Benefizkonzert für Aaron - Eine gigantische Spende für die Familie

Gemeinde Oberthal

Es war der pure Wahnsinn beim Benefizkonzert ,,Loud für Aaron", am letzten Samstag in Gronig.

Je später der Abend umso mehr Besucher kamen ins Gasthaus Andler um 7 Bands zu hören, mitzusingen, zu tanzen und natürlich

für Aaron zu spenden. Den Abend eröffnete die Gruppe Muskelschwund mit lautem Punkrock, wobei Sänger Alex Zess einen eindrucksvollen Auftritt mit  Gesichtszügen, stechenden Blicken und Gebärden eines schon fast ähnlich aussehenden Bösewichts und Meister der Psychpathie, Klaus Kinski hinlegte.

Vor zwei Jahren erschien die Band das erste mal auf der Bühne und damit begann der ,,Terror", wie sie selbst sagen.

 

Tobias und  Jonas Bier leiden an der selben Krankheit, der Muskeldystrophie, (Muskelschwund) wie der 14 jährige Aaron, der Hauptakteur des abends. Ihnen hilft dabei die Musik die Krankheit besser zu verarbeiten. Der Auftritt der Band war für Aaron etwas ganz besonderes. Und darauf hatte er sich schon die ganze Zeit gefreut.

 

 

Und krasser konnte der Unterschied nicht sein, als die  Sänger und Songwriterin Lena Hafner als nächstes die Bühne betrat. Mit ihrer handgemachten Musik aus Pop-, Rock-, und Folk und einer Stimme die den Songs zugleich Tiefe und Höhe verleiht, bringt sie mit ihrer Akustik-Gitarre sowie authentischen Texten, kleine Momente des Lebens ins Rampenlicht und gibt gleichzeitig großen Gefühlen Raum. 

 

Oft wird sie mit der amerikanischen Sängerin Joan Baez und Joni Mitchell verglichen. Ihre selbstgeschriebenen Songs weisen dennoch einen ganz eigenen Stil und Wiedererkennungswert auf. Dabei hat sie letztes Jahr im August Ihr erstes Album zusammen mit Julian Dawson (Produzent von Wolfgang Niedecken) in Hamburg aufgenommen. 

 

Von einer Band zur nächsten hüpfte an diesem Abend Ralf Dieter Toto Didier Ost. Nennen wir ihn doch kurz Toto. Der erste Auftritt war mit den Durty Nellys. Moderne und traditionelle Irische Folklore Songs mit Dieter Ost (Gitarre, Gesang, Banjo), Sebastian Ost (Percussion), Esther Klein (Geige,Flöte), Martin Lemens (Gesang/Gitarre/Blues Harp) standen dabei auf dem Programm.

 

Mit Mick Hargan kam ein besonderer Gast aus Schottland, der von diversen rauschenden Gartenpartys in Gronig inzwischen Gemeindebekannt sein dürfte. Seine melancholischen Songs mit schottischem Akzent gingen unter die Haut. Hierfür danken wir Pascal Rausch für die Organisation, Berichte und Plakate für das Konzert, sowie die guten Kontakte zu der Band Muskelschwund.

 

Und als weitere Überraschung des abends hatte Toto zwei Piper bestellt. Die Idee entstand aus einem Whiskytasting in Marpingen. Great Highland Bagpipe nennt man die laute schottische Sackpfeife, die uns mit 122 dB ein schottisches Lebensgefühl von Freiheit, Tradition und Geschichte spüren ließ. Weit unspektakulärer waren dabei die Namen und Orte der Musiker: Erika und Achim aus Merzig und Saarlouis, die sich aber auch sofort bereit erklärt hatten, beim Konzert spontan mit zumachen. 

 

Mit den Lebensmusiker kam auch der #Hashtag zurück, die demnächst als Vorband der Münchner Freiheit in Badenweiler spielen wird. Sänger Marc, der auch durch den Abend moderierte gab alles, denn die musizierende Vollzeitoptimisten möchten ein Lebensgefühl von Hoffnung und positiven schönen Seiten vermitteln. 

 

Und natürlich durfte die härteste Coverband Judas Priest vom Momberg mit

Salz nescha (Niko) nicht fehlen. Dieser erklärte sich sogar sofort bereit mitzumachen, bevor er überhaupt wusste um was für eine Veranstaltung es sich hierbei handelte. Und so schrien sie sich die Seelen aus dem Leib und heizten mit ihren harten Songs den ganzen Saal auf. Gefühlvoller ging es da schon zu, wenn Lena Hafner oder Pascal Rausch im Duett mit Mick Hargan sangen. 

 

Den Schluss setzten NO Gain mit Toto, Andreas Schumacher, Jürgen Ost und Oliver Kümmel mit Coversongs für jeden Geschmack. Interessant dürfte auch mal ein Blick hinter die Kulissen der Veranstaltung sein. Denn damals vor ewigen Zeiten, als Ralf Dieter Ost noch eine Kneipe mit Freunden ,,Traffic" in Oberthal betrieb, lernte er Andy und Pia Paul kennen.

 

Damals noch zwei Jungspunde aus Gronig, denen man noch kein Bier ausschenken durfte und die den langen Fußmarsch vom Momberg bis zur Kneipe am Ortseingang von Oberthal auf sich nahmen um nur mal so ,,Hallo" sagen zu können.

 

So entwickelte sich dann langsam eine Freundschaft daraus, auch wenn man sich mal aus den Augen verlor, ging der Kontakt aber nie ganz verloren. Und als dann Ralf Dieter den Andler Georg mal beim Globus traf, (wo auch sonst), und dieser anfragte ob die Band von Ost bei der Kirmes Musik spielen könne, traf man sich irgendwie wieder in Gronig und irgendwann entstand dann die Idee zu diesem Benefizkonzert. 

 

 

Überwältigend war auch das Publikum, dass von Anfang an mit dabei war, mitmachte und so spendenfreundlich war. Und jetzt kommen wir zur spannendsten Frage: Wie viel wurde denn überhaupt an diesem Abend gespendet? Es war ein Megabetrag, mit dem die Familie Paul niemals gerechnet hatte. Insgesamt kamen 23.272,50 Euro zusammen. 

 

Andy und Pia möchten sich auf diesem Wege ganz herzlich bedanken: ,,Wir bedanken uns bei allen Spendern. Wir sind überwältigt von diesem Spendenergebnis. Vielen vielen Dank. Einen besonderen Dank geht an alle Musiker, Helfer und an das Organisationsteam. Ihr ward der Wahnsinn". Und auch für Aaron war dies ein ganz besonderer Abend, den er und seine Eltern nie vergessen werden.

 

Weitere Danksagungen gehen an Ortsvorsteher Björn Gebauer für seine Hilfe, Georg Andler der an diesem Abend vor lauter Wald keine Bäume mehr sah, denn so einen Ansturm dürfte er das erste mal erlebt haben. Es dürften so um die 500 Konzertbesucher gewesen sein. 

 

Dank an Siggi Hans der den T-Shirt Druck umsonst machte, an Marc Scherchel für die Moderation (Lebensmusiker), an den Tontechniker Martin Ehlert, der auf sein Verdienst verzichtete und ebenso Markus Knecht für die Anlage und an das ganze Team dass vor und hinter den Kulissen agierte. 

Text, Bilder: Isabelle Möller

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Alexander Scheid (Mittwoch, 22 Januar 2020 16:36)

    Unglaublich zu was eine Gemeinde im Stande ist, wenn es um unsere Mitbürger geht. Schon die Hilfsbereitschaft nach dem Drama in Steinberg haben dies gezeigt und wurden nun ein weiteres Mal bestätigt. Weiter so ...

  • #2

    Michael Scherer (Freitag, 24 Januar 2020 10:48)

    Tolle Sache, wieder der Beweis, was Musiker bewirken können, toller Beitrag Isabelle!