Steinberger Wandervögel schafften es bis nach Gronisch und noch weiter

Wandervögel in Aktion
Wandervögel in Aktion

Gemeinde Oberthal

 

Die Jäger des verlorenen Wortschatzes oder wie es ist, wenn die Stännbeier Alte Herren aus einem gronischen Stopp eine Tugend machen.

 

 

Eine detaillierte Beobachtung von Alexander Scheid:

 

Das Große Dilemma der menschlichen Existenz ist ja, dass unser Gehirn in der Lage ist, sich Fragen zu stellen, die es von vorneherein nicht beantworten kann: Was macht die Zeit, wenn sie vergangen ist? Hat das Universum einen Sinn? Und wieso sind die Gebrauchsanleitungen von elektrischen Saftpressen so dick wie ein russisches Revolutionsepos?

 

Das große Dilemma der Altliga aber ist die Tatsache, dass sie stets in der Lage sind für ausserfußballerische Aktivitäten eine große Schar williger Männer mobilisieren zu können. »Dilemma?« werden diese Herren nun laut rufen. »Welches Dilemma? Wir haben vorsorglich unsere Körper, zwar in einer festgelegten Form jedoch zielgerichtet bewegt, was vor allem für unsere Organe und auch die Anatomie von Vorteil war, jedoch im späteren Verlauf den Bewegungsapparat insofern einschränkte, dass Pausen notwendig wurden, weil in diversen Ansatzsehnen des Musculus quadriceps femoris, Verschleisserscheinungen festgestellt wurden.

 

Vor allem der Passungsrost machte uns zu schaffen und konnte zurückgeführt werden auf die anhaltende Reibkorrosion und die Tribooxidation im Hippocampus, denen wir offensiv entgegenwirken mussten.« so der medizinische Begleiter Dr. Korn auf Nachfrage der Saar-Heimat.

 

Sogleich entgegnet der passionierte Hobby-Ornithologe Prof. Fink etwas echauffiert auf die angedeutete Unterstellung der Redaktion, es wäre den Deckenhardter Wandervögel nicht mehr ums Wandern gegangen: »Zuletzt haben wir eindrucksvoll bewiesen, dass wir unseren Vereinsauftrag sehr ernst nehmen. Trotz aller Hindernisse, wie einem hervorragend organisiertem Frühschoppen am Silvestermorgen im eigenen Sportheim, konnten wir eine Frühsport-Delegation ins Gombachstadion entsenden, die sich wacker geschlagen hat.«

 

Und laut schallte es nach: »Apropos Wacker! Es war der Wack, der den Zwischenstopp in Gronisch anpeilte!« Der ungeübte Saar-Heimat-Leser sollte an dieser Stelle aufgeklärt werden, was hier eigentlich passiert ist.

 

Die AH der Mega-Spielgemeinschaft aus Steinberg, Deckenhardt, Walhausen, Namborn, Allerburg, Herrenwald und Bewohnern der Heisterberger Ytong-Mauer lud zur Winterwanderung an einem Samstag und dem Aufruf folgten exakt 44 Athleten. Also 39 mehr als beim letzten Versuch, die gereiften Kicker zum Ursprung ihres irdischen Seins, der gekonnten Malträtierung eines nahezu runden Leders zu bewegen.

 

 

 

 

Dieser Umstand wird in altruistischen Kreisen rein puristisch denkender Alt-Internationaler Fußballromantiker nahezu dogmatisch diskutiert, oft auch versehen mit greta-ähnlichen Betroffenheitsfloskel, wie »How dare you!«

 

Eine Wanderung in winterlichen Zeiten gehört mittlerweile ja zum festen Ritual einer jeden Mannschaft, denn sie stärken nicht nur das Zusammengehörigkeitsgefühl im Team-Building, sondern schaffen auch exzessiven Umsatzzuwachs in touristisch schwächeren Phasen des Jahreszyklus. Und 44 Männer, einmal losgelassen von den Gattinnen, wirken nahezu katatonisch auf die umliegenden Gastronomen, die sich marketingtechnisch natürlich mächtig ins Zeug legen, Reisegruppen dieser Größenordnung entsprechende Angebote auf den Leib zu schneiden.

 

Nun sollte man das mit dem »Auf den Leib schneidern« nicht allzu wörtlich nehmen, denn da könnte es schon vorkommen, dass sich Gastronomen maßlos überschätzen, so sie denn die Füllbarkeit der zu füllenden Körper auch nur versuchen zu analysieren. 

 

So starteten die Mannen von der SG NSW im schönsten Bergdorf, welches direkt neben dem schönsten Ort der Welt liegt, um selbiges nur am Rande zu streifen, da die Angst zu groß war, noch eine körperertüchtigende Einheit absolvieren zu 

müssen, direkten Weges nach Gronisch. Dabei wissen auch diese Herrschaften nur zu gut, dass Schrammen sexy sind, der Angstschweiß hingegen nie diese Eigenschaft mit sich bringt. 

 

Und dort wurden sie schon sehnsüchtig erwartet. Seit den letzten Wahlen wissen wir ja von der Erschütterung der Macht die einherging mit dem Antritt des roten Lords aus Exweiler. Im gemeinschaftlichen Hause des still-ruht-der-See-Dorfes am Mummerisch bereiteten die beiden hauptamtlichen Pomologen bereits Otzwieser Spezialitäten in gebrannter Form vor. 

 

Offiziell ist die Rede von lediglich zwei Flaschen, jedoch wissen wir nicht erst seit den Siegerehrungen von im-Kreis-fahrenden Helden auf dem Nürburgring, dass auch eine Flasche in ihrer ureigenen Form veränderbar sein kann. Und so empfing eine in grün-weiß verkleidete Delegation den Gipfel der Schöpfung mit Magnum. Nein, Tom Selleck war nicht anwesend, nur die Ähnlichkeit mit Kurt Nofts verblüffte die Besucher ein wenig, als er so neben dem Ortsvorsteher den Ausschank organisierte, während der Wendel Herbert den Lyoner bereits in Müffelscha geschnitten hatte.

 

Statistisch gesehen warteten also zwei edle Tropfen mit zwei Flaschen - bitte hier nicht auf die Idee kommen und die Reihenfolge tauschen - auf 44 Wanderer, ergo gleich drei Schnapszahlen auf einmal. Es ging aber gut. Ausfälle waren nicht zu verzeichnen. 

 

Aber die Statistik erweist sich als ein hochkompliziertes Unterfangen, in dem man Dutzende von Fehlern machen kann: »Nahezu 100 Prozent aller Deutschen sind weiblich und kriminell. Das zeigte eine repräsentative Untersuchung in einem Wuppertaler Frauengefängnis.« Und wenn ich den Drogenkonsum in Deutschland untersuchen möchte, dann wird eine Befragung von hundert Versicherungsangestellten ein anderes Ergebnis erzielen als die von hundert Rockstars.

 

Verlassen wir uns also lieber auf die Fakten. Fakt ist, die edle Traube aus der Tonne, fand zum Magen durch den Schlund. Fakt ist auch, dass Wandervögel sich nicht trennten, sondern den Weg als Etappe zum Ziel erklärten. Fakt ist auch, dass der Ortsvorsteher später beim Andler noch immer nicht darüber hinweg war, wie diese Männer seinen frischeroberten Ort wieder verlassen konnten. How dare you! 

 

Ein weiterer unbestrittener Fakt ist, dass das Ziel, die Alm auf dem Schaumberg, vollzählig erreicht wurde. Fakt ist aber auch, dass die Kolonne im Anschluss auch dem Taxigewerbe Seibert einen potentiellen Zusatzgewinn verschaffte, da viele bereits beim Betreten des Wagens dem Taximan den Felix de Luxe Klassiker »Mit einem Taxi nach Paris« entgegen schleuderten, was dazu führte, dass der ein oder andere Wagen kurz vor der Goldenen Bremme gestoppt werden musste, da das Navigationsgerät mit Benno und Steffe nix anfangen konnte.

 

Der aber alles entscheidende Fakt ist und wird es bleiben, dass das kleine Völkchen vom Berge immer wieder beweist, dass es im Stande ist große Dinge zu leisten. Alleine schon in Gronisch zwischenzulanden, würden einige spießige Gesellen jetzt schon als groß bezeichnen, jedoch bewiesen die Alte Herren, die zugegebenermaßen einige junge Spunde im Schlepptau hatten, dass sie in der Lage sind etwas großes auf die Beine zu stellen, wenn sie 44 Männer mobilisieren können.

 

Eigentlich beweist dies ein weiteres Mal, dass wir hier in unserer Gemeinde durchaus im Stande sind, großes zu leisten. Allen voran, hier und heute, die Alten Herren der SG Namborn-Steinberg-Walhausen.  

Text: Alexander Scheid, Bilder: SV Steinberg D.

 

Viele alte Wandervögel versammelten sich auf dem Vorplatz am DGH in Gronisch und legten eine Pause ein
Viele alte Wandervögel versammelten sich auf dem Vorplatz am DGH in Gronisch und legten eine Pause ein

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Kommentare: 3
  • #1

    Banane (Freitag, 07 Februar 2020 07:30)

    Die Stännbeija Vögel hätte ach bis Afrika ziehen können und dann auch grad dort bleiben...

  • #2

    Alexander Scheid (Freitag, 07 Februar 2020 07:56)

    Die Banane mal wieder. Streng genommen gehört sie ja zu der Klasse der Bedecktsamer, was nichts anderes bedeutet, als dass sie, immer schön aus der Deckung heraus, ihren Samen in die Welt rausspucken und so hoffen, einen kleinen Trieb irgendwo platzieren zu können. Dies hätte beinahe mal dazu geführt, dass sie der Evolution nicht folgen konnten. Gott sei Dank, haben sich Forscher ihrer angenommen, denn so konnten sie in einer gewissen Form kultiviert werden. Aber noch immer schaffen es einzelne Exemplare meist vom Stamm her an zu faulen. Dies führt dann ab und an zu leichtem müffeln, welches den Verbraucher in der Regel dazu veranlasst, sie einfach zu entsorgen. Aber viele haben es bereits aufgegeben und schenken ihr einfach keine Beachtung mehr. Wie ich finde, ein zivilisatorischer Akt, dem man sich durchaus zu Eigen machen könnte.

  • #3

    Hilli (Freitag, 07 Februar 2020 08:33)

    DANKE ALEXEANDER,kam aus dem Lachen nicht mehr raushaut gekonntert