Waldritter stellen neues Konzept in Steinberg-Deckenhardt vor

Gemeinde Oberthal

,,Mit den Abfuhrmenschen sind wir schon per Du, soviel Schrott und Müll wurde hier abgeholt", sagte Dieter Simon, pädagogischer Leiter des ,,Waldritter Bildungszentrum Saar", über das ehemalige Max-Braun-Zentr.

 

in Steinberg-Deckenhardt. Wir reden hier von ca. 1000 Autoreifen und Unmengen von gelagerten Müll. Am Samstag, den 30. November stellte der gemeinnützige Verein Waldritter e.V mit der 1. Vorsitzenden Carmen Muhs und dem pädagogischen Leiter Dieter Simon ihr neues Konzept im ehemaligen Max-Braun-Zentrum vor. Der Schwerpunkt des Vereins liegt in der Kinder- und Jugendarbeit, besonders in der Durchführung von Walderlebnisspielen, verknüpft mit erlebnispädagogischen Abenteuerspielen, Bildung und sozialem Lernen, so eine Art Mischung von Schnitzeljagd, Waldquiz, Verstecken und Theaterspiel.

 

Dazu gehört auch Rechtsextremismusprävention, Demokratieförderung sowie Suchtpräventionsspiele. Die heimische Natur ist vielen Kindern fremd geworden. ,,Dadurch geraten geistige und körperliche Entwicklungsstufen wie soziale Kompetenzen und motorische Fertigkeiten in den Hintergrund", erklärt der pädagogische Leiter Dieter Simon. Der Waldritter e.V möchte sich diesen Problems annehmen. Sie wollen den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, historische, theater- und naturpädagogische Lerninhalte kennen zu lernen. 

 

Durch die körperliche Bewegung im Wald können die Kinder sich austoben und Schul- und Alltagsstress abbauen. Zudem wird der verantwortungsvolle Umgang mit der heimischen Natur und Tierwelt geschult. ,, Kinder die behutsam mit der Natur umgehen und ökologische Verantwortung zeigen, gehen auch mit ihren Mitmenschen gut um", sagt Dieter Simon. 

 

Pädagogischer Leiter Dieter Simon
Pädagogischer Leiter Dieter Simon

Letztlich kann man zusammenfassen, dass die Waldritter, also das WBZ einmal das werden soll, was das Max-Braun-Zentrum vor 30 Jahren einst war. 

 

Auch Ortsvorsteherin Inken Ruppenthal aus Steinberg-Deckenhardt zeigte sich enttäuscht, was die vergangenen Jahre hier betrifft: ,,Jahrzehntelang gehörte das Gelände hier mit seinen Häusern, Übernachtungsmöglichkeiten und Gästen zu Steinberg, wie die Kirche oder der Bäcker. Scharenweise kamen die Busse in das Max-Braun-Zentrum gefahren. Es war in dieser Zeit ganz normal, dass fremde Kinder an Haustüren klingelten und Fragen über unseren Ort stellten. Und dann wurde es immer weniger, wir mussten zusehen wie alles zerfällt". Inken ist zuversichtlich, dass das neue Konzept aufgeht und bekräftigte, dass nun das ehemalige Max-Braun-Zentrum in guten Händen ist. 

 

Da praktisch alle Gebäude in einem renovierungsbedürftigen Zustand sind, wird es hier noch einige Zeit dauern, bis alles fertig ist. Neue Sanitäranlagen natürlich behindertengerecht werden auf den neuesten Stand gebracht, die Großküche wird einer gut eingerichteten Selbstversorgerküche weichen, sodass die Kinder hier das Kochen mit frischen Zutaten erlernen können. Zudem werden die Speiseräume umgestaltet, dass man sie gleichzeitig als Seminarräume nutzen kann. Die Hausmeisterwohnung und die Zimmer für Referenten und Betreuer werden ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt.

 

Die Blockhütte soll, wie in der Vergangenheit als multifunktionaler Aufenthaltsraum eingerichtet werden. Und auch die Gruppenhütten müssen durchweg saniert werden und auf einen zeitgemäßen Standard angehoben werden. Die Selbstversorgerhäuser werden auf Grund der deutlich höheren Kosten mittelfristig auf den gleichen zeitgemäßen Standard gebracht werden. ,,Wichtig  sind uns hierbei, wie bei der gesamten Renovierung der Anlage, ansprechende, aber robuste und nachhaltige Materialien", betonte die 1. Vorsitzende des Vereins, Carmen Muhs.

 

 

In weiteren Planungsphasen sollen Selbstversorgergärten mit Hochbeeten und Streuobstwiesen geben, ein Backofen im Außenbereich, auch wäre es vorstellbar Hühner, Esel, Kleinrinder und Ziegen zu halten, einen Abenteuerspielplatz usw. Um das alles bewältigen zu können, sind eine große Anzahl an Pädagogen, Künstler und Handwerker im Verein ehrenamtlich oder als Honorarkräfte aktiv. Zudem ist der Verein mit mehreren Preisen schon ausgezeichnet worden. 

 

Außerdem strebt man hier eine Kooperation im Bereich der Jugendarbeit tätigen Vereinen im Kreis St.Wendel an. Als Mittelpunkt einer Art Kreisjugendring, in dem sich die Jugendliche der Vereine vernetzen und in gemeinsamen Aktionen oder Projekten präsentieren können. Dazu gibt es Ferienangebote, Projektwochen, Fahrten, Liverollenspiele usw.

 

 

Zum Kauf des Max-Braun-Zentrums und für erste Renovierungsarbeiten hat der Waldritter-Südwest e.V 250 000 € bestehend aus einem Kredit, einem Gemeinschaftskredit und Eigenmittel bereitgestellt. Hiervon wurden inzwischen 70 000 € an Renovierungskosten investiert. Zusätzlich werden weitere Fördergeber und lokale Sponsoren gesucht. Darüber hinaus werden Fördergelder bei Land, Bund und EU beantragt werden, die dann in die Renovierung und Einrichtung vor Ort fließen sollen.

 

Zu den größeren Förderer des Vereins gehören unter anderem: Deutsches Kinderhilfswerk, Aktion Mensch, Sparkasse Südwestpfalz, Kultur macht Stark, Postcode Lotterie, Daniel-Thyson-Stiftung, Leader, Junge Biosphäre und andere. Zudem hat das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie seine Unterstützung angekündigt, wodurch Unterhaltskosten und Teile der laufenden Personlakosten abgedeckt würden.

 

,,Als gemeinnütziger Verein werden bei den Waldrittern keine Gewinne angetrebt", betont Simon. Der Verein bietet an zahlreichen Standorten in ganz Deutschland ein kontinuierliches wöchentliches Kinder- und Jugendprogramm an. Durch seine bundesweiten Aktionen im Bereich der Behindertenhilfe, Suchtprävention, kulturellen und politischen Bildungsangebot besitzt der Verein zahlreiche weitere Kooperationspartner und Ressourcen. Im Jahr 2007 wurde der Waldritter Verein gegründet. 

Text, Bilder: Isabelle Möller

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Banane (Dienstag, 10 Dezember 2019 08:19)

    Dann müsste man ja ganz Steinberg abholen. Das ganze Dorf ist ein einziger Müllhaufen

  • #2

    JuStDe (Dienstag, 10 Dezember 2019 08:46)

    ..aber ein Nichts gegen den Müll, den die Banane im Kopf hat und hier in der Saarheimat in seinen Kommentaren ablässt.