Saarländischer Fussballverband und Regionalverband stellt Spielbetrieb ein

Gemeinde Oberthal

Der Vorstand des SFV hat heute entschieden, dass zunächst bis 31. März 2020 kein Spielbetrieb stattfindet. Das gilt für alle Spiele bei Männern, Frauen und in allen Altersklassen der Jugend, die im Verantwortungsbereich des SFV liegen, Meisterschaftsspiele, 

Pokalspiele sowie Freundschaftsspiele.

Die gleiche Entscheidung hat der Regionalverband getroffen.

Mit dieser kurzfristigen Entscheidung reagiert der Vorstand auf die Entwicklung der Ausbreitung des Corona-Virus in den letzten Tagen. Angesichts der aktuellen Lage steht die Gesundheit der Spielerinnen und Spieler, Trainer und Betreuer aber auch der Zuschauer für den Verband an erster Stelle. Die Vereine und ihre Mitglieder sollten weiter den Handlungsempfehlungen und Hygienetipps der Gesundheitsämter und des Robert-Koch-Institutes z.B. auch in ihren Clubheimen Folge leisten. 

Dies betrifft auch natürlich unsere Fussballclubs in der Gemeinde Oberthal. Hier ein Kommentar von Alexander Scheid:

Werte Fußballgemeinde,

was sollen wir tun? Wir alle haben ein ernsthaftes Problem. Es wurde im Saarland beschlossen, dass ab Montag alle Schulen und Kitas geschlossen bleiben. Zudem werden bundesweit weitere Maßnahmen getroffen, die unser aller Leben deutlich einschränken wird.

Das alles lassen wir mal für einen kurzen Augenblick außer Acht, denn hier äußert sich ein Mitglied des Vorstandes eines kleinen und im Großen und Ganzen, unbedeutenden Fußballclubs zu aktuellen Lage im Umgang mit der Pandemie namens Corona. Dies tut er auch ohne weitere Absprache mit seinen Kollegen und auch auf die Gefahr hin, nicht deren Zustimmung zu haben. Jedoch bin ich davon überzeugt, dass ich richtig handele, wenn ich mich zur Lage äußere.

Unser Verband (Saarländischer Fußballverband e.V.) tagte, wie zu vernehmen war am gestrigen Morgen, um über den weiteren Verlauf und speziell den kommenden Spieltag der Saison zu entscheiden. Selbstverständlich ist es nicht unproblematisch der Saison ein vorzeitiges Ende zu setzen, aber das darf bei der Entscheidung keine Rolle spielen.

Wir sind Freizeitsportler und wir alle lieben unsere Aufgaben, unsere Clubs, unsere Spieler und natürlich auch all unsere Unterstützer. Wir sind Männer und Frauen, jung und alt, aktiv und inaktiv und nehmen uns eine Menge Zeit unserem Hobby mit Begeisterung nachzugehen. Wir gehen über unsere persönlichen Grenzen, um einen Spielbetrieb aufrechtzuerhalten und um in unseren Dörfern dem gesellschaftlichen Leben einen übergeordneten Sinn zu geben. Denn ohne unsere Vereine - egal welche - wären wir alle nur noch Individuen und zum bloßen Zusammenleben verdammt.

Im Moment stehen wir vor einer mehr als schwierigen Situation. Ein mikroskopisch kleiner Virus bedroht unsere Gesellschaft und bislang gibt es kein Mittel diesen aufzuhalten. Folgt man den Einschätzungen der Fachschaft, so gibt es derzeit nur eine Möglichkeit nicht im Chaos zu versinken. Der Virus ist nicht aufzuhalten. Jedoch können wir seine Ausbreitung verzögern. Übereinstimmend empfehlen Experten von Instituten (Robert Koch) und Kliniken (Virologie der Berliner Charité) die persönlichen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren.

Aus diesem Grund wurden alle Großveranstaltungen abgesagt. Genügt dies? Ich meine nein! Nun mag meine Einschätzung kaum Relevanz besitzen, denn selbstverständlich kann ich mich irren. Es geht auch nicht darum Panik zu verbreiten, denn Panik war noch nie ein guter Ratgeber. Es geht um Vorsicht, es geht um bedächtiges, vorausschauendes Handeln und Risikominimierungen.

An diesem Wochenende sollen landesweit hunderte, wenn nicht tausende Spiele stattfinden. Besteht da ein Unterschied zu einem Event mit Zehntausenden Besuchern? Wohl kaum. Im Gegenteil! Tausend Events mit hundert Besuchern sind doch gefährlicher als einer mit Zehntausend.

Aus diesem Grund muss der Verband den Spielbetrieb bis auf weiteres einstellen. Die Gefahr ist einfach zu groß. Noch sind wir in der Lage zu kontrollieren. Verlieren wir die Kontrolle sind die Auswirkungen unüberschaubar. Es ist nur ein Spiel und es ist nicht wert, dafür die Gesundheit vieler zu riskieren.

 

Alexander Scheid

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 5
  • #1

    H. G. Setz (Samstag, 14 März 2020 14:06)

    Bravo Herr A. Scheid
    Gut geschrieben. Ich stimme mit ihnen überein.

  • #2

    Gillesweller (Sonntag, 15 März 2020 16:19)

    Sehr guter Bericht. Hoffentlich sind sich alle der Gefahr bewusst. Ich möchte nicht wissen, wieviele Menschen trotzdem noch Kurzurlaub in Gebieten machen wo vor allen Dingen am Abend in den sogenannten Pressluftschuppen in dichtem Gedränge sich der Feierlaune hingeben. Zu Hause angekommen wird die Sache ohne Rücksicht auf Verluste der Alltag eingeläutet. Es nützt nichts, alle Busse abzufangen wenn Tausende von PKW's unbehelligt die Grenzen passieren dürfen, Stichkontrollen sind zu wenig

  • #3

    Hasborner (Sonntag, 15 März 2020 17:12)

    Ihr in Güdesweiler scheint euch FAST ALLE vorbildlich zu verhalten. Wenn alles vorbei ist, komme ich mir ihr vorbei

  • #4

    Aufmerksamer Leser (Sonntag, 15 März 2020 17:26)

    Weiß der Gillesweller vielleicht noch mehr, bin gespannt

  • #5

    Gillesweller (Sonntag, 15 März 2020 19:45)

    Montafon ist laut Internetseite Montafon ab heute dicht, nur zur Info