Der sportliche Rückblick 2019 in der Gemeinde Oberthal

Gemeinde Oberthal

Sportlich ambitioniert das Geschehen geschehen zu lassen oder warum der Altligafußball an Attraktivität gewinnt.

Nichts spaltet und vereint die dörfliche Seele so sehr, wie unser geliebter Fußball. Dabei war es eine Laune der Natur, die Konrad Koch im Jahr des Herrn 1874 nach Christel Geburt, in 

 

Braunschweig, wo rund hundert Jahre später auch noch die Trikotwerbung erfunden wurde, dazu veranlasste, seinen Schülern einige Bälle zuzuspielen, da deren Aufmerksamkeit sich unentwegt von allerhand Schabernack ad absurdum führen lies. 

Der Gymnasiallehrer verteidigte nämlich gerade seinen nationalen Titel im Sackhüpfen, wo er im Finale seinen Konkurrenten keine Chance lies, da er die Methodik geradezu revolutionierte, indem er sich die Beine auf den Rücken binden lies, da dank seiner anatomischen Beschaffenheit handelsübliche Hilfsmittel nicht notwendig waren.

 

Neben einem silbernen Pokal und einen Attest aufgrund von Schürfwunden am Regio Glutea bekam er eine Schweinsblase, die gefüllt war mit 56 edeldestilierten Kräutern der Region Wolfenbüttel, die seiner Genesung zutunlich sein sollten. 

Da er jedoch feststellte, dass seine Schützlinge keine Weltklasse-Sackhüpfer werden würden, leerte er die Schweinsblase und warf sie tief deprimiert in das Klassenzimmer. Der kleine Franz reagierte sofort, stoppte das Teil mit der Brust und passte - natürlich mit dem Aussenriss - hin zu dem aufgeweckten Fritz, der, abgelenkt von einem Witz des immer aufmüpfigen Sepp, die Blase zu unserem Uwe lupfte, der jedoch noch immer pfeifend vor dem Spiegel stand und sich die Wangen tätschelte und so nur mit dem Hinterkopf parieren konnte, was letztendlich den Gerd ins Spiel brachte, der das Teil wie ne Bombe im Reagenzglas versenkte. 

 

Und so war der Fußball geboren und setzte an die Welt zu erobern, während das Sackhüpfen im Giftschrank der Geschichte verschwand. Stellen wir uns jetzt aber - nur kurz - vor, in dem Klassenzimmer hätten statt Franz, Fritz, Sepp, Uwe und Gerd, der Huck, Alex, Theo, Pelle und Kurt gesessen? O.k., lassen wir das jetzt ...

 

Jedenfalls wurde Fußball zu einem Breitensport der auch unsere Gemeinde immer wieder auf‘s Neue begeistert. Mal abgesehen vom bezahlten Fußball unserer örtlichen Spitzenclubs, schafft vor allem die Erweckungsbewegung der Altligisten, das was uns in der Gemeinde noch immer versagt bleibt. Hier werden die Kräfte gebündelt. Zumindest bündeln sich die Kräfte, wenn es darum geht, gemeinsam die bereits errungenen Eigenschaften weiter zu optimieren. 

 

So finden die alt-internationalen Kicker - mehr oder weniger - wöchentlich zusammen und gedenken der guten alten Zeit. Auch die Hilfsbereitschaft ist groß unter ihnen. Mann hilft sich beim binden der Schuhe, tauscht auch schon mal den Inhalator untereinander aus, schuf extra Frauenparkplätze für die Rollatoren und philosophiert über die neuerworbene Wormatia-Worms-Unterwäsche, während man sich ein Arthritis-Five zuwirft und noch schnell die neue Hüfte geölt wird.

 

Das alles passiert regelmäßig auf der Mummerisch-Kampfbahn in Gronig, am Grünwalder Hang in Steinberg, auf dem Ellenfeld in Ossenbach, im Schanzenpark von Bliesen oder an der Säbener Straße in Güdesweiler. Mit dem Ende der letzten Eiszeit, im frühen März, begann wieder, was Gott nur zulässt, aber nie gewollt hatte. Sie trainieren. Oder vielmehr, sie treffen sich und schieben ne ruhige Kugel. Die erste Einheit begann mit vielen Versprechen, setzte sich fort mit noch mehr Versprechern, gipfelte mit ungehaltenen Versprechen und endete mit noch mehr Versprechungen am Silvestermorgen.

 

34 Athleten, alles Adonen, Angorawäscheträger, Blasenteetrinker, Cheftaschenträger, Elektrogriller, FKK-Strand-Bauchlieger, Gelbphasenbremser, Handrückenepilierer und Spiegelbildbeklatschern folgten einem seltsamen Ruf von der Gombach. So viele namhafte Akteure kamen seit dem Erbfolgekrieg um das Lindener Schloss nicht mehr zusammen. Was die Männer nicht wussten. An die holden Gattin zu Hause erging zuvor ein anonymes Schreiben, welches gefüttert war mit den neuesten Erkenntnissen eine Studie des Alleswisser Instituts, wonach ein morgendliches Training die Libido der Männer um 50% steigern würde. 

 

Allerdings folgte dem Ruf nur ein einziger Steinberger Fußballer. Das mag unter anderem daran liegen, dass die Deckenhardter Ehefrauen eher skeptisch gestimmt sind, hinsichtlich Studien, die sie nicht selber gefälscht haben oder, und dieser Verdacht liegt weitaus näher, sie am Silvesterabend beim Steffe feiern wollten und dabei keine - nennen wir sie mal - aufgebrachte Gatten gebrauchen konnten. 

Denn vor allem die Steinberger stehen für Kontinuität im Alt-Herren-Fußball. Und jetzt mal ohne weitere spitzen Bemerkungen. Was die AH dort und im Verbund mit Walhausen und Namborn so auf die Beine stellt ist bemerkenswert.

 

Es ist immer wieder eine große Freude die weite Anreise in Kauf zu nehmen, um hoch oben, in den Deckenhardter Alpen anzutreten. Sie haben es in diesem Jahr, ohne auch nur ein Spiel abzusagen, geschafft ihre Seniorenabteilung auf Kurs zu halten. 

Davor darf man schon mal den Hut ziehen. Aus diesem Grund wollen vor allem die Altligisten der SFG im kommenden Jahr mit einem Prämienprogramm die Attraktivität steigern. Das bisherige Motto »Lieber gar nicht spielen, als auch noch schlecht spielen« wurde kurzerhand verworfen.

 

Wie jedoch die Bereitschaft gesteigert werden soll, ist bislang noch nicht bekannt. Vorsorglich wurde die Wanderdüne als Spielleiter in den einstweiligen Ruhestand versetzt, nachdem er im Derby gegen Oberthal über die ganze Spielzeit hinweg, die linke Spielhälfte hin und her rannte ohne je gesehen worden zu sein. Wir halten Sie aber auf dem laufenden ...

 

Was gab‘s noch? Frei baden mit dicken Kartoffeln in einer handwarmen Blies. Let‘s Flow, Alter! 

Morgenbachtreffen am alten Schwimmbad

Die Wildwasserfreunde vom Scheuerberg berichten vom Abgang ihres Spitzenpadler, Einer Kanadier, der den Club nach vielen Jahren verlassen will. Der gebürtige Kenianer hat genug von der Eskimorolle, die er ständig bei den Trainingsfahrten in der scheiß-kalten Blies üben muss.

 

So hat der Club nun die Gemeinde aufgefordert, zumindest die Wegstrecke vom alten Schwimmbad bis nach Bliesen mit Warmwasser zu versorgen. Die Grünen im Rat griffen das Thema begierig auf und forderten klimapolitisch sinnvolle Lösungen und schlugen vor, die Bürger der Gemeinde mögen doch dann bitte ihre erste Morgenbach gemeinsam um 10:00 Uhr verrichten, da dann das täglich Training beginnt. Die FDP kritisierte die Maßnahmen, denn sie sehen den freiheitlichen und natürlichen Harndrang in Gefahr. SPD und Linke hingegen fordern eine zusätzliche Abgabe, da Inkontinente so unter zusätzlichen Druck gesetzt werden würden und hat auch schon einen passenden Gesetzesnamen parat. Das »Gute-Pisa-Gesetz« soll vor allem die Dauerläufer stärker belasten, während die CDU dem Thema mit einem entspannten Lächeln begegnete. 

 

Apropos Schwimmbad

Noch immer sind die Bewohner unserer Gemeinde nicht darüber hinweg, das es in Oberthal kein Freibad mehr gibt. So kursierte im letzten Sommer ein Video durch das Internet, welches uns die endgültige Erklärung lieferte, warum seinerzeit ein Wellenbad in Bosen ein Verlustgeschäft bedeutete. Und vor allem was für Gentlemans unsere männlichen Bürger waren. Um ihre Frauen oder auch die potenziell Angebetende zu beeindrucken, erzeugten sie ihre Wellen einfach selber, was auch zudem der Körperästhetik sehr erträglich war. 

 

Auf Kommando rollten die Herren der Schöpfung ihre Astralkörper, wie einst Antje das Walross vom NDR, schnaufend vor und zurück und erzeugten so eine sich räumlich ausbreitende periodische Schwingung, die die Ausbreitung einer örtlichen Störung durch die Kopplung benachbarter Oszillatoren, also schwingfähige physikalische Größen, vermittelt. Die so entstandenen Longitudinalwellen, nicht zu verwechseln mit den Transversalwellen, brechen parallel zur Ausbreitungsrichtung und schwingen, schallähnlich in Zonen und mit Überdruck, hierbei in Richtung der Ausbreitung um den Betrag der Amplitude hin und her. Die Leistung einer Longitudinalwelle ist proportional zum Quadrat der Amplitude oder der Druckspannung, was somit auch endlich das Gejohle der Frauen im Becken erklärt. Es kitzelt.

 

Jedenfalls entstand so eine neue Bewegung innerhalb der Gemeinde. Mann und vor allem Frau, will das Freibad zurück. Eine Petition ist bereits auf dem Weg und soll noch vor dem 1. April eingereicht werden.

 

Der frühe Angler hat die dicksten Kartoffeln

Die Sportfischer der Gemeinde haben es besonders schwer. Haben doch die Umweltschützer in den letzen Jahrzehnten die Angelsportvereine in der Ausübung ihrer Sportart schwer eingeschränkt. Irgendwie war es ihnen ein Haken im Auge, dass sich am frühen Sonntagmorgen diverse Männer für mehrere Stunden an einen Weiher setzen, um dann einen Barsch zu fangen.

 

So waren die Clubs gezwungen neue Wege zu gehen. In Güdesweiler war man besonders kreativ und so wurden die Mitglieder aufgefordert sich Schlepper anzuschaffen, damit an Hexennacht genügend Holz aufgetürmt werden konnte, um jedes Jahr einen neuen Höhenrekord vermelden zu können. Ob die Bekleidungsindustrie ihre Finger im Spiel hat, war bislang nicht eindeutig zu klären, denn die Besucher müssen sich nach diesem, zugegen tollen Fest, immer wieder neu einkleiden. Das Textilhaus Weirich hat also eindeutig zu früh geschlossen. 

 

Ob noch mehr Sport in der Gemeinde getrieben wurde, wissen wir nicht, obgleich es nun auch in Steinberg einen Bouleplatz gibt und auf der Minigolfanlage in Oberthal der Gebrauch der elektronischen Caddys eingeschränkt wurde. Ach ja, die Kegelfreunde aus Oberthal verteidigten schon wieder ihre Titel, was uns normalerweise in Ekstase versetzen sollte. Aus diesem Grund braucht das Rathaus dringend einen Balkon, damit dort neben allerhand Kunst und Kultur auch mal wieder Triumphe gefeiert werden können.

 

Womit wir auch schon zum nächsten Kapitel kommen. Dazu aber erst beim nächsten mal mehr ... 

Alexander Scheid

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0