Einige haben es noch nicht begriffen

Kreis St.Wendel

Seit mehreren Wochen bereiteten sich bereits alle Verantwortlichen im Landkreis und den Kommunen auf die Corona-Lage vor. Insbesondere in den letzten 14 Tagen arbeiten die Krisenstäbe des Landkreises und der Kommunen, an deren Spitze Landrat und 

Bürgermeister sowie deren Abteilungen teilweise Tag und Nacht auf Hochtouren um die Ausbreitung der Epidemie zu verhindern und das öffentliche Leben soweit als möglich zu normalisieren. Alle ziehen an einem Strang und darauf können wir im St. Wendeler Land stolz sein. Unser einziges Ziel und Chance ist es, die weitere Ausbreitung zu verhindern oder mindestens zu verlangsamen.

Es gilt unsere Eltern, Großeltern und kranken und behinderten Menschen vor einer schweren Erkrankung zu schützen und das hierfür notwendige System aufrechtzuerhalten. Nur zu Verdeutlichung: Aktuell wurden in unserem Landkreis 29 Fälle offiziell festgestellt. Daraus resultieren im Schnitt 10 amtlich Quarantäneverordnungen zzgl. ca. 50 ermittelte Kontaktpersonen mit einer Empfehlung einer 14-tägigen häuslichen Absonderung.

Somit hätten wir 260 amtliche Quarantänen und 1.300 Empfehlungen. Das sind rund 1.500 Menschen, welche in wichtigen Bereichen wie der Pflege, Rettungsdienst, Polizei sowie den ehrenamtlichen Hilfsorganisationen fehlen. Weiterhin mussten wegen den Schließungen von Kitas und Schulen zahlreiche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Urlaubs- oder Überstundenabbau in Anspruch nehmen. Auch diese fehlen uns im System. Stündlich erhöht sich diese Zahl.

In fast allen Orten im Landkreis haben sich bereits Initiativen zur Unterstützung von Betroffenen Personen spontan gebildet und werden auch nachgefragt. Dies finde ich eine tolle und sehr wichtige Sache. Denn nur gemeinsam können wir die Situation meistern. Auch in den Stäben und Verwaltungen laufen weitere vorbereitende Maßnahmen auf Hochtouren.

Der Großteil der Menschen in unserem Landkreis halten sich an die Anordnungen und Empfehlungen. Dennoch gibt es einige Personen/Gruppen, welche der Meinung sind, es ginge Sie überhaupt nichts an. Sie treffen sich in großen Gruppen und veranstalten sogar Partys in Gaststätten.

Und dies auch teilweise nach der Beratung und Aufklärung durch das Gesundheitsamt oder den Ärzten. Beispiele gibt es genug. Hierfür fehlt nicht nur mir persönlich jegliches Verständnis. Scheinbar ist diesen Menschen die Brisanz der Lage nicht bewusst. Man sollte auch bedenken: Alle Beteiligten verzichten in diesen Kampf bereits seit Wochen teilweise oder ganz auf ihr privates Leben bzw. wird dies durch die Krise bestimmt. Hierin eingebunden sind auch zunehmend ehrenamtliche Helfer.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals alle Bürgerinnen und Bürger aufrufen sich an die Empfehlungen und Verordnungen auch in Ihrem eigenen Interesse zu halten. Denn von einer zur anderen Minute kann eine unbeteiligte Person selbst oder aber ein Nahestehender zum Betroffenen werden und weitere Menschen unverschuldet mit hineinziehen.

Die viel diskutierte Ausgangssperre kann auch aus meiner Sicht nur das letzte Mittel sein. Allerdings bleibt uns nachderzeitiger Lage bzw. Verhalten keine andere Möglichkeit. Sollte es zur Umsetzung kommen, so unterstütze ich persönlich diese Maßnahme ausdrücklich.

Auch muss uns klar sein, dass wir hierbei nicht über einen Zeitraum von wenigen Tagen sprechen. Also abschließend nochmals meine Bitte: Wirken Sie auf Ihr Umfeld ein, dass ALLE sich an die Vorgaben halten.

Der Landkreis St. Wendel ist gut aufgestellt um gemeinsam diese Krise zu meistern.

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund

Dirk Schäfer

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Kommentare: 5
  • #1

    Groniger (Donnerstag, 19 März 2020 14:19)

    Danke Dirk für deinen unermüdlichen Einsatz.

  • #2

    skifahrer (Donnerstag, 19 März 2020 17:44)

    ortsvorsteher verstehen es immer noch nicht

  • #3

    Alexander Scheid (Donnerstag, 19 März 2020)

    Euch gilt weiter volle Unterstützung zuzusagen! Schön zu erfahren, wie unsere Gesellschaft funktionieren kann, wenn es um etwas geht!

    Danke

  • #4

    Leser (Freitag, 20 März 2020 18:58)

    Es war der Vater des Ortsvorsteher

  • #5

    H. G. Setz (Sonntag, 22 März 2020 09:09)

    Zunächst einmal Guten Morgen Fam. Schäfer.
    Dirk, ich schließe mich deinen Ausführungen in der Saarheimat an.
    Ich kann mir vorstellen, was Land, Landkreis, Kommunen etc. momentan leisten.
    Hierfür einmal recht HERZ-LICHEN DANK!!!
    Es werden auch die Unein-sichtigen einsichtig, spätestens , wenn sie selbst betroffen sind.
    Zum Schluss möchte ich wünschen: "Bleibt alle gesund. "