Politik in der Gemeinde Oberthal ist wie eine böse Märchenstunde für Erwachsene

Gemeinde Owerdahl

Die Politik im Gleichgewicht der Macht. 

Erwartbar unerwartendes an der Gombach. Frauenpower in Deckenhardt und ein Erdrutsch am Momberg. 

Wohl kaum ein Thema 

 

schaffte es uns mehr aus der Fassung zu bringen, als die Kommunalwahl im Mai und die erdrutschartigen Erschütterungen der Macht die damit einhergingen. Vielleicht hing es ja damit zusammen, dass die Flatterulme zum Baum und die Spottdrossel zum Vogel des Jahres gewählt wurden und »Unwort des Jahres« zum Unwort des Jahres 2019 werden könnte.

 

Wir wissen es nicht! Aber wir spekulieren. Und das gerne! Der Souverän jedoch hat allen Spekulationen im Mai erstmals einen Schlußstrich verpasst. Zumindest was die Ergebnisse betrifft. Zur Wahl standen die Ortsräte und der Gemeinderat. Angetreten waren die Parteien. Allen voran die Christ- und Sozialdemokraten und ein wenig auch die Linken. Diese sind bitte nicht zu verwechseln mit den Joghurtkulturen, deren Drehungsvermögen nur dann die optimale Wirkung erzielt, wenn es linksrum geht, gleichzeitig jedoch einen Widerspruch kreieren, wenn wir ihn ihn Straßenverkehr verzehren. 

 

Und so stellten sie auf. Jede Partei in jedem Ort schickte ihre Protagonisten ins Rennen um die begehrten Plätze im Rate. Und jedes Dorf hat da seine eigenen Favoriten und immer schön säuberlich und farblich getrennt in die Roten und die Schwarzen. Dabei zeigte die Wahl doch zunehmend undeutlich, dass der Wähler weniger nach Farben, sondern eher nach Personen Ausschau hält, die er für geeignet hält, die eigenen Interessen zu vertreten.

 

In unserer Hauptstadt änderte sich genauso wenig, wie auch an der Gombach, wo die Amtsinhaber erwartungsgemäß ihre Ergebnisse bestätigen konnten und auch Steinberg, das gallische Dorf der Gemeinde, versicherte sich der Gewissheit seiner Bürger mit fortlaufender Kontinuität. Wobei aber hier ein innerparteilicher Wechsel und ein aufgehender schwarzer Doppelstern die Gemengelage ein wenig veränderte.

 

Majestix übergab den Stab an Gutemine. Der wackere Peter trat nach 12 Jahren ab und übergab, wie es sich für eine sozialdemokratische Partei gehört, die Amtsgeschäfte in Frauenhände. Inken Ruppenthal wird also zukünftig den Frühschoppen eröffnen. Jedoch verlor man zwei Plätze im Ortsrat, wo jetzt drei Troubadixe die Pläne abnicken dürfen, ohne zuvor gefesselt zu werden. Viel spannender war da aber, was sich in Grooonisch abspielte.

 

Da muss jede Menge Energie im Spiel gewesen sein, denn vom dunkelsten aller schwarzen Dörfer der Gemeinde war kaum zu erwarten, dass eine derart signifikante Erschütterung der Macht ausgehen würde. Noch am Abend sah es so aus, als ob sich die CDU noch geradeso gerettet hätte, vor der bevorstehenden Bedeutungslosigkeit. Wiederum war es ein kleiner Zettel, der für einen Paradigmenwechsel gesorgt hatte, weshalb man den Umsturz in Gronig historisch schon mit dem Fall der Mauer vergleichen kann.

 

Mithilfe moderner Forensiker machten sich in der Nacht diverse Wissenschaftler ans Werk um die Stimmzettel nach Spuren zu untersuchen. Nicht erst seit dem Leben des Brian wissen wir von der Bedeutung eines Kreuzes, wovon jeder gefälligst nur einmal Gebrauch machen sollte, denn auch deren Setzung ist von enormer Bedeutung.

Es war ein Krimi, den Rosamunde Pilcher nicht besser hätte inszenieren können. So fand ein Linguist mithilfe der Phonetik heraus, das es toxilogisch wohl unmöglich war, das genetische Material - diagnostisch betrachtet - so einzuordnen, dass der ballistische Beweis, dem Kreuzweg von schwarz nach rot zu ziehen, nur von einem IT-Spezialisten hätte vorgenommen werden können, wenn es sich um eine digitale Wahl gehandelt haben hätte könnte.

 

Also der Konjunktiv III und wenn man so will auch der eigentliche Grund weshalb Friday for Future II von enormer Wichtigkeit für das Bildungsniveau unserer Schüler ist. Und so wurde am Tag darauf ein Ex-Exweiler zum neuen König von Quasiland. Er hatte also quasi das geschafft, was einem Bio-Groniger bislang verwehrt blieb. Während die konservativen Kreise in eine Schockstarre verfielen, hörten wir vom Momberg wie Völker schicksalshafte Signale verkündeten.

 

International war man somit in der Gemeinde, wenn man ausschließlich die Präferenzen hinsichtlich der eigenen Provinzialität betrachtet, am Wendepunkt der Gezeiten. Die Macht ist wieder im Gleichgewicht.

Aber wie rief schon Papst Martin der IV. im Jahr des Herren 1221, anlässlich der Gründung von Güdesweiler! Ergo bibamus! Lasst uns trinken. Bald sind 800 Jahre vergangen, was nun aber nur ein kleiner Hinweis auf eine entsprechende Feier sein soll. 

 

War noch was? Neues aus Uhlenbusch. Vermischtes gemischt mit dem Mischt einer gemischtfühligen Gemeinde.

Die linke Hand des Teufels verzichtet auf sich selbst.

Wie uns die minimalprozentigen Stimmenfänger vom Gemeindeverband der Verehrer des roten Oskars von der Saar wissen ließen, propagieren sie nicht nur den Verzicht, sondern leben uns ihren Verzicht auch noch vor. In den Gemeinderat haben sie sich wählen lassen, verzichten jedoch auf eine aktive Teilnahme. Aus diesem Grund halten die Linken auch nichts von St. Martin, denn dieser hat ja bekanntlich seinen eigenen Mantel geteilt. 

 

Kita-LAN mit besserer Busverbindung 

Ach ja, die SPD-Kita soll endlich ein CDU-W-LAN bekommen, damit die Busse noch regelmäßiger in der Gemeinde halten, um den Gronigern die Mautgebühren beim passieren der Imweiler Wies zu ersparen, denn diese werden nun häufiger auf den Festen am neuen Grillplatz in Steinberg zu sehen sein.

 

Die Wiedervereinigung der Spalttablettea

Und beinahe wäre unsere Kirche gespalten worden. Den Stein des anstoßes jedoch gab der Bischof in Trier und nicht ein voreiliger Schmierfink, der auf diesem Blog veröffentlichen darf. Ackermän wollte uns doch tatsächlich den Coburgern zuschustern und die Kathedrale St. Stephanus an den amtierenden Sankt Stephanus übergeben, der vorausschauend oder bereits allwissend die Imweiler Wies anlegen lies, damit er durch sattes Grün und in einer Senfte getragen, trockenen Fußes von seine künftigen Resistenz immer pünktlich zur Ledschd Schicht erscheinen kann. Ohne Maut versteht sich.

 

Wo sind all die Blumen hin?

Auch im politischen Leben sollten die Nachbarn nicht vergessen werden. Vor allem wenn man dem Wahlspruch folgt: „Lasst Blumen politisieren!“. Aber das politisch gewollte oder ungewollte Nicht-Vergessen führt zu Irritationen, wenn man vergisst, das ein Vergissmeinnicht, eine politische Geste des vergessens darstellt, wenn ein politischer Ort vergisst, die Vergissmeinnicht politisch korrekt zu ordern. Aber, vergessen wir das wieder.

 

Ein picco-bello geführter Saustall

Noch immer gesucht werden die Inhaber diverser verlorener Fundstücke, die beim Saarland-Piccobello-Tag gefunden wurden. In Güdesweiler war es die komplette Innenverkleidung eines klimafreundlichen SUV’s und in Steinberg-Deckenhardt tatsächlich ein ganzer Saustall. Jetzt mal ernsthaft! Wie kann man einen Saustall verlieren? Wahrscheinlich müsste man zuerst die ganze Innenverkleidung seines SUV‘s ausbauen um den Saustall darin zu verstauen. Sachen gibt’s ...

 

Von Maja, Willie und Puk der Stubenfliege

Rekordzuwächse in der Hotellerie. Wie die östlichen Tourismusexperten der Gemeinde uns mitteilten, haben sich die Übernachtungszahlen exponentiell vervielfacht. Grund dafür waren die überproportional gestiegenen Investitionen in den Bau von Bienenhotels im Bruch, auf Atlant, in der Hohl um die Eck und am verscheuerten Berge zu Imweiler. Kritiker monieren jedoch die Ausstattung und den Service rund um die geflügelten Gäste. Allzu oft würden auch anderes Federvieh Einzug nehmen, deren Besuch man eher in Bliesen erwarten würde. 

 

Mehr Schlauch! 

Wer auf Ehrungen besonderen Wert legt, der sollte sich unbedingt den Feuerwehren anschließen. Kaum eine Institution kommt kaum noch nach mit den Nachkommen. So wurde kürzlich der vierjährige Jerome-Rüdiger geehrt für die Bekämpfung eines drohenden Flächenbrandes, als er der neugierigen Schantalle-Schackeline, vorführte, wie man mit einem Strahl sogar seinen Namen schreiben kann. Mehr Schlauch ruft da die Gemeinde ...

 

Ein Neujahr ohne Empfang ist wie Imweiler ohne Wies

Mit einer traurigen Träne im Knopfloch mussten wir akzeptieren, dass unser aller Gemeindefürst Sankt Stephanus von Rauschberg in diesem Jahr das neue Jahr nicht empfängt. Zumindest nicht mit Pauken und Trompeten. Der Groniger Ortsvorsteher war da schon etwas cleverer. Er veranstaltete seinen Neujahrsempfang schon im alten Jahr. 

 

Wir aber glauben zu wissen, das die Sache mit dem Ring unserem ersten Mann der Gemeinde nicht geheuer war. Dies lies er sich jedoch nicht anmerken. Er möchte uns alle erst empfangen, wenn das neue Gesundheitszentrum eröffnet wird. Gut, dass wir keinen Flughafen geplant haben, denn dann könnte sich die Eröffnung, die noch nicht terminiert ist, mit ziemlicher Sicherheit noch verzögern.

 

 

Freuen wir uns also auf dieses spektakuläre Opening. Freuen wir uns auf ein spannendes Jahr 2020, erwarten wir gespannt, wie Fettnäpfchen geradezu angesteuert werden, damit wir auch unsere ökologischen Fußabdrücke sichtbar hinterlassen können und freuen wir uns auf eine tolle Gemeinde, über deren Taten wir - natürlemond - weiter ausgiebig berichten werden.

 

Text: Alexander Scheid

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Kommentare: 1
  • #1

    Hilli (Mittwoch, 15 Januar 2020 08:47)

    Wie immer super,nur eine Anmerkung,Rosamunde Pilcher,unsere Krimis hier waren besser als ihre, wenn auch viele Denke,deine Berichte sind zu lang,ich finde sie sehr Unterhaltsam