Wenn am Abend Trompetenklang über Güdesweiler erklingt....

Bild: I.Möller
Bild: I.Möller

Gemeinde Oberthal

 

Wenn am Abend Trompetenklang über Güdesweiler erklingt, dann hört sich das ein bisschen so an, wie wenn Walter Scholz auf seiner Trompete  romantische Sehnsuchtsmelodien spielt. Es war nun

 

 schon der vierte Sonntag hintereinander, an dem viele Musikerinnen und Musiker, nicht nur im Saarland, sondern in ganz Deutschland um 18 Uhr der Bevölkerung ein Ständchen gebracht haben. Der Musikverein Steinberg-Deckenhardt hat hier mit vielen Aktiven teilgenommen.

 

Mit von der Partie war Franz-Josef Schlitter aus Güdesweiler. Jetzt hat er aber nicht wie der Trompeter Mathias Achatz auf dem Oktoberfest in München in der Ochsenbraterei gespielt, sondern vor der eigenen Haustüre. Und mit Stefan Mross wollen wir ihn schon gar nicht vergleichen, denn er war weder jemals in einem Trompetenkrieg verwickelt, noch erklang sein Trompetenspiel vom Band. Und außerdem war es eine Posaune, auf der er spielte, genauer genommen, eine "Ventilposaune in Es", wie er sagt.

 

Auch können wir ihn nicht mit Louis Armstrong vergleichen, denn dann wäre er ja schon eine Legende. Aber soweit ist er ja noch nicht. Was aber alle drei gemeinsam haben und hatten, ist die Hingabe mit der sie ihr Instrument bedienen.

 

Sarkastisch formuliert entstehen Trompetenklänge oder Posaunenklänge ja bekanntlich durch den vibrierenden Lippenspalt, ausgeführt mit schwingenden Lippen, die dann einen Ton durch Ankopplung an die konisch-zylindrische Röhre erzeugen, deren Luftsäule als Resonator dient, und gleichzeitig einem austretenden intensiven pulsierendem Luftstrom ankurbelt, der wiederum eine Welle durch das Blechblasinstrument erzeugt.

 

Und wie eine Welle klang am Sonntagabend der ,,Irische Segenswunsch" um 18 Uhr durch die Straßen von Güdesweiler. ,,Es soll ein Zeichen in dieser schwierigen Zeit sein, dass wir zusammenhalten und es soll auch unseren Dank an all diejenigen ausdrücken, die ihren Dienst zum Wohle der Allgemeinheit absolvieren", sagte Franz-Josef Schlitter zum Abschluss. 

 

Diese Musikalität der etwas anderen Art, ist als Zeichen der Solidarität gedacht, für alle von der Corona-Krise betroffenen Mitmenschen, insbesondere die Erkrankten und die vielen Helfer in Krankenhäusern, Supermärkten oder wo auch immer. Viele Teilnehmer schätzen die Aktion aber auch als Demonstration des Zusammenhalts in schweren Zeiten. Immerhin sind Auftritte und Proben derzeit wegen Corona nicht möglich, und viele vermissen das gemeinsame Musizieren.

 

Text: Isabelle Möller, Video: A. Wita

 

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