Ein gewagter Blick in die Szene von gestern in der Gemeinde Oberthal

Gemeinde Owerdahl

Kultur und Gesellschaft. Ohd Cultür. Wie Mann und Frau von Welt sich gemeinhin unterhalten lassen oder Mariandler, der kulturelle Hotspot der Gemeinde Oberthal.

In den 30er Jahren des letzten 

 

 

 

Jahrtausend gehörte es zur gesellschaftlichen Pflicht eines jeden New Yorker Bürgers den Cotton Club zu besuchen. Er war einfach der angesagtesten Club in der Stadt die niemals schläft und wer im kulturellen, wie auch mafiösen Leben eine wichtige Rolle zu spielen pflegte, der lies sich, trotz Prohibition regelmäßig sehen. Besonders in den sogenannten »Speakeasys«, den Flüsterkneipen wurde trotz der puritanischen Verbotsorgie unter Präsident Wilson, so ziemlich alles genossen, was Prozentiges innehatte. 

 

Aber in Wahrheit waren sie dort unterwegs um der spannenden Musik, der Roaring Twenties zu lauschen. Es war die Zeit in der der Jazz die Musikwelt auf den Kopf stellte und der Cotton Club gilt als Synonym für diese Zeit. Auch unsere Gemeinde verfügt jetzt über seinen Baumwollclub, der allerdings mit »Zum Krug im grünen Kranze« einen weitaus unpolitischeren Namen trägt. Landläufig geht man zum Andler und der VIP der Gemeinde zu George Himself.

 

Im letzten Frühjahr dann kam es zum ersten musikalischen Showdown. Kein geringerer als die Schlagzeuglegende Johnny Kreuzer lud erstmals Freunde der gepflegten Unterhaltung zur Session und schuf einen neuen Trend. Plötzlich war es spannend den Liveauftritten diverser Formationen aus der Region zu lauschen. Das Programm pflegte einen gewissen Anspruch.

 

Der morbide Charme des Classic Rock, die dunkle Attitüde des Blues und Anzeichen popmusikalischer Errungenschaften der 90er Jahre des letzen Jahrhunderts fanden großen Anklang bei den Besuchern, die weitgehend auch eher dem Zeitalter, als dem aktuellen Zeitgeist entsprachen.

 

Selten gesehen wurden, mit Ausnahme von Malle Pit und seinem Fahrsteiger, die Anhänger der literarischen Genügsamkeit in Form von Insel- und Hüttenhits, deren Anzüglichkeiten so manchen Kaplan schlaflose Nächte bereitet, während die jugendliche Masse nahezu katatonisch und immer am Rande des geistigen Exodus wandelnd, den präfrontalen Ergüssen lauschend, stets beim Refrain alle Hemmungen aufzugeben bereit ist.

 

Zahlreiche Bands folgten dem Premieregig von Johnny & Friends. Auch die Kapelle eines schlagzeugenden groniger Eigengewächses, der in Fachkreisen nur als der »Salznescha« bekannt ist, wollte da mitmischen, was die Formation und allen voran den Drummer vor ungeahnte Schwierigkeiten stellte. Bislang war es Nico gewöhnt, mit einem Schlag auf die Toms, so ziemlich jeden Hörgeschädigten wieder Leben einzuhauchen.

 

Nun aber, wollte Mr. Schumaker die nach sich ziehende Klagewellen aufgrund von gehäuften Tinnituserscheinungen der Andlerschen Anhängerschaft verhindern, musste er dem Diktum seiner Band Abbitte leisten. Die Schwermetall-Rocker vom Momberg haben sich nämlich Sound von Judas Iskariot, dem High Priest of Heavy, verschworen und hier wird in der Regel geklotzt und nich gekleckert.

 

So leise habe er nicht mehr gespielt, seit er Rotkäppchen im Original rezitieren musste, gab der sichtlich bewegte Beatgeber dieser Zeitung zu Protokoll, während die Redaktionsleiterin, noch immer in Schockstarre, kaum den Auslöser ihrer Multifunktionskamera betätigen konnte. Zum Glück gab es Alkohol, was uns auch unweigerlich zum nächsten Thema, in diesen so aufgeheizten Zeiten, schwelgen lässt. Zuvor jedoch noch allerhand Wissenswertes 

 

Was gab‘s noch? Wie Ernst als Kerweretter zum Groniger Feierbiest wurde oder warum ein Ring in Imweiler zum Gesundheitsrisiko werden könnte.

Ernst, der Karussellrauber

 

Ein Landhotel ist das einzige Karussell welches sich noch in Oberthal dreht. Aus Spaß wurde schon zu oft Ernst. Ernst jedoch dreht gewaltig am wirtschaftlichen Rad in Oberthal. Erst erbaut seinen Trump-Tower in Lower-Imweiler, dann expandierte er ins Steßerparadies um eine gute Partie zu machen, um dann den wohlverdienten Ruhestand zu genießen, um wenig später wieder ins Expansionsgeschäft einzusteigen, um aus dem Erwin wieder den Ernst zu machen, im selbigen Moment jedoch wieder einsteigt in den Ausstieg. Mit diesem Karussell wären alle Kerweprobleme von Oberthal auf einen Schlag behoben. 

 

Hochkonjunktur im Geschäft der Kerweretter. 

Immer mehr Kerwehannese aus der Gemeinde werden gerettet. Bekanntlich retten wir Deutsche ja die die ganze Welt. Warum dann nicht in der eigenen Gemeinde anfangen? Dachten sich zumindest die Ortsvorsteher von Gronig, Güdesweiler und Oberthal. Nur, von wem oder was soll oder muss die Kirmes gerettet werden? Denn wagt man einen tieferen Einstieg in die Materie, so erkennt man ziemlich verhärtete Fronten im Kirmesgebahren. 

 

Stellen doch gerade die Kirmes-Besitzer, die örtlichen Straußjugenden, die aber in Güdesweiler noch immer ausschließlich aus Männern besteht, was die Gleichstellungsbeauftragten im Bund sicherlich auf die Palme bringen würde, sollten sie sich einmal dafür interessieren, doch im Minutentakt Fragen wie, „Wem es ät Bier? oder „Wem es die Kerb?“ und „Wem sen die Mäd?" Schlimmer noch! Sie beantworten sie sogleich mit einem plumpen „Uuhs“. Wie bitte schön möchte man so umliegende Besucher davon überzeugen, überhaupt zu uns zu kommen, wenn bereits das Bier und die Mädels vergeben sind? 

 

Die Ortsvorsteher lassen sich davon jedoch nicht beeindrucken. In kürzester Zeit wurde diverse Ausschüsse gebildet, die nun Rettungspläne erarbeiten. Vor allem müssen die Schausteller motiviert werden, sich zur Schau zu stellen, was manch einem den Schauer über den Rücken treibt, wenn man sich an diverse Hännescher in der Vergangenheit erinnert. Und schon im letzten Jahr konnte Güdesweiler erste Erfolge vermelden. Die Knubautobahn war der Hammer.

 

In Oberthal wurde man sich allerdings nicht ganz einig, was das Retten anging. Aber letztendlich fiel die Kerb in Quetschemembach wegen dem Klimanotstand aus, weshalb die Schausteller dann halt auf die Brückbach kamen. Am Momberg aber geht man noch engagierter zu Werke. Hier engagiert man gleich eine ganze Eventagentur, die künftig für Stimmung sorgen soll. 

 

Warten wir also ab. Eventuell müssen wir in diesem Sommer die Retter vor den Rettern retten, damit zumindest das Klima weiter gerettet werden kann. Man kann von Glück sagen, dass die Knubautos nicht mit Diesel betrieben werden, denn dafür haben wir ja die Windräder auf dem Leistberg. Dort jedoch hapert es noch was die Transfertrassen angeht. Bislang leistet das Bürgerforum „Freibier am Freitag“ noch Widerstand. Würden allerdings all unsere eigenen Bürger mal wieder auf die Kirmes gehen, wären diese Rettungsversuche nicht notwendig. Früher war halt mehr Lametta. 

 

Ein Jahrhundert Ännchen von Tharau

Großer Bahnhof in der Bliestalhalle. Der Männergesangverein »Harmonie« feierte ein Jubiläum der besonderen Art. Vor einhundert Jahre schon eröffneten eine Männergilde vom Fuße des Mombergs den Sängerreigen und beschworen der süßen »Ännchen von Tharau« ihr Leben, ihr Gut und ihr Geld. Doch die Tradition geht langsam ihrem Ende entgegen, was mehr als bedauerlich ist. Dabei sagen die einen, es läge ja nur am Repertoire, dass es keinen Nachwuchs gäbe. Aber im Ernst? Stellen wir uns doch einmal vor, die Sängergemeinschaft würde diese seltsame Kritik aufgreifen und mit epochalen und zeitgeistlichen Klassiker der Jugendkultur angreifen, nur um auf ein neues Publikum zuzugreifen. Es würde niemand begreifen, wenn auf dem nächsten Frühschoppen plötzlich erklingen würde: »Ich verkaufe meinen Körper. Ganz, ganz billig. Ganz ganz billig.«

 

Ringlein du musst wandern ... 

Für einen viralen Paukenschlag sorgte mal wieder das Hammelsbacher Volk von der Gombach. In der medialen Welt von Einsen und Nullen schaffte es - mal wieder - ein Ring sie alle zu knechten. So fand ein aufmerksamer Bürger in einem Sack Mutterboden einen Ring. Um allen Spekulationen gleich einen Riegel vorzuschieben, ohne Finger. Soweit keine Nachricht wert. Veröffentlicht man aber den Fund in einem sozialen Medium, so nimmt die ganze Welt Anteil. 

 

Selbst Maggy Klingner Morley aus Red Springs in North Carolina, nach eigenen Angaben studierte sie »Online Learning for prospoterian Studies« an der Trident International University in Illinois, liest aktuell das Buch »The Churches of Paris« und schaut gelegentlich »Kaffee oder Tee« im SWR Fernsehen, schaltete sich in die Suche nach der Eigentümerin ein, da ihre Mutter seit der Bodenreform von Massachusetts als vermisst gilt, konnte aber kein weiteren sachlichen Hinweise liefern.

 

Die Kleinode vom Gombach war also mit einem Fund in aller Munde. Mehr als 2.000.000 Menschen wissen seither, dass Güdesweiler zwar das schönste Dorf der Welt ist, aber wem dieser schnöde Ring gehört, lies sich nicht aufklären. Diese Redaktion allerdings hält diesen „Fund“ für einen perfiden Akt der heimlichen Machtübernahme innerhalb der imperialen Gemeinde und hat so eine ganze neue Theorie aufgestellt. 

 

Don Timondo, Alcalde auf Lebenszeit und Truchsess von der Deiwelskanzel, wurde kurz zuvor gesehen, wie er das Juweliergeschäft Sauron verlies und grinste. Aus gut unterrichteten Kreisen wissen wir, dass er beim nächsten Neujahrsempfang des Bürgermeisters, ihm diesen einen Ring übergeben möchte. Die Folgen kennen wir alle. Aber wie wir unseren Bürgermeister kennen, hat er sicherlich schon einen Plan entwickelt. Warten wir ab! 

 

Feste fallen chronisch 

Feierhochburg Gronig. Wenn es was zu feiern gibt, sind es stets die Groniger, die den Gute-Laune-Bär immer wieder neu erfinden. Ob es nun bockiges Bier ist, welches während einer stundenlangen Tombola verzehrt werden muss, da die Groniger Pelle mal wieder 22.000 Lose unter das Volk gebracht hat und dafür sogar die bereits verstaubten Lager der einstigen Gardinen-Giganten-Dynastie Zick geplündert werden mussten, damit auch genügend Preise vorhanden waren, oder der Nachfahre eines heilpraktischen Piemonter Sommelier zur Wanderung rund um den Momberg lädt, es aber schon auf halber Strecke zu diversen Verlusten kommt. Muttersprache, Wanderfreunde, Gedächtnis.

 

Alles war dabei. Kaum genesen, trifft man sich beim Andler und diverse Teufel führen bildlich vor, wie man vom sich vom Knöchel des Stiefels über die wilden Auen des Burgenlandes hin zu den üppigen Hügel an der Mosel testen kann, ohne den geographischen Orientierungssinn zu verlieren. Das muss schon chronisch sein ... 

 

Saar War’s! Groniger‘s Mondfahrt

Mit der Freundschaft zu unseren pelzischen Nachbarn wird das nix, durften eifrige Leser zuletzt erfahren, dafür aber mit dem Mann im Mond. Gronig bekommt ab sofort auf der dunklen Seite des Erdtrabanten den Venushügel mit der kartographischen Bezeichnung E-XAs-32.547 als Ausgleich für die abnehmende Energie des Mombergs. Schon in den frühen 70er des letzten Jahrtausends legt Kurt Nofts mit dem Weltraumprogramm »Saar War’s« den Grundstein für ein zurückschlagendes Imperium, in dem er Matthias Maurer heimlich in seiner Garage zum Jedi ausbildete. Nun fliegt Major Matz zur IS. Nein, nicht nach Syrien, sondern in den Weltraum, wo ihn unendliche Weiten erwarten. In eine Welt die er, ausgenommen zu Gronischer Zeiten, nie zuvor gesehen hatte. Dann fliegt er weiter ... 

 

Jim, Jack & Johnnie. Und warum Marius Müller-Westernhagen entspannter singt, als Grönemeyer glöhnt.

Wellen der Empörung machten sich breit, als die Chefin einen flüchtigen Blick in den Tumbler zu wagen pflegte. Was war passiert? Die SPD aus Gronig lud zur Verköstigung edler schottischer Tropfen ins Sportheim. An solchen Abenden trifft man sich, um in geselliger Runde darüber zu philosophieren, was im Abgang so alles passiert. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Kongress von Internisten oder Gastroenterelogen, die sinnbildlich erläutern, wie Ricinol, Sorbotol oder Emotin in Wellenbewegung den Speisebrei, möglichst mit brachialem und unter hörbarem Druck, zu Flatulenzen führend, der Erleichterung einen entspannten Gesichtsausdruck verleiht. Jürgen von der Lippe verfasste darüber einst eine Abhandlung, die vielsagend endet mit, Ah! Fertig, wo ist das Papier?

 

Jedenfalls lud Uwe Schäfer ein und Thomas und Marco stellten einige exzellente Tropfen schottischer Destilationskunst vor und zahlreiche interessierte Bürger fanden sich ein, um den schönen Dingen des Lebens zu frönen. Natürlicherweise lässt man einen 16 Jahre im Fass gelagerten Lagavullin nicht einfach so im Glas, nur um daran zu riechen. Seine Eigenschaften gibt er halt nur preis, wenn er sich mit dem Gaumen vereint, die Synapsen anregt, eine wohlige Wärme erzeugt, um dann auf dem Weg in den Magen und über den Schlund seine ganze Exzellenz zu entfalten. 

 

Aber schon der Christliche Frauenbund für Abstinenz wusste bereits zu Anfang des letzten Jahrhunderts Herbert Gröllemeyer zu schätzen, wie der Alkohol zum Dressing für den eigenen Kopfsalat sterilisierte. Nun gut, der Mann will ja auch Kinder an der Macht wissen und hält Bochum für einen Hotspot. Jedoch fanden sich in unseren Kommentarspalten einige dazu veranlasst, einen harmlosen Verköstigungsabend mit einer Nacht am Ballermann zu vergleichen. 

 

Nicht genug, dass Grönemeyer schon herhalten musste, auch ein weiterer Barde deutscher Sangeskunst mit Dialektmigrationshintergrund zu sein und zitiert werden musste, denn jener Schäfer, dessen Aufgabe es doch sein sollte seine Schäfchen vor dem bösen Wolf zu schützen, führte die Fraktion der Sozialdemokraten am Mummerisch an, was unweigerlich dazu führte, dem holländischen Generalverdacht eines Rudi Carrells neues Leben einzuhauchen.

 

Ausgerechnet jener Mann, der uns einmal darüber aufgeklärt hat, dass jeder Holländer, der ein gelbes Nummernschild haben möchte, mindestens fünfmal durch die Prüfung fallen muss, erklärte uns schon in den 70er Jahren, den eigentlichen Grund für den Klimawandel mit einem Satz: »Denn schuld daran war nur die SPD!«.

 

Unweigerlich führt uns diese Komparation in das politische Paralleluniversum unserer Gemeinde, aber dazu mehr im letzten Kapitel. 

Text: Alexander Scheid

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 6
  • #1

    Hilli (Samstag, 11 Januar 2020 09:41)

    Mann,Frau muß viel Lesen,aber Lohnt sich ,heute Morgen herzhaft gelacht,ist ja bekanntlich gesund.Ich freue mich auf den nächsten Bericht.
    .

  • #2

    Isabelle (Samstag, 11 Januar 2020 10:10)

    Ja, Hilli, richtig gut geschrieben, sowie der nächste Teil der noch kommt in Sachen Politik.

  • #3

    Hilli (Samstag, 11 Januar 2020 11:12)

    Bin gespannt

  • #4

    Isabelle (Samstag, 11 Januar 2020 16:32)

    Oh schande über unser Haupt, wir haben den Elmar Federkeil vergessen, natürlich war das mit eines der Höhepunkte im Sommer. Ein sensationelles Konzert.....ich hoffe du kannst es uns verzeihen lieber Elmar...

  • #5

    Steven (Dienstag, 14 Januar 2020 08:45)

    Ich melde mich freiwillig, den nächsten Beitrag vor Veröffentlichung zu korrigieren. Unentgeltlich. Großes Vokabular bringt nichts, wenn einem zehn Fehler pro Absatz in die Augen springen.

  • #6

    Zeitungsleser (Dienstag, 14 Januar 2020 11:43)

    Gut gesehen. Es gibt aber auch Programme, die solch kleine Sünden korrigieren. Die Rechtschreibung scheint heute aber allgemein nicht mehr so wichtig zu sein. Auch bei den zahlreichen Kommentaren.