Trachtenkapelle Gronig - Warum manche Lieder in den Ohren stecken bleiben

Gemeinde Oberthal

Wenn alle Radiosender, wie Antenne Güdesweiler, Radio Oberthal, Momberg Sinfonie Gronig  und Bergwelle Steinberg-Deckenhardt beim Andler anwesend sind, muss schon was besonderes sein an diesem

 

 

Sonntagabend gegen 17 Uhr. Und dass war es auch, denn an zwei Tagen präsentierte die Trachtenkapelle Gronig ihre Ohrwürmer. Und wenn einmal der Wurm drin ist.....muss er auch wieder raus. Dass das gar nicht so einfach ist, dürfte jeder von Euch wissen. Forscher der School of Psychology and Clinical Language Sciences, raten dazu den Ohrwurm passiv zu ertragen und stoisch zu ignorieren. Dann geht er schon irgendwann von selber. Trotzdem stellte sich Gernot Wirbel nicht nur die Frage wie finde ich ihn, wie kriege ich ihn, sondern wie werde ich ihn wieder los?

 

Aber der wirbelnde Dirigent des musizierenden Ensemble  und die schöne Lisa hatten da eine ganz eigene Art den Ohrwurm nach jedem Ohrwurm wieder blitzschnell loszuwerden. Wenn nämlich der Ohrwurm sich langsam ins Gehör hineinkriecht kann er einmal angekommen sich nicht mehr wenden, also muss man ihn auch wieder rausziehen und dann klingen die Lieder halt rückwärts, so Gernots Theorie. Diese wurden in der Tat umgesetzt und nach jedem Lied wurde der Ohrwurm musikalisch rückwärts rausgezogen.

So begann der Abend im ersten Teil mit dem ,,Petersburger Marsch", einem Ohrwurmparademarsch aus dem Jahre 1830 der für vieles schon her halten musste.  Ohrwürmer kommen selten alleine, klärte der Dirigent uns auf, daher brauchen sie eine gewisse Unterfütterung, so dass sie sich gut einschleimen können, dass heißt man kann auch ohne die Melodie, sprich also ohne den Wurm die Musik präsentieren. Auch das wurde gezeigt.

 

So wurden wir im ersten Teil noch weiter gut versorgt mit ,,In der Halle des Bergkönigs", welches laut dem Komponisten Grieg von 1874 nach Kuhfladen, Norwegertum und Selbstgefälligkeit klingt, den ,,Rauschenden Birken", ,,Auf der Vogelwiese", Ernst Mosch lässt grüßen, dem original Egerländer Musikanten und König der Blasmusik. Neu arrangiert von Wirbel, PÜV geprüft vom Polker- und Überwachungsverein im Landkreis St.Wendel und

 

,,The Second Waltz", bestehend aus 200 Takten in c-Moll mit der passenden Paralleltonart in ES-Dur ausgeführt, gepaart durch eine Viertelnote mit 178 maliger Anschlagung in der Minute, unterstützt durch das Fagott in Begleitung eines Trommelwirbeln mit 2 und 3 Schlägen mit einer Eskorte von Blasinstrumenten vom Momberg in einer schwingenden walzertypischen Melodie die nach gut 3 1/2 minuten endete. Dann ging es in die Pause in der man das machen konnte, was man machen musste. Und danach ging es gleich in den second part.

 

 

Und dieser wurde mit allerlei Geviehts ein klein wenig anders als der 1. Teil. Ab jetzt mussten die Zuhörer mitarbeiten und genau hinhören und so allerlei ,,Geviehts" entlarven, welches sich in den Melodien verbarg. Anschließend wurden wir vom Dirigenten direkt mit der Frage konfrontiert: ,, Was für Geviehts hann ihr dann erkannt"?

 

Das Publikum nicht dumm, hat sie alle erkannt von der Biene Maja, dem Floh bis zum Glühwürmchen und Spiderman. Und auch bei der nächsten Ohrwurmparade, überschrieben für ein Orchester mit verwirrten Klaritisten,  galt es herauszuhören, welche Melodien sich darin verbargen. Aus allen Ecken kamen die Anworten, Bolero, Carmen, Elise, Aida, die diebische Elster von Rossini und andere. 

 

 

Danach wurde es mit ,,Das Model" von Kraftwerk und ,,Take on Me" von a-ha, moderner. Elektropop aus der Steckdose, mit der Trachtenkapelle Gronig aber ohne Strom dafür mit Hand, Herz und Luft. Weitere Stücke gab es von Boney M ( Rasputin, Daddy cool, Brown Girl), produziert von Frank Farian, der wegweisend im Bescheißen war. Und genauso schön waren die folgenden Stücke von Simon & Garfunkel, ( The Boxer, Mrs. Robinson, America, Sound of Silence ) und andere, übrigens die der Dirigent Gernot Wirbel schon in seiner Jugend gerne gehört hatte, also im vergangenen Jahrtausend.  

 

Und das war auch schon der Schluss mit einem noch immer fitten und tanzenden Dirigenten. Mit der Zugabe ,,The Rose" gingen dann die Lichter aus und ließen ein begeistertes Publikum zurück. Danke liebe Trachtenkapelle Gronig und Gernot Wirbel die jedes Jahr aufs neue für eine Überraschung sorgen, es war wieder einmal genial.

Text, Bilder: Isabelle Möller

 

Die Musiker:

Flöte: Marika Alka, Rüdiger Federkeil, Tamara Gerber, Sophia Rimpel.

Klarinette: Lisa Welker-Schön, Lena Bäumchen, Jutta Eltges

Saxophon: Dr. Britta Wagner, Kirsten Held, Michaela Peter-Kutscher, E. Schön, F. Schwan.

Trompete/Flügelhorn: Joachim Walter, Diemar Federkeil, Thomas Stillenmunkes, Jessica Wagner, Susanne Hartmann, Heike Müller.

Tenorhorn: Jürgen Hartmann, Jörg Wagner, Kai-Uwe Klein

Posaune: Frank Schön, Peter Fauß, Joachim Wilhelm

Tuba: Timo Schön, Uwe Kraus

Schlagzeug: Knut Recktenwald, Tobias Federkeil, Tonias Wagner

Dirigent: Gernot Wirbel

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