchern, die unser Projekt unterstützt haben. Es freut uns wieder eine stattliche Summe zu überreichen und die wertvolle Arbeit des Kinderhospizdienstes zu fördern.“, sagte Alexander Maurer, Vorsitzender der JU Güdesweiler. Außerdem bedankte er sich für die hervorragende Organisation durch Laura Erfurt zusammen mit Carina Maurer, Sarah Müller, Anna Veit, Hannah Kelkel und Katharina Wilhelm und sieht sich zuversichtlich im nächsten Jahr mit dem Konzert in die 3. Runde zu gehen.

Der Schluß gehörte einem Trio. Lena Hafner, Angelina Müller und Carolin Dillinger bereiteten gleich vier Stücke vor, die unterschiedlicher nicht sein können. Lena begleitete zudem an der Gitarre und Ukulele. Mit „Winter Song“ würdigten sie weniger der Weihnacht, sondern mehr der Jahreszeit, die aber - zumindest - in unseren Breitengraden untrennbar mit Weihnachten verbunden ist.

Ihr zweiter Song, so könnte man denken, passt nicht wirklich zum Fest der Liebe, aber wie es passen kann erzählte diese anrührende Geschichte eines kleinen Jungen, der unfreiwillig zum Kindersoldaten wird und sich des Nachts in eine bessere Welt träumt. Geschrieben wurde der Song „Weiße Fahnen“ von der deutschen Popformation „Silbermond“ und war perfekt gewählt, um uns auch einmal aus unserer Komfortzone zu reißen, denn wir sind schon ziemlich privilegiert und können uns wahrscheinlich gar nicht wirklich vorstellen, wie es in anderen Teilen der Welt zugeht.

Bevor wir gedanklich durch einen weißen Winterwald geführt wurden, erklang noch einmal eine echte amerikanische Schnulze von Justin Biber, der es kaum erwarten kann unter einem Mistelzweig seine Auserwählte endlich küssen zu dürfen.

 

Es war mal wieder ein bezaubernder Abend in der akustisch dafür sehr geeigneten Pfarrkirche zu Güdesweiler, auch um zu sehen, dass die Menschen den Kirchgang gerne antreten, wenn auch die Predigt heute ausfiel, jedoch die Würde und der Glanz ganz von der Musik eingenommen wurde. Davon darf es gerne mehr geben ...

 

 

Text: Alexander Scheid, Bild: Isabelle Möller

 

 

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Kommentare: 14
  • #1

    Franz Albert Paliot (Montag, 09 Dezember 2019 10:45)

    "Es muss immer gewähr­leis­tet sein, dass der Kir­chen­raum nicht zu kom­mer­zi­el­len Zwe­cken in Anspruch ge­nommen wird."
    Das ist eine gültige, bindende Vorschrift bzgl. eines Konzertes im Kirchenraum.

    Viele Gläubige sind grundsätzlich nicht erbaut von Konzerten in Kirchen.

  • #2

    Elmar Kelkel (Montag, 09 Dezember 2019 11:12)

    Das Adventskonzert ist keinesfalls eine kommerzielle Veranstaltung gewesen. Alleine schon wegen der Tatsache, dass kein Eintritt verlangt wurde und alle Akteure ehrenamtlich aufgetreten sind. Jedem Besucher war es freigestellt zu Spenden, auch die Höhe war frei wählbar. Zudem sind sämtliche (freiwillige) Einnahmen aus den Spenden und der Nikolausaktion einem mehr als sozialen Zweck zugekommen nämlich dem Kinderhospiz- und Palliativteam Saar e.V.. Ich finde solche Aktionen super. Es sollte noch vielmehr geholfen werden.

  • #3

    Hilli (Montag, 09 Dezember 2019 11:17)

    Herzlichen Glückwunsch an alle die mitgemacht haben,und vor allem denen die das ganze Organisiert haben,ein super Ergebniss ihr könnt Stolz sein.

  • #4

    jp (Montag, 09 Dezember 2019 12:16)

    solange die kirchen von meiner kirchensteuer geheizt werden können da von mir aus jeden tag solche veranstaltungen stattfinden. Bin grds. sehr erbaut von konzerten in kirchen.

  • #5

    Franz Albert Paliot (Montag, 09 Dezember 2019 19:54)

    Diese Konzerte in den Innenräumen der Kirchen haben sich ja bekanntlich in den letzten Jahrzehnten stark ausgebreitet.

    Wo gibt es sie noch nicht!- Man kann beinahe sagen: überall dort, wo dem Allerheiligsten noch nach wie vor oder wieder neu die entsprechende Reverenz erwiesen wird. In entsprechenden Gemeinden denkt niemand an Konzerte. Denn die hl. Liturgie wird da in heiligmäßiger Weise gefeiert unter tätiger geistiger und gesanglicher wie auch körperlicher (viel knieen) Anteilnahme der Gläubigen wie es das 2. Vat. Konzil ausdrücklich diesbezüglich gesagt und empfohlen hat.

    Man kann von verantwortlicher kirchlicher Seite mit Konzerten mal eine Kirche füllen, aber dieser Weg (den neimand gutheißen muß) hat sich ja als Irrweg erwiesen. Glaubensschwund und Glaubensabfall konnten so nicht aufgehalten werden. Man macht den Menschen auch etwas vor und betrügt sie um ihr ewiges Seelenheil, wenn man die Gebote und Lehren nicht sagt und zu tun auffordert und auch das Sakrament der göttlichen Barmherzigkeit, die hl. Beichte, fast gar nicht mehr "anbietet" als Voraussetzung zur Umkehr wie auch als Vorbedingung des Empfangs der hl. Eucharistie. Hier müßten und sollten die Geistlichen umdenken wo es noch nicht geschehen ist.

  • #6

    Jacob (Mittwoch, 11 Dezember 2019 08:44)

    Besser ein Konzert in der Kirche für einen guten Zweck was toll war,Danke, als das Kinder von Priester Mißbraucht werden,und diese werden von unseren Kirchensteuer entschädigt.Ich glaube nicht das dieses unserem Herrgot gefallen hätte.Wogegen er von dem wunderschönen Weihnachtskonzert begeistert gewesen wäre,

  • #7

    Franz Albert Paliot (Mittwoch, 11 Dezember 2019 11:32)

    "Die deutsche Kirche befindet sich seit einem halben Jahrhundert auf protestantischen Abwegen, mit immer leereren Kirchen, mit einem großen Aderlaß an Gläubigen, aber dafür mit Einkünften aus der Kirchensteuer in der Höhe von fast sieben Milliarden Euro. Sie ist ein „Unternehmen“ mit immensem Kapital und Eigentum." - Soweit ein konvertierter Jude und katholischer Priester.

    Solche Kirchenkonzerte dienen Bischöfen und Priestern dazu, den Menschen Sand in die Augen zu streuen, aber bei der "Stange zu halten" (es geht ums Kirchensteuergeld)- und von den zahlreichen Irrwegen abzulenken: die Kirche in Deutschland ist weithin häretisch und faktisch schismatisch.
    Ablenkung wohl auch von der Homolobby innerhalb der Kirche und den damit in Zusammenhang stehenden Untaten, wie dem Mißbrauch von Seminaristen.

  • #8

    Birgit Bauer (Donnerstag, 12 Dezember 2019 16:51)

    Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind da bin ich mitten unter ihnen.

  • #9

    Hilli (Donnerstag, 12 Dezember 2019 23:31)

    Genau Birgit, so ist es,und ein tolles Ergebnis ist dabei rausgekommen.

  • #10

    Franz Albert Paliot (Freitag, 13 Dezember 2019 10:00)

    Ich möchte abschließend sagen, daß sich meine Einwendungen nicht explizit auf das Konzert in der Kirche in Güdesweiler beziehen. Implizit schon, weil es ja offenbar auch Teil in dieser Thematik ist. Nichts für ungut.

    Ich kann dazu erwähnen, daß ich mich wg der vielerorts stattfindenden Kirchenkonzerte bereits in der Vergangenheit an höhere Stellen gewandt habe mit der Bitte, diese Dinge einzustellen und zu erklären, warum dies früher nicht oder sehr selten war bei ziemlich starkem Meßbesuch bzw. einer großen Teilnahme an der Feier der heiligen Geheimnisse. Antworten gab es leider nicht.

  • #11

    Franz Albert Paliot (Freitag, 13 Dezember 2019 20:15)

    Noch ein Nachtrag.

    Wichtige Bestimmungen hinsichtlich von Musik in Kirchen außerhalb der Liturgiefeiern kann man nachlesen unter:
    http://www.kathpedia.com/index.php?title=Konzerte_in_Kirchen_(1987)

    In Punkt 10e) etwa steht da Folgendes: "Musiker und Sänger sollen möglichst nicht im Altarraum Platz nehmen. Ehrfurcht gegenüber Altar, Ambo und Priestersitz muß gewahrt werden."
    Diese Vorschrift wurde offenkundig nicht beachtet und daß man dazu auch noch die eingenommene Summe an Spendengeldern entsprechend herzeigt, ist mit der Sakralität des Altarraumes und der Kirche doch ebenfalls nicht zu vereinbaren.

    Ein völliges Versagen der Verantwortlichen muß man leider diagnostizieren.
    Die Kirche als Basar und der Altarraum als Bühne: das sollte/darf nicht sein.

  • #12

    Heike (Freitag, 13 Dezember 2019 21:26)

    Die Heuchelei der Pharisäer und Schriftgelehrten
    (Markus 12, 38-39, Lukas 20, 45-46)

  • #13

    JuStDe (Freitag, 13 Dezember 2019 22:32)

    Wem gehört die Kirche in Güdesweiler ?

  • #14

    Dietmar G. (Samstag, 14 Dezember 2019 09:15)

    Aus " Musik im Kirchenraum außerhalb der Liturgie" (Deutschen Bischofskonferenz, 1. Juli 2005)

    „Zweierlei muss eine Kirche widerspiegeln: Das geheimnisvolle Anderssein des uns liebenden, aber unbegreiflichen Gottes und die Menschlichkeit der Offenbarung in Jesus Christus. Der Kirchenraum wird zum Haus Gottes und zum Haus der Menschen. (...) Wir
    Christen stehen unter einem hohen Anspruch, den Kirchenraum offen zu halten und so zu gestalten, dass Menschen einerseits vor dem Unbegreiflichen still werden und schweigen können. Andererseits soll es gelingen, zur rechten Zeit vom Mensch gewordenen Gott zu sprechen.
    Wo diese Balance glückt, wird sie zu einer echten geistlichen Einladung und Bereicherung.“

    Grundsätzlich gilt: „Die besondere Atmosphäre eines Kirchenraumes setzt einen Unterschied zwischen innen und außen voraus. Was im Kirchenraum erfahrbar wird, unterscheidet sich
    von dem Getriebe und dem Lärm vor den Türen der Kirche.“

    (Wort der Bischöfe „Missionarisch Kirche sein. Offene Kirchen – Brennende Kerzen – Deutende Worte“ 2003, II. 2.2).